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Spielspass bei langen Spielen

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Sven Weiss

Spielspass bei langen Spielen

Beitragvon Sven Weiss » 1. Oktober 2001, 10:41

Hallo Ihr.

Nach einer 8stündigen Partie "Age of Renaissance" gestern hab´ ich mich mal gefragt, ob solche langen Spiele für interessanter und herausfordender als kürzere empfunden werden. Mir machen sie zwar Spass, aber auch nicht mehr als jetzt in der gleichen Zeit 3,4 andere Spiele zu spielen. Wie geht es Euch? Macht Euch ein Spiel wie Age of Renaissance mehr Spass als z.B. Torres oder Fürsten von Florenz? Oder kann man solche Spiele gar nicht vergleichen? Und steckt in Age of Renaissance so viel mehr Taktik drin oder ist alles nicht einfach nur komplexer? "Lohnt" sich dafür der Aufwand? (in Anführungsstrichen, denn natürlich macht Spielen immer Spass)
Ich freu mich auf Eure Meinungen.

Sven

P.S. Bei der Partie gestern mussten wir nach 8 Stunden feststellen, dass es keinen Sieger gab, sondern dass zwei Spieler exakt dieselbe Punktezahl erreicht hatten.

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Arne Hoffmann

Re: Spielspass bei langen Spielen

Beitragvon Arne Hoffmann » 1. Oktober 2001, 10:57

Hallo Sven!

Für mich sind lange Spiele nicht interessanter oder uninteressanter als kurze Spiele - das Interesse ist nur anders gelagert. Bei kurzen Spielen habe ich meist weniger Handlungsmöglichkeiten oder einen kürzeren Handlungsraum - ích kann mir zwar eine Strategie vornehmen, primär ist das Spiel jedoch taktisch geprägt. Längere Spiele sind dann doch eher strategisch ausgelegt (auch da gibt es Ausnahmen, ich weiß :-) ) womit diese ein anderes Spielgefühl haben. Wenn ich persönlich mal die Zeit und die Runde für ein langes Spiel habe, so nehme ich dieses lieber in Angriff als stattdessen drei kürzere Spiele zu spielen, einzig da dies so selten vorkommt und ich einige dieser langen Spiele recht gerne spiele.

Jedoch maule ich nicht herum, wenn wir stattdessen doch "nur" die kurzen Spiele spielen, da diese mir auch sehr viel Spielspaß bringen.

Fazit: Die Länge hat bei mir eher sekundär etwas mit dem Spielspaß zu tun. Schlimm wird es nur, wenn sich ein Spiel wie Kaugummi zieht, der Spielmechanismus aber nicht über eine solche Zeitspanne fesseln kann. Wenn aber ein Spiel wegen seiner Komplexität für eine solche Lönge ausgelegt ist, nehme ich das gerne einmal in Angriff.

Tschö,

- Arne -

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Carsten Wesel

Re: Spielspass bei langen Spielen

Beitragvon Carsten Wesel » 1. Oktober 2001, 11:03

Sven Weiss schrieb:
>
> Macht Euch ein Spiel wie Age of Renaissance
> mehr Spass als z.B. Torres oder Fürsten von Florenz? Oder
> kann man solche Spiele gar nicht vergleichen?

Ich denke, daß jeder bei Spielen seiner Wahl Spaß hat, so daß es irgendwie nicht vergleichbar ist. Ich persönlich spiele dann lieber 4 Spiele a 2 Stunden und habe dann 4x verschiedenen Spaß. Bei längeren Spielen lasse ich eher die Finger davon. So habe ich z.B. erst 2x Dippy gespielt.

Gruß Carsten (der mehr für die Quickies ist)

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Bettina

Re: Spielspass bei langen Spielen

Beitragvon Bettina » 1. Oktober 2001, 11:16

Hallo Sven,

echte "Langzeitspiele" sind überhaupt nicht mein Ding, aber das ist natürlich Geschmackssache.

Meist richtet sich die Auswahl nach der Zeit, die wir haben.
Unsere feste Spielegruppe trifft sich "unter der Woche", sodaß ein Open End kaum möglich ist. Sind wir alle zusammen = zu sechst, zieht sich sowieso fast jedes Spiel in die Länge.

Um längere Spiele in Angriff zu nehmen, fahren wir einmal im Jahr für ein langes Wochenende weg und graben uns ein.

Der "Spaßfaktor" ist sicher reine Geschmackssache.

Gruss
Bettina (die kürzere Spiele mag, um gleich eine Revanche fordern zu können ;-) )

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HBS

Re: Spielspass bei langen Spielen

Beitragvon HBS » 1. Oktober 2001, 13:16

Moin, moin,

ich persönlich spiele sehr gerne längere Spiele (über vier Stunden), wahrscheinlich aber hauptsächlich, weil sich so selten die Gelegenheit dazu ergibt und es schon deshalb immer ein besonderer Anlass ist (ein Junta-Wochenende auf Elba zum Beispiel). Wenn sich schon "normale" Spieleabende immer schwieriger organisieren lassen, werden die mit längeren Spielen umso seltener... (ach ja, das Alter - siehe OT-Forum)

Natürlich habe ich auch an kürzeren oder sogar ganz kurzen, schnellen Spielen Spass; den "Spielspass" langer und kurzer Spiele kann man wahrscheinlich sowieso nicht so generell vergleichen. Der kommt ja auch aus der Situation, der Spielergruppe, der Stimmung, und hängt nicht nur von der Länge des Spiels ab. Aber ich würde halt auch gerne mal die vollen taktischen Möglichkeiten längerer Spiele haben, das langsame Einfädeln bestimmter Aktionen, längeres Vorausplanen etc. Das was Du "einfach komplexere Taktik" nennst, würde ich wahrscheinlich "taktischer" nennen und das reizt mich und "lohnt" sich für mich auf jeden Fall.

Außerdem denke ich, daß man die wirklich langen Spielen situationsbedingt eher mit Menschen spielt, die man besser kennt und währenddessen besser kennenlernt. Irgendwie scheint mehr "Emotion" dabei zu sein, alles natürlich auf spielerische Art und Weise - hmmm, ich kann das etwas schlecht formulieren, glaub' ich.

Fazit: für mich sind's doch irgendwie verschiedene Dinge, wenn ich die Wahl hätte, würde ich auf alle Fälle lieber mit Freunden ein langes als drei kürzere Spiele spielen. Faktisch spiele ich häufiger kürzere Spiele (meistens sogar nur zweier-Spiele) und habe dabei großen Spaß.

Gruß,

Hanna

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benjamin

Re: Spielspass bei langen Spielen

Beitragvon benjamin » 1. Oktober 2001, 13:19

hallo!

also ich finde, dass man den spielspass nicht generell vergleichen kann zwischen langen und kurzen spielen. der spielspass richtet sich, wie ich finde, mehr nach den mitspielern (und ihren vorlieben) als nach dem spiel selbst.
z.b. habe ich in letzter zeit öfters spieleabende mit wenig- bzw. nichtspielern aus meinem bekanntenkreis gemacht (einige davon sind der sucht mittlerweile schon verfallen) und dort festgestellt, dass diese leutchen viel mehr spass an kurzen spielen hatten. das argument gegen die langen spiele war, dass es zu frustrierend ist, wenn man stundenlang ein spiel spielt und dann verliert. und das hat nichts damit zu tun, dass diese leute nicht verlieren können - im gegenteil: sie würden sogar 5 kürzere spiele dem einen langen vorziehen, wenn sie dann 5 mal verlieren würden. es geht ihnen wohl eher darum, mehrere chancen gehabt zu haben. mit diesen leuten hätte ein langes spiel mit sicherheit weniger spass gemacht als die vielen kurzen. ich bin gespannt, ob sich diese einstellung irgendwann ändert, denn ich mag lange spiele :)

gruss,
benjamin

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Ronald Novicky

Re: Spielspass bei langen Spielen

Beitragvon Ronald Novicky » 1. Oktober 2001, 14:25

Generell bevorzuge ich die 'epischen' Werke; wie schon einer meiner Vorredner sagte, die bieten einem auf Grund der höheren Spieldauer meist mehr Möglichkeiten.

Unsere Spieleabende beginnen normalerweise Samstags 15:00, dann wird was langes auf den Tisch gelegt (18xx, Outpost, Age of Rennaissance...). Die Restzeit bis Mitternacht wird dann mit den typischen deutschen Spielen verbracht, anschließend gibt's (wenn wir zu viert sind) Tichu oder andere Kartenspiele bis zum Morgengrauen.

Der Spielspaß ist zweierlei - ich kann z.B. bei Bluff eine 1/2 Stunde verbringen, in der ich mich köstlich amüsiere, ich kann aber auch bei einem mehrere Tage dauernden Cosim in einen Glückstaumel verfallen :-)

Der eigentliche Spielspaß hängt vom Spiel selbst ab! Wenn's einem gefällt kommt der Spaß von ganz allein!

lg
Ronald.

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Jost Schwider

Re: Spielspass bei langen Spielen

Beitragvon Jost Schwider » 1. Oktober 2001, 18:36

AoR ist eben ein Spiel für sich:

Der langsame Aufbau und die (geschichtliche) Entwicklung gehören zum Spielspaß dazu, das könnte man gar nicht in kürzerer Zeit richtig nachempfinden.

Auf jeden Fall habe ich mich bei AoR noch keinen Moment gelangweilt, wogegen das bei kurzen Spielen durchaus schon vorgekommen ist (ich sage jetzt nicht Don, sonst gibt es wieder haue... ;-) ).

Jost aus Soest

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Stefan-spielbox

Re: Spielspass bei langen Spielen

Beitragvon Stefan-spielbox » 1. Oktober 2001, 21:53

...da könntest Du mich auch fragen, ob ich lieber Vanille- oder Erdbeereis mag. Beides! Sowohl lange Spiele wie auch "Quickies" haben ihre Vor- und Nachteile. Allein an der Spieldauer kann ich nicht sagen welche Spiele ich lieber spiele.

Stefan

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Christiane F.

Re: Spielspass bei langen Spielen

Beitragvon Christiane F. » 1. Oktober 2001, 23:36

hi sven (und alle anderen),

bei mir ist die antwort ganz klar: lange spiele sind nix fuer mich!
dafuer bin ich vermutlich zu ungeduldig.
so nach maximal 2 stunden (na ja, ne halbe geb ich im zweifelsfall noch zu) muss schluss sein.
wobei ich zu meiner schande gestehen muss, dass ich's noch nie mit so nem richtig grossen langen spiel versucht habe - allein die spieldauer hat mich immer abgeschreckt.
ganz abgesehn davon, dass das noch nie thema war, denn ich kenne niemandem, mit dem ich so ein spiel spielen koennte. und die zeit dafuer fehlt in der regel auch.
das einzige lange spiel, was ich mal versucht habe, war wizzards (was hier vermutlich niemand kennt), und das hat mich tierisch gernervt. nur oede wuerfelei, und das stundenlang. (wuerfel sind schon immer meine feinde gewesen!) du darfst alles wuerfeln ausser der 1 - und was wuerfel ich? 10 einsen am stueck (eher mehr). danach bin ich aus dem spiel ausgestiegen.
fazit: eigentlich kann ich hier gar nicht richtig mitreden, denn ich weiss nicht so genau, worueber ich eigentlich spreche.
aber ich werd's auch nie wirklich erfahren, denn die hemmschwelle, mal ein AoR oder Civi zu probieren, ist einfach zu hoch.
aber zum glueck gibt es ja genuegend tolle kuerzere spiele!

gruesse, christiane

(die sich auf den morgigen spieleabend freut - am mittwoch feiertag, das laedt ein zum sumpfen).

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Michael Andersch

Re: Spielspass bei langen Spielen

Beitragvon Michael Andersch » 5. Oktober 2001, 13:40

Ich persönlich bevorzuge eher kürzere Spiele (Spieldauer < 2h), denn bei "langen Spielen" allgemein gibt es für mich meist drei "Mängel":

- wenn sich relativ früh andeutet, dass jemand absolut keine Chance mehr hat irgendwas zu reissen, ist das restliche Spiel für denjenigen vermutlich relativ unspannend
- Dadurch, dass man lange Spiele relativ selten spielt, diese aber im Normalfall sehr komplex sind, ist es schwer, eine gewisse "Routine" darin zu entwickeln. Man spielt quasi ständig auf "Anfängerniveau".
- Ich persönlich spiele mit sehr vielen Leuten, was zur Folge hat dass in fast jeder Runde jemand ist der dieses oder jenes Spiel noch nicht kennt. Und wenn man vor dem Spiel ellenlang Regeln erklären muß (z.B. weil man sich spontan für ein solches Spiel entschieden hat und es keine Gelegenheit gab, vorher kopierte Regeln zu verteilen) ist die Zeit mit dem Spielen mehrerer kurzer (oder "normal langer") Spiele meiner Meinung nach besser ausgenutzt.

Allerdings gibt es trotzdem einige "lange" Spiele, die mir sehr gut gefallen und die auch immer wieder auf den Tisch kommen:

Kings & Things
Die Macher
Putsch
Roads & Boats (seit neuestem)
Cry Havoc
und manchmal auch Shogun/Samurai Swords

Viele Grüße,
Micha (hasst Civi)

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Jost Schwider

Re: Spielspass bei langen Spielen

Beitragvon Jost Schwider » 6. Oktober 2001, 19:52

> Micha (hasst Civi)

Jost (hasst Micha) :LOL:

Nein, im Ernst: Bisher konnte ich noch (fast) jeden von den Vorzügen von Civi überzeugen. Eigentlich dauert Civi doch nur dann zuuu lange, wenn man zuviele Diskussionen beim Handeln erlaubt... Das kann man doch durch einfache Hausregeln (max. 3 Minuten o.ä.) ändern!

Jost aus Soest (liebt Civi auf Brett [i]und[/i] PC)

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Michael Andersch

Re: Spielspass bei langen Spielen

Beitragvon Michael Andersch » 7. Oktober 2001, 07:44

Hallo Jost,

hmmm, ich glaube, da haben wir ganz andere Auffassungen. Gerade das Handeln ist ein Element (das einzige) an Civi, das mir sehr viel Spass macht.
Was mir dagegen gar nicht gefällt ist die Warterei, denn während der Züge der anderen kann ich so gut wie garnichts tun. Als wir das letzte Mal gespielt haben habe ich mir mal den Spass gemacht grob mitzunotieren, wielange ich untätig herum gesessen bin, und das war fast die Hälfte der Spielzeit!!!
Das finde ich sehr schade, den die einzelnen Mechanismen von Civi sind an sich recht hübsch. Aber das Spaß/Spiellängen-Verhältnis stimmt (für mich) überhaupt nicht.

Viele Grüße,
Micha (gehasst :cry: )

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Jost Schwider

Re: Spielspass bei langen Spielen

Beitragvon Jost Schwider » 7. Oktober 2001, 09:29

> Gerade das Handeln ist ein Element (das einzige)
> an Civi, das mir sehr viel Spass macht.

Tatsächlich würde ich Civi als Handelsspiel bezeichnen! Daher würde ich die Phase auch nicht auf 10 Sekunden kürzen, aber bei 3 Minuten kommt schöner "Stress" auf (wie an der Börse)... :-D

> wielange ich untätig herum gesessen bin, und das
> war fast die Hälfte der Spielzeit!!!

D.h., du warst mehr als die Hälfte der Spielzeit aktiv eingebunden! Wenn das kein gutes Verhältnis ist, weiss ich auch nicht... ;-)

Was zugegebenermaßen in Civi ein wenig stört, ist das Organisatorische (Marker zählen etc.). Aber das ist nur eine Frage von zusätzlichem Stift und Papier...

Jost aus Soest (mag Civi)


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