Beitragvon Ulrich Roth » 26. Oktober 2008, 20:08
Ingo Althöfer schrieb:
>
> Ulrich Roth schrieb:
> > Hallo Ingo,
> >
> > > * Angetan bin ich von Christward Conrads schönem Spiel
> > > "Nuggets" (erschienen schon 2003 bei Winning Moves).
> >
> > in der Tat ein geniales Spiel, das damals leider -
> > wohl nicht zuletzt wegen des misslungenen Designs -
> > völlig untergegangen ist.
>
> Ich fand das Design eigentlich okay,
> abgesehen von der Verwendung der Ziffer 6,
> die manchmal doch versehentlich als 9 interpretiert
> wird, wenn man nicht voll konzentriert ist.
> Wo lagen/liegen Deiner Meinung nach die Schwachpunkte?
Das Design ist durchweg abstrakt, und ebnet das eigentlich spannende Thema völlig ein.
Man hätte doch mindestens das Spielplanraster mit einer geeigneten Landschaftsillustration o.ä. unterlegen können.
Die klobigen Goldminenmarker sehen aus wie Fässer - wozu diese Holzverschwendung?
Plättchen mit einer Goldnugget-Abildung + Zahl darauf wären atmosphärischer (und billiger) gewesen.
Streiten kann man sicherlich über die Farbgebung; ich finde sie scheußlich.
Insbesondere der Anblick der Spielbrettumrandung (beißt sich mit den roten Plättchen) tut mir in den Augen weh.
Noch ein Grund, warum ich das Spiel selbst zu Ramschpreisen nie gekauft habe, ist der Verdacht, dass bei den hölzernen Diggerplättchen eine - unterscheidbare und somit spielkillende - Maserung zu sehen sein könnte...
(Ist aber nur eine Vermutung, da ich das Originalspiel nie in Händen hatte und nur von Fotos kenne.)
> > > Beim
> > > Meditieren im Zug nach Hause ist mein Bauch aber zu der
> > > Meinung gekommen, dass man wahrscheinlich die
> > > Verteilung der Goldminen-Marker zu Spielbeginn noch
> > > besser machen kann als in der Regel angegeben...
> >
> > Was spricht dagegen, sie willkürlich irgendwie (jedesmal
> > anders) zu verteilen?
>
> Das ist ja auch am Ende der Regel vorgeschlagen. Trotzdem
> sollte die angegebene Standard-Verteilung schon so gut
> wie möglich sein.
>
> > Könntest du deine Überlegung bitte etwas erläutern?
>
> Es ist erstmal nur ein Bauchgefühl, vor folgendem
> Hintergrund: Für fast alle Goldminen-Marker ist der nächste
> Goldminen-Marker genau einen Rösselsprung weit entfernt.
> (Einzige Ausnahme sind die beiden "6" links unten.)
> Diese Lokalgleichheit wird tendenziell dazu führen, dass
> sich in Zweierpartien (bei starken Spielern) oft lokal
> gleiche Strategien ergeben könnten, was eine unnötige
> Verhinderung von Abwechslung wäre.
>
> Vielleicht finde ich einen willigen Studenten, der mit
> Computerhilfe durchrechnet, ob mein Gefühl stimmt, und
> falls ja, welche anderen Verteilungen interessanter wären.
Von Bauch zu Bauch: Ich vermute, dass du Recht hast.
Mir würde es allerdings sowieso nie in den Sinn kommen, "Nuggets" mit irgendeiner Standardaufstellung zu spielen (de facto hatte ich völlig vergessen, dass es sie überhaupt gibt).
Wir mischen immer die Goldminen verdeckt, platzieren sie dann in plausibler Verteilung und drehen sie erst danach um.
So ist maximale Abwechslung garantiert.
> Eine andere Sache zu "Nuggets":
> Bei der Beschäftigung (erst seit gestern abend, aber
> relativ intensiv) ist mir eine Idee für eine Nuggets-
> Variante gekommen: So, wie sich im wirklich Leben erst
> nach und nach zeigt, wie ergiebig eine Goldader ist, könnte
> man auch im Spiel die Goldminen-Marker zunächst mit den
> Nummern nach unten durchmischen und dann auf "ihre Plätze"
> verteilen. Erst im Laufe des Spiels werden (nach irgend-
> einer geeigneten Regel; z.B. immer dann, wenn der zugehörige
> Claim abgesteckt und zugeordnet ist) nach und
> nach die Markersteine umgedreht und dadurch ihr Wert
> bekannt.
Kann man sicherlich machen - falls erhöhter Glücksfaktor und Reduzierung der Kontrolle erwünscht ist (z.B. wenn Kinder mitspielen, deren Gewinnchancen man erhöhen will).
Als "ständige Diät" würde ich es aber nicht so spielen wollen; ich glaube, das verdeckte Legen der Digger reicht völlig aus, um jedem Spieler, der halbwegs sinnvoll agiert, eine Chance zu geben.
Für 4 Spieler empfehle ich übrigens - genau wie bei "Packeis am Pol" - unbedingt, in 2er-Teams zu spielen.
:cool: