Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 2. November 2003, 10:41
Ich bekenne mich ganz klar dazu, dass ich meine Kauf-Entscheidungen oft spontan fälle.
Nun ist es ja so, dass man als Mehr-als-nur-durchschnittlich-oft-Spieler auch Rezensionen und Vorankündigungen sowie Forumsbeiträge liest: Es ist also eher selten der Fall, dass ich in einem Geschäft ein Spiel sehe, über das ich wirklich noch nie irgend etwas gehört oder gelesen habe.
Aber unabhängig davon: Wenn ein Ritter oder gar ein Landsknecht auf dem Cover ist, wenn Flotten und Legionen im Spiel sind, steigen die Chancen für den Kauf bei mir sofort ganz erheblich. Das heißt nicht unbedingt, dass ich das Spiel dann auf jeden Fall kaufe, aber ich nehme die Schachtel in die Hand und lese mir den Text auf der Rückseite durch, schaue mir später daheim noch mal an, was es über das Spiel zu lesen gibt, nehme die Schachtel beim nächsten Besuch im Laden wieder in die Hand ...
Ihr könnt euch wahrscheinlich vorstellen, wie das abläuft. Auf jeden Fall bin ich auf diese Weise schon zu einigen Spielen gekommen, die mir dann doch nicht gefallen haben. Aber so ist das halt: Wer in erster Linie auf den eigenen Bauch als Ratgeber hört, sollte damit leben können, dass der ihn ab und zu schlecht berät. Die Alternative - das Vertrauen auf Renzensionen und Postings - wäre ja nur, dass ich auf fremde Bäuche höre; und meinem Bauch traue ich allemal zu, dass er meinen Geschmack am besten kennt. :-)
Jetzt noch ein bisschen zu deinem konkreten Fragen-Katalog:
Mifu schrieb:
> Wäre es aber nicht viel besser, sich erst einmal richtig zu
> erkundigen ? Wie sind die Rezensionen im Web, was schreiben
> Spielzeitschriften ?
Ich lese Renzensionen in erster Linie wegen ihres Unterhaltungswertes. Kein Rezensent der Welt hat Zugang zu der Information, wie mir ein Spiel gefallen wird, dass ich erst NACH Erscheinen seiner Rezension zum ersten Mal spiele, darum kann das da auch nicht drin stehen.
> Kaufe ich auch Spiele von unbekannten Autoren oder
> Kleinverlagen ?
Warum nicht? Jeder gute Autor hat irgendwann sein erstes Spiel veröffentlicht und jeder Verleger auch. Das sagt nichts über die Qualität aus.
Viele Kleinverlage bringen aber - so mein ganz persönlicher und rein subjektiver Eindruck - in erster Linie Spiele heraus, hinter denen großes pädagogisches und soziales Engagement steht. Ich suche aber eher nach Rittern und Landsknechten, Legionen und Flotten. Wenn ich seltener Spiele aus Kleinverlagen kaufe, dann nicht, weil die Verlage klein sind, sondern weil sie nur selten Spiele haben, die mich ansprechen.
> Spielt der Preis die übergeordnete Rolle ?
Kommt drauf an, wie hoch er ist. Die Frage, ob ein Spiel 35 oder 45 Euro kostet, wird mich kaum beeinflussen, wenn´s 200 Euro sind, schaltet sich dann doch der Kopf bei der Entscheidungsfindung dazu.
> Welche Elemente eines Spiels halten Sie vom Kauf eines Spiels
> ab ?
Wenn ich den Eindruck habe, dass der Autor sein Spiel erfunden hat, um mich zu erziehen, statt um mich zu unterhalten.
Wenn es thematisch in der Gegenwart und im Alltag angesiedelt ist. Beides habe ich - für meinen Geschmack - auch ohne Spiel im Übermaß. Wenn die Leute im Spiel sich auf Pferden oder in Raumschiffen fortbewegen, ist das für mich in Ordnung, wenn sie in Autos oder Eisenbahnen fahren, ist mein Interesse schlagartig erlahmt.
(Natürlich gibt´s Ausnahmen: Heinrich Glumplers "Fette Autos" gefällt mit zum Beispiel ausnehmend gut - und mein Bauch hat im letzten Jahr in Essen gesagt: "Kauf´s dir, Gustav!")
> Ist es für Sie wichtig, für wie viele Personen das Spiel
> spielbar ist ?
Ich ziehe das in Erwägung, aber es ist nicht wirklich WICHTIG. Wir spielen meist zu sechst, daher bevorzuge ich im Zweifelsfall Spiele, die für sechs Personen spielbar sind. Aber ungeachtet dessen besitze ich auch eine Menge Spiele mit Rittern und Landsknechten, Legionen und Flotten, die höchstens zu viert oder fünft funktionieren. Solche Tage gibt´s schließlich auch mal.
Besonders interessant finde ich Spiele, die man auch allein spielen kann. In diesem Jahr was das bei "Die Rückkehr der Helden" auch das Ausschlag gebende Element, es mir zu kaufen, während ich Fantasy-Themen sonst nicht so ansprechend finde.
Auf Xuntheit!
Gustav der Bär