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Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Allgemeine Spiele-Themen
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Tobi-Lama
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Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Tobi-Lama » 15. Februar 2013, 12:13

Hallo Leute,

in letzer Zeit geht mir eine Frage durch den Kopf zu der ich gerne mal eure Meinung wissen würde. Letzen Montag bin ich in den Genuss gekommen "Kings of Tokyo" zu spielen, meiner Meinung nach ein durchaus gelungenes Spiel. Spaßeshalber habe ich mal geschaut was es kostet: 25 Euro. Jeder der das Spiel kennt weiß: Eigentlich braucht man dafür nichts außer 6 Würfel und die Energiekarten... dafür 25 Euro hinblättern ist so eine Sache für sich. Die Regel lassen sich auch auf einer Vokabelkarte zusammenfassen. Wenn man die Energiekarten also raus lässt hat man schon alles Zuhause um das Spiel zu spielen ... nämlich 6 Würfel.

Auch bei anderen Spielen ist mir aufgefallen, dass der Preis im Vergleich zum Inhalt doch relativ hoch ist. Jetzt zur Frage:

Findet ihr die Preise von Spielen gerechtfertigt? Oder würdet ihr gerne mehr für ein Spiel zahlen, dafür aber bessere Qualität bekommen?

Ich find manche Spiel doch ziemlich teuer, allerdings bin ich mir nicht im Reinen was der Gedanke dahinter wert ist. Kings of Tokyo hat keinen großen Inhalt aber ein interessantes System und das muss sich jemand ausgedacht haben und dieser jemand will auch bezahlt werden.

Ich bin auf eure Meinungen gespannt und hoffe das es son Thread in letzer Zeit nicht schonmal gab, die Suchenfunktion war auf jeden Fall nicht so erfolgreich

Gruß Tobias
Zuletzt geändert von SpieLama am 29. April 2014, 00:10, insgesamt 1-mal geändert.

Revenger
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RE: Das liebe Geld und Brettspiele

Beitragvon Revenger » 15. Februar 2013, 13:16

Grundsätzlich möchte ich erstmal so wenig für alles mögliche bezahlen wie möglich. Nicht nur bei Brettspielen, sondern auch bei CD's, DVD's, Playstation Spielen usw. :)

Aber natürlich hat halt auch Qualität seinen preis und wenn man will, die qualitativ hochwertige Spiele weiterhin produziert werden und das es sich für kreative und schlaue Köpfe auch lohnt, Brettspiele zu entwerfen, muss man auch bereit sein, dafür etwas zu bezahlen.

Ich bin absoluter Fan von schönem Materiel, bei mir ißt das Auge beim Spielen auf jeden Fall mit.
"Uruk - die Wiege der Zivilisation" ist z. B. echt von der IDee her ein nettes Spiel, aber von der Umsetzung und den Komponenten schreckt es mich ab.
Agricola würde mir niemals so viel Spass machen, wenn ich nicht die tollen Holzteile hätte. ich würde mir auf jeden Fall lieber für Agricola mit schicken Holzfiguren für 40 Euro kaufen als eine Sparversion mit kleinen Pappmarkern für 20 Euro.

Gibt nen tollen Thread zum Spiel "Lord of Waterdeep" bei BGG, in dem ein Fan des Spiels selbst kleine Holzfiguren für Kleriker, MAgier, Dieb und Kämpgfer erstellt hat und diese verkauft. Der Andrang war/ist enorm und es gibt Kommentare wie:"Als ich das Spiel mit meinen Freunden das erste mal ohne die Figuren gespielt habe, kam es nicht ut an. Jetzt, mit Figuren, kommt es wieder öfter auf den Tisch."

Muss da auch gerade ein eine Diskussion "Clash of Cultures vs. Civilization das Brettspiel" hier im Forum denken ;)

Also Fazit: Mir persönlich ist eine gute Aufmachung wohl genauso wichtig wie ein gutes Spielprinzip.

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Ben2
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RE: Das liebe Geld und Brettspiele

Beitragvon Ben2 » 15. Februar 2013, 13:32

SO - erstmal Hallo Tobias (ausm Spielekreis?)

dann - man zahlt bei einem Spiel ja auch immer die Idee mit. Wenngleich es natürlich trotzdem kein Blankoscheck für hohe Preise sein soll. Aber ich weiß mittlerweile welche Kosten bei welchen Auflagen entstehen und inwiefern man für Komponenten zahlen muss. Letztlich (und im Vergleich) bekommst du bei KoT nettes Material zu einem guten Preis wie ich finde. Das sieht anderswo nicht immer so rosig aus.

Im Schnitt würde ich aber immer mehr für ein Spiel bezahlen wenn man dafür opulenteres Material bekommt. Ein Grund weswegen wir etwa "Noblemen" rundum empfehlen können.

Loki
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RE: Das liebe Geld und Brettspiele

Beitragvon Loki » 15. Februar 2013, 13:53

Es gibt - wie ich finde - relativ viele Spiele die wirklich gut und ebenso erschwinglich sind. Ich erinnere mich gern an den Kauf von Puerto Rico, erste Auflage, 24,99 € und das sogar im Fachhandel und nicht von irgendeiner Bestellseite. Das Spiel haben wir ca. 30 mal gespielt bis heute und war jeden Cent wert. Civ verhält sich mit seinen tollen Illustrationen und sehr sehr umfangreichen Spielmaterial mit 39,99 ähnlich. Es erstaunt mich eigentlich oft, wie "günstig" verschiedene Spiele erhältlich sind, ebenso gibt es aber genau solche Gegenbeispiele. Alles in allem hat die Mehrheit namenhafter Brettspiele einen recht angemessenen Preis, weder zu hoch noch zu niedrig, wenngleich ich das Gefühl habe, dass seit der Messe Essen die Preise leicht anzogen haben.
Die Qualität spielt natürlich auch immer eine Rolle, da gibts riesen Unterschiede und da ist das Empfinden auch ganz verschieden, denn den einen reichen Prototypen für maximalen Spielgenuss, andere müssen aufwändigst gezeichnete Illustrationen zu Karten und Spielbrett vor Augen haben um ins Sabbern zu geraten und den Preis vielleicht sogar ein wenig zu vergessen :)
Brettspiele sind erschwinglich wie ich finde, solang das jetzige Niveau gehalten wird, gibts da nichts zu meckern. (Außer bei 7 Wonders vielleicht ;P )
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Revenger
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RE: Das liebe Geld und Brettspiele

Beitragvon Revenger » 15. Februar 2013, 14:00

Weltklasse Prei/Leistungsverhältnis hat z. B. Agricola für 2, was da für TOP Materialien in der Box sind, da ist der Preis echt Hammer.

Das teuerste meiner Spiele ist Runewars (als Big Box). Das Speil ust aber auch jeden Euro wert, da vollgestopft mit tollem Material.

Loki
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RE: Das liebe Geld und Brettspiele

Beitragvon Loki » 15. Februar 2013, 14:09

Finde Runewars vom Preis Leistungsverhältnis auch super. Und spielen würden es meine
Kumpels mit mir auch, wenn es nur nicht so glückslastig wäre.....
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RE: Das liebe Geld und Brettspiele

Beitragvon Revenger » 15. Februar 2013, 14:24

Ist halt Krieg, da gehört auch Glück dazu =)

Loki
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RE: Das liebe Geld und Brettspiele

Beitragvon Loki » 15. Februar 2013, 14:32

Das ist in jedem Fall richtig. Auch ich sehe es so, dass Glück einer von vielen wichtigen Faktoren ist, die über den Ausgang einer Schlacht bestimmen können. Je stärker die verschiedenen Faktoren, die eine Schlacht-Simulation ausmachen, regeltechnisch ausgearbeitet werden, umso intensiver fühlt man sich als Spieler an einem solchen Geschehen beteiligt.
Was mich bei Runewars im Prinzip noch mehr ärgert als das Kartenglück, ist der Fluchtmechanismus von Einheiten, der nicht nur durch Fähigkeiten, sondern obendrein auch noch durch Kartenergebnisse ausgelöst wird. Das Thema flüchtet ebenfalls immer dann, wenn ich mitansehen muss, wie die Untoten oder auch Dämonen in Scharen flüchtend das Weite suchen... Das Spiel könnte so viel Spaß machen ... mit einem anderen Regelbuch ^^
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WOTZI
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RE: Das liebe Geld und Brettspiele

Beitragvon WOTZI » 15. Februar 2013, 15:57

Ich muss sagen, dass ich generell mit dem Preis/Leistungsverhältnis von Brettspielen - allein was den Inhalt der Schachtel anbelangt - in den meisten Fällen sehr zufrieden bin. Für mich sind z.B. die von dir erwähnten 25€ ein echtes Schnäppchen für ein Brettspiel, was aber daran liegt, dass ich Ameritrash Fan bin und so ziemlich jedes Brettspiel mit hübschen Püppchen kaufe. SDE oder Zombicide kosten z.B. als Import so um die 80€. Für mich ist das aber mehr als gerechtfertigt, wenn ich es mit der Zeit und dem Spass, den ich beim Spielen habe vergleiche.

Generell muss ich sagen, dass ich mittlerweile nicht mehr auf den Inhalt, sondern mehr wert auf Spielspass lege. Bestes Beispiel sind da z.b. Videospiele. Ich mein, ich lege für ein FIFA 13 60€ im Laden hin, wobei die Produktion der DVD und Plastikhülle in der Massenfertigung ca. 20 Cent beträgt. Doch ich finde 60€ für die Zeit und den Spass, den ich mit dem Spiel habe durchaus angemessen.

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Morti
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RE: Das liebe Geld und Brettspiele

Beitragvon Morti » 15. Februar 2013, 18:20

Das Preis-/Leistungsverhältnis hängt leider in hohem Maße vom Verlag und von der Art des Spieles und Spielbereiches ab. Gefühlt sind die Brettspielpreise vor allem der Importspiele deutlich angestiegen, gerade die Preise der leidigen Erweiterungen, die mittlerweile oft das Niveau von Vollpreisspielen erreicht oder überflügelt haben. Das empfinde ich als lächerlich, weil man mit einer bereits etablierten Spielreihe/-idee nur schnell und einfach unverhältnismäßig viel Geld verdienen will.

Das Argument der Idee und Spielfreude bei einem Spiel zählt für mich (je nach Spielebereich) nicht sonderlich, denn beides ist ebenso subjektiv wie in seiner Pauschalität fragwürdig. Ein Autor kann/sollte für seinen Roman auch nicht 100,- EUR nehmen, nur weil das Buch 800 Seiten hat und 4 Jahre Schreibzeit benötigte.

Es spielt aber auch eine Rolle, wie der Euro zum US Dollar steht; und zu erwähnen ist, daß einige - besonders deutsche - Verlage bei recht moderaten Preisen zwischen 25,- und 39,90 EUR blieben.

Hier mal ein paar Überlegungen/Beobachtungen:

- Hans im Glück, Lookout, Alea und Co bieten i.d.R. viel Material und Spiel für das Geld - zumindest bei den Grundspielen, denn die Erweiterungen empfinde ich, wie üblich, als überteuert. Warum ein Lancaster von Queen Games dagegen 45,- EUR kostet, sei als Frage in den Raum gestellt.

- Im Kosim-Bereich ist eine Bewertung schwierig und muß schon fast individuell erfolgen.
Ein Spiel wie "Blitzkrieg Legend" (OCS) kostet satt über 100,- EUR und bietet dafür "nur" eine große Menge an Papier und Pappe. Aber in diesem Preis ist gegenüber deutschen Spielen enthalten: Zoll, Transportkosten über den Teich bei geringer Abnahmemenge, enorm lange und intensive Entwicklungszeit, detaillierte historische Forschung (ist im Kosim-Bereich unerläßlich), extrem gedanken- und zeitintensive Testspielphase mit zahlreichen Szenarios und über 1000 Einheiten/Markern. Dennoch ist ein Preis von über 100,- bitter.
Das Blockspiel Julius Caesar dagegen bietet - so gut es auch ist - 1 Karte, 1 Regelheft und 100 Holzklötzchen für knapp 70,- Euro. Das stößt sehr übel auf.
Conflict of Heroes wiederum liefert umfangreiches und bestes Material und ganz solides Kosimmen für ca. 60,- EUR.
Band of Brothers dagegen bietet gerade mal ein Drittel an (nur mittelmäßigem) Material und kostet trotzdem ca. 50,- EUR.

- Im Miniaturenbereich wird das Preisverhältnis ja vollends absurd, auch wenn die Spiele noch so gut sein mögen. Man beachte z.B. die Spiele der Dungeon Command Reihe, die pro Set (12 lieblos bekleckste Miniaturen und ein paar Karten und Papp-Bodenplatten) volle 35,- EUR kosten. Oder meine (mittlerweile) Lieblingsmeckerfirma Fantasy Flight Games: Früher gab es ein Riesenpaket Descent, StarCraft, Doom oder Tide of Iron randvoll mit Zeug für 55-65,- EUR. Dann kamen "Zwischenfrechheiten" wie Runewars, die für dasselbe Geld und große Packungen viel Luft lieferten. Inzwischen haben sich die Packungen mitsamt Inhalt verkleinert und die Preise i.d.r. noch etwas erhöht. Und die Materialqualität ist erbärmlich geworden. Die Figuren waren schon immer krumm und schief, nun biegen sich inzwischen auch die Karten und Bodenplatten in alle Richtungen hoch und durch und wohinauchimmer. Selbst eine China-Produktion kann also NOCH schlechter und billiger werden.

Meinem Gefühl und meinen Erfahrungen nach ist der heutige Zeitgeist (außerhalb des deutschen Gesellschaftsspielemarktes und - eingeschränkt - des Kosim-Bereiches), viel weniger an Material und Qualität zu bieten und dafür deutlich mehr zu verlangen. (Das kennen wir ja schon zur Genüge aus dem Lebensmittelbereich.) Ich sehe darin keine Rechtfertigung, denn die Erfahrung lehrt, daß es nur zum kleineren Teil irgendwelche äußeren Zwänge sind, die zu Verteuerungen führen (z.B. Energie- und Transportkosten), und zum größeren Teil schlichtweg ein Ausloten der Kundenakzeptanz ist. Wenn genügend "Dumme" (in diesem Fall übrigens so wie ich) 35,- EUR für ein Dungeon Command Set zahlen, kann der Preis ja nicht zu hoch sein. Und wenn FFG als Standard für seine Spiele eben 65,- EUR nehmen kann, dann bleiben sie natürlich dabei, auch wenn sie dafür nur noch einen Bruchteil früherer Publikationen bieten.

Aber letztlich kehre ich zu meiner Anfangsaussage zurück: Tendentiell sehe ich eine allgemeine Verteuerung im Brettspielbereich, aber das Preis-/Leistungsverhältnis muß leider pro Spiel bewertet und stets in Relation zum eigenen Kauf-/Spielwunsch betrachtet werden.

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RE: Das liebe Geld und Brettspiele

Beitragvon Loki » 15. Februar 2013, 23:50

WOTZI hat geschrieben:Für mich sind z.B. die von dir erwähnten 25€ ein echtes Schnäppchen für ein Brettspiel, was aber daran liegt, dass ich Ameritrash Fan bin und so ziemlich jedes Brettspiel mit hübschen Püppchen kaufe.


Jetzt sollte man aber auch noch wissen was Kings of Tokyo enthält, ob die Pappaufsteller unbedingt als Püppchen tituliert werden müssen... man weiß es nicht. Das was Ben jedoch über das Spiel sagt trifft zu: Gute stabile Pappe mit hochwertigem Aufdruck, auch die Würfel sind hübsch gemacht, bei mir persönlich wäre aber aufgrund des geringen Umfangs des Spiels bei 20 Euro die absolute Schmerzgrenze erreicht für ein solches Fun Game. Gibt auch gute Alternativen, haben z.b. auf der Messe Essen "The number of the beast" gespielt, auch mit Würfeln, supertoll illustrierten Karten und ähnlich vom Stil her (also simpel und zügig und dabei trotzdem thematisch)

ist im übrigen von dem Verlag die Zombie im englischen vertreiben.
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WOTZI
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RE: Das liebe Geld und Brettspiele

Beitragvon WOTZI » 16. Februar 2013, 14:14

Mein Püppchenkommentar war nicht auf Kings of Tokyo bezogen. Ich meinte damit nur, dass ich idR Spiele mit "Miniaturen" kaufe. Da mir das Wort "Miniatur" aber nicht gefällt sag ich halt Püppchen! Da hab ich mich etwas ungeschickt ausgedrückt, da ich beides in einem Satz verbunden habe. Die King of Tokyo Monster sind auch nach meiner Definition keine Püppchen ;)

Ist dann wohl die Wahrnehmung, da meine bevorzugten Spiele zwischen 50 und 100€ kosten, so dass ich 25€ für ein Spiel, dass Pappteile und Würfel enthält, als angemessen und nicht zu hoch empfinde. Aber dass kann ja jeder selbst beurteilen. z.B. kostete Dominion anfangs glaub ich ca 30 - 40€ und da waren nur äußerst minderwertige (zumindest hab ich das so in Erinnerung, weil ich das Spiel nicht sehr oft gespielt habe) Karten drin.

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Dalli
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RE: Das liebe Geld und Brettspiele

Beitragvon Dalli » 6. März 2013, 11:30

Ben0815 hat geschrieben:[...] man zahlt bei einem Spiel ja auch immer die Idee mit. Wenngleich es natürlich trotzdem kein Blankoscheck für hohe Preise sein soll. Aber ich weiß mittlerweile welche Kosten bei welchen Auflagen entstehen und inwiefern man für Komponenten zahlen muss. Letztlich (und im Vergleich) bekommst du bei KoT nettes Material zu einem guten Preis wie ich finde. Das sieht anderswo nicht immer so rosig aus. [...]


Sehe ich genauso. Der Autor, muss wie ein Buchautor ja irgendwie davon Leben können. Wenn man bedenkt das dies ein Segment ist, bei dem wirklich nur die allerwenigsten "Reich" werden, finde ich es durchaus gerechtfertigt was die Spiele so im Durchschnitt kosten.

Am Beispiel "King of Toyko" wird das mehr als deutlich. ich habe 24€ im "Capito" in Dresden dafür bezahlt und das auch gleich 3mal gekauft, weil 2 verschenkt. Die Box ist relativ aufwendig gestalltet, sowohl beklebt als auch lackiert. Dazu kommt das Tiefziehteil, die spezielllen 6 Würfel und die kleinen Energiewürfel, dazu Pappaufsteller, Pappfiguren und Karten. Alles Hochwertig (bis auf die Pappfiguren vieleicht) - 24€ ist da ein Schnäppchen. Natürlich könnte man alles zusammenraffen, aber gerade bei dem Spiel würde zumindest für mich viel vom Charme verloren gehen und damit auch vom Phantasieimpuls... und damit wiederum von Spielspaß.

ABER:

Es gibt massenhaft schwarze Schafe die billiges Material für mehr verkaufen, oder Müll ins Spiel einbauen der sinnlos mehr kostet und dazu keinen Spaß macht und trotzdem ordentlich am Spiel zu Buche schlägt.

Beispiel:

Monopoly City, für mich DAS Monopoly, weil man endlich mehr Abwechslung, strategische Elemente und neue Ideen auf einmal hat. aber was wurde da gemacht? Dieses komische elektische Teil, was als Zeituhr fungiert und im eigentlichen Sinne als 4er Würfel (besser: Tetraeder)... völlig sinnlos.

Ich hab das gleich durch einen eigenen Tedraeder ersetzt, das geht scheller, sieht besser aus und klimpert nicht so blöde rum. Dazu kommt eine sehr schlechte Anleitung wo der Verlag offensichtlich Sachen eingebaut hat, über die nicht nachgedacht wurden (Zeitlimmit bei einer Auktion, usw.) und das Tiefzeihteil ist auch unausgereift. Das Geld fällt dauernd um und hält nicht zwischen den dafür vorgesehen Nuten. Ausserdem ist das Geld auf viel zu leichtem Papier geduckt.

Worauf will ich hinaus? Das Spiel kostet ca. 40€ - hätte man da bissl nachgedacht und würde nicht so gierig ran gehen, hätte man sicherlich noch viel mehr verkauft und auch die Nerd-Brettspieler hätten dieses eigentliche Mainstreamprodukt mal regestiert. Denn gut ist das Spiel an sich auf jedenfall, aber eben sinnlos teuer. Wie so viele Spiele von den großen Mainstreamverlagen. meiner meinung schadet das deren Ruf und führt zu solchen Threads hier in der Brettspielecommunity.

Es ist also leider Realität das einige Spiele defintiv überteuert sind und deren Gewinn maximiert wurde. Aber zum Glück ist das nicht der Regelfall.

MfG
Dalli

PS.: man könnte sagen, wenns ums produzieren geht, bin ich vom Fach :-)
"A day without laughter is a day wasted."
- Charlie Chaplin

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Morti
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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Morti » 26. Juni 2015, 11:30

FFGs Forbidden Stars, ein StarCraft-Klon im W40K-Universum, wird hier im günstigen Fall für 91,- EUR angeboten. SW Armada ist schon eine Frechheit, aber das geht noch darüber hinaus.
Absurd.
FFG - ich bin draußen, mein Geld seht ihr nicht mehr.

PS: Und danke für das künstliche Niederknüppeln des Euro, liebe Verantwortliche.

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Throwdown
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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Throwdown » 26. Juni 2015, 13:51

Ich kann verstehen das die Idee mit bezahlt werden will, wieso aber ein ora et labora, das ja schon mal ausverkauft war und nur neu aufgelegt wurde 50 Euro kostet müsste mir mal jemand erklären. Keine Holzteile. Viele Karten. Das ist Wucher.

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JanB
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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon JanB » 26. Juni 2015, 14:35

Dalli hat geschrieben:[...]Am Beispiel "King of Toyko" wird das mehr als deutlich. ich habe 24€ im "Capito" in Dresden dafür bezahlt und das auch gleich 3mal gekauft, weil 2 verschenkt. Die Box ist relativ aufwendig gestalltet, sowohl beklebt als auch lackiert. Dazu kommt das Tiefziehteil, die spezielllen 6 Würfel und die kleinen Energiewürfel, dazu Pappaufsteller, Pappfiguren und Karten. Alles Hochwertig (bis auf die Pappfiguren vieleicht) - 24€ ist da ein Schnäppchen. Natürlich könnte man alles zusammenraffen, aber gerade bei dem Spiel würde zumindest für mich viel vom Charme verloren gehen und damit auch vom Phantasieimpuls... und damit wiederum von Spielspaß.[...]


Buhuhuuuu .. mich hat King of Tokyo damals als deutsche Neuausgabe am Heidelbärstand in Essen gute 38,- Euro gekostet, wenn ich mich nicht falsch erinnere. Und da waren nicht mal Promos bei.
Dennoch ein super Spiel!

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Sascha 36

RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Sascha 36 » 26. Juni 2015, 17:47

Find alle Preise gerechtfertigt, ist halt ein teures Hobby. Aber immer noch um Längen billiger als Table Top
Wem ein Spiel zu teuer ist der kauft es halt nicht, gibt schon jemand der es aus dem Spielekreis kaufen wird.
Preisrevolutionen wird es da wohl nicht mehr geben, abgesehen davon zahle ich lieber für gute Ideen als haufenweise Plastik.

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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Harry2017 » 26. Juni 2015, 20:41

Ich finde es ist gerade KEIN teures Hobby...da sind meine anderen Hobbies (RC Autos, DJing, Smart Home Gadgets jeder Art, Lautsprecher/Surround, Feiern) deutlich teurer - Nirgendswo somst bekommt man soviel für kleines Geld - und ein Spiel lässt sich regelmäßig Wiederverwerten, immer wieder Spielen, immer mit neuen Leuten / neuen Strategien erfrischend neu spielen....bis auf Miniaturspiele oder ganz besondere Sparten sind Brettspiele ein sehr sehr günstiges Hobby....

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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Sascha 36 » 27. Juni 2015, 00:41

Okay da geb ich dir Recht, hab da keine wirklichen Vergleichspunkte bzw keine anderen Hobbys :)

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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Winston » 27. Juni 2015, 11:10

Da stimme ich Harry2017 voll und ganz zu. Spiele sind eigentlich sehr günstig. Eine DVD kostet ca 10€. Die schaust du dir einmal an und danach wandert sie in die DVD Sammlung (dh. sie verstaubt im Schrank *gg*). Ich hab Carcassonne mit fast allen Erweiterungen (Neupreis ca 120€). Im letzten Jahr haben ich und meine Freundin es 40 - 50 Mal gespielt. Mit mehr als 2 Personen komme ich auf 60 - 70 Partien. In Spielzeit sind das ca 2 volle Tage und ca 2€ pro Partie. Ich find das günstig :)

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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Sascha 36 » 27. Juni 2015, 12:25

Geb im Monat so an die 200 - 300Euro für Spiele, Erweiterungen, Hüllen etc aus, im Jahr macht das so ungefähr 2500 Euro. Vieles wird wieder getauscht bzw verkauft , denke mit dem Kaufverhalten gehöre ich nicht zum Spielerdurchschnitt.
Was aber das Thema selber angeht so finde ich nicht das Spiele ( außer Kickstarter) unverhältnismäßig teuer sind. Kommt aber immer auf das Budget an das man zur Verfügung hat.

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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Noir » 27. Juni 2015, 13:22

Grundsätzlich sind Brettspiele schon recht günstig für das, was man damit machen kann. Selbst die 90€ für Forbidden Stars sind im Vergleich mit anderen Hobbys sicher eher im niedrigen Bereich angesiedelt, wenngleich 90€ echt schon ein stolzer Preis sind im Vergleich zu anderen Brettspielen. Andererseits waren die Preise bei anderen Spielen mit viel Material in letzter Zeit auch ähnlich hoch. Wenn man da nur an Shadows of Brimstone denkt, bei dem ich mit jeweils 69,95 noch Schnäppchen gemacht habe. Und selbst Spiele wie "Marvel Legendary", die im Grunde kaum mehr als Kartenspiele sind, veranschlagen heftige Preise.

Ich denke Forbidden Stars, sobald es auf deutsch erscheint, wird weit weniger kosten.

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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Florian-SpieLama » 27. Juni 2015, 14:00

Das was Noir sagt wollte ich auch gerade sagen. Ich denke der hohe Preis liegt auch am Import und das aktuell geringe Angebot. Wenn das erstmal auf deutsch hier erscheint, fallen Importkosten weg und das Angebot wird viel größer. Das wird den Preis schon drücken würde ich sagen.

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Harry2017
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RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Harry2017 » 27. Juni 2015, 14:17

Im Heidelberger Forum selbst habe ich irgendwo gelesen, dass der Preis bei der deutschen Version natürlich deutlich niedriger liegen wird...

Natürlich ist Sascha beispielsweise da ein Ausnahmefall - Im Allgemeinen hat man aber an Spielen für das Geld gesehen auf die Spielezeit gerechnet doch deutlich Value4themoney

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Sascha 36

RE: Sind die Preise von Gesellschaftsspielen gerechtfertig?

Beitragvon Sascha 36 » 27. Juni 2015, 14:23

Geb ich dir absolut Recht bevor ich 20 oder 30 Euro beim Feiern ausgebe, wovon ich am Ende nichts habe, kann ich das Geld besser investieren für ein gutes Brett oder Kartenspiel.
Da steckt dann der größere Mehrwert drin.


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