Beitragvon Wolfram Püchert alias WeePee » 6. September 2005, 21:00
Stefan H schrieb:
>
> Also ich kann ja verstehen, wenn jemand mit der Stiftung
> nichts zu tun haben möchte und auch andere Interessen vertritt.
Nun, das scheint aber nicht das Problem zu sein.
> Aber in der Diskussion könnte man ja den Eindruck bekommen,
> das Gesellschaftsspiele die frei im Handel sind gefährlich
> für Kinder und deren Entwicklung sind, nur weil sie
> wirtschaftliche Themen und Inhalte zum Gegenstand haben.
Das hat keiner der Diskutanten auch nur annähernd geäußert.
> Das
> ganze scheint wirklich die soziale Marktwirtschaft zu
> schädigen und zu gefährden, da es in Spielen nur politisch
> korrekt ist, Arbeitnehmer zu sein.
Auch das hat - so glaube ich - keiner gesagt. Ich gebe allerdings zu, dass einige der Antworten eher polemisch denn sachlich waren.
> Fragt sich nur wo die
> Arbeitnehmer dann im Spiel arbeiten.
Ich glaube, du gehst das Ganze falsch an ... vielleicht willst Du es auch absichtlich nicht begreifen?
Ein Teil der Diskutanten war eindeutig gegen die Organisation (nicht gegen die Marktwirtschaft), ein Teil - so auch ich - hat eher gegen die vermutete "einseitige" Ausrichtung der Veranstaltung in Zusammenhang mit KINDERN argumentiert.
> Dies könnte doch eine
> neue grandiose Idee für ein neues Spielkonzept sein. Also
> alle, die ein gutes Spielkonzept zu wirtschaftlichen Themen
> auf betriebswirtschaftlicher Ebene haben, das ohne
> Unternehmen und Markt auskommen haben jetzt die Chance etwas
> wirklich neues auf den Markt zu bringen.
Diese Klasse von Spielen gibt es schon: Sie heißen "Handelsspiele" (die ohne Geld als "Tauschmittel" auskommen). So gesehen, ist Siedler von Catan ein solch "revolutionäres" Handelsspiel.
> Aber bitte nicht
> gleich an die Planwirtschaft denken, da gab es auch Chefs,
> die hießen nur anders und einen Markt, allerdings eher für
> die ,die Devisen hatten oder die etwas zu tauschen hatten.
Ich denke, wir alle hier leben gerne in einem freien Land, in dem ein "soziale" Marktwirtschaft die Verteilung der Ressourcen steuert. Wir brauchen weder Diktatur noch Volksrepubliken und auch keine Planwirtschaft.
> Aber Ironie bei Seite. Nach den bisherigen Antworten habe ich
> eher das Gefühl, das nicht das Spiel an sich, sondern die
> Gefahr der Manipulation durch den "Mentor" als gefährlich
> angesehen wird.
Genau so sehe ich das auch .....
> Dem kann ich zustimmen, wenn die Mentoren
> sich so tolerant und offen wie in den bisherigen Antworten
> zeigen.
Sorry, aber Mentoren werden bezahlt und werden im Sinne ihres Brötchengebers agieren müssen (das nehme ich an, sonst wäre der Brötchengeber kein guter Brötchengeber). Da der Brötchengeber sich aber auf die Fahne geschrieben hat, die "freie" Marktwirtschaft zu verbreiten, ist die Annahme durchaus berechtigt, dass Kinder manipuliert werden sollen (und das meine ich so negativ, wie ich es gesagt habe). (Im Übrigen würde ich das Gleiche einer Gewerkschaft unterstellen.)
> Ich werde bei meiner nächsten Spielrunde auch mal
> schaun, womit sich meine Mitspieler so nebenbei beschäftigen
> und dann sicherheitshalber Hase und Igel auf den tisch
> bringen. Obwohl das geht leider auch nicht, weil es auch hier
> um den (wirtschaftlichen) Einsatz von Mohrrüben geht und nur
> ein Hase Sieger sein kann.
Ich glaube, du verwechselst etwas: wirtschaftlich heißt eben nicht OPTIMAL. Es heißt: "Maximierung des Gewinns"!
Ich habe Wirtschaftsmathematik studiert und kenne ein paar Zusammenhänge. Sicher habe ich nicht mehr alles griffbereit, aber eines ist mir immer noch in Erinnerung: Die Funktion des optimalen Preises eines Monopolisten in einer Marktwirtschaft. In dieser Funktion kommt weder die Variable vor "Alle Personen, die dieses Gut haben wollen, sollen möglichst damit versorgt werden" noch die Variable "Kundenzufriedenheit". Es kommt weder die Variable "Jeder soll Arbeit haben" noch die Variable "Jeder Käufer soll zufrieden mit dem Produkt sein" vor.
Es kommt eher "der eigene Gewinn" und "Absatzmenge bei Preis X" vor.
> Also mein Wunsch zum Schluss. Lasst uns schöne Spiele Spielen
> und Empfehlen.
Den Kopf werde ich - auch bei aller Liebe zum Hobby - nicht in den Sand stecken.
> Denn wir lernen doch alle beim Spielen und
> haben Spaß daran.
Genau das wollen wir auch den Kindern zugute kommen lassen. Aber eben nicht in einer ideologisch gesteuerten Veranstaltung.
> Wer keine Lust hat einem Anfragenden zu
> helfen, der soll es einfach lassen und sich seine Kommentare
> verkneifen.
Nö ... wir leben zum Glück in einem Land, in dem wir unsere Meinung frei äußern dürfen.
> Es sei denn, es besteht eine wirkliche Gefahr
> durch Betrüger, die nette Spieler ausnehmen wollen.
Das ist eindeutig zu kurz gesprungen.
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Disclaimer:
Das Folgende soll NICHT darstellen, dass ich die Organisation INSM für rechtswidrig oder sonstwie antidemokratisch empfinde.
Im Gegenteil: sie ist sicher äußerst demokratisch und dem Recht Deutschlands verpflichtet.
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Ich frage mich, wann Du auf die Barrikaden gehst!
Vielleicht, wenn die Scientology Church eine Anfrage startet, um Kindern klarzumachen, dass sie besser zur SC kommen sollen?
Oder die Rechtsradikalen, die nach Spielen suchen, die den Kindern beibringen, dass "alles" nicht so schlimm war?
Oder die Mafia, die nach Mafiaspielen sucht?
Oder irgendwelche Selbstmordterroristen, die den Suizid ihren Kindern nahe bringen wollen?
Gruß W.