Beitragvon Hanno Schwede » 10. Juni 2001, 23:10
Hallo Peter
ich kommentiere mal Deine Sätze in lockerer Reihenfolge:
> wie unten beschrieben denke ich, dass es sinnvoll
> wäre, 3 Kategorien beim Spiel des Jahres einzuführen, > um alle Bereiche (Kinder-, Familien- und
> Strategiespiel) abzugedecken.
Würde ich auch für gut halten, allerdings unter der Bedingung das es drei klar zu unterscheidene Auszeichnungen dafür gibt, der rote Pöppel muß im Familienspielbereich bleiben, die Leute haben sich daran gewöhnt.
> Aber ist es denn wirklich so schwierig, Torres oder > Tikal zu spielen?
Nein, ist es nicht, für Dich nicht, für mich nicht und für alle anderen auch nicht.
Aber es ist schwer mal eben Torres oder Tikal zu lernen, bzw nach längerer Zeit mal wieder zu spielen.
> Wer in der Lage ist, die Bedienungsanleitung seines
> Videorekorders zu erstehen, der wird auch mit der
> Spielregel von Tikal usw. kein Problem haben.
Der Anreiz für den normalen Nichtspieler ist beim Videorecorder höher als bei einem Gesellschaftsspiel. :-)
Ich hab viele Nichtspieler im Bekanntenkreis, bei denen ist es schwer Spiele anzubringen die schwieriger zu erklären sind als Carcasonne, hab ich sie dann so weit hören sie nicht wieder auf..... in einem Jahr kann ich dann El Grande mit denen spielen, ist halt ein Lernprozess..
> Können die "lockeren" Spiele das Kulturgut Spiel > > wirklich besser fördern als die anspruchsvollen > Spiele?
Nein, können sie nicht, aber der Ansatz ist anders, siehe auch mein voriges Posting.
> Ich denke, wenn jemand einige Partien Medina, Tikal
> usw. gespielt hat, der bekommt doch Lust auf mehr.
Wenn er bei Tikal ohne Nachfragen und dreifachem lesen durch die Anleitung gekommen ist, ohne sich seinem Videorecorder zuzuwenden. Dann das erste Spiel durchgestanden hat und dann gleich im Anschluss das zweite gespielt hat, magst Du recht haben.
Leider sieht dies in der Realität anders aus, wenn einer erstmal ne 3/4 Stunde lesen muß hat sich die "Spielrunde" schon zerstreut, jedenfalls in einer Wenigspielerrunde.
> Ob jemand allerdings nach dem dritten
> Mississippi-Queen ein großer Fan von > Gesellschaftsspielen wird, halte ich doch für > fragwürdig.
Da sind wir uns einig, MQ ist kein gutes Spiel und hat meiner Meinung nach den Pöppel nicht verdient. Aber auch da habe ich Kunden (ich arbeite in meinem Nebenjob in einem Spieleladen) die kommen mit der Frage: Ob ich etwas Ähnlich gutes wie MQ habe, etwas das nicht so kompliziert wie Siedler ist. Was soll man solchen leuten dann verkaufen???
Ich denke wir können beide den Standpunkt des anderen gut verstehen und akzeptieren. Selbst wenn wir uns jetzt noch 50 mal hin und herschreiben wird keiner von uns von seinem Standpunkt abrücken. Also machen wir weiter ;-)
Hanno