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Warum kritisieren wir so gerne Spiele ?

Allgemeine Spiele-Themen
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Sascha 36

Warum kritisieren wir so gerne Spiele ?

Beitragvon Sascha 36 » 25. Oktober 2015, 01:35

Nach meinem letzten geschriebenen Eindruck von Grand Austria Hotel, hab ich mich sehr lange mit der Frage beschäftigt und wirklich befriedigende Antworten darauf finde ich ehrlich gesagt nicht.
Am Anfang meiner Spielerzeit hab ich schon viel verglichen, schnell mal ein schlechtes Spiel abgeschmettert und verrissen, heute habe ich zb viele dieser Spiele in meinem Schrank die ich damals so schlimm fand und möchte diese nicht mehr missen.
Wär ich ehrlich würde ich sagen es war reiner Selbstschutz, Dinge schnell abwatschen damit man sich damit nicht weiter beschäftigen muss und auf jeden Fall soll das eigene Spielregal vor Coolness strotzen und da hatte damals ein Zug um Zug einfach kein Platz gehabt.
Natürlich will man nicht so ehrlich sein, da das in den meisten Fällen eher zu schmerzlichen Erkenntnissen führt und es ist einfach klar das nur die eigene Kritik massgebend ist und wirklich von hohem Wert. Man tut es für die Community um diese vor schlechten Spielen zu schützen.... auch irgendwie vermessen oder ?
Das man mich persönlich kränkt wenn man eines meiner Spiele doof findet, aus der Phase bin ich mittlerweile raus und ich kann es auch jedem nur empfehlen es genauso zu tun.
Wen kränke ich aber wenn ich ein Spiel nach dem ersten Spiel als Gurke bezeichne, wem hilft das wirklich und vor allem was hab ich selber davon ?
Hab ich das Recht nur weil man zb einen Blog hat, einfach drauf zu hauen nur weil mir gerade danach ist ?
Was sagt das denn wenn ein Spiel von mir aufgrund meiner Vorlieben analysiert wird und ich es dementsprechend bewerte ?
Wieso sind uns eigentlich die Zahlen bei Bewertungen so wichtig, kann eine 7,5 nicht auch eine aufgrundete 8 sein ?
Fragen über Fragen und am Ende denkt man sich es wird hierauf keine Antworten geben, ausser ich gebe mir selber eine Antwort nachdem ich eure Beiträge zu dem Thema gelesen habe.

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Morti
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Re: Warum kritisieren wir so gerne spiele ?

Beitragvon Morti » 25. Oktober 2015, 02:42

Mit denselben Argumenten könntest du das Loben von Spielen anprangern. Ich verstehe somit den tieferen Sinn dieser Frage nicht so recht. Ich lobe, was ich lobenswert finde, und kritisiere, was mir mißfällt - Subjektivität spielt dabei zwangsläufig eine große Rolle, Objektivität wird, falls möglich, beigemischt. Ändere ich meine Meinung durch unerwartete Umstände, ändere ich auch meine offizielle Bewertung. Selbstschutz hatte ich dabei noch nie im Blick.

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Re: Warum kritisieren wir so gerne Spiele?

Beitragvon SpieLama » 25. Oktober 2015, 02:43

Sascha 36 hat geschrieben:Wieso sind uns eigentlich die Zahlen bei Bewertungen so wichtig, kann eine 7,5 nicht auch eine aufgrundete 8 sein ?

Gamestar-Chefredakteur Heiko Klinge hat dazu im April 2015 einen Kommentar geschrieben. Im Vorspann steht:

Heiko Klinge hat geschrieben:Kunst lässt sich nicht mit Zahlen bewerten, sagen die Kritiker von Spielewertungen. Das ist eine Ausrede, findet Gamestar-Chefredakteur Heiko Klinge. Wer verlässliche Kaufberatung liefern möchte, muss sich auch trauen, eine Zahl unter einen Test zu schreiben.

Das sehe ich auch so. Wertungen haben laut Klinge sechs Vorteile.

  • 1. Wertungen sind ein Service
  • 2. Wertungen schaffen Transparenz
  • 3. Wertungen ermöglichen Differenzierung
  • 4. Wertungen sind plakativ
  • 5. Wertungen machen neugierig
  • 6. Wertungen werden diskutiert

Den kompletten Artikel gibt es unter http://www.gamestar.de/kolumnen/3084882 ... te_p2.html. Ob man Spiele mit einem bis fünf Sternen, mit einem bis zehn Punkten oder mit Prozentangaben bewerten sollte, ist eine andere Frage.

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Sascha 36

Re: Warum kritisieren wir so gerne spiele ?

Beitragvon Sascha 36 » 25. Oktober 2015, 02:50

Danke Sebastian für den Link, das werde ich mir direkt morgen zum Frühstück mal zu Gemüte führen.

Gibt es heute eigentlich noch Blogs die ohne eine Bewertung von Spielen am Ende auskommen ?

@ morti
Die Frage kann natürlich auch anders verstanden werden, was ich aber überhaupt nicht schlecht finde. Fragen zu spiegeln macht in den meisten Fällen Sinn.
Mich interessiert einfach warum wir gerne kritisieren, was treibt uns dazu ein Spiel mt einem eigenen Stempel zu versehen ?

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El Grande
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Re: Warum kritisieren wir so gerne spiele ?

Beitragvon El Grande » 25. Oktober 2015, 06:04

Das ist im Grunde eine anthropologische Frage. Ich denke es ist dem Mensch in tiefsten inherent Meinungen zu artikukieren und auszutauschen. Warum das so ist weiß ich nicht. Will man andere überzeugen mit seiner Meinung? Will man einen Denkanstoß geben in der Hoffnung etwas zu verändern? Will man sich selbst profilieren (jetzt nicht im negativen sondern im wörtlichen Sinne, also sein Profil zeigen)? Will man in den Austausch kommen und selbst etwas lernen über den Gegenstand der Meinung oder die Menschen die etwas anders sehen?
Ich denke, es hat ganz viel mit unserer Personwerdung und Persönlichkeitsbildung zu tun, die im Grunde nie abgeschlossen sondern ein lebenslanger Prozess ist.

Warum man Dinge bewertet wurde durch die Kommunikationstheorie recht schön durch einen fast schon physikalischen Vergleich beschrieben. "Eindruck" verlangt nach "Ausdruck".
Und um nun auf deine Frage zu kommen Sascha: Du bekamst einen Eindruck von dem Spiel und diesen willst/musst? du nun ausdrücken. Warum das so ist weiß ich nicht.
Ob man nun einem nun schlechte Eindrücke oder positve Eindrücke mehr "drücken" und nach außen wollen, ist - glaub ich - Typsache. Es gibt die chronischen Nörgler, die Menschen die überall Blumen sehen und viele zwischendrin.

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maeddes
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Re: Warum kritisieren wir so gerne spiele ?

Beitragvon maeddes » 25. Oktober 2015, 07:45

Für mich stecken hier mehrere Fragen drin. Die erste ist dabei gut zu beantworten.
Frage: Warum vergeben wir Wertungen?
Antwort: Zur Einordnung, Kategorisierung und Orientierung.

Frage: Was sagen diese Wertungen aus?
Antwort: Sie drücken deine persönliche Meinung über das Spiel aus. Ich persönlich finde eine kurze Erläuterung, aus welchen Aspekten sich die Meinung und Note gebildet hat, sehr hilfreich. Das Bewertungssystem von bgg ist diesbezüglich sehr gelungen. Es gibt mehrere Kontext- und Vergleichswerte an z. B. gebe ich gerne mal eine 9 oder 8.5. Das geht ganz klar aus dem Überblick meiner Wertungen hervor. Zudem wird immer angezeigt, auf wie vielen Werten der angegebene Durchschnittswert basiert etc.

Frage: Warum will ich meine Meinung mit anderen teilen?
Um mit anderen über Meinungen zu diskutieren - Bestätigung und Gegenmeinungen anderer helfen uns bei der Verfeinerung und Korrektur unserer eigenen. Nun, die große Frage hierbei ist, wie das ganze geschieht - dieses wie sagt mitunter schon sehr viel über die Person aus, die da ihre Meinung äußert.

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Sascha 36

Re: Warum kritisieren wir so gerne spiele ?

Beitragvon Sascha 36 » 25. Oktober 2015, 10:53

maeddes hat geschrieben:Frage: Warum will ich meine Meinung mit anderen teilen?
Um mit anderen über Meinungen zu diskutieren - Bestätigung und Gegenmeinungen anderer helfen uns bei der Verfeinerung und Korrektur unserer eigenen. Nun, die große Frage hierbei ist, wie das ganze geschieht - dieses wie sagt mitunter schon sehr viel über die Person aus, die da ihre Meinung äußert.



Das mit dem " Wie etwas geschieht" finde ich sehr wichtig, denke da muss ich wohl das ein oder andere Mal mich auch selber zügeln..
Den Grund " der Diskussion" würde ich für mich als Hauptgrund angeben, warum ich das ein oder andere Spiel gerne bewerte.
Aber es gibt für mich noch einen Grund, ich erörtere das mal an einem Beispiel.
Gestern konnte ich das erste Mal Bretagne spielen, ein Spiel über das Bauen von Leuchttürmen in der Bretagne. Für mich total interessant, da mich Leuchttürme schon seit meiner Kindheit fasziniert haben. Da ist man wahrscheinlich schon mal ganz anders bei einem Spiel involviert als wenn ich ein Spiel über Pferderennen spiele, die ich eher nicht so ansprechend finde.
Wenn sich dann das Spiel auch noch grossartig spielt, mit neuen Ideen aufwartet ( Leuchtturmwertung) dann möchte ich einfach dem Designer oder dem Verlag dafür danken das sie so ein Spiel veröffentlicht haben. Da finde ich eine positive Bewertung in einem Forum noch die einfachste Möglichkeit.

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BGBandit
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Re: Warum kritisieren wir so gerne Spiele ?

Beitragvon BGBandit » 25. Oktober 2015, 15:19

Sascha 36 hat geschrieben:Hab ich das Recht nur weil man zb einen Blog hat, einfach drauf zu hauen nur weil mir gerade danach ist ?


Ja hab ich, weil es in D sowas wie Meinungsfreiheit gibt. Ob es eine "richtige" Meinung ist, spielt erstmal überhaupt keine Rolle, solange man niemanden verleumdet o.ä.

Genausowenig macht es im Prinzip einen Unterschied, ob du deine Meinung öffentlich in einem Blog oder öffentlich in einem Forum schreibst. Und in einem Forum hast du selbst ja z.B. auch eher weniger ein Problem damit, deine Meinung (gut oder schlecht) kund zu tun. Warum also auf einer Seite/Blog?

Die Frage nach "richtig" oder "falsch" stellt sich bei Kritiken eigentlich generell nicht, weil es immer subjektive Meinungen sind. Solange man sich bei den Fakten eben an die Fakten hält (dünne Karten, falsch übersetzte Anleitungen etc.)

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Re: Warum kritisieren wir so gerne Spiele ?

Beitragvon Thygra » 25. Oktober 2015, 17:01

BGBandit hat geschrieben:Die Frage nach "richtig" oder "falsch" stellt sich bei Kritiken eigentlich generell nicht, weil es immer subjektive Meinungen sind. Solange man sich bei den Fakten eben an die Fakten hält (dünne Karten, falsch übersetzte Anleitungen etc.)

Es gibt aber Dinge, bei denen die Grenze zwischen Meinung und Fakt sehr dünn ist. Wenn es zum Beispiel darum geht, ob eine bestimmte Strategie möglich ist oder nicht. Schreibt ein Rezensent dann sinngemäß "Es gibt 4 unterschiedliche Möglichkeiten, Siegpunkte zu holen. Möglichkeit A ist allerdings unverzichtbar, um zu gewinnen.", dann ist das nur eine Meinung, die aber klingt wie ein Fakt. Für den Leser ist es schwierig zu erkennen, ob es eine Meinung oder ein Fakt ist. Und der Rezensent könnte durchaus falsch liegen mit seiner Einschätzung, weil in seinen Partien vielleicht noch niemand auf die Strategie gekommen ist, mit der man auch ohne Möglichkeit A gewinnen kann.
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BGBandit
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Re: Warum kritisieren wir so gerne Spiele ?

Beitragvon BGBandit » 25. Oktober 2015, 18:00

Ich meinte mit Fakten eben auch echte Fakten und keine "Rezensent XY- meint"- Fakten.

Das Problem besteht natürlich. Wenn Rezensent XY schreibt: "Spiel ABC ist schlecht, weil das Spiel unausbalanciert ist" dann hört sich das leider an wie ein Fakt, obwohl es keiner sein muss. Das ist aber keine dünne Grenze zwischen Fakt und Meinung (ein Fakt ist ein Fakt; immer), sondern ist einfach nur schlecht ausgedrückt. Besser wäre zu schreiben "es fühlt sich unausbalanciert an, weil ... aber möglicherweise haben wir noch nicht alle Strategien herausgefunden"

Da muss man natürlich (auch als Rezensent selbst) wirklich drauf achten. Ist gar nicht so leicht.

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Re: Warum kritisieren wir so gerne Spiele ?

Beitragvon Sascha 36 » 25. Oktober 2015, 19:10

Ich finde schon das es Unterschiede zwischen Forum und Blog gibt.
Jeder kann einen Blog schreiben, jeder hat ein Recht auf seine Meinung und kann auch diese äussern und tut das auch zahlreich, leider schützt nur keiner die Verlage oder die Designer hinter den Spielen.
Ein Blog sollte sich meiner Meinung nach durch Professionalität, Hintergrundwissen und Qualität auszeichnen, einem Spiel und den Leuten die dahinter stecken sollte den nötige Respekt erwiesen werden.
Natürlich zählt das auch für ein Forum, aber hier kommen nun mal mehrere Meinungen und Menschen zusammen und da kann es auch mal ausarten.

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Re: Warum kritisieren wir so gerne Spiele ?

Beitragvon BGBandit » 25. Oktober 2015, 19:44

Sascha 36 hat geschrieben:Ein Blog sollte sich meiner Meinung nach durch Professionalität, Hintergrundwissen und Qualität auszeichnen, einem Spiel und den Leuten die dahinter stecken sollte den nötige Respekt erwiesen werden.


Richtig: SOLLTE. Nur SOLLTE man auch immer zwischen Hobby-Rezensenten und Profi-Bloggern unterscheiden.


Sascha 36 hat geschrieben:Natürlich zählt das auch für ein Forum, aber hier kommen nun mal mehrere Meinungen und Menschen zusammen und da kann es auch mal ausarten.


Aha und im Rudel dürfen wir dumm sein und demnach auch unsere Meinung raushauen, OHNE "einem Spiel und den Leuten die dahinter stecken ... den nötige Respekt zu erweisen"? Deine Logik leuchtet mir nicht ein, sorry. Wenn ich meine Meinung raushaue, spielt es für mich absolut keine Rolle, ob ich das in einem öffentlichen Forum mache, wo (sehr wahrscheinlich) sogar mehr Leute mitlesen, oder auf einer kleinen Blog-Seite.

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Re: Warum kritisieren wir so gerne Spiele ?

Beitragvon Sascha 36 » 25. Oktober 2015, 20:06

Ich denke du fühlst dich da persönlich angegriffen, was ich in keinster Weise wollte.
Ich sprach auch nicht von einem dummen Rudel, nur bewegen sich in einem Forum etwas mehr Menschen als in einem Blog.
Der wird meist von einem oder zwei Menschern vielleicht betrieben, wobei man im Forum einfach keinen Einfluss hat auf Meinungen von mehreren Mitgliedern. Hier findet ein Meinungsaustausch statt, der von seiner Grösse über den eines Blogs hinausgeht.

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Re: Warum kritisieren wir so gerne Spiele ?

Beitragvon Stein-Schere-Papier » 25. Oktober 2015, 21:07

Sascha 36 hat geschrieben:..nur bewegen sich in einem Forum etwas mehr Menschen als in einem Blog.
... Hier findet ein Meinungsaustausch statt, der von seiner Grösse über den eines Blogs hinausgeht.


Wovon sprichst Du? Sicherlich gehört dieses Forum mit zu den Großen im Spielbereich. Aber möglicherweise hat Rezensionen für Millionen mehr Follower und geht in seiner Größe über dieses Forum hinaus. Udo Bartsch ist seit vielen Jahren etabliert und gilt vermutlich vielen als Experte, dessen Beiträge zu lesen lohnenswerter erscheinen, als von einem Sascha36 oder Stein-Schere-Papier.
Oder Guidos tric-trac-net mit vielen spielerischen Neuheiten, die dann Anlass für Diskussionen hier sind. Oder Rhado - seine Videos sind nichts anderes als visualisierter Blog.

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Sascha 36

Re: Warum kritisieren wir so gerne Spiele ?

Beitragvon Sascha 36 » 25. Oktober 2015, 21:28

Hab ich irgendetwas negatives über die von dir genannten Blogs geschrieben ?
Finde jetzt nicht das in deren Blogs die ich übrigens echt gerne lese, aber nicht immer unbedingt zustimmen würde, soviel Meinungsaustausch betrieben wird wie das hier stattfindet.
Ich kann nicht wirklich nachvollziehen was du damit jetzt meinst Stein - Schere - Papier .

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Florian-SpieLama
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Re: Warum kritisieren wir so gerne Spiele ?

Beitragvon Florian-SpieLama » 25. Oktober 2015, 22:55

Was Sascha glaube ich meint, ist das ein Blog/Artikel mehr Eindruck macht, weil es einfach seriöser und "wichtiger" wirkt als ein Forumseintrag. Es wirkt wie ein Zeitungsartikel der von jemanden der Ahnung hat und man liest auf den ersten Blick nur diese Meinung.

In einem Forum steht die Gegendarstellung von jemand anderem direkt drunter und es sind von den Äußerlichkeiten gleichwertig. Bei einem Blog hat man höchstens Kommentare die weniger professionell wirken, als der Blogartikel.

Ich will damit nicht sagen, dass der Blog wertvoller ist. Jeder kann einen machen und daher ist die Meinung nicht mehr wert wie ein Forumseintrag. Aber ich denke, dass es auf viele so wirkt.

Anderes Beispiel. Forum ist wie im Café zu diskutieren. Jeder kann mithören, aber man vermutet, es ist einfach normale Typen. Wenn ich jetzt aber auf dem Marktplatz einen Monolog/eine Rede halte, wirkt das ganz anders.
Ich hoffe ich versteht, wie ich das meine und ich hoffe ich habe Sascha auch richtig verstanden.

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Re: Warum kritisieren wir so gerne Spiele ?

Beitragvon Stein-Schere-Papier » 25. Oktober 2015, 23:32

@ Sascha
Ok, wir verstehen Blogs & Meinungsaustausch unterschiedlich und damit auch den Rahmen, innerhalb derer die Spielkritik stattfindet. Ich verstehe diese genannten Blogs so, dass sie einen Impuls zum Meinungsaustausch und zur Meinungsbildung setzen wollen, aber mehr als Kommunikations-Sender und nicht als Empfänger. Und ich vermute, dass diese Blogs mehr Wirkung zur Spielkritik bewirken, als dieses Forum. Daher fand ich Deine Aussage, naja. etwas überheblich ;-) Aber nun ist gut.

Und warum ich Spiele gerne kritisiere oder Spiele kritisierende Menschen gerne lese / sehe / spreche: Kritik ist eine Form des Austausches und ich tausche mich gerne über Spiele aus. Sonst wäre ich nach dem SB Forum nicht hier.

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Re: Warum kritisieren wir so gerne Spiele ?

Beitragvon Sascha 36 » 26. Oktober 2015, 00:29

@ florian

Danke und genau so hab ich es auch gemeint.

@ Stein-Schere
Für mich ist auch alles gut, sollte es überheblich geklungen haben so war das nicht so gemeint und ich wollte auch niemanden verärgern.


Was mich aber wirklich interessiert ist die Frage , welcher Intention geht einem Verriss vorraus ?
Damit meine ich zB Kurzeinträge wie bei Hall 9000, wo ein Spiel ohne Begründung eine 1 bekommt.

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Re: Warum kritisieren wir so gerne Spiele ?

Beitragvon BGBandit » 26. Oktober 2015, 08:44

Sascha 36 hat geschrieben:Ich denke du fühlst dich da persönlich angegriffen, was ich in keinster Weise wollte.
.


Nein ich fühle mich nicht angegriffen, ich versuche bloß deinen Gedankengang zu erfassen. Beispiel:

Ich kenne ja so ungefähr meine regelmäßigen Besucherzahlen und die liegen weit hinter den Nutzern dieses Forums zurück. Du schreibst jetzt meinetwegen jeden zweiten Tag ungefähr 5 Spiele in den "mein letztes Spiel" thread und erreichst damit das Vielfache an Menschen, die ich mit meinem Blog (Rezi alle 5-7 Tage ca. genau) erreiche. Nur dass man auf einer Website noch Material, Spielregeln und Bilder in seiner Rezi hat. 5-Zeiler kann man halt auch schneller lesen. Aber wenn dir z.B. meine Webseite nicht gefällt, guckst du sie dir nicht an. Einen Beitrag von mir in einem Forum würdest du trotzdem lesen.

In beiden Fällen ist aber die Info "Spiel schlecht" raus. Auf der Website nur expliziter erläutert. Trotzdem hat deine Meinung aus dem Forum das Vielfache an Menschen erreicht.

Wenn du also die Frage stellst "Darf man Spiele einfach so zerreissen, ohne Rücksicht auf Verlag, Autor....", dann bin ich der Meinung, dass man sich diese Frage generell stellen muss, sobald man seine Meinung öffentlich ins Internet stellt.

Und ich persönlich bin in beiden Fällen der Meinung: ja man darf seine Meinung schreiben, auch "ohne Rücksicht auf Autor, Verlag.." solange man niemanden verleumdet und sich an die Fakten hält, wo es nicht um subjektives Empfinden geht. Wenn du ein Spiel doof findest, möchte ich das wissen. Bei 850 Neuheiten bin ich auf deine Meinung angewiesen, weil ich sonst nicht weiß, was ich kaufen soll ;-)

Also lese ich auch die kleinen Einträge in Foren usw. Und wenn da 3 Leute schreiben "Spiel XY ist doof, weil..." dann werde ich es wahrscheinlich nicht kaufen. Ergo haben, auch ohne Bilder und Gedöns, die Leute in den Foren durchaus genausoviel "Macht" , was meine Kaufentscheidung beeinflusst, wie eine Website, wo ich nur die Meinung eines einzelnen Rezensenten lese.


Irgendwelche H@ll9000 Kurzeinträge mit 1 Punkt ohne Eräuterung nehme ich überhaupt nicht ernst und zählen für mich nicht als Meinung.

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Re: Warum kritisieren wir so gerne Spiele ?

Beitragvon Sascha 36 » 26. Oktober 2015, 09:23

Wenn hier drei Leute schreiben das sie ein Spiel doof finden, dann finde ich es erst mal interessant mich näher mit dem Spiel zu beschäftigen. Wenn alle Leute schreiben Mysterium ist super toll, dann werde ich das erstmal anspielen bevor ich es mir zulege.
Deine Website gefällt mir übrigens und kann ich auch nur weiter empfehlen, was mich vielleicht etwas stört ist die Jugendsprache bzw der Coolness Faktor, aber da muss jeder selber wissen was ihm gefällt und was nicht und außerdem weiß ich auch nicht ob nicht im Wilden Westen wirklich so gesprochen wurde.
Bei dem Punkt Verreißen bin ich absolut deiner Meinung und ich werde mich ab sofort anstrengen kein Spiel mehr zu verreißen, sondern jedes Spiel Fair für alle Seiten zu bewerten. Das ist nämlich in den meisten Fällen viel schwerer und meiner Meinung auch interessanter.
Zuletzt geändert von Sascha 36 am 26. Oktober 2015, 16:40, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Warum kritisieren wir so gerne Spiele ?

Beitragvon BGBandit » 26. Oktober 2015, 10:33

Es geht gar nicht um meine Seite, das war nur ein Beispiel. Das gilt im Prinzip für alle Seiten, Blogs etc.

Wenn man vielleicht(?) von den ganz großen Seiten (Cliquenabend, Brettspielkult usw.) absieht, dürften die meisten Blogger weniger Zugriffzahlen haben, als dieses Forum, wo sich ja auch viele Blogger selbst tummeln.

Es geht ganz allgemein darum, für wen und wieviele (User, Spieler) Infos zugänglich sind. Du magst dich vielleicht von 3 negativen Stimmen nicht abschrecken lassen. Wenn aber jemand sehr genau darauf achten muss, wieviel Geld er für Spiele ausgibt, dann dürften 3 negative Stimmen durchaus ins Gewicht fallen.

Fair zu bewerten ist auf jeden Fall ein lobenswerter Ansatz. Die Frage ist nur: was ist fair? Sieh das mal von der anderen Seite: wir beide wollen doch im Prinzip dasselbe: Meinungsaustausch über Spiele. Egal ob im Forum oder auf einer Website. Wir wollen unsere Erfahrungen mit anderen Spielern teilen. Ist es dann noch fair, wenn ich ich ein Spiel, das mir überhaupt nicht gefällt, in irgendeiner Form beschönige, nur weil es bestimmt irgendwo da draußen eine Zielgruppe für das Spiel gibt? Und sich irgendein User dann aufgrund meiner Meinung das Spiel kauft und das Spiel dann auch doof findet?

Man kann doch im Prinzip überhaupt nicht fair gegenüber ALLEN sein, wenn man ein Produkt kritisiert. Wenn man den Preis anprangert, muss man sowohl den Kunden, als auch den Hersteller bedenken. Wenn man eine falsche Übersetzung fair bewerten will, müsste man eigentlich den Übersetzer in Schutz nehmen, der vielleicht eine falsche Datei bekommen hat; den Verlag, weil er ja den Übersetzer für eine korrekte Übersetzung bezahlt hat... usw. usf.

Das kann man doch als Rezensent kaum leisten. Also mache ich das, was ich mit meiner Seite erreichen will: ich teile MEINE Spielerfahrung mit ANDEREN. Im Endeffekt funktioniert jede Seite so, egal ob groß oder klein.
Wenn man anfängt Sachen zu beschönigen, nur um fair zu sein, kann man sich auch gleich von den Verlagen dafür bezahlen lassen. Das hat nichts mehr mit einer unabhängigen Rezension zu tun.

Zu meiner Seite und nur am Rande: erstmal Danke für das Lob. Wilder Westen und Jugendsprache ist nur eine Ausdrucksform oder Wiedererkennungsfaktor. Kann man mögen, muss man aber definitiv nicht. Es gibt ja genügend andere Seiten ohne Western und ohne Jugendsprache. Warum sollte ich also die Hundertdrölfte sein, die so eine Seite macht? Mir gefällt der Stil, sonst würd ich ihn logischerweise auch nicht machen. Ich bin mir aber durchaus darüber im klaren, dass das nicht jedem gefällt. Nur mache ich die Seite in allererster Linie immer noch um Spaß zu haben, meine Meinung zu teilen usw. ... und nicht für klicks (wobei viele klicks natürlich toll sind, so als Bestätigung).

Trocken runtergeratterte Regelerklärungen mag ich dagegen gar nicht. Wie wir in anderen threads schon lange genug ausdiskutiert haben, hat da aber jeder Spieler einen eigenen Geschmack: kurze Videos, lange Videos, mit schu-hu und ohne schu-hu, mit Gefuchtel und ohne Gefuchtel, viel Entertainment oder lieber viel Regeln, Trashtalk oder seriöser Blog...

Der Bandit ist übrigens nur fürs Logo da und für hin und wieder mal ein "Howdy". Sonst hätte ich die Seite komplett auf Western getrimmt, in Erdtönen mit Kakteen und Gedöns. Ich hätte die Seite auch "Pöppelwürfel XY" nennen können. Pöppel, Würfel und Spiele kommen aber bei fast allen Seiten im Namen vor und hat allein null Wiedererkennungswert. Und ich mag halt Western ;-)
Man muss ja auch keine Lamas mögen, um auf Spielama unterwegs zu sein.

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Re: Warum kritisieren wir so gerne Spiele ?

Beitragvon Thygra » 26. Oktober 2015, 10:53

BGBandit hat geschrieben:Also lese ich auch die kleinen Einträge in Foren usw. Und wenn da 3 Leute schreiben "Spiel XY ist doof, weil..." dann werde ich es wahrscheinlich nicht kaufen. Ergo haben, auch ohne Bilder und Gedöns, die Leute in den Foren durchaus genausoviel "Macht" , was meine Kaufentscheidung beeinflusst, wie eine Website, wo ich nur die Meinung eines einzelnen Rezensenten lese.

Das finde ich interessant, aber ich kann es nicht nachvollziehen. Wenn im Forum 3 Leute schreiben, dass sie ein Spiel doof finden, dann weiß ich nicht, wie viele Spielrunden hier dabei waren und wie viele Partien gespielt wurden. Ich würde zunächst mal von nur 1 Partie ausgehen. Und es kann auch sein, dass 2 oder sogar alle 3 Leute dieselbe Partie gespielt haben.

In einem Blog - zumindest wenn er über längere Zeit etabliert ist - erwarte ich dagegen, dass ein rezensiertes Spiel mehrmals in unterschiedlichen Gruppen gespielt wurde und dass der Blogger entsprechend viele Meinungen in seine Rezension hat einfließen lassen. Und deshalb ist mir der eine Blog mindestens so viel wert wie 3 Forumsmeinungen, vielleicht sogar noch mehr.
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Re: Warum kritisieren wir so gerne Spiele ?

Beitragvon BGBandit » 26. Oktober 2015, 11:48

Ja das ist durchaus ein Argument, aber auch nicht pauschalisierbar. Wenn 3 Leute, deren Spielegeschmack ich kenne (z.B. weil ich ihn in der Vergangenheit mit meinem eigenen verglichen habe), mir sagen "Spiel XY ist langweilig, weil..." - dann relativiert sich das Ganze wieder. Sascha mit seinen knapp 2800 Beiträgen hier im Forum ist ja nun kein Unbekannter und schreibt recht häufig im "mein letztes Spiel" thread. Und ich schätze ihn durchaus als erfahrenen Spieler ein. Deswegen muss ich seine Meinung natürlich noch lange nicht teilen.

Es ging ja darum, ob man in einem Forum seine Meinung frei raushauen darf und auf einer Website "fair" beschönigen soll.

Sowohl die Meinung in einem Forum, als auch auf einer Website, muss man einschätzen können. Wie oft wurde gespielt, in welcher Besetzung, persönliche Vorlieben...

Und ob (auch auf den großen Seiten) die Spiele wirklich so oft in unterschiedlicher Besetzung gespielt werden, wie sie uns das gerne Glauben machen, wage ich mal stark zu bezweifeln. Erwarten kann man viel, aber ich kann auch rechnen Thygra. Und wenn ein und dieselbe Person innerhalb von 6 Tagen 5 Rezensionen schreibt -und das kontinuierlich über Wochen- dann habe ich da meine Zweifel ;-)

edit: im Prinzip kann man es doch an dir selbst und an Ben2 sehr gut sehen. Wie oft wurdet ihr dafür kritisiert, dass ihr anderer Meinung seid, als die Leute, die hier im Forum etwas Negatives über ein Spiel geschrieben haben? Im Endeffekt bin ich mir zumindest in einer Sache ziemlich sicher: dass ihr aus beruflichen Gründen das Spiel öfter gespielt habt, als ein Spieler oder Blogger. Somit habt ihr auch eine andere Sichtweise. Dazu kommt dann erst, dass ihr natürlich als Verlagsmitarbeiter euer Herzblut in ein Spiel gesteckt habt.

Ein Blogger/Seitenbetreiber (wie auch immer) spiegelt aber seine Ersteindrücke (aus sagen wir 3-5 Partien) wider. Und das ist dann meistens nur etwas mehr, als der Eindruck von einem Spieler, der nur kauft. Kann ein Spiel nicht in den ersten 1-2 Partien überzeugen, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass es nochmal gespielt wird, drastisch ab.
Zuletzt geändert von BGBandit am 26. Oktober 2015, 23:26, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Warum kritisieren wir so gerne Spiele ?

Beitragvon Mixo » 26. Oktober 2015, 16:33

Thygra hat geschrieben:
BGBandit hat geschrieben:Also lese ich auch die kleinen Einträge in Foren usw. Und wenn da 3 Leute schreiben "Spiel XY ist doof, weil..." dann werde ich es wahrscheinlich nicht kaufen. Ergo haben, auch ohne Bilder und Gedöns, die Leute in den Foren durchaus genausoviel "Macht" , was meine Kaufentscheidung beeinflusst, wie eine Website, wo ich nur die Meinung eines einzelnen Rezensenten lese.


In einem Blog - zumindest wenn er über längere Zeit etabliert ist - erwarte ich dagegen, dass ein rezensiertes Spiel mehrmals in unterschiedlichen Gruppen gespielt wurde und dass der Blogger entsprechend viele Meinungen in seine Rezension hat einfließen lassen. Und deshalb ist mir der eine Blog mindestens so viel wert wie 3 Forumsmeinungen, vielleicht sogar noch mehr.


Worin begründest du die Erwartung? Darf ein Blogger keine Spiel rezensieren, das er nicht in unterschiedlichen Gruppen gespielt hat? Für mich ist ein Blog (= weB LOG) eine Form von "Tagebuch" und keine Fachzeitschrift.

Ich würde auch schätzen, dass die meisten (auch etablierten Blogs) deinem Anspruch nicht genügen. Ganz sicher gilt das für die meisten Video Logs und dort ganz besonders für die etablierten. Dice Tower, Rahdo und Co erfüllen deine Forderung sicher nicht, dazu ist deren Output viel zu hoch.

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Sascha 36

Re: Warum kritisieren wir so gerne Spiele ?

Beitragvon Sascha 36 » 26. Oktober 2015, 16:50

2.800 Beiträge sind das wirklich schon soviel, ich achte da gar nicht drauf.

Ich finde man kann sehr wohl fair sein und dazu nicht beschönigend.
Schreib ich zB das Spiel ist eine Gurke und megalangweilig, mag das stimmen aber nicht wirklich fair sein.

Schreib ich aber : für Spieler die gerne solitär spielen und Interaktion in einem Spiel nicht voraussetzen, ist dieses Spiel mit Sicherheit zu empfehlen;

Finde ich den zweiten Satz einfach vom Inhalt stärker und kann damit für mich sagen, das ich dieses Spiel doch gerne mal testen würde.


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