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Wirtschaftsspiele dringend gesucht!

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Olga Kahre

Wirtschaftsspiele dringend gesucht!

Beitragvon Olga Kahre » 5. September 2005, 13:44

Hallo an Alle!

Für unseren Kunden Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) organisiere ich zur Zeit eine Kinderveranstaltung zum Thema "Wirtschaft und Arbeit". Sie wird am Samstag, den 24. September an der TU München stattfinden. Erwartet werden von uns etwa 500 Kinder mit ihren Eltern im Alter zwischen 10 und 12 Jahren.

Im Rahmenprogramm wollen wir mehrere Spieltische (etwa 5-6) aufbauen, an denen die Kinder spielerisch in das Thema "Wirtschaft" eingeführt werden sollen. Zum Spielen werden die Kinder etwa 2 Stunden Zeit haben. Die Spieltische werden von zwei Mentoren betreut, die die Kinder in das Spiel einweisen und ihnen während des gesamten Spiels zur Seite stehen werden. Gesucht werden von uns noch sowohl die geeigneten Wirtschaftsspiele als auch die entsprechenden Mentoren.

Kann mir jemand von Euch ein paar Spiele empfehlen? Über Tipps zu Mentoren würde ich mich auch sehr freuen. Vielleicht hat jemand von Euch Lust selbst mitzumachen?

Bei den Spielen sollte vorzugsweise eine betriebswirtlischaftliche bzw. volkswirtschaftliche Thematik im Vordergrund stehen. Interessant wären allerdings auch Spiele wie zum Beispiel das Spiel "Die Siedler von Catan", bei dem es um den Aufbau eines "Staates" geht.

Über Eure Ratschläge würde ich mich sehr freuen.

Danke!

Olga Kahre

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Immanuel

erste Vorschläge:

Beitragvon Immanuel » 5. September 2005, 15:14

Hallo Olga,

auf die Schnelle fallen mir ein:

Acquire
Börsenspiel
Goldbräu (Wirtschaftsspiel im doppelten Wortsinne)
Puerto Rico
Schoko & Co
Union Pacific

Aber bestimmt wir Dir gleich irgendjemand, der seine Sammlung über EXCEL nach "Wirtschaft" filtern kann, eine perfekte Liste mailen.

Viel Spaß bei der Veranstaltung wünscht
Immanuel (für den München leider zu weit weg ist, um einen Tisch zu betreuen)

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Christian K.

Re: Wirtschaftsspiele dringend gesucht!

Beitragvon Christian K. » 5. September 2005, 16:01

Hallo,

Ratschläge kann ich leider keine geben, denn die Idee, Kindern spielerisch in das Thema Wirtschaft einzuarbeiten, kann nur von einer neoliberalen Organisation wie INSM kommen. Es ist eine Sache, mit Kindern (und Eltern) Gesellschaftsspiele zu spielen. Dem wird hier im Forum logischerweise niemand widersprechen. Eine andere Sache ist es dagegen, Kinder auf solchen Lobbyveranstaltungen nicht einfach gut zu betreuen, sondern ihnen gleich dabei auch noch ein paar liberale "Werte" einzuimpfen. Für Kapitalisten ist es natürlich toll, Kindern im Spiel deren Vorstellungen von freier Marktwirtschaft und das dazu gehörnde leistungsorientierte Denken zu vermitteln. Eine solche "Erziehung" führt aber m.E. nach zu sozialschwachen (nicht mit der üblichen Bedeutung des Wortes verwechseln) und sozial-kalten Menschen.

Wer sich genauer mit dem Thema INSM auseinandersetzen möchte, sollte einfach mal bei google suchen oder sich einige der folgenden Links anschauen, die in der Länge stark variieren.

Studie der Hans-Böckler-Stiftung zu INSM:

www.boeckler.de/pdf/fof_insm_studie_09_2004.pdf

Artikel aus verschiedene Zeitungen:

http://archiv.tagesspiegel.de/archiv/30.10.2004/1450291.asp#art

http://www.zeit.de/2005/19/insm

http://www.freitag.de/2005/34/05340401.php

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cristinus

Re: Wirtschaftsspiele dringend gesucht!

Beitragvon cristinus » 5. September 2005, 16:24

Hallo Namensvetter,

danke für die sehr informativen Links! Das sind also die "Fachleute" Leute, die Sonntags immer bei der Christiansen runhängen, uns suggerieren, dass Deutschland vor dem Kollaps steht und wir unseren Sozialstaat radikal abbauen müssen. Äußerst aufschlussreich, diese Artikel! Das diese Neoliberalen so geschickt getarnt sind, wußte ich bisher nicht. Jetzt sind sie sogar in der Spielbox angekommen...

Hoffentlich bekommen diese Lobbyisten nach der Wahl nicht noch mehr Einfluß!

Nachdenkliche Grüße
christian

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Christian K.

Re: Wirtschaftsspiele dringend gesucht!

Beitragvon Christian K. » 5. September 2005, 16:52

Hallo Christian,

ich vergaß ganz zu erwähnen, zusammenfassend wenigstens noch folgende Informationen zu INSM zu schreiben:
A) INSM versucht über Marketing, PR und "Pressearbeit" den deutschen Volk zu vermitteln, dass eine freie Marktwirtschaft vernünftig ist. Dies ist lt. PlusMinus eine Reaktion auf eine Meinungsumfrage, deren Ergebnis u.a. ergab, dass die Mehrheit der deutschen Bevölkerung eine soziale Marktwirtschaft befürwortet. Das der Name der Initiave nicht zu deren Programm passt, ist wohl auch nicht nur Zufall.
B) "Mitglieder" von INSM sind u.a.:
Heinrich von Pierer
Paul Kirchhoff
der frühere Bundesbankpräsident Prof. Dr. Hans Tietmeyer
Tasso Enzweiler, ehemaliger Chefreporter für Financial Times Deutschland
Dieter Rath, vormals Pressechef des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI)

Gruß
Christian

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Wolfram Püchert alias WeePee

Re: Wirtschaftsspiele dringend gesucht!

Beitragvon Wolfram Püchert alias WeePee » 5. September 2005, 17:57

Hans-Böckler-Stiftung ist doch die andere Seite der Medaille: die Gewerkschaften

LoL

Wem darf man nun trauen?

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Steffen

Re: Wirtschaftsspiele dringend gesucht!

Beitragvon Steffen » 5. September 2005, 18:14

Aha, Paul Kirchhoff. Das ist doch dieser "Professor" der den Arbeitern alle Steuervergünstigungen streichen will um die Spitzenverdiener mit 25% Steuer zu locken.
Hoffentlich wird das nicht wirklich unser neuer Finanzminister, sonst haben die kleinen Leute in diesem Staat nichts mehr zu lachen.

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cristinus

Re: Wirtschaftsspiele dringend gesucht!

Beitragvon cristinus » 5. September 2005, 18:19

Hi Wolfram,

wenn du Arbeitnehmer bist, sollte wohl klar sein, welche Seite der Medaille die bessere für dich ist (und damit für 80-90 % der Bevölkerung). Das INSM ist meiner Meinug nach eine Organisation, die die Interessen von einigen, wenigen vertritt der Bevölkerung aber das Gegenteil dessen vorgaukelt.

Das Ganze geht einher einer massiven PR-Kampagne, die für mich schwer erträglich ist, da sie neoliberale Ideen rüdester Art als alleinseligmachende Wahrheiten verkauft und damit jegliches konträr-kritisches Denken auszuschalten versucht.

Frau Olga Kahre kann gerne woanders Ihre "Probanden" akquirieren. (Es werden sich ja wohl noch genug Kinder aus typischen FDP-Familien finden ;-)

Hier muss das nicht unbedingt sein.

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nm

Re: Wirtschaftsspiele dringend gesucht!

Beitragvon nm » 5. September 2005, 20:47

Für diese Veranstaltung kommt eigentlich nur "Manager" in Frage. Ziel des Spiels besteht im wesentlich darin, einen Betrieb durch Abbau von Arbeitsplätzen zu rationalisieren. Wer als erstes alle Arbeitnehmer durch Maschinen ersetzt hat, hat gewonnen.

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Wolfram Püchert alias WeePee

Re: Wirtschaftsspiele dringend gesucht!

Beitragvon Wolfram Püchert alias WeePee » 5. September 2005, 21:38

Dieses Forum ist ein Spielerforum, somit ist die Frage der OP berechtigt und gehört hierher.

Aber noch etwas in politischer Sache: Ich habe mal in einer konkreten Situation als Arbeitnehmer mit der Gewerkschaft zu tun gehabt und habe festgestellt, dass die Gewerkschaft genauso wenig die Interessen der Arbeitnehmer vertritt wie (offensichtlich) diese komische Arbeitgeberinstitution.

Auf Seiten der Gewerkschaft ging es genauso um Macht, Abgrenzung und Eigennutz wie Du es der Gegenseite ebenfalls unterstellst oder unterstellen willst.

Von daher kann ich nicht erkennen, auf welcher Seite ich stehen sollte. Beide Seiten wollen nur Macht, Einfluss und Durchsetzen der eigenen Position. Um die Sache geht es beiden nicht.

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Wolfram Püchert alias WeePee

Re: Wirtschaftsspiele dringend gesucht!

Beitragvon Wolfram Püchert alias WeePee » 5. September 2005, 21:45

Olga Kahre schrieb:
>
> Hallo an Alle!
>
> Für unseren Kunden Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
> (INSM) organisiere ich zur Zeit eine Kinderveranstaltung zum
> Thema "Wirtschaft und Arbeit". Sie wird am Samstag, den 24.
> September an der TU München stattfinden. Erwartet werden von
> uns etwa 500 Kinder mit ihren Eltern im Alter zwischen 10 und
> 12 Jahren.

Ich kann nur sagen: die armen Kinder. Sie werden sicher nur einseitig informiert. Meine Idee wäre eine "ausgewogene" Veranstaltung zu veranstalten.

> Im Rahmenprogramm wollen wir mehrere Spieltische (etwa 5-6)
> aufbauen, an denen die Kinder spielerisch in das Thema
> "Wirtschaft" eingeführt werden sollen.

Aha, warum dürfen die Kinder nicht einfach nur spielen?

> Zum Spielen werden die Kinder etwa 2 Stunden Zeit haben.
> Die Spieltische werden von
> zwei Mentoren betreut, die die Kinder in das Spiel einweisen
> und ihnen während des gesamten Spiels zur Seite stehen
> werden.

Mein Tipp: pro Tisch ein Mentor .... ansonsten werden die Kiddies zu schnell wieder zu ihrem Gameboy greifen.

> Gesucht werden von uns noch sowohl die geeigneten
> Wirtschaftsspiele als auch die entsprechenden Mentoren.
>
> Kann mir jemand von Euch ein paar Spiele empfehlen?

Monopoly, Union Pacific, Dschunke (eher weniger geeignet), Börsenspiel, Auf Achse

> Bei den Spielen sollte vorzugsweise eine
> betriebswirtlischaftliche bzw. volkswirtschaftliche Thematik
> im Vordergrund stehen.

Lol, seeeehr kindgerecht, klasse!

> Interessant wären allerdings auch
> Spiele wie zum Beispiel das Spiel "Die Siedler von Catan",
> bei dem es um den Aufbau eines "Staates" geht.

Risiko (um den Einmarsch in den Irak nachzuspielen), Vinci (um auch gleich den Untergang zu lernen)

> Über Eure Ratschläge würde ich mich sehr freuen.
> Danke!
> Olga Kahre

Die armen Kinder ... nun werden sie auch schon manipuliert.

Gruß Wolfram

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cristinus

Re: Wirtschaftsspiele dringend gesucht!

Beitragvon cristinus » 5. September 2005, 23:05

Hi Wolfram,

tur mir leid, dass du von deiner Gewerkschaft so enttäuscht wurdest. Ich kann dir aber als ein Arbeitnehmer, der in einem Unternehmen ohne relevante Arbeitnehmervertretung beschäftigt ist, sagen, dass du als AN ganz alt aussiehst, wenn es keine Interessensvertretung auf seiten der "Arbeiterklasse" gibt.

In meiner letzten Firma - auch ohne AN-Vertretung - wurden wir Opfer einer feindlichen Übernahme. Resultat war, dass die Hälfte de Belegschaft ohne Widerstand entlassen wurde. Von daher bin ich ein gebranntes Kind, und reagiere sehr sensibel, wenn irgendwelche gekauften Chargen (=INSM) mir weismachen wollen, dass der Abbau von AN-Mitbestimmung und Kündigungsschutz angeblich Arbeitsplätze schaffen soll...

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Peter Gustav Bartschat

Zweite Vorschläge:

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 6. September 2005, 05:47

"Die Siedler von Catan", das Olga Kahre schon selbst erwähnt, wäre sicher eine gute Wahl,

Zusätzlich zu Immanuels Vorschlägen kann ich noch "San Juan" (Verlag: Alea/Ravensburger) empfehlen, ein leicht zu erlernendes Kartenspiel, das die Spieler in jeder Runde vor die Entscheidung stellt, in welches Gebäude sie ihr meist knappes Kapital investieren sollen: Jedes Gebäude hat seinen besonderen Nutzen, aber man kann nie sicher sagen, welche Art von Nutzen in den kommenden Runden den meisten Vorteil bringt.

Leider nicht mehr lieferbar Ist "Playboss" (Verlag: Ravensburger), aber mit etwas Glück noch über eine private Sammlung ausleihbar oder gebraucht erhältlich. Hier ist speziell das "Modulsystem" der Regeln interessant, die es ermöglichen, mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden zu spielen: Dabei kommen mit jedem "Regelmodul" mehr Aspekte ins Spiel. Es beginnt mit einfachen Ein- und Verkaufsentscheidungen, die sich auf die Preise bei Rohstoffen und produzierten Waren auswirken und geht bis zu einem komplexen Verhandlungsspiel, bei denen die Spieler dann unterschiedliche Rollen (z.B. Gewerkschaft, Staat usw.) übernehmen können.

Allen Unkenrufen zum Trotz wünsche ich viel Spaß bei der Veranstaltung.

Mit einem lieben Gruß
Gustav

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Stefan H

Re: Wirtschaftsspiele dringend gesucht!

Beitragvon Stefan H » 6. September 2005, 09:32

Also ich kann ja verstehen, wenn jemand mit der Stiftung nichts zu tun haben möchte und auch andere Interessen vertritt.

Aber in der Diskussion könnte man ja den Eindruck bekommen, das Gesellschaftsspiele die frei im Handel sind gefährlich für Kinder und deren Entwicklung sind, nur weil sie wirtschaftliche Themen und Inhalte zum Gegenstand haben. Das ganze scheint wirklich die soziale Marktwirtschaft zu schädigen und zu gefährden, da es in Spielen nur politisch korrekt ist, Arbeitnehmer zu sein. Fragt sich nur wo die Arbeitnehmer dann im Spiel arbeiten. Dies könnte doch eine neue grandiose Idee für ein neues Spielkonzept sein. Also alle, die ein gutes Spielkonzept zu wirtschaftlichen Themen auf betriebswirtschaftlicher Ebene haben, das ohne Unternehmen und Markt auskommen haben jetzt die Chance etwas wirklich neues auf den Markt zu bringen. Aber bitte nicht gleich an die Planwirtschaft denken, da gab es auch Chefs, die hießen nur anders und einen Markt, allerdings eher für die ,die Devisen hatten oder die etwas zu tauschen hatten.

Aber Ironie bei Seite. Nach den bisherigen Antworten habe ich eher das Gefühl, das nicht das Spiel an sich, sondern die Gefahr der Manipulation durch den "Mentor" als gefährlich angesehen wird. Dem kann ich zustimmen, wenn die Mentoren sich so tolerant und offen wie in den bisherigen Antworten zeigen. Ich werde bei meiner nächsten Spielrunde auch mal schaun, womit sich meine Mitspieler so nebenbei beschäftigen und dann sicherheitshalber Hase und Igel auf den tisch bringen. Obwohl das geht leider auch nicht, weil es auch hier um den (wirtschaftlichen) Einsatz von Mohrrüben geht und nur ein Hase Sieger sein kann.

Also mein Wunsch zum Schluss. Lasst uns schöne Spiele Spielen und Empfehlen. Denn wir lernen doch alle beim Spielen und haben Spaß daran. Wer keine Lust hat einem Anfragenden zu helfen, der soll es einfach lassen und sich seine Kommentare verkneifen. Es sei denn, es besteht eine wirkliche Gefahr durch Betrüger, die nette Spieler ausnehmen wollen. Ich freue mich jedenfalls immer wieder auf eine Gehirnwäsche a la "Schoko & Co" und feure dann anschließend meinen "Hamster" ;o), obwohl das in diesem Spiel nur Sinnvoll ist, wenn er die Nüsse frist, aber lassen wir das.....

Nice Dice

Stefan

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Siegfried Kurz

Noch ein Tipp

Beitragvon Siegfried Kurz » 6. September 2005, 12:41

Dringend zu empfehlen ist auch "Junta" wegen seiner Realitätsnähe.

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freak
Kennerspieler
Beiträge: 1105

Re: Wirtschaftsspiele dringend gesucht!

Beitragvon freak » 6. September 2005, 13:37

Global Powers aus dem Hause Eggert Spiele geht zwar mehr in den Bereich Politik, ist aber sehr empfehlenswert.

Viele Grüße
freak

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Marie

Re: erste Vorschläge:

Beitragvon Marie » 6. September 2005, 14:23

"müll & money" - falls noch irgendwo erhältlich
Ist glaube ich auch von einem BWL-er "gemacht" ;-) .... Angabe ohne Gewähr

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Thomas O.

Re: erste Vorschläge:

Beitragvon Thomas O. » 6. September 2005, 14:52

Marie schrieb:
>
> "müll & money" - falls noch irgendwo erhältlich
> Ist glaube ich auch von einem BWL-er "gemacht" ;-) ....
> Angabe ohne Gewähr

Hallo Marie,

schöner Vorschlag. Der Autor, Dr. Jürgen Stroh, ist laut spielbox promovierter Physiker.

Gruß, Thomas

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Steffen S.

Re: Wirtschaftsspiele dringend gesucht!

Beitragvon Steffen S. » 6. September 2005, 14:54

Leute, Leute: Junta und Global Powers für Kinder im Alter von 10-12 Jahren? Merke: Die Spiele müssen dazu auch noch erklärt werden, bei einer Gesamtzeit von 2h. JA ich weiß, jetzt wird jemand sagen: MEINE Kinder Spielen Global Powers mit Begeisterung, und die sind auch erst 11 und 13 (o.ä.) - das ist aber nicht die Normalität. Sonst müsste man auch Funkenschlag oder La Citta empfehlen. Ich hatte bei Global Powers selbst so meine Verständnisschwierigkeiten, und das bei 30 Lenzen, ungefähr 1000 Brettspielen und intensivem Eigenstudium der Regel.

Die Kategorie Siedler dürfte richtig sein (genauso wie Union Pacific und Acquire). Wenn es um die exakte Simulation geht, gibt es für Schulen das Lernspiel "Easy business", in dem die Spieler (Schüler) ein marodes Unternehmen durch Optimierung der betriebswirtschaftlichen Prozesse auf Vordermann bringen müssen. Allerdings sprengt das Spiel mit ca. 3 Stunden Zeitbedarf den Rahmen. Allerdings lässt es sich den Gegebenheiten stark anpassen, sprich: Abspecken (durch Reduzierung der Jahre, Einschränkung der Entscheidungmöglochkeiten, Verkürzung der Bilanzierung). Eventuell könnte man es so als Wettbewerb veranstalten: Mehrere Kindergruppen versuchen, ihr Unternehmen umzustrukturieren. Wer nach 3 Jahren das meiste aus seinem Unternehmen gemacht hat, gewinnt.
Ebenfalls schön: Die Spiele "Energie 21" und "Keep Cool", in denen es darum geht, Fabriken und Energieunternehmen nach wirtschaftlichen und ökologischen Gesichtspunkten zu gründen (Verhandlung von Emissionen u.a.). Die Fokussierung auf ökologische Nachhaltigkeit tröstet dann vielleicht auch die Moralapostel ;-) - hier und anderswo. Energie 21 eignet sich auch fpr 10jährige, bei Keep Cool wären eher die 12jährigen gefragt.
Als locker-leichtes Kartenspiel könnte man auch "Die Fugger" von Adlung dazunehmen.

Gruß,
Steffen

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Wolfram Püchert alias WeePee

Re: Wirtschaftsspiele dringend gesucht!

Beitragvon Wolfram Püchert alias WeePee » 6. September 2005, 21:00

Stefan H schrieb:
>
> Also ich kann ja verstehen, wenn jemand mit der Stiftung
> nichts zu tun haben möchte und auch andere Interessen vertritt.

Nun, das scheint aber nicht das Problem zu sein.

> Aber in der Diskussion könnte man ja den Eindruck bekommen,
> das Gesellschaftsspiele die frei im Handel sind gefährlich
> für Kinder und deren Entwicklung sind, nur weil sie
> wirtschaftliche Themen und Inhalte zum Gegenstand haben.

Das hat keiner der Diskutanten auch nur annähernd geäußert.

> Das
> ganze scheint wirklich die soziale Marktwirtschaft zu
> schädigen und zu gefährden, da es in Spielen nur politisch
> korrekt ist, Arbeitnehmer zu sein.

Auch das hat - so glaube ich - keiner gesagt. Ich gebe allerdings zu, dass einige der Antworten eher polemisch denn sachlich waren.

> Fragt sich nur wo die
> Arbeitnehmer dann im Spiel arbeiten.

Ich glaube, du gehst das Ganze falsch an ... vielleicht willst Du es auch absichtlich nicht begreifen?

Ein Teil der Diskutanten war eindeutig gegen die Organisation (nicht gegen die Marktwirtschaft), ein Teil - so auch ich - hat eher gegen die vermutete "einseitige" Ausrichtung der Veranstaltung in Zusammenhang mit KINDERN argumentiert.

> Dies könnte doch eine
> neue grandiose Idee für ein neues Spielkonzept sein. Also
> alle, die ein gutes Spielkonzept zu wirtschaftlichen Themen
> auf betriebswirtschaftlicher Ebene haben, das ohne
> Unternehmen und Markt auskommen haben jetzt die Chance etwas
> wirklich neues auf den Markt zu bringen.

Diese Klasse von Spielen gibt es schon: Sie heißen "Handelsspiele" (die ohne Geld als "Tauschmittel" auskommen). So gesehen, ist Siedler von Catan ein solch "revolutionäres" Handelsspiel.

> Aber bitte nicht
> gleich an die Planwirtschaft denken, da gab es auch Chefs,
> die hießen nur anders und einen Markt, allerdings eher für
> die ,die Devisen hatten oder die etwas zu tauschen hatten.

Ich denke, wir alle hier leben gerne in einem freien Land, in dem ein "soziale" Marktwirtschaft die Verteilung der Ressourcen steuert. Wir brauchen weder Diktatur noch Volksrepubliken und auch keine Planwirtschaft.

> Aber Ironie bei Seite. Nach den bisherigen Antworten habe ich
> eher das Gefühl, das nicht das Spiel an sich, sondern die
> Gefahr der Manipulation durch den "Mentor" als gefährlich
> angesehen wird.

Genau so sehe ich das auch .....

> Dem kann ich zustimmen, wenn die Mentoren
> sich so tolerant und offen wie in den bisherigen Antworten
> zeigen.

Sorry, aber Mentoren werden bezahlt und werden im Sinne ihres Brötchengebers agieren müssen (das nehme ich an, sonst wäre der Brötchengeber kein guter Brötchengeber). Da der Brötchengeber sich aber auf die Fahne geschrieben hat, die "freie" Marktwirtschaft zu verbreiten, ist die Annahme durchaus berechtigt, dass Kinder manipuliert werden sollen (und das meine ich so negativ, wie ich es gesagt habe). (Im Übrigen würde ich das Gleiche einer Gewerkschaft unterstellen.)

> Ich werde bei meiner nächsten Spielrunde auch mal
> schaun, womit sich meine Mitspieler so nebenbei beschäftigen
> und dann sicherheitshalber Hase und Igel auf den tisch
> bringen. Obwohl das geht leider auch nicht, weil es auch hier
> um den (wirtschaftlichen) Einsatz von Mohrrüben geht und nur
> ein Hase Sieger sein kann.

Ich glaube, du verwechselst etwas: wirtschaftlich heißt eben nicht OPTIMAL. Es heißt: "Maximierung des Gewinns"!

Ich habe Wirtschaftsmathematik studiert und kenne ein paar Zusammenhänge. Sicher habe ich nicht mehr alles griffbereit, aber eines ist mir immer noch in Erinnerung: Die Funktion des optimalen Preises eines Monopolisten in einer Marktwirtschaft. In dieser Funktion kommt weder die Variable vor "Alle Personen, die dieses Gut haben wollen, sollen möglichst damit versorgt werden" noch die Variable "Kundenzufriedenheit". Es kommt weder die Variable "Jeder soll Arbeit haben" noch die Variable "Jeder Käufer soll zufrieden mit dem Produkt sein" vor.

Es kommt eher "der eigene Gewinn" und "Absatzmenge bei Preis X" vor.

> Also mein Wunsch zum Schluss. Lasst uns schöne Spiele Spielen
> und Empfehlen.

Den Kopf werde ich - auch bei aller Liebe zum Hobby - nicht in den Sand stecken.

> Denn wir lernen doch alle beim Spielen und
> haben Spaß daran.

Genau das wollen wir auch den Kindern zugute kommen lassen. Aber eben nicht in einer ideologisch gesteuerten Veranstaltung.

> Wer keine Lust hat einem Anfragenden zu
> helfen, der soll es einfach lassen und sich seine Kommentare
> verkneifen.

Nö ... wir leben zum Glück in einem Land, in dem wir unsere Meinung frei äußern dürfen.

> Es sei denn, es besteht eine wirkliche Gefahr
> durch Betrüger, die nette Spieler ausnehmen wollen.

Das ist eindeutig zu kurz gesprungen.
--------------------------------------------------------------------------------------
Disclaimer:
Das Folgende soll NICHT darstellen, dass ich die Organisation INSM für rechtswidrig oder sonstwie antidemokratisch empfinde.

Im Gegenteil: sie ist sicher äußerst demokratisch und dem Recht Deutschlands verpflichtet.

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Ich frage mich, wann Du auf die Barrikaden gehst!

Vielleicht, wenn die Scientology Church eine Anfrage startet, um Kindern klarzumachen, dass sie besser zur SC kommen sollen?

Oder die Rechtsradikalen, die nach Spielen suchen, die den Kindern beibringen, dass "alles" nicht so schlimm war?

Oder die Mafia, die nach Mafiaspielen sucht?

Oder irgendwelche Selbstmordterroristen, die den Suizid ihren Kindern nahe bringen wollen?

Gruß W.

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Günter Cornett

Re: Wirtschaftsspiele dringend gesucht!

Beitragvon Günter Cornett » 7. September 2005, 14:50

Christian K. schrieb:
>
> Hallo Christian,
>
> ich vergaß ganz zu erwähnen, zusammenfassend wenigstens noch
> folgende Informationen zu INSM zu schreiben:
> A) INSM versucht über Marketing, PR und "Pressearbeit" den
> deutschen Volk zu vermitteln, dass eine freie Marktwirtschaft
> vernünftig ist. Dies ist lt. PlusMinus eine Reaktion auf eine
> Meinungsumfrage, deren Ergebnis u.a. ergab, dass die Mehrheit
> der deutschen Bevölkerung eine soziale Marktwirtschaft
> befürwortet. Das der Name der Initiave nicht zu deren
> Programm passt, ist wohl auch nicht nur Zufall.

Das ist der übliche Etikettenschwindel. Ich teile die Kritik, finde aber ein solches Projekt ausgesprochen spannend und würde mich möglicherweise als Mentor bewerben, wenn die Veranstaltung in Berlin stattfinden würde.

Ich gehe nicht davon aus, dass es Aufgabe der Mentoren ist, die Kinder im Sinne der INSM zu manipulieren.Vermutlich dienen die Spielerunden mehr dazu, die Kinder für das trockene Thema zu interessieren. Die inhaltliche Arbeit dürfte in anderen Programmpunkten stattfinden und sich mehr (vielleicht nicht nur) an Erwachsene richten. Die Funktion der Spiele ist es möglicherweise, für das Thema zu interessieren und nachwirken zu lassen, wenn auch hinterher in der Familie gespielt und diskutiert wird.

Was ich dabei interessant finde, ist das hier das Spiel als Medium eingesetzt wird, ohne dass das einzelne Spiele eine bestimmte Aussage vermitteln soll. Es wirkt nicht belehrend sondern macht vertraut mit dem Thema. Das ist - wenn man vom Rahmen der Veranstaltung absieht - relativ wertneutral.

Vor allem ist es etwas, womit wir Autoren uns viel zu wenig auseinandersetzen. Wir machen zunächst ein Spiel, das uns gefällt, dann wollen wir uns professionalisieren, indem wir unsere Arbeit möglichst gut an die Vorstellungen der Verlagen anpassen. Ist ja nicht unbedingt verkehrt, aber mir reicht das nicht. Das Spiel ist ein Medium, es vermittelt Inhalte. Das sind Möglichkeiten, die [i]wir[/i] zu wenig nutzen. Andere machen es uns jetzt vor ...


Was mir zur Auswahl der Wirtschaftsspiele einfällt:
Es gibt Spiele, bei denen alle reich werden, manche mehr als andere und es gibt Spiele, da gewinnen die einen auf Kosten der anderen. Wenn die Spiele vermitteln, dass es zu jedem Gewinner auch einen Verlierer gibt, dann lernen die Kiddies da schon mal das richtige fürs Leben. ;-)


Zum Thema 'arme Kinder':
Wenn die Veranstaltung im Sinne der Veranstalter gut gemacht ist, werden die Kinder sicher nicht durchs Spielen indoktriniert (und abgeschreckt) sondern durch den Spieltrieb für das Thema interessiert. Ich erinnere mich, dass es mir und meinem Banknachbarn in dem Alter eine große Freude bereitete, unseren Mathelehrer zu ärgern, indem wir uns immer über die aktuellen Devisenkurse unterhielten. Unser Tisch stand direkt an seinem Pult und wir waren immer als erstes mit den Aufgaben fertig. Dann quatschten wir Sätze wie 'Der Dollar ist schon wieder auf x,yzig gefallen, wenn das so weiter geht ...' Wir hatten keine Ahnung, was wir da redeten, aber ungeheuren Spaß daran zu sehen, wie der Mathelehrer in seinem Stuhl immer tiefer rutschte, bis er kaum mehr über sein Pult schauen konnte.

Wirtschaft kann ja so spannend und unterhaltsam sein - und man muss noch nichtmal was davon verstehen. ;-)


Gruß, Günter

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Stefan H

Re: Wirtschaftsspiele dringend gesucht!

Beitragvon Stefan H » 8. September 2005, 12:28

Hallo lieber Wolfram,

es freut mich, das du dich so intensiv mit meinem Kommentar auseinandergesetzt hast. Ich teile wie du dir denken kannst deine Anmerkungen nicht. Mal ganz abgesehen davon, das ich keine umfassende Regierungserklärung oder etwas ähnliches abgegeben wollte. Ich habe nur (auf zugegeben ironische Art und Weise) für mehr Toleranz und ein wenig mehr Augenmaß im Umgang mit anderen Meinungen und Menschen geworben.

Allein die Gleichsetzung der Stiftung mit den Extremgruppen, die du am Ende deines Kommentars auflistest zeigen die Notwendigkeit doch deutlich.Du hast scheinbar eine sehr eindeutige Meinung zu dieser Stiftung, da du deren Ansinnen ohne Probleme mit sehr demokratie-, menschenrechts- und freiheitsgefährdenden Gruppen in Zusammenhang bringst. Diese Gruppen haben mit Sicherheit nicht meine Unterstützung, ganz im Gegenteil. Ich denke da sind wir "Spieler" uns einig. Aber man sieht auch sehr deutlich, dass der Versuch Meinungen auf zum Teil brachiale Art zu beinflussen ("Manipulation!?"), keine Einbahnstraße ist. Ich habe übrigens in diesem Forum noch keine Anfrage einer solchen Gruppierung gesehen. Zumindest nicht offen. Olga Kahre von der Stiftung hat doch hier mit offenen Karten gespielt und gleich gesagt, für wen sie aktiv ist und wofür sie die Spiele sucht oder?

Der, der keine Spiel-Vorschläge gemacht hat :o). Gruss Stefan

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Jürgen Weissauer

Re: Wirtschaftsspiele dringend gesucht!

Beitragvon Jürgen Weissauer » 8. September 2005, 13:32

Mir geht das linke Gesülze echt auf den Keks.

Leider verbergen sich hinter denen, die sich gerne als Moralapostel aufspielen oft Leute, die im "wirklichen" Leben gescheitert sind und sich die (Brett)Spielewelt als Traumwelt aufbauen.

Mein Tip: es mal wieder mit echter Arbeit probieren.

Gruß
Jürgen

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cristinus

Re: Wirtschaftsspiele dringend gesucht!

Beitragvon cristinus » 8. September 2005, 14:38

> Mir geht das linke Gesülze echt auf den Keks.

Wieso Links? Weißt du überhaupt, was "Links" heißt? Die aktuelle Entwicklung in unserer Republik kann man als konservativer, "rechter" Mensch genauso bedenkenswert finden.


> Leider verbergen sich hinter denen, die sich gerne als
> Moralapostel aufspielen oft Leute, die im "wirklichen" Leben
> gescheitert sind und sich die (Brett)Spielewelt als Traumwelt
> aufbauen.

Aha! Werd doch einfach mal ein bischen konkreter, statt hier Allgemeinplätze zu posten, die bestenfalls Stammtischniveau haben.


> Mein Tip: es mal wieder mit echter Arbeit probieren.

Aua, der Spruch tut ja fast schon weh! Solltest dich zur Wahl stellen, bei solch "profunder" Sachexpertise...


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