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[RF] Wikinger (Hans im Glück)

Regelfragen und Varianten: Wie geht Spiel XY?
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Ferdinand Köther
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RE: [RF] Wikinger (Hans im Glück)

Beitragvon Ferdinand Köther » 20. Mai 2007, 18:36

Die neuerlich ausführliche Diskussion - die ich nicht weiter anheizen will, für mich ist das Thema durch - zeigt eindrucksvoll, wie falsch und interpretationsfähig diese Regel ist (anscheinend mein derzeitiges Lieblingsthema :grin:).

Poesie will interpretiert werden, eine Regel ist und bleibt eine Gebrauchsanweisung (hallo Günter ;-)), die klare Regeln aufzustellen hat, daher der Name.
Sonst könnte man auch sagen, übertrieben ausgedrückt: Hier habt ihr das Material, macht draus, was ihr wollt. Obwohl- solche Spiele gibt's ja, zumindest nah dran, und sicher nicht die schlechtesten.

Damit nichts gegen Wikinger (HiG), im Gegenteil, ich hätte es gerne auf der Nominierungsliste gesehen, ist für mich eins der Highlights des Jahres bisher. Leider mauscheln viele Verlage regeltechnisch vor sich hin, ohne sich zumindest professionellen Rat einzuholen.
Soll nicht heißen, alle Regeln seien schlecht, die meisten sind ok, aber es gibt immer mal wieder böse Ausrutscher, viele kleinere Schlampigkeiten. Ab und zu erfreuen natürlich auch mal Top-Regeln den geplagten ;-) Spieler, z. B. "Die Säulen der Erde".

Ich kenne zwei gute Regelschreiber, der bessere davon ist Stefan Brück von alea - seine Regeln sind absolut vorbildlich. Sein Verdienst um gute Regeln sei keineswegs geschmälert mit der Bemerkung, daß er nur zwei oder drei Regeln pro Jahr schreibt, so viel ich weiß, und natürlich ausgiebig an der Entwicklung der Spiele beteiligt ist. Für diese ausgezeichnete Arbeit umso größere Wertschätzung.

Voll geregelte Grüße
Ferdi

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Günter Cornett

RE: [RF] Wikinger (Hans im Glück)

Beitragvon Günter Cornett » 20. Mai 2007, 19:14

Ferdinand Köther schrieb:

> Poesie will interpretiert werden, eine Regel ist und bleibt
> eine Gebrauchsanweisung (hallo Günter ;-)), die klare

Hallo Ferdi,

da muss ich ja nochmal:

Eine Anweisung will befolgt werden,
eine Regel lediglich beachtet sein,
Poesie darf man genießen.


Beispiel für eine GebrauchsANWEISUNG:
Um das Gerät in Betrieb zu setzen, drücke erst den roten Knopf, dann den grünen ...

Beispiel für eine Regel:
Du darfst einen Knopf beliebiger Farbe drücken, nicht aber zwei Knöpfe gleichzeitig.

Poesie:
Oh, welch schöner Knopf an diesem schnöden Kasten!


Gruß, Günter

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Ferdinand Köther
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RE: [RF] Wikinger (Hans im Glück)

Beitragvon Ferdinand Köther » 20. Mai 2007, 20:16

Ach wie herrlich läßt sich doch mit netten Leuten friedlich streiten! :-)

Eine Regel bietet i. A. dem Spieler mehrere Möglichkeiten, stellt also zur Wahl, [b]was[/b] er tun kann, muß aber genaue Anweisung geben, [b]wie[/b] er das zu tun hat, z. B. Karte verdeckt oder offen spielen.

Und genau deshalb ist und bleibt jede gute Regel eine Gebrauchsanweisung, da hilft alles Schönreden nichts!

1 ist laut Definition 1, das zu ändern würde unabsehbare Folgen haben.

Gebrauchsfertige Grüße
:-) Ferdi

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Günter Cornett

RE: [RF] Wikinger (Hans im Glück)

Beitragvon Günter Cornett » 21. Mai 2007, 04:15

Ferdinand Köther schrieb:
>
> Ach wie herrlich läßt sich doch mit netten Leuten friedlich
> streiten! :-)

Jo! :grin:

> Eine Regel bietet i. A. dem Spieler mehrere Möglichkeiten,
> stellt also zur Wahl, [b]was[/b] er tun kann, muß aber

Du bist auf dem richtigen Weg.
Eine Regel kann aber auch mehr als ein paar Möglichkeiten zur Wahl zur stellen. Sie kann eine unüberschaubare Menge an Möglichkeiten bieten, etwas zu tun.

Zum Beispiel:
Kein Spieler darf während der ersten fünf Runden ein schwarzes Feld betreten.

Da gibt es immernoch viele Möglichkeiten etwas anderes zu tun.

Oder:
Jeder Spieler muss während der ersten fünf Runden ein schwarzes Feld betreten.

Auch das ist eine Regel, keine Anweisung.
In einer Anweisung würde exakt stehen, wer wann genau das schwarze Feld betreten muss.

> genaue Anweisung geben, [b]wie[/b] er das zu tun hat, z. B.

Das Wie ist nicht immer nötig:
Wenn du über Los gehst, ziehe 4000 Mark ein.
Eine klare Anweisung, das Wie bleibt jedoch den Spielern überlassen.


> Karte verdeckt oder offen spielen.

Die Gebrauchsanweisung würde z.B. genau beschreiben, wie man eine Karte verdeckt spielt.

> Und genau deshalb ist und bleibt jede gute Regel eine
> Gebrauchsanweisung, da hilft alles Schönreden nichts!

Bei einer Gebrauchsanweisung folgt der Spieler dem vorgegebenen Ablauf, bei einem Regelwerk gestaltet er ihn.

Der Unterschied scheint für viele ein akademischer zu sein, für Spieleautoren ist er existentiell. Denn bloße Anweisungen genießen anders als Regelwerke keinen urheberechtlichen Schutz.

> 1 ist laut Definition 1, das zu ändern würde unabsehbare
> Folgen haben.

In deiner mathematischen Herangehensweise dürfte die Ursache deines Missverständnisses liegen. :)

1=1
(darin sind wir einer Meinung)

Regel = Regel
(Bei Rot stehen, bei Grün gehen)

Anweisung = Anweisung
(gehe jetzt dort über diese Straße)

> Gebrauchsfertige Grüße
> :-) Ferdi

Ein Spiel gebrauche ich nicht nur, ich spiele es auch. :)

Gruß, Günter


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