Beitragvon Ulrich Roth » 14. November 2004, 23:34
Per E-Mail hat mich folgende Anfrage eines Spielers erreicht (der hoffentlich nichts dagegen hat, dass ich sie auch hier poste und beantworte):
> Was macht man gegen einen sehr defensiven Spieler, der einfach nicht nach vorne spielt und wartet, dass er mit der geballten Kraft der eigenen Figuren das vorrückende Feld des Gegners schlägt? <
Ich kann dich beruhigen, eine solche Strategie ist (im Prinzip, denn Ausnahmen kann es in diesem Spiel wg. der Unberechenbarkeit der Kartenverteilung immer geben) völlig hoffnungslos. Da es kein Remis gibt, wird dieser Spieler in 9 von 10 Fällen (oder schlechter) verlieren.
Denn während er da sitzt und nichts tut (bzw. bestenfalls langsam seine Karten optimiert, eine pro Turn) wird sich ein kompetenter Gegner Raumvorteil verschaffen, vor allem auf den Flügeln (auf jedem Flügel idealerweise mit den Figuren, die zu denen des Defensivspielers dort passen wie die Faust auf's Auge), und einen Sieg per Menschen-Durchmarsch vorbereiten.
Um diese Gegenstrategie erfolgreich durchzuziehen, ist gar kein besonders aggressives oder riskantes Spiel erforderlich. Es würde sogar auch schon reichen, die Tiere allmählich 1:1 abzutauschen, denn dann gewinnen die verbleibenden Menschen des weiter aufgerückten Spielers ja automatisch, wenn sie auf ihre Gegenparts treffen.
Kurzum, ich würde mit Begeisterung gegen so einen "Defensivkünstler" um ELO-Punkte, Geld oder Naturalien spielen... :lol:
Die beste Fauna-Strategie ist m.E., allgemein gesprochen, die kontrollierte (d.h. positionell gut vorbereitete) Offensive.
(Zwei von meinen Spielpartnern sind übrigens Schachmeister - ELO 2550 und 2400 - , und die spielen auch so...)