Beitragvon Roman Pelek » 9. Juli 2001, 00:29
Hi Hans-Jürgen,
>Und wie viel man von den Bauern-Punkten abbekommt, lässt sich für meine Begriffe zu wenig beeinflussen und hängt zu sehr vom Glück beim Kärtchen-ziehen und von den Mitspielern ab. Ein einziges Plättchen, das bei Spielende bisher getrennte Wiesen verbindet, kann unter Umständen entscheiden, wer das Spiel gewinnt.<
Ja, das kann vorkommen, und auch empfinde die zu geringe Planbarkeit solcher Aktionen auch als den größten Nachteil von Carcassonne. Dennoch ist es in meinen Augen _prinzipiell_ okay, wenn so etwas das Spiel entscheidet, denn Leute, die eine solche Strategie fahren, verzichten auf vieles andere, z.B. auf Mehrheiten in Städten und lange Wege und blockieren sich ihre Figuren langfristig.
Meines Erachtens ist die Bauernstrategie recht stimmig, mein Hauptkritikpunkt ist das Plättchenglück in bezug auf diese anspruchsvolle Spielweise. Ohne Bauern empfände ich das Spiel jedoch als reizlos, weil eben gerade dieses Anbinden und Zusammenführen von Wiesen zwecks Bauernmehrheit für mich den Spass ausmacht.
>Jetzt kannst du einwenden, dass das Spiel so bis zum Schluß offen und somit spannend bleibt, aber mir gefällt es nicht, wenn dadurch der vorherige Spielverlauf auf den Kopf gestellt wird.<
Auf den Kopf gestellt wird da, s.o. nichts, weil das ja von langer Hand geplant ist. Dennoch ist es ein Glücksspiel ob's aufgeht oder nicht, und das ist m.E. zu hart. Bei guten Carcassonne-Spielern reduziert sich das auf das Glücksspiel: wer zieht zur richtigen Zeit noch das richtige Plättchen, um die Wiesen zu verbinden oder die richtig große Stadt fertigzustellen.
Ich werde Bernds Vorschlag mal ausprobieren - scheint mir sehr sinnvoll, um diese Härten durch das Glück im Spielverlauf etwas wegzunehmen und Bauern sowie Stadtvollendung planbarer zu machen.
Ciao,
Roman