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Spielewüste OSTEN ?!

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Peter M.

Spielewüste OSTEN ?!

Beitragvon Peter M. » 4. Februar 2005, 08:10

Hallo Forum, was ich mich schon länger frage: wird in den östlichen Bundesländern wirklich viel weniger gespielt? Gerade ist es mir wieder bei http://www.herne.de/spielezentrum/Turniere/DM2005/REGVOR2005/rv05-Anmeldung.html aufgefallen. Da sind über 150 Anmeldungen und davon gerade mal 5 in Berlin und 4 in Leibzsch. Das ist bei der DM schon seit Jahren so und auch bei anderen Spielerstatistiken oder Turnieren fällt mir das immer wieder auf.
Warum ist das so? Noch keine lange Spielerszene oder andere Gründe?
Grüße P.

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eine sonst stille Mitleserin

Re: Spielewüste OSTEN ?!

Beitragvon eine sonst stille Mitleserin » 4. Februar 2005, 09:53

Hallo Peter,

Ich bin aus dem Osten, aber ich kann Deine Frage kaum beantworten, nur mutmaßen.
Keine Sorge: Es gibt auch hier viele Spielebegeisterte Menschen.

1. Im Osten wohnt ja nur 1/5 bis 1/6 der Gesamtbevölkerung!!

2. Die Wege nach Leipzig und Berlin können auch im Osten verdammt lang werden.

3. Die Spieleszene ist anders.
Spielen und Spielgruppen sind hier eher privat und abgeschottet - ich behaupte mal ganz provokant: Im Osten ist erst der Freundeskreis da, der beschließt zum Spielekreis zu werden und Spielen als Hobby entdeckt. Spielen als etwas zum Zeitvertreib.
Im Westen ist es vielleicht umgekehrt, dass man über das Hobby Spielen zum Freundeskreis kommt. Also Spielen als Verbindung zwischen den Menschen.

Entsprechend anders ist dann auch das Bedürfnis an Turnieren teilzunehmen.
Entsprechend anderes ist auch der Drang sich im Internet und anderswo über solche Events zu informieren!

Überhaupt gibt es feine Unterschiede in der Freizeitkultur zwischen Ost und West. Was mir mit meinen westdeutschen Kollegen und Mitstudenten immer wieder auffällt: "Wessis" gehen gern miteinander aus - in die Öffentlichkeit. In diese Kreise kommt man ganz leicht, weil man einfach nur mitgehen muss, die Themen sind easy, tiefergreifende Probleme und Beziehungen bleiben oft aber innerhalb der Familie.
"Ossis" ziehen sich miteinander zurück - die feiern eher private Partys, da muss man schon irgendwie über Beziehungen reinrutschen können, dafür ist da oft das Verhältnis enger, ernsthafter, mehr Lebensbereiche umfassend.

Ich glaube da könnte die Antwort liegen.


Viele Grüße aus Thüringen


PS: Falls mich irgendwer misssversteht: Ich schildere hier nur meinen Eindruck. Ich bin ein Vertreter jener Zonenkinder, die in beiden Ländern aufgewachsen sind. Ich kenne eine hinreichende Anzahl von Mitbürgern dieses Landes, um solche Thesen aufzustellen. Aber natürlich gibt es auch Ausnahmen - also niemand sollte sich auf den Schlips getreten fühlen.

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Ralf Arnemann
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Beiträge: 2447

Aber bestimmt nicht ...

Beitragvon Ralf Arnemann » 4. Februar 2005, 10:04

Aus den Anmeldungen für Herne kann man wohl fast nichts schließen: Da werden auch wenige Leute aus Passau oder Kiel dabei sein - ist nämlich ganz schön weit zu fahren.
Es werden umgekehrt auch wenige Leute aus Herne nach Dresden zum Spielen fahren.

Obwohl man das tun sollte: Die Triangel in Dresden ist wohl eindeutig die attraktivste Spielekneipe in Deutschland, so etwas gibt es im Westen nirgends.

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Maddin

nur teilweise Zustimmung

Beitragvon Maddin » 4. Februar 2005, 11:22

Huhu Ralf!

Hihi - sorry: unterschätze bitte nicht den Freak-Status der Kieler Spieleszene. Ich weiß, dass die Kieler Qualifizierten IMMEr nach Herne gefahren sind und sich dort in aller Regel recht achtbar geschlagen haben...

Und da ich selbst zu diesen Freaks gehöre, habe ich selbstverständlich bei meinem letzten Urlaub in Sachsen und Thüringen extra einen Tag Dresden zusätzlich eingeplant - um die TRIANGEL kennenzulernen. Deswegen kann ich Dir mit Deinem Urteil dazu nur zustimmen...

*zwinker*

Verspielte Grüße aus dem hohen Norden,

Maddin

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DOtt
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Beiträge: 128

Re: Spielewüste OSTEN ?!

Beitragvon DOtt » 4. Februar 2005, 12:03

Hallo,

ich habe da andere Erfahrungen gemacht. Aber erstmal ein Abstecher in meine Vorgeschichte. Ich bin 16jährig von Stuttgart nach Zittau gezogen und studiere nun schon seit einer Ewigkeit in Leipzig und sehe mich nach zehn Jahren schon fast als Sachse.
Als ich hier ankam existierte keine mir bekannte Brettspielgemeinde und dass in einem Kreis (Studenten), der ja für sein großes Zeitrepertoire und seine Spielbegeisterung bekannt ist. Eher sah man die Leute am PC zocken (Gruß an Marcel :-) ) und gelegentlich Skat klopfen. Mit Siedler und Bluff konnte man die Leute in unserem Studentenclub langsam an die Materie heranführen und die Begeisterung wecken. Die Speerspitze der Bewegung bildeten aber meist zugewanderte aus dem Westen, die in ihrer Kindheit schon mit „Sagaland“, „Cafe International“ oder „Adel verpflichtet“ Erfahrungen gesammelt hatten. Ich möchte damit nicht ausdrücken, dass in Ostdeutschland die Menschen weniger spielbegeistert sind, sie wissen nur oft nicht, dass es überhaupt eine solche Breite und Tiefe in diesem Genre gibt. Es fehlt hier an einer "Spiele-des-Jahres-Generation", die in Westdeutschland schon seit 1979 existiert. Je älter die Menschen hier sind, desto weniger hatten und haben sie Kontakt mit diesen Spielen. Es muss sich daher erst eine solche Generation entwickeln, die die Brettspielbasis erweitert.
Dass das Potential dafür vorhanden ist zeigt schon die große Zahl an „Magic-Kids“, die es hier genauso gibt wie in anderen Teilen Deutschlands.

Nachdruck kann ich dieser Behauptung durch meine gelegentliche Arbeit im Capito (Spieleladen in Leipzig, dessen Chef ein Schwabe ist) und meinem zweiten Job in einem IT-Unternehmen verleihen.
Spiele spielen oder besonders sammeln wird hier noch als sehr sehr außergewöhnliches Hobby angesehen. Ein organisiertes Spielen ist daher seltener anzutreffen und entwickelt sich nur langsam. Ich behaupte aber, dass in spätestens zehn Jahren der Osten mit dem Westen gleichgezogen ist.

Letztes Jahr habe ich mich dazu entschlossen ein Team für die Vorausscheidung zur DM aufzustellen (3 Westdeutsche, 1 Ostdeutscher), wir haben gewonnen und Leipzig mehr schlecht als recht, aber mit viel Spaß bei der DM vertreten. Auch dieses Jahr werden wir wieder einen Anlauf versuchen. Schade, dass wieder nur vier Teams teilnehmen, obwohl wir in unserem Bekanntenkreis immer wieder darauf aufmerksam gemacht haben.

zu Deinen Aussagen möchte ich noch hinzufügen:

> 1. Im Osten wohnt ja nur 1/5 bis 1/6 der Gesamtbevölkerung!!

stimmt, daher gibt es ja auch nur zwei (dafür sehr zentrale Austragungsorte). Die beiden Ballungsgebiete müssten aber genug Potential haben, um größere Kontingente zu stellen, es fehlt aber der Bekanntheitsgrad.

> 2. Die Wege nach Leipzig und Berlin können auch im Osten

sie sind nicht länger, als z.B. der Weg von einem guten Freund, der von Erlangen nach München fahren muss.

> 3. Die Spieleszene ist anders.

siehe dazu meinen Beitrag.



Viele Grüße und allen viel Spaß bei den bevorstehenden Turnieren

Daniel

P.S. Hey, Marcel was hälst Du als gebürtiger Thüringer davon?

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Volker Schindler
Spielkamerad
Beiträge: 34

OT:Kieler Spieleszene

Beitragvon Volker Schindler » 4. Februar 2005, 12:39

hallo Maddin,

wo kann man denn diese Kieler Spieleszene treffen?
Da ich seit einiger Zeit sozusagen Teilzeit-Kieler bin, habe ich schon versucht
diese ausfindig zu machen, bisher leider ohne Erfolg. Vielleicht kannst du ja helfen.
Würde mich freuen
Volker

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die Thüringerin

Re: Spielewüste OSTEN ?!

Beitragvon die Thüringerin » 4. Februar 2005, 14:24

Hallo Daniel,

> ich habe da andere Erfahrungen gemacht.

ich sehe da kaum einen Widerspruch, zu dem von mir gesagten. Aber der Reihe nach:

> Als ich hier ankam existierte keine mir bekannte
> Brettspielgemeinde und dass in einem Kreis (Studenten), der
> ja für sein großes Zeitrepertoire und seine Spielbegeisterung
> bekannt ist. Eher sah man die Leute am PC zocken (Gruß an
> Marcel :-) ) und gelegentlich Skat klopfen. Mit Siedler und
> Bluff konnte man die Leute in unserem Studentenclub langsam
> an die Materie heranführen und die Begeisterung wecken.

Ich kann nur für Dresden ab 1996 sprechen. Damals grassierte das Siedler-Fieber unter den Studenten da jedenfalls. Die meisten hier kamen durch die Siedler zum Spielen.
Meine Spiele-Sozialisation war schon früher, etwa 1992 als ich mit 14 Jahren durch meine Schulclique in Kontakt mit Stratego und Risiko kam. Aber auch als Kinder haben wir Brettspiele gespielt, zum Teil (Monopoly und Auf Achse) selbst welche gebastelt und erfunden. Nur die DDR-Spiele waren nicht so bunt und glänzend.

> Speerspitze der Bewegung bildeten aber meist zugewanderte aus
> dem Westen, die in ihrer Kindheit schon mit „Sagaland“, „Cafe
> International“ oder „Adel verpflichtet“ Erfahrungen gesammelt
> hatten.

In meinem Fall nicht. Ich denke, das lässt sich nicht verallgemeinern. Spielgruppen, ohne Westbeteiligung kennst Du ja zwangsläufig nicht. ;-)

Ich möchte damit nicht ausdrücken, dass in
> Ostdeutschland die Menschen weniger spielbegeistert sind, sie
> wissen nur oft nicht, dass es überhaupt eine solche Breite
> und Tiefe in diesem Genre gibt.

Ich glaube, dass viele Leute die Tiefe und Breite kaum kennen aber dennoch nix vermissen. Die Spieler hier spielen dafür vielleicht wenige Spiele öfter.

Es fehlt hier an einer
> "Spiele-des-Jahres-Generation", die in Westdeutschland schon
> seit 1979 existiert. Je älter die Menschen hier sind, desto
> weniger hatten und haben sie Kontakt mit diesen Spielen. Es
> muss sich daher erst eine solche Generation entwickeln, die
> die Brettspielbasis erweitert.

Volle Zustimmung! Es sei denn, die Computerkids von heute verlieren die Lust an nicht piepsenden Spielen deutschlandweit.

> Spiele spielen oder besonders sammeln wird hier noch als sehr
> sehr außergewöhnliches Hobby angesehen. Ein organisiertes
> Spielen ist daher seltener anzutreffen und entwickelt sich
> nur langsam. Ich behaupte aber, dass in spätestens zehn
> Jahren der Osten mit dem Westen gleichgezogen ist.

Auch hier volle Zustimmung. Das ist aber kein Widerspruch, zu meinen Behauptungen. Die mentalen Unterschiede verwischen halt.
Momentan wird hier eben noch hauptsächlich im Freundeskreis und in Famile gespielt.


> Letztes Jahr habe ich mich dazu entschlossen ein Team für die
> Vorausscheidung zur DM aufzustellen (3 Westdeutsche, 1
> Ostdeutscher), wir haben gewonnen und Leipzig mehr schlecht
> als recht, aber mit viel Spaß bei der DM vertreten. Auch
> dieses Jahr werden wir wieder einen Anlauf versuchen. Schade,
> dass wieder nur vier Teams teilnehmen, obwohl wir in unserem
> Bekanntenkreis immer wieder darauf aufmerksam gemacht haben.

He, ich würde prinzipiell gern mitmachen, aber ich kenne leider nicht tausende Spiele. Dazu fehlt mir momentan die Zeit.

Aber vielleicht könnte man ja das organisierte Spielen im Südraum etwas pushen?


Grüße aus Ost-Ost-Ost-Thüringen

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Peter M.

Re: Aber bestimmt in Kiel

Beitragvon Peter M. » 5. Februar 2005, 11:38

- Da werden auch wenige Leute aus Passau oder Kiel dabei sein

Aber in Kiel ist doch auch eine Vorausscheidung :-) P.

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Martin

Re: OT:Kieler Spieleszene

Beitragvon Martin » 7. Februar 2005, 09:09

Volker Schindler schrieb:

> wo kann man denn diese Kieler Spieleszene treffen?
> Da ich seit einiger Zeit sozusagen Teilzeit-Kieler bin, habe
> ich schon versucht
> diese ausfindig zu machen, bisher leider ohne Erfolg.
> Vielleicht kannst du ja helfen.

Schau doch einfach mal am 20.02. zwischen 11 und 17 Uhr in der Kirchengemeinde Hasseldieksdamm (Am Wohld 4 - 6) vorbei. Da dann unsere DM-Vorausscheidung läuft, trifft sich dort sozusagen die Creme der Kieler Spieleszene...

Ansonsten hilft man Dir sicher bei uns in der Spiele Oase, Schülperbaum 24 mit Adressen von Kontaktpersonen weiter.

Schöne Grüße

Martin


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