Beitragvon Steffen S. » 29. April 2005, 12:58
Hi Michael,
deine These mit der unglücklichen Startkosntellation habe ich ja ebenfalls bereits angedeutet. Es ist tatsächlich so: Randpositionen kannst du vergessen. Und nun haben wir ein Problem, in dem auch wieder die hohen Tie-breaker ihre Rolle bekommen: Alle drängen in die Mitte. Da bekommt vielleicht noch jeder ein Dörfchen unter. Aber nun sind u.U. bestimmte Spieler eingebaut, und haben u.U. noch die Farbe blau - damit müssen sie bei der ersten "Bauwelle" den Gegenspielern den Vortritt lassen. Ergo: Sie werden gleich nochmal um eine Schicht eingebaut. Wenn jetzt womöglich noch Zielkaten mit 1-2 Dörfern der Gegenspieler besetzt sind, kannst du eigentlich aufhören, mitzuspielen.
Du nennst außerdem einen ganz wichtigen Punkt: "Mittlerweile..." - den Umstand, dass sich eine Standardvorgehensweise anbietet und einschleift, erkennt man erst nach wenigstens 2-3 Partien. Und dann nimmt die Motivation rapide ab. Eine Erstlingspartie hingegen (über)betont m.E. den Mechanismus, der ja durchaus gut und originell ist, während sich die strategischen Schwächen erst nach und nach herauskristallieisieren.
Meine Fehlinterpretation deiner Mathematik-Aussage war natürlich so nicht beabsichtigt, sorry, wenn das anders rüberkam. Ziel war tatsächlich nur die Klarstellung: Hier wird etwas überbewertet. Kernproblem ist tatsächlich die fehlende Abwechslung und die fehlende Vielfalt an siegfähigen Vorgehensweisen.
Viele Grüße,
Steffen