Beitragvon Hartmut » 14. Juni 2002, 12:09
Hallo Wolfgang & Co.,
>> Ich habe mich für die Brettspielmeisterschaften mal
>> intensiv mit der Regel auseinandergesetzt
Habe ich auch dafür gemacht, ...
>Gruß Wolfgang (der es immer noch schade findet, dass Dschunke
>nicht mehr Spiel des Jahres werden kann).
...weswegen ich DSCHUNKE auch nicht (mehr) besonders mag. Erklärung folgt.
Wenn man das Spiel einmal intensiver betrachtet hat, werden gewisse mitunter spielentscheidende Endwertungen ausrechenbar, nämlich an welcher Position sitzend ich am Ende auf welcher Dschunke gut punkten kann, da man meine Kisten nicht mehr verdecken kann. Diese absolut statische Berechenbarkeit (mit ungleichen Chancen für die einzelnen Spieler!) ist nicht mein Ding, da ich gerne mit wechselnden Runden spiele und so neue Spieler vermutlich keinen rechten Schnitt machen werden. Die Prinzipien des Mechanismus zu durchschauen ist andererseits wiederum so aufwendig, dass sie nicht jeder anwenden mag und damit dann mit hoher Wahrscheinlichkeit unterliegt. Man stelle sich vor, Siedler würde immer mit derselben Zahlenverteilung gespielt werden (ich sag nur: Reisespiel), dann würden die dazu in der Spielerwelt angestrengten Analysen in die Nähe einer Schachpartie rücken.
Eine Idee zur Variation habe ich schon: vielleicht baue ich mir die Sonderaktionen der beiden Gehilfen-Skalen auf dem Plan mal als Chips nach und decke diese dann WALLENSTEIN-mäßig (Klassespiel!) nur für wenige Runden im voraus planbar auf.
Im krassen Gegensatz dazu kommt in DSCHUNKE nicht unerhebliches Glück hinzu, wer bei Pokerrunden mit starken Materialverlusten unterliegt (was ich als Poker-Element durchaus reizvoll finde, auch wenn dann der Ofen aus ist) und wer zuerst die begehrten Sonderkarten zum Extra-Kistenstapeln bekommt, die die Endwertung sehr stark beeinflussen (den richtigen Stapel anzufassen ist dann nur Glück, da hilft auch Pokern nicht). Diese Karten wirken m.E. zu stark am anderen Ende der Glück/Strategie-Skala. Der Mix ist interessant aber birgt (zumindest bei mir) einen starkes Nachlassen des Spielreizes in sich.
Die nominierten Spiele dagegen vertreten jeweils für sich eine klare Linie, die man je nach Spielerrunde und Zeit gerne auf den Tisch packt - ich mag sie alle drei!
Hartmut (dem die SDJ-Wahl egal ist - hab eh alle drei; "politisch" betrachtet hat ihn jeder/s Verlag / Label / Autor verdient)
PS: 'tschuldigung, falls Ihr das alles schon mal hier hattet - ich lese nicht mehr so oft im Forum