Beitragvon achim » 1. August 2006, 12:12
Zunächst ist es wichtig, die Spielmaterialien genau zu beschreiben und zu bebildern. Bei manchen Spielen kann ich lt. deren Regeln öfters nicht sofort das Material auseinanderhalten.
Bei sehr vielen Countern (Cosims) halte ich Übersichten in Form von Bildern der kompletten Sheets für hilf-reich. Wenn dann mal was fehlen sollte, lässt sich leicht recherieren was abhanden gekommen ist.
Spielbeispiele sind sehr wichtig. Selbst wenn der Betrachter der Meinung ist, dieses oder jenes hätte er genauso bereits verstanden wie im Beispiel angegeben und damit wäre dieses überflüssig, so stimmt dies nicht. Hier erfolgt nämlich eine Bestätigung des gelesenen Regeltextes, sozusagen ein Feedback, was das Regelmerken erleichtert. Angemessene Redundanz unterstützt die Merkfähigkeit.
Eine Randleiste, wie z.B. bei Augsburg 1520, auf der in Stichpunkten alles Wichtige noch mal wiederholt wird ist auch empfehlenswert.
Leicht lesbare Schriftart unbedingt wählen. Schriftarten auf Mittelalter getrimmt mögen zwar schön anzu-schauen sein, sind aber schwer lesbar und unübersichtlich. Das gilt natürlich auch für futuristische Schriftarten und ähnliches.
Die Größe der Schriftzeichen ist zu berücksichtigen. Queen Games arbeitet hier imo vorbildlich. Man spart bei kleiner Schrift zwar Seitenzahlen, und damit Kosten ein, lesefreundlich ist das dann aber nicht.
Auf Farbe achten. Die sw-Bleiwüsten-Spielregeln von früheren AH-Spielen sind Beweis genug, welche harte Arbeit im Spielregel lesen stecken kann.
Wenn man sehr viel Wert auf die äußere Form legt, sind eventuelle didaktische Fehler imo leichter zu verzei-hen.
Bei manchen Spielen empfiehlt es sich am Ende der Regel noch Tipps zum besseren Spielen zu geben, damit das Spiel nicht schon gleich beim ersten Mal "strandet" und in die Tonne wandert. Nicht jeder möchte ein Spiel mehrmals vergeblich spielen bis endlich mal ein Aha-Effekt eintritt. Wer dies dennoch tun möchte, braucht die Tipps ja nicht zu lesen.
Sollte sich trotz aller Sorgfalt ein Bug in die Spielregel eingeschlichen haben, ist zumindest für internetfähige Spieler eine Webseite für Regelupdates sinnvoll. Diese ist natürlich am Schluss der Regel mit anzugeben.
Wer unbedingt auf Geschlechtergleichheit pocht, kann zu Beginn der Spielregel einen Vermerk anbringen, dass mit Spieler auch Spielerinnen gemeint sind. Laufend um Text m/w Wörter zu lesen ist nervig.
Und immer gilt natürlich die Weisheit:
Eine Regel ist nicht dann optimal, wenn man nichts mehr hinzufügen, sondern wenn man nichts mehr weglassen kann.
Gruß
achim