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Kopf oder Bauch ?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Mifu

Kopf oder Bauch ?

Beitragvon Mifu » 2. November 2003, 09:25

Hallo,

wenn ich Spiele kaufe, ist der optische Anreiz des Spiels für mich
oftmals ein wichtiges Kriterium. Sieht das Spiel "schön" aus, gibt
es unterbewußt schon einmal einen Punkt und ab 0,5 Punkten
kaufe ich :-). Weitere wichtige Punkte gibt es aber auch für
Spielelemente, die ich mag.

Wenn es sich um ein Spiel handelt, das sechseckige Spielfelder
beinhaltet, finde ich dies gut. Mehrheitsverhältnisse die Siegpunkte
bringen, lassen mein Herz springen und wenn dann noch
variable Spielpläne entstehen und das Spiel auch für zwei Personen
zu spielen geht, steht dem Kauf nichts mehr im Wege.

Wäre es aber nicht viel besser, sich erst einmal richtig zu erkundigen ?
Wie sind die Rezensionen im Web, was schreiben Spielzeitschriften ?
Kaufe ich auch Spiele von unbekannten Autoren oder Kleinverlagen ?
Spielt der Preis die übergeordnete Rolle ?

Ich behaupte einmal, dass dies eben bei den meisten Spielern nicht
der Fall ist, sondern andere Kriterien den Kauf eines Spiels beeinflussen.
Der Kauf eines Spiels geht über den Bauch und nicht über den Kopf.
Würde mich interessieren, wie Sie darüber denken ?
Was reizt Sie zum Kauf eines Spiels ?
Welche Elemente eines Spiels halten Sie vom Kauf eines Spiels ab ?
Ist es für Sie wichtig, für wie viele Personen das Spiel spielbar ist ?

Bin auf Ihre Antworten gespannt !

Viele Grüße
Michael

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Peter Gustav Bartschat

Bauch!

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 2. November 2003, 10:41

Ich bekenne mich ganz klar dazu, dass ich meine Kauf-Entscheidungen oft spontan fälle.

Nun ist es ja so, dass man als Mehr-als-nur-durchschnittlich-oft-Spieler auch Rezensionen und Vorankündigungen sowie Forumsbeiträge liest: Es ist also eher selten der Fall, dass ich in einem Geschäft ein Spiel sehe, über das ich wirklich noch nie irgend etwas gehört oder gelesen habe.

Aber unabhängig davon: Wenn ein Ritter oder gar ein Landsknecht auf dem Cover ist, wenn Flotten und Legionen im Spiel sind, steigen die Chancen für den Kauf bei mir sofort ganz erheblich. Das heißt nicht unbedingt, dass ich das Spiel dann auf jeden Fall kaufe, aber ich nehme die Schachtel in die Hand und lese mir den Text auf der Rückseite durch, schaue mir später daheim noch mal an, was es über das Spiel zu lesen gibt, nehme die Schachtel beim nächsten Besuch im Laden wieder in die Hand ...

Ihr könnt euch wahrscheinlich vorstellen, wie das abläuft. Auf jeden Fall bin ich auf diese Weise schon zu einigen Spielen gekommen, die mir dann doch nicht gefallen haben. Aber so ist das halt: Wer in erster Linie auf den eigenen Bauch als Ratgeber hört, sollte damit leben können, dass der ihn ab und zu schlecht berät. Die Alternative - das Vertrauen auf Renzensionen und Postings - wäre ja nur, dass ich auf fremde Bäuche höre; und meinem Bauch traue ich allemal zu, dass er meinen Geschmack am besten kennt. :-)

Jetzt noch ein bisschen zu deinem konkreten Fragen-Katalog:


Mifu schrieb:
> Wäre es aber nicht viel besser, sich erst einmal richtig zu
> erkundigen ? Wie sind die Rezensionen im Web, was schreiben
> Spielzeitschriften ?

Ich lese Renzensionen in erster Linie wegen ihres Unterhaltungswertes. Kein Rezensent der Welt hat Zugang zu der Information, wie mir ein Spiel gefallen wird, dass ich erst NACH Erscheinen seiner Rezension zum ersten Mal spiele, darum kann das da auch nicht drin stehen.

> Kaufe ich auch Spiele von unbekannten Autoren oder
> Kleinverlagen ?

Warum nicht? Jeder gute Autor hat irgendwann sein erstes Spiel veröffentlicht und jeder Verleger auch. Das sagt nichts über die Qualität aus.
Viele Kleinverlage bringen aber - so mein ganz persönlicher und rein subjektiver Eindruck - in erster Linie Spiele heraus, hinter denen großes pädagogisches und soziales Engagement steht. Ich suche aber eher nach Rittern und Landsknechten, Legionen und Flotten. Wenn ich seltener Spiele aus Kleinverlagen kaufe, dann nicht, weil die Verlage klein sind, sondern weil sie nur selten Spiele haben, die mich ansprechen.

> Spielt der Preis die übergeordnete Rolle ?

Kommt drauf an, wie hoch er ist. Die Frage, ob ein Spiel 35 oder 45 Euro kostet, wird mich kaum beeinflussen, wenn´s 200 Euro sind, schaltet sich dann doch der Kopf bei der Entscheidungsfindung dazu.

> Welche Elemente eines Spiels halten Sie vom Kauf eines Spiels
> ab ?

Wenn ich den Eindruck habe, dass der Autor sein Spiel erfunden hat, um mich zu erziehen, statt um mich zu unterhalten.
Wenn es thematisch in der Gegenwart und im Alltag angesiedelt ist. Beides habe ich - für meinen Geschmack - auch ohne Spiel im Übermaß. Wenn die Leute im Spiel sich auf Pferden oder in Raumschiffen fortbewegen, ist das für mich in Ordnung, wenn sie in Autos oder Eisenbahnen fahren, ist mein Interesse schlagartig erlahmt.
(Natürlich gibt´s Ausnahmen: Heinrich Glumplers "Fette Autos" gefällt mit zum Beispiel ausnehmend gut - und mein Bauch hat im letzten Jahr in Essen gesagt: "Kauf´s dir, Gustav!")

> Ist es für Sie wichtig, für wie viele Personen das Spiel
> spielbar ist ?

Ich ziehe das in Erwägung, aber es ist nicht wirklich WICHTIG. Wir spielen meist zu sechst, daher bevorzuge ich im Zweifelsfall Spiele, die für sechs Personen spielbar sind. Aber ungeachtet dessen besitze ich auch eine Menge Spiele mit Rittern und Landsknechten, Legionen und Flotten, die höchstens zu viert oder fünft funktionieren. Solche Tage gibt´s schließlich auch mal.
Besonders interessant finde ich Spiele, die man auch allein spielen kann. In diesem Jahr was das bei "Die Rückkehr der Helden" auch das Ausschlag gebende Element, es mir zu kaufen, während ich Fantasy-Themen sonst nicht so ansprechend finde.

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär

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Stephan Zimmermann

Re: Kopf oder Bauch ?

Beitragvon Stephan Zimmermann » 2. November 2003, 10:42

Mifu schrieb:

> Wenn es sich um ein Spiel handelt, das sechseckige Spielfelder
> beinhaltet, finde ich dies gut. Mehrheitsverhältnisse die
> Siegpunkte bringen, lassen mein Herz springen und wenn dann noch
> variable Spielpläne entstehen und das Spiel auch für zwei
> Personen zu spielen geht, steht dem Kauf nichts mehr im Wege.

Mehrheite, Sechsecke oder variable Pläne?
Ich glaub es müssen keine neuen Spiele mehr erfunden werden - wenn
Du ab jetzt jede Woche ein neues Spiel kaufst solltest Du bis an
Dein Lebensende beschäftigt sein ;-)


> Wäre es aber nicht viel besser, sich erst einmal richtig zu
> erkundigen ?

Kommt drauf an, wieviel Geld und Platz Du hast ;-)

Ich kaufe meißt nur nach einem gelungenen Probespiel.

Viele Grüße, Stephan

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dieter gvp

Re: auch Bauch !

Beitragvon dieter gvp » 2. November 2003, 12:37

Hallo!

Auch bei mir entscheidet in erster Linie der Bauch (manchmal auch ein "muss ich unbedingt haben").

Gute Chancen haben Spiele mit Eisenbahnthemen, Mittelmeer-Spielpläne und Fantasythemen.

Kritiken lese ich wie Peter Gustav, ausschließlich wegen des Unterhaltungswertes, wie ich schon in einem früheren Beitrag erwähnte.
(Leider weis ich nicht, wie man einen Link darauf legt.)
-- Kleine Hilfe: Datum: 18.10.03 16:12 (Beitrag Nr. 76104)--



Spiele aus Kleinverlagen haben bei mir eher bessere Chancen.

Nicht immer wird man dabei glücklich werden, so z. B habe ich in Essen unerklärlicherweise das Spiel "Die Rückkehr der Helden" nicht gekauft, was mich jetzt ärgert. Andererseits habe ich mir spontan "Civ.: the Boardgame" gekauft, finde ich aber, spielerisch gesehen, ein Reinfall.
Hauptkriterium ist mein der Geldbeutel.

Was hält mich vom Kauf eines Spiels ab?
Eben auch mein Bauch. Nie würde ich mir z. B. Globopolis kaufen, egal was die Kritiker oder das Forum hier dazu sagen, oder König Artus ohne hier etwas gegen das Spiel zu sagen. Ein hoher Glücksanteil spricht auch gegen den Kauf (das bekomme ich aber meistens erst nach dem Kauf mit).

mfg dieter (sein Bestes aus Essen: Age of Steam auf der Irlandkarte)

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Mifu

Re: Kopf oder Bauch ?

Beitragvon Mifu » 2. November 2003, 12:42

Stephan Zimmermann schrieb:

> Mehrheiten, Sechsecke oder variable Pläne?
> Ich glaub es müssen keine neuen Spiele mehr erfunden werden -
> wenn Du ab jetzt jede Woche ein neues Spiel kaufst solltest Du bis
> an Dein Lebensende beschäftigt sein ;-)

Das genau ist mein Problem :-):-)

Gruß
Michael

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Arne Hoffmann

Re: wieder Bauch!

Beitragvon Arne Hoffmann » 2. November 2003, 13:07

Moin moin,

wie bei Gustav und Dieter auch, entscheidet bei mir wohl eher der Bauch über den Kauf eines Spiels. Der Kopf mischt sich insofern mit ein, dass er einen besseren Überblick über meinen (momentan arg geschröpften) Geldbeutel hat - hat somit ab und an mal das letzte Wort.

Kritiken lese ich nicht nur ihres Unterhaltungswertes wegen - schon hat mir eine Kritik ein Spiel schmackhaft gemacht. Das aber meist nur, wenn ich auch die Vorlieben des Kritikers kenne und weiß, wie sie im Vegleich zu meinen liegen.

Dabei haben interessante Mechanismen oder ein abgedrehtes Thema gute Chancen, meine Neugier zu wecken. Erst einmal abtörnend sind bei mir Eisenbahnthemen sowie Versteigerungsmechanismen. Solche Spiele werden aus dem Bauch heraus gerade nicht gekauft - da müssen dann erst Probepartien herhalten.

Ansonsten reizen mich Strategiespiele auch immer wieder - solange sie nicht Wirtschaftsthemen als Grundlage haben - und dort muß mein Kopf schon mal intervenieren und dem Bauch erklären, dass 6-Stunden Spiele schon zu genüge in meinem Regal stehen und leider, leider nicht allzu häufig auf den Tisch kommen können.

Bestimmte Autoren wecken bei mir auch immer direkt Neugier (hier seien stellvertretend Friedemann Friese und Dirk Henn erwähnt), andere erst einmal Ablehnung (hier stellvertretend Rainer Knizia). Da mischt der Bauch kräftig mit. :-)

Noch zu Preis und unbekannten Autoren: Ein zu hoher Preis läßt die Kaufchancen eines Spieles natürlich arg schwinden - die Messlatte liegt aber immer wieder anders und kann auch nicht rational von mir begründet werden (momentan liegt sie eher niedrig. :-| ). Spiele unbekannter Autoren lassen mich auch immer wieder aufhorchen und den Bauch aufleben.

Schöne Grüße

- Arne -(macht gerade kurze Pause von Hausarbeit....)

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Niccolo
Kennerspieler
Beiträge: 1333

Re: Kopf oder Bauch ?

Beitragvon Niccolo » 2. November 2003, 13:18

Hallo Mifu,

> Wäre es aber nicht viel besser, sich erst einmal richtig zu
> erkundigen ?
> Wie sind die Rezensionen im Web, was schreiben
> Spielzeitschriften ?

Also entgegen der scheinbaren Gültigkeit sind Onlinetest doch recht interessant für mich - und weit mehr als Unterhaltungswert.
Boardgamegeek ist für mich fast Pflichtseite, wenn ich auf ein Spiel, welches es schon ein Weilchen am Markt gibt, aufmerksam werde.
Dort finde ich auch hilfreich, dass ich mir alle bisherigen Bewertungen des speziellen Users ansehen kann. Dadurch werde ich wieder auf andere Spiele aufmerksam, usw ;)
Spielezeitschriften spielen für mich eine untergeordnete Rolle, da ich dort eben meist nur 1 Meinung lese.

> Kaufe ich auch Spiele von unbekannten Autoren oder
> Kleinverlagen ?

Ich würd das bestimmt, da ich mir sowieso keine Namen merke.
Da ich bisher noch nie in Essen war, ist die Beantwortung dieser Frage für mich halt doch ein bisserl eingeschränkt.
Aber da liebe Menschen mir immer wieder was mitbringen, kam ich letzte Woche in den Genuss GLOBAL POWERS von Eggertspiele zu spielen -- ist imho eindeutig ein Fall für einen Kleinverlag, da von Mechanik und Thema wohl kaum für die Masse geeignet, aber erneut imho: ein ausgezeichnetes und "rundes" Spiel.
Geht meines Erachtens viel unterhaltsamer und flüssiger von der Hand, als es zum Beispiel ... na gibt es das? Jetzt fällt mir der Titel nicht ein :) Deutsches Politikspiel in blauer Schachtel.

> Spielt der Preis die übergeordnete Rolle ?

Wie Gustav schon schrieb: faktisch Nein. Da ich eher US-Spiele in meiner kleinen Sammlung habe, sind Preise von EUR 70 and up kein Schock für mich.
Geh zu zweit ins Kino und nimm da noch Poppkorn und Cola mit rein - für 1.5 h auch locker EUR 40 in den Wind gejagt, oder?

> Ich behaupte einmal, dass dies eben bei den meisten Spielern
> nicht der Fall ist, ...

Das ist auch gut so, sonst hätte ich ja keine Tests zu lesen ;)

> Der Kauf eines Spiels geht über den Bauch und nicht über den
> Kopf.

Hm, auch wenn ich mir - so es geht - gerne unterschiedlichste Meinungen einhole, möcht ich schon behaupten, dass der Bauch letztendlich der Hauptentscheider ist. Wüßt auch gar nicht, was da der "Kopf" entscheiden sollte - bei Spielen? :) Platz und Budget - ja - aber wer kümmert sich denn um sowas?

Salute,
Hannes

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Niccolo
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Beiträge: 1333

Re: Kopf oder Bauch ? - add on

Beitragvon Niccolo » 2. November 2003, 13:30

Oh, Mifu, beim förmlich gewordenen Absatz hab ich die 3 letzten Fragen glatt übersehen:

> Was reizt Sie zum Kauf eines Spiels ?

Thema muss mich aktuell reizen.
Ein neuer, interessanter Mechanismus.
Komplexität einfach umgesetzt.

> Welche Elemente eines Spiels halten Sie vom Kauf eines Spiels
> ab ?

Wenn es "xy ... von Catan" heisst ;)
Wenn das Regelheft eigentlich ein Buch ist (> 40 Seiten z.B.)
Wenn die Aussicht es zu spielen nahezu Null ist -
... was bei mir bei allen Spielen mit mehr als 3 Mitspielern leider der Fall ist.

Es ist mir fast nie gelungen, eine größere Spielergruppe verlässlich an einen Tisch zu bringen (kalenderwiederkehrende Fixtermine a la Club sind nicht meines). Also 4 ist das 'erreichbare' Maximum.
So hab ich:
2x 3rd Reich
1x Blood Royale
1x Cosmic Encounter
2x Diplomacy
1x Civilisation
2x Junta
2x Republic of Rome
mit 5+ Spielern am Tisch gespielt.
Mager, gell? :(

> Ist es für Sie wichtig, für wie viele Personen das Spiel
> spielbar ist ?

Oh jaaaa!!!
Also ideal ist 1-3(4) :)

Servus,
Hannes

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Joshua

Re: Kopf oder Bauch ?

Beitragvon Joshua » 2. November 2003, 13:52

> Geh zu zweit ins Kino und nimm da noch Poppkorn und Cola mit
> rein - für 1.5 h auch locker EUR 40 in den Wind gejagt, oder?

:) Kannst du das in Kilogramm Poppkorn umrechnen?

Grüße Joshua

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Petra Schmidt
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Beiträge: 231

Re: Kopf oder Bauch ?

Beitragvon Petra Schmidt » 2. November 2003, 16:23

Hallo!

Interessant wieviele Männer hier doch aus dem Bauch heraus entscheiden :grin:
aber vielleicht liegt das einfach auch am Thema, nämlich Spielen ;-)

Aber wie es aussieht, geht die Tendenz in Richtung Bauch.
Dies bringt sicher aber auch oft Nachteile mit sich, gerade wenn Klein- und Kleinstverlage nicht ein so gutes Design und Marketing haben. :-/

Auch mir ist es auf der Messe in Essen erst wieder so gegangen, mit einem wie ich meine ganz netten Spiel. Aber auf Grund des für mich gar schrecklichen Aussehens des Spiels habe ich es gleich mal in die Kattegorie "Gefällt mir nicht" gesteckt. Irgendwann ergab sich dann trotz alledem die Möglichkeit (Gott sei Dank) das Spiel zu spielen und ich es habe es dann mit genommen.

Mit Erkundigungen Einholen ist das allerdings auch nicht immer so ganz einfach. Fachzeitschriften gibt es ja nicht sooo viele und es vergeht oft eine ziemliche lange Zeit, bis ein Spiel dort besprochen wird. 3 bis 6 Monate ist für mich hier schon eine sehr lange Zeit :roll:
Und selbst wenn ein Spiel dort dann besprochen wird, spiegelt dies (zum Teil) nur eine Tendenz wider. Die Meinungen und Vorlieben sind da einfach viel zu Unterschiedlich.

Eine ganz gute Unterstützung für eine Kaufentscheidung ist sicher auf jeden Falll dieses Forum hier, da immer aktuell. Und man kann auch gezielt auf ein Spiel eingehen.

Probe spielen ist natürlich der Idealfall, aber wie oft hat man da Gelegenheit dazu? :-( Ich jedenfalls viel zu selten.

Viele Grüße
Petra Schmidt (die zumindest bei Schnäppchen Mittlerweile den Bauch aus und den Kopf einschaltet)

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Michael Andersch

70 Kopf : 30 Bauch

Beitragvon Michael Andersch » 2. November 2003, 20:49

Früher war das Verhältnis bei mir 80 Buach zu 20 Kopf (Preis).

In der Zwischenzeit, um einige Enttäuschungen reicher und einigen Schrankplatz ärmer hat sich dieses Verhältnis komplett gewandelt.


Meine Kriterien, um mich für ein Spiel zu interessieren sind zunächst mal Optik, Thema und Autor und vielleicht auch eine "Empfehlung" (durch einen Beitrag hier im Forum, Spielezeitschrift, Web,...).

Meine Kaufkriterien sind dann allerdings:
-Preis
-Ergebnis der 1. Probepartie
-Wahrscheinlichkeit, es jemals zu spielen
-Ergebnis der 1. Probepartie
-Platzbedarf
-Ergebnis der 1. Probepartie

Optik und Thema treten dann letztendlich zurück, wenn das Spiel was taugt (Beispiel Blokus: Das von mir meistgespielte Spiel 2003, trotz Gruseloptik und Themenmangel).

Warum siezt Du uns plötzlich, Herr Fuchs?
Herr Micha

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Marc W.

Re: 70 Kopf : 30 Bauch

Beitragvon Marc W. » 3. November 2003, 09:26

Mir geht es ähnlich. Ich schaue mir ein Spiel an, weil mir mein Bauch "sagt", dass es interessant sein könnte. Dann spiele ich es (mindestens 2x). Wenn es mir gefällt, frage ich mich, ob ich es nochmal spielen wollen würde (denn es gibt ja gute Spiele die ich nicht zu meinen Favoriten zähle) Dann schaue ich auf den Preis, denn Geld ist ein prima Hilfsmittel, um Prioritäten zu setzen. Wenn dann noch Priorität besteht, prüfe ich, ob die Chance besteht es öfters zu spielen (denn der ganze Vergleich mit Kinopreisen und Spielepreisen nützt nichts, wenn das noch so geniale Spiel im Regal verstaubt.) Und schließlich überlegte ich, ob es mir das dann noch den Preis wert ist.

Marc

------------

"Darmstadt spielt!" am 8.+.9.11.2003 - http://www.darmstadt-spielt.de - Neuheiten, Spiel des Jahres, Klassiker, Kinder- Familien- und Gesellschaftspiele können ausgeliehen werden - Siedler- und Clans-Turnier - Autoren stellen Spiele vor.

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Markus N.

Re: 70 Kopf : 30 Bauch

Beitragvon Markus N. » 3. November 2003, 10:10

Michael Andersch schrieb:
>
>
> Meine Kaufkriterien sind dann allerdings:
> -Preis
> -Ergebnis der 1. Probepartie
> -Wahrscheinlichkeit, es jemals zu spielen
> -Ergebnis der 1. Probepartie
> -Platzbedarf
> -Ergebnis der 1. Probepartie
>
Das heißt also, wenn du die Probepartie verlierst, hat das Spiel verloren und kommt nicht in dein Regal?

Gut, dann sollte ich jetzt Carcassonne - die Burg verbrennen!

Gruß MArkus
:-)

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Niccolo
Kennerspieler
Beiträge: 1333

verstauben lassen, oder abstauben? - war:Re: 70 Kopf : 30 Bauch

Beitragvon Niccolo » 3. November 2003, 10:10

Marc W. schrieb:
>
> (denn der ganze Vergleich mit Kinopreisen und
> Spielepreisen nützt nichts, wenn das noch so geniale Spiel im
> Regal verstaubt.)

Das ist dann eben die Frage - muss man es verstauben lassen?
Ich traf tatsächlich schon Leute, die NUR jene Spiele behalten, die sie mehr oder weniger regelmässig spielen und den Rest vereBayen.

So gesehen sogar 'mehr' als der Kinopreisvergleich.
Kannst aber meinetwegen das Spiel auch wegwerfen, nachdem du es gespielt hast! Der Vergleich mit dem Kino war aus dem Blickwinkel: Kosten-Gegenwert.
Dass manch einer von uns auch noch hamstert und stapelt hat damit natürlich nix zu tun.

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Ina-spielbox

Re: Kopf oder Bauch ?

Beitragvon Ina-spielbox » 3. November 2003, 12:01

Mifu schrieb:
und das Spiel auch für zwei
> Personen
> zu spielen geht, steht dem Kauf nichts mehr im Wege.
>
Das ist bei mir auch ein Kriterium .


> Wie sind die Rezensionen im Web, was schreiben
> Spielzeitschriften ?
Das gibt zumindest einen Vorgeschmack, Spiele, die sich in Reszension oder im Forum unterinteressant anhören, sehe ich mir oft gar nicht an.

> Kaufe ich auch Spiele von unbekannten Autoren oder
> Kleinverlagen ?
Immer - hier kommt der Kleinverlagsbonus! Z. B. Kampf der Kulturen: Mehr als ein netter Spielemechanismus ist es nicht. Aber es ist so klasse verpackt in Thema und Petrischale, da mußte es einfach mit.
Up und down von Franjos hat es diesmal allerdings nicht geschafft, das war zu dünn.
Schwarzarbeit von bewitched kam mit - ohne Ausprobieren.

> Spielt der Preis die übergeordnete Rolle ?
Die übergenordnete nicht unbedingt, sonst stände kein Roads and Boats in meinem Regal und wäre &cetera bestimmt in Essen geblieben. Aber eine Rolle schon.
>

> Was reizt Sie zum Kauf eines Spiels ?
Ein neuer Spielemechanismus, eine hübsche Graphik, ein Spiel, das zu zweit und auch zu viert und fünft funktioniert!

> Welche Elemente eines Spiels halten Sie vom Kauf eines Spiels
> ab ?
Völlig abstrakte Spiele wie z. B. Yinsh.

> Ist es für Sie wichtig, für wie viele Personen das Spiel
> spielbar ist ?
Ja. Gerne zu zweit.

Letzten Endes wird in Essen immer eine Probepartie gemacht und was da nicht gefällt, hat schon schlechte Chancen.
Die Januar-Neuerscheinungen werden dann in Oberhof getestet. Das letzte Spiel, welches ich "einfach so" gekauft war: Avalon von Kosmos und das steht nun im Regal und wird wohl nicht wieder rausgeholt.
Spiele werden ausprobiert und 80% Bauch-mäßig gekauft. Die 20% sind Budget und die Frage: Hat es eine Chance noch einmal auf den Tisch zu kommen. Was nützt mir ein Spiel, das ich toll finde und mir Spaß macht, wenn es dann doch keiner mit mir spielt? Zuletzt "Monstermacher" von Sphinx-Spiele - finde ich immer noch genial, aber will keiner mit mir spielen ...

Gruß Ina

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Tina Heldt

Re: Kopf oder Bauch ?

Beitragvon Tina Heldt » 3. November 2003, 12:02

Hallo!

Also, bei mir sind es eigentlich Kopfentscheidungen. Ist aber eine grundsätzliche Tendenz bei mir im Leben.

Der Bauch sagt mir nur "Ich möchte ein neues Spiel haben, also Tina, geh los und hol es!". Welches Spiel es dann wird ist Kopfsache. Da spielt dann auch der Preis eine große Rolle und auch der Platzbedarf und natürlich welchen Reiz das Spiel auf mich ausübt. Aber da zählt eben nicht nur Optik. Die Beschreibungen auf der Schachtel, gebe ich zu, lese ich fast nie. Statt dessen merke ich mir den Namen und suche dann im Netz alles was ich dazu finde. Wobei ich natürlich besonders auf Beschreibungen vom Ablauf achte und am liebsten auch gleich die kompletten Spielregeln einmal lese.

Abschreckend wirken dabei auf mich: Versteigerungskomponenten (aber auch da gibt's Spiele, die ich trotzdem mag)
Spiele die z.B. nur mit 4 Spielern spielbar sind (immer so schwer eine exakte Anzahl an Spielern zu erwischen)
Spiele in denen erwähnt wird, dass man singen muss (mein persönlicher Horror)
Partyspiele, bei denen man schon an den Regeln das Streitpotential erkennt (z.B. wenn alle später schreien "Ich hab aber zuerst blau gesagt!")
wenn die Hauptthematik Krieg ist

Anziehen wirken: variable Oberfläche,
Spiele die man auch alleine spielen kann (leide zeitweise unter akutem Mitspielermangel),
viel Zubehör (nehme es dann auch gerne in Kauf, dass ich lange für den Aufbau brauche),
laaaange Spielregeln (dann hat man selbst vor dem Spielen einen langen Genuß),
durchsichtige/glitzerne Steinchen (bin eben doch ein "Mädchen" :o))
Spiele bei denen es um die Lösung eines Geheimnisses geht (Criminal Cabinet)
anziehend: Pläne á la Scotland Yard (da konnte man sich so schön Geschichten zu einfallen lassen) oder Gebäude von innen
Thematik: Fantasy, SF, Kriminal

Nur kann das Zubehör eines Spiels noch so schön und vielversprechend sein: Ich will erst genau wissen, wie das Spiel abläuft und kauf erst dann - oder eben auch nicht. Deswegen ist meist mehr als ein Besuch im Spielleladen nötig.

Spontankäufe gibt's nur wenn die Spiele entweder im Supersonderangebot sind (5€) und ich bis dahin nichts für mich negatives über das Spiel gelesen habe.

Der Verlag spielt dabei keine Rolle, allerdings kann ich von kleineren Verlagen nur online kaufen, in meiner Stadt gibt's nur den üblichen Standard.

Tja, so sieht's bei mir aus. Zugegeben: Vor einigen Jahren war es mehr ein "Oh, das sieht ja nett aus, das nehme ich" - aber da hatte ich eben ein paar Reinfälle wie "Adel verpflichtet" oder "Die Kaufleute von Amsterdam". Daher habe ich die Strategie eben geändert :o)

Viele Grüße
Tina

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Ralf Arnemann
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Beiträge: 2447

Erst Bauch, dann Kopf

Beitragvon Ralf Arnemann » 3. November 2003, 12:21

Ein Spiel muß schon von Graphik und Thema her attraktiv erscheinen, damit ich überhaupt über einen Kauf nachdenke.
Da sind so Sachen wie von Gustav beschrieben (Ritter, Legionen, Flotten) schon hilfreich ;-)

Dann aber meldet sich der Kopf und erinnert mich dran, daß ich im Laufe vieler Jahre schon viel zu viele Spiele nur wegen eines Bauchgefühls bzw. guten ersten Eindrucks gekauft habe, und daß die zu einem großen Teil noch ungespielt im Regal liegen.

Diese Sperre überwinden nur Spiele, die entweder klein und preiswert sind (z. B. dieses Jahr von Kuhlmann das Kartenspiel "Altes Reich", wunderschön, Lieblingsthema, spielerisch gewohnt schlecht) oder die von verläßlichen Leuten empfohlen werden oder nach einem Probespiel noch deutlich interessant erscheinen ("ganz nett" reicht nicht mehr).

Umgekehrt fallen dann natürlich leicht Spiele durchs Raster, die mir vielleicht ausgezeichnet gefallen würden, aber von Graphik und Thema nicht so an mich rangehen.
Manche kaufe ich dann Jahre nach dem ersten Erscheinen, wenn die positiven Eindrücke sich so häufen, daß die Hemmschwelle doch überwunden werden kann.

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Jost Schwider

Kopf! (was: Kopf oder Bauch?)

Beitragvon Jost Schwider » 3. November 2003, 14:23

"Mifu" hat am 02.11.2003 geschrieben:

> wenn ich Spiele kaufe, ist der optische Anreiz des Spiels
> für mich oftmals ein wichtiges Kriterium.

Definiere "wichtig"!
Bei mir ist es eines von vielen Kriterien, aber bestimmt nicht das Ausschlaggebende!

> Wäre es aber nicht viel besser, sich erst einmal richtig zu
> erkundigen ?

Klar.

> Wie sind die Rezensionen im Web, was schreiben
> Spielzeitschriften ?

Auch wichtig, sich ein Bild zu machen.

> Kaufe ich auch Spiele von unbekannten Autoren oder
> Kleinverlagen ?

Auch, aber bloss keinen Kleinverlags-Bonus!
Ich will schließlich spielen, und nicht sammeln! :-)

> Spielt der Preis die übergeordnete Rolle ?

Der Preis kann schon mal ein Problem sein, aber dafür gibt es ja dann auch gewisse "Feiertage"... ;-)

> Der Kauf eines Spiels geht über den Bauch und nicht
> über den Kopf.

Andersrum!
Wenn ein Spiel nicht funktioniert, kommt es mir auch nicht ins Haus!

> Würde mich interessieren, wie Sie darüber denken ?

Ups, darf ich dich gar nicht duzen? ;-)

> Welche Elemente eines Spiels halten Sie vom Kauf eines
> Spiels ab ?

Wenn es eigentlich ein abstraktes Spiel ist...

> Ist es für Sie wichtig, für wie viele Personen das Spiel
> spielbar ist ?

In letzter Zeit kaufe ich reine 2-Personen-Spiele nur noch seeehr selten (Hellas war mein letztes). Es gibt schließlich genug Mehrpersonenspiele, die auch zu zweit gut funktionieren.

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "jooost aus sooost")
http://www.schwider.de/sp2003.htm - [i]Die ersten 38 Messeeindrücke[/i]


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