Beitragvon Martin Ebel » 11. Juni 2007, 21:57
Die Eitelkeit des Alters:
auch ich will mal meine Göttinger Erfolgsqute bekanntgeben:
1982 Prototyp "Das Collier der Königin von Saba" vorgestellt:
1984 als Kleinauflage bei Reinhold Wittigs Perlhuhn Verlag herausgekommen. 1997 noch einmal von Queengames in Göttingen entdeckt und als "Die Kette von Saba" erschienen.
1990 durch Dagmar de Cassan ermutigt, im Eigenverlag mein "Mondkälbertreiben" herauszubringen ("Schwerstes Spiel des Jahres 1990"- 7,2 kg -)leider musste ich dann den Slogan ändern, nachdem ich Facklers wertvollen Erstling in den Händen wog: jetzt war mein Spiel nur noch "das schwerste Spiel mit dem günstigsten Kilo-Preis").Nachdem ich in Essen 2005 mein Spiel "bridges" vorstellte und Lob erntete (Allan Moon nahm sich damals die Zeit, bei den Autorentischen jedes Spiel auszuprobieren und hat mir für die Zählweise eine wichtigen Tip gegeben), hat K.H. Schmiel 2006 für Hans im Glück auf dem Göttinger Autorentreffen den Prototypen mitgenommen, der jetzt als "Ponte del Diavolo" veröffentlicht wurde.
Als damals Klaus Teuber seinen Tisch neben mir hatte und ein Spiel mit Knetmasse vorstellte, habe ich gedacht: Das ist doch nicht orginell. Außerdem härtet Knetmasse mit der Zeit aus. Wie man sich doch täuschen kann.
Ich kann nur jedem abraten, nach Göttingen zu gehen, wenn er nicht den Frust verdauen kann, daß seine Nachbarn vielleicht erfolgreicher sind als sie. Für mich ist es jedoch ein lebenselexier. Ich schicke nun mal nicht gerne meine Gedankenkinder einfach so in die fremde Welt, sondern möchte die Menschen kennenlernen, denen ich sie in die Hand gebe, ob sie wirklich bereit sind, sich mit dieser Spielidee zu beschäftigen. Das ist zwar nicht sehr professionell, aber entspricht meinen Gemütszustand.
Dieses Jahr waren die Verlage sehr bemüht, viele Gespräche mit den Autoren zu führen und ich hatte drei Gespräche, die zwar kein Ergebnis hatte, aber die Aufforderung, nach Überarbeitungen in bestimmte Richtungen nochmals auf sie zu zu kommen. Ein Spieler vom Nachbartisch spielte mit mir meinen prototypen, zu dem ich noch während der eröffnungsreden Kügerlchen rollte, wobei mich spontan eine Sitznachbarin unterstützte. Seine Vorschläge zur Verschlankung der Abläufe waren so überzeugend, daß ich inzwischen glaube, daß "Symetria" was werden könnte.
Ich habe aber nicht nur Honig gesaugt, sondern bei einem älteren ehepaar, daß wohl enttäuscht war, daß die herren von parker, MB und Hasbro nicht da waren, Kontakte vermittelt und Spielvarianten ihres Spiels vorgeschlagen.
habe ich Dir damit jetzt ein Gefühl für das Autorentreffen in Göttingen gegeben?
Meine Begeisterung fürs Spiele entwickeln gäbe es jedenfalls ohne Göttingen nicht und ich danke allen, die es jedes Jahr mit ehrenamtlichen Engagement wieder entstehen lassen.