Beitragvon Steffen S. » 11. April 2005, 18:06
Hi Lorion,
bei uns auf http://www.hall9000.de/php/rezi.php?rezi=1783 kannst du auch noch eine Rezi mit vielen Meinungen & Kurzkommentaren lesen. Das Resultat spricht eigentlich schon für sich.
Zur persönlichen Einschätzung: Himalaya ist mE ein großartiges Spiel, das aus bekannten Mechanismen ein originelles Gesamtkonzept zusammengefügt hat - und zudem noch ein angenehm unverbrauchtes Setting (kein Mittelalter, puh...) nutzt.
Das Spiel sollte unbedingt mit den Varianten gespielt werden (Yetispuren usw.), da diese noch mehr Interaktion und Ärgerelemente ins Spiel bringen, und den vorhandenen (aber nicht entscheidenden) Glücksfaktor nochmals reduzieren. Es ist überaus unterhaltsam, seine Aktionen, fast ein bisschen wie bei Robo Rallye, nach dem Motto "er denkt bestimmt, dass ich denke, dass er denkt..." zu planen, um dann letztendlich festzustellen, dass es doch ganz anders kam ;)
Ein wesentliches Reizelement ist auch der multiple Wertungsmechanismus. Zum einen können/müssen in drei Gebieten Mehrheiten errungen werden, um überhaupt gewinnen zu können, zum anderen geschieht diese Abrechnung "etappenhaft". Es ist einfach ein reizvolles Vabanque-Spiel: Wann sattle ich von der Rohstoffsammlung auf die Auftragsringe um, welche zwei Wertungsmöglichkeiten wähle ich nach deren Erfüllung. Interessant ist auch der aufsteigende Wert der abzuholenden Rohstoffklötzchen. Dadurch kommt es mitunter zu "Ausbremsversuchen" der Spieler: Man parkt überraschend seine Spielfigur für 1 Runde, um dem Gegner den Vortritt zu lassen - um danach seineseits das höherwertige Klötzchen abzustauben.
Wie gesagt: All das ist nicht revolutionär, aber es ist eine ganz ungewöhnliche Mischung. Die Wertungstechnik hält das Spiel bis zum letzten Zug spannend, und lässt immer ein Türchen für eine kleine Siegchance offen. Es prickelt von Anfang bis Ende, die Spannung ist sofort hoch, man fiebert den ersten Zügen der Gegner und der ersten Etappenwertung entgegen, und je mehr sich das Gerangel um die Wertngbereiche zuspitzt, desto spannender wird es noch - bis zur finalen Überraschung, wenn die Yak-Herden hinter den Sichtschirmen aufgedeckt werden.
Die mitunter geäußerte Kritik am Material teile ich nicht. Mir gefällt sowohl das Brett-Design (hat mich stark an das Computerspiel "Warcraft II" erinnert ;)), als auch die Figuren. Das Aufstellen der praktischen Sichtschirme ist ein kleiner Intelligenztest, den (wie man es einigen Kritiken entnehmen konnte) einige leider nicht ganz bestanden haben ;) :D
Aus MEINER Sicht ist Himalaya (mit den erweiterten Spieloptionen aus der dem Spiel beiliegenden "Profi-"Regel) ein hervorragendes Spiel, dem ich jede mögliche Ehrung beim SDJ, DSP oder sonstwo von Herzen gönnen würde.
Hochgebirgliche Grüße,
Steffen (der von Schnee ansonsten vorerst genug hat)