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Spiele sind viel zu teuer!!!

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Guido

Re: PC- vs Brettspiel

Beitragvon Guido » 26. November 2005, 02:15

peer schrieb:
>
> Hi,
> was du sagst ist zum Großteil richtig - aber nicht vergessen
> sollte man, dass einige der größten Hits (Pirates,
> Civilization, Heroes of Might and Magic etc) eher
> Taktik/Strategiespiele ohne viel Graphik sind - warum wird
> sowas am Rechner gespielt.

Oh, Erinnerungen...nun, die Grafik war früher einfach nicht so dolle! Aber es waren recht komplexe Spiele bzw. Regeln, die mittels des PC einfach zu handhaben waren, weil der PC alle Rechenarbeit erledigt hat. Da konnte man einfach loslegen. Trotzdem: Brettspiele waren früher auch nicht so dolle "visualisiert" wie heute und trotzdem gab es da ein paar Spielchen (z.B Dampfroß) die enorm fesseln konnten. Und heute? Meist tolle Spielpläne, oft fein modellierte Figürchen, etc. Aber scheinbar nichts, was die Jugend sehr viel mehr reizt als Compuspielchen.
Ich komme zu dem Schluß, dass es schon vom Alter abhängt. Und da hat dann Heinrich recht. Es ist sicherlich die tolle Visualisierung und Vertonung, die bei Computerspielen die Jugendlichen fesselt. Da wird einfach mehr "geboten", was im Endeffekt die Sinne mehr beansprucht. Das ist das Coole. Brettspiele können solch eine "perfekte" Scheinwelt auf so einfache Weise nicht erzeugen.


> Tatsächlich glaube ich, dass es nicht zuletzt an den Regeln
> liegt - die sind bei sowas zwar nicht einfacher als beim
> Durcshschnittsbrettspiel, aber es ist dank Tutorials viel
> einfacher einzusteigen! Die ersten Züge werden oft Dr
> Easy-mässig zusammengemacht, überall bekommt man kostenlos
> eine Erklärung und das Spiel bricht auch nicht zusammen, wenn
> man eine Regel vergisst - es ist eher so, dass es dann
> deutlich schwieriger ist zu gewinnen...
>

Regeln? Will ich alles gar nicht weg diskutieren. Aber ich glaube nicht, dass das der entscheidene Punkt ist. Ob kompliziert oder nicht schreckt Jugendliche doch nicht ab, oder? Nun gut, vielleicht projeziere ich jetzt ein wenig, aber je komplizierter, desto besser, weil abgefahrener. Oder nicht? War doch früher so. Wären Rollenspiele dafür nicht ein Beispiel (je nach System natürlich, aber insgesamt schon)? Dir werden doch noch gespielt. Oder sind die auch out?

> Außerdem kann man Computerspiele alleine Spielen! Ich glaub

Stimmt wohl so. Deshalb greife ich auch hin und wieder gerne zu digitalisierten Spielmitteln.

Gruß Guido (der am liebsten hoffen wollte, dass Compuspiele die Einstiegsdroge für die Harten Sachen sind: nämliche Brettspiele!)

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peer

RE: PC- vs Brettspiel

Beitragvon peer » 26. November 2005, 09:35

Hi,
Marten Holst schrieb:
>
> Moin,
>
> > was du sagst ist zum Großteil richtig - aber nicht
> > vergessen sollte man, dass einige der größten Hits
> > (Pirates, Civilization, Heroes of Might and Magic etc) eher
> > Taktik/Strategiespiele ohne viel Graphik sind - warum wird
> > sowas am Rechner gespielt.
>
> Sind es denn die größten Hits? Sicher, Civi in seinen
> Inkarnationen ist eine "Legende" - aber wie steht es im
> Vergleich mit Spielen der DoomQuake - keine Ahnung, wie sie
> jetzt alle heißen - eigentlich wirklich da? Ist es nur unsere
> Wahrnehmung, die sie puscht?

Doom und Quake waren auch Hits (besonders Doom) - aber viele 3D-Shooter können von ihren Verkaufszahlen tatsächlich nicht mit den großen Strategischen mithalten.
Das meistverkaufste Spiel ist übrigens meines Wissens Myst. In den letzten Jahren waren die diversen "Sims"-Inkarnationen sehr weit oben, gefolgt von Grand Theft Auto. 2 von 3 ist nicht schlecht ;-)

(Wobei Myst natürlich jetzt kein Strategiespiel ist)

ciao
peer

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Roman Pelek

RE: PC- vs Brettspiel

Beitragvon Roman Pelek » 26. November 2005, 10:57

Hallo peer,

peer schrieb:

> Das meistverkaufste Spiel ist übrigens meines Wissens Myst.
> In den letzten Jahren waren die diversen "Sims"-Inkarnationen
> sehr weit oben, gefolgt von Grand Theft Auto. 2 von 3 ist
> nicht schlecht ;-)

Was mich im Kontext "Myst" und "Sims" eigentlich wirklich gewundert hat, ist, dass nicht allzu viele Mitwerber bei den einschlägigen Softwareschmieden drauf eingestiegen sind. Diese "Frauenspiele" (Vorsicht: Zitat) haben doch eindrucksvoll bewiesen, dass man auch Menschen jenseits von Counterstrike-Clans für Computerspiele begeistern kann. Und genau das ist doch eigentlich gewünscht.

Wobei ich "Grand Theft Auto" auch immer mit einem subsersiven Witz behaftet fand, auch wenn's sicherlich zu den Exemplaren gehört, die diese ewig wiederkehrenden Diskussionen um Gewalt in Spielen, die hierzulande nicht gerade geistreicher geraten, je öfter sie iteriert werden, mit anzetteln.

Ciao,
Roman ("Wir sind hier nicht in Vietnam, wir sind beim Bowling. Hier gibt es Regeln!" - John Goodman in "The Big Lebowski")

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derWikinger
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Re: Spiele sind viel zu teuer!!!

Beitragvon derWikinger » 26. November 2005, 11:19

Eric schrieb:
> Konsole ist eh Luxus... ;-)

Ich spiele gerade Half Life2 auf der Xbox, ich weiss nicht wieviel euro ausgeben müsste um es auf mein PC spielen zu können.

Die Neu-Preise für PC- und Konsolen Spiele sind eigentlich seit Jahren konstant, aber der Preisverfall nach 3-6 Monaten hat doch stark zu genommen.

Hat man wenig Geld leiht man sich die Spiele eben aus oder wartet etwas.

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Heinrich Tegethoff

Grand Theft Auto in der SZ

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 26. November 2005, 12:18

Roman Pelek schrieb:
> Wobei ich "Grand Theft Auto" auch immer mit einem subsersiven
> Witz behaftet fand, auch wenn's sicherlich zu den Exemplaren
> gehört, die diese ewig wiederkehrenden Diskussionen um Gewalt
> in Spielen, die hierzulande nicht gerade geistreicher
> geraten, je öfter sie iteriert werden, mit anzetteln.

Bis gestern sagte mir "Grand Theft Auto" nichts, aber im Feuilleton der
gestrigen Süddeutschen wurde unter dem Hauptthema "Der Irakkrieg im Buch"
ein Vergleich der Kriege angeführt. Demnach (Originalzitat):

"..., dann ist der Irakkrieg ein Videospiel. Nach einem Gefecht schwärmt
ein 19-jähriger MG-Schütze: 'Ich dachte nur an eins: Grand Theft Auto:
Vice City'. Und die Playstation ist offenbar nicht die schlechteste Schule
des Krieges. Diese Jungs, sagt ein Leutnant, haben kein Problem mit dem
Töten, und dass Wright [Buchautor/Journalist] diese Auskunft mehr beruhigt
als schockiert zeigt, wie ähnlich sich Soldat und Reporter da schon sind."

Nun, Gewaltspiele mössen nicht zu eigener Gewalt führen. Aber Krieg und
Videospiel gingen schon im ersten Irakkrieg ineinander über. Jetzt ist die
erste Videospiel-Generation an der Waffe. Nun kann ich G_T_A_ einordnen,
ohne es je gesehen zu haben.

Servus,
Heinz (der nicht zu viel hineininterpretiert, aber auch Gewalt auf seinem
Rechner ablehnt - es wird sich zeigen, wie dies als Erziehung weitergegeben
werden kann, da der Älteste gerade 10 ist)

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Roman Pelek

Re: Grand Theft Auto in der SZ

Beitragvon Roman Pelek » 26. November 2005, 13:02

Hallo Heinz,

Heinrich Tegethoff schrieb:

> "..., dann ist der Irakkrieg ein Videospiel. Nach einem
> Gefecht schwärmt
> ein 19-jähriger MG-Schütze: 'Ich dachte nur an eins: Grand
> Theft Auto:
> Vice City'. Und die Playstation ist offenbar nicht die
> schlechteste Schule
> des Krieges. Diese Jungs, sagt ein Leutnant, haben kein
> Problem mit dem
> Töten, und dass Wright [Buchautor/Journalist] diese Auskunft
> mehr beruhigt
> als schockiert zeigt, wie ähnlich sich Soldat und Reporter
> da schon sind."

Hm, m. E. zeigt es ein anderes Problem unserer Gesellschaft auf: nämlich dass reales Leiden und echter Krieg immer mehr als Spiel verkauft wird, um Bauernfängerei zu betreiben. Insofern würde ich dieses Pferd gerne von der anderen Seite her aufzäumen.

> Nun, Gewaltspiele mössen nicht zu eigener Gewalt führen. Aber
> Krieg und
> Videospiel gingen schon im ersten Irakkrieg ineinander über.
> Jetzt ist die
> erste Videospiel-Generation an der Waffe.

Die Frage, die sich mir hier stellt ist diejenige: auf welcher Seite soll man nun Realitätsverlust kritisieren? Dass die Grenzen manchmal erschreckend fließend geraten, kann ich als Auffassung teilen, ich halte es aber, z. B. in dem von Dir zitierten Beispiel des Irakkrieges, mehr für eine ziemlich perfide PR-Maßnahme. Da zieht für mich die alte Weisheit, dass nirgendwo soviel gelogen wird wie im Krieg und in der Ehe.

> Nun kann ich G_T_A_
> einordnen,
> ohne es je gesehen zu haben.

Das wiederum könnte ein Fehler sein. Ich halte es für fragwürdig, wenn wir Mafia-Filme als Kulturgut ansehen, und Spiele wie GTA verdammen. Es ist gut möglich, dass ich mich irre, aber diese Position an sich muss zumindest zur Diskussion gestellt werden.

> Servus,
> Heinz (der nicht zu viel hineininterpretiert, aber auch
> Gewalt auf seinem
> Rechner ablehnt - es wird sich zeigen, wie dies als Erziehung
> weitergegeben
> werden kann, da der Älteste gerade 10 ist)

Ich persönlich zweifle ein wenig daran, dass es wirklich hilft. Man kann niemanden im Leben vor bitteren Realitäten behüten, früher oder später werden sie eh damit konfrontiert oder suchen sich aus pubertärem Trotz genau sowas aus. Wie man anderen Leuten vermittelt, wie Konsequenzen des eigenen Handelns aussehen können und wieviel Leid man ggf. damit anrichtet, ist ein höchst schwieriges Thema. Ich persönlich vertrete eher die Meinung, dass man auch die unangenehmen Mechanismen zwischenmenschlichen Daseins verinnerlicht haben muss, um zu überleben; viel mehr noch: um sie ändern zu können, wenn sie einem nicht passen.

Ciao,
Roman

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peer

Re: Grand Theft Auto in der SZ

Beitragvon peer » 26. November 2005, 13:21

Hi,
Roman Pelek schrieb:
>> Hm, m. E. zeigt es ein anderes Problem unserer Gesellschaft
> auf: nämlich dass reales Leiden und echter Krieg immer mehr
> als Spiel verkauft wird, um Bauernfängerei zu betreiben.
> Insofern würde ich dieses Pferd gerne von der anderen Seite
> her aufzäumen.

Da ist leider was wares dran. Immer wenn ein deutscher Soldat während eines Einsatzes stirbt, hat man beim Medienecho das Gefühl, es wäre ein riesige Überraschung, dass bei Kriegseinsätzen tatsächlich Soldaten sterben!
(Das soll nicht heissen, dass man um die Opfer nicht trauern darf - im Gegenteil!)

> > Nun kann ich G_T_A_
> > einordnen,
> > ohne es je gesehen zu haben.
>
> Das wiederum könnte ein Fehler sein. Ich halte es für
> fragwürdig, wenn wir Mafia-Filme als Kulturgut ansehen, und
> Spiele wie GTA verdammen. Es ist gut möglich, dass ich mich
> irre, aber diese Position an sich muss zumindest zur
> Diskussion gestellt werden.

Es scheint, dass Heinz den Artikel, der anscheinend auch nicht klar ist, dahingehend interpreitierte, dass GTA ein Ego-Shooter oder ein Kriegsspiel ist. Das ist ja nicht der Fall - es ist ja mehr eine "Kriminellen-Simulation". Wie "echt" sowas sein darf ist sicherlich eine Kontroverse an sich (und hier erinner ich mich gerne an die Diskussion über Cah ´n´Guns, das s von einigen Wargamern als "schlimm" eingestuft wird...)

> > Servus,
> > Heinz (der nicht zu viel hineininterpretiert, aber auch
> > Gewalt auf seinem
> > Rechner ablehnt - es wird sich zeigen, wie dies als Erziehung
> > weitergegeben
> > werden kann, da der Älteste gerade 10 ist)
>
> Ich persönlich zweifle ein wenig daran, dass es wirklich
> hilft. Man kann niemanden im Leben vor bitteren Realitäten
> behüten, früher oder später werden sie eh damit konfrontiert
> oder suchen sich aus pubertärem Trotz genau sowas aus. Wie
> man anderen Leuten vermittelt, wie Konsequenzen des eigenen
> Handelns aussehen können und wieviel Leid man ggf. damit
> anrichtet, ist ein höchst schwieriges Thema. Ich persönlich
> vertrete eher die Meinung, dass man auch die unangenehmen
> Mechanismen zwischenmenschlichen Daseins verinnerlicht haben
> muss, um zu überleben; viel mehr noch: um sie ändern zu
> können, wenn sie einem nicht passen.

Die Frage ist nur: Wann sie solche Spiele spielen. Ich bin kein Freund der "Gewalt in den Medien"-Debatte (Wichtiger ist dass Kinder von den Eltern Liebe und Aufmerksamkeit bekommen), aber bei unter 10-jährigen ist der Effekt von Filmen tatsächlich sehr genau untersucht -positiv wie negativ. So kann ein entsprechender Film Aussenseiterkinder in Vorschulen integrieren helfen (O´Connor 1972), während bestimmte Szenen von Kindern, die Gewalt aussüben, dieselbe Klientel nachweisslich (im Schnitt) aggressiver macht (Liebert/Baron 1972).
Sind die Kinder alt genug, sich darüber in Klaren zu sein, was sie da tun, sind sie auch alt genug, dass sie über genügend Selbstreflexion verfügen, dass der Einfluss deutlich geringer wird.
Anderseits haben Statistiker nach großen Boxkämpfen in den Staaten immer einen signifikanten Anstieg von Körperverletzungen feststellen können - wieweit das mit der Selbstreflexion also wirklich her ist, muss jeder selbst entscheiden ;-)

Die diesbezüglichen Debatten sind leider immer sehr einseitig -die übliche "Ach, die schrecklichen Medien!" auf der einen und die "Das ist alles totaler Quatsch!"-Klientel auf der anderen Seite. Dem verbale Schlagabtausch fehlt da doch etwas die Feinsensibilisierung um wirklich Argumente jenseits von Schwarz und Weiß auszutauschen. Aber das kennen wir hier ja auch im Forum, wenns um WW2-Spiele geht :D

ciao
peer (bemerkt das Thread irgendwie ins OT abgleitet, dass aber gar nicht schlimm findet)

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Ralf Rechmann

Re: Grand Theft Auto in der SZ

Beitragvon Ralf Rechmann » 26. November 2005, 13:41

peer schrieb:

> Die diesbezüglichen Debatten sind leider immer sehr einseitig
> -die übliche "Ach, die schrecklichen Medien!" auf der einen
> und die "Das ist alles totaler Quatsch!"-Klientel auf der
> anderen Seite. Dem verbale Schlagabtausch fehlt da doch etwas
> die Feinsensibilisierung um wirklich Argumente jenseits von
> Schwarz und Weiß auszutauschen. Aber das kennen wir hier ja
> auch im Forum, wenns um WW2-Spiele geht :D
>
> ciao
> peer (bemerkt das Thread irgendwie ins OT abgleitet, dass
> aber gar nicht schlimm findet)

Solange es nicht in die üblichen "Das was ich nicht kenne, kann ich prima verurteilen, da es mich ja nicht betrifft" verfällt, kann so ein OT ja nicht schaden.

Meine Meinung: Überzogene Gewaltdarstellung nur um der Gewalt willen haben in Kinderhände nichts zu suchen - egal ob in Videospielen (PC und Konsole) oder Brett- wie Rollenspiele. Da sind aber nicht weltfremde Politiker gefragt (Stichwort: Killerspiele!), die mal wieder von anderen Problemen damit wunderbar ablenken können, sondern die Eltern, die aber - sofern ich das in meinem Bekanntenkreis beurteilen kann - ebenfalls teils überfordert sind, was da an Medienmacht einprasselt.

Aber gleich ein Verbot (auch für mündige Erwachsene) zu fordern, halte ich für den falschen Weg. Weil erst werden die Ego-Shooter verboten, in denen man auf Pixelhaufen schiesst (wer da nicht zwischen Fiktion und Realität unterscheiden kann, der hat ganz andere Probleme) und danach die ganzen Konfliktsimulationen aus Pappe, in denen man mit einem Würfelwurf und Grinsen im Gesicht ganze Armeen auslöscht!

In dem Sinne: Ein "die bösen Computerspiele" nützt aus Brettspieler-Sicht überhaupt nichts!

Cu/Ralf

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Markus N.

Re: Spiele sind viel zu teuer!!!

Beitragvon Markus N. » 26. November 2005, 13:53

Ob ein spiel VIEL ZU TEUER ist oder nicht, ist doch reine Ansichtssache. Wenn ich mit meiner Freundin 1X in den Ausgang gehe, dann brauche ich bestimmt mehr Kohle ( das feine Essen + der gute Wein ist am anderen Tag raus aus meinem Leben :-) ) , als wenn ich ein ( auch etwas teureres ) Brettspiel ( oder auch ein Computerspiel) kaufe, das ich dann jahrelang "gratis" spielen kann. So gesehen sind Spiele doch extrem günstig, wenn ich den jahrelangen Spielspass miteinberechne.

Es ist doch so, dass sich heute jeder Mann ( Schüler und Studenten , welche ach so knapp bei Kasse sind) sich niemals auch nur einen Gedanken über die Kosten ihrer Handyrechnung machen ( und bei gewissen Leuten verschlingt so ein Ding ja mächtig Kohle). Und die bösen, bösen Spiele sind dann alle sooooooooooo teuer.

Nun ja, man könnte hier wohl eine heikle Diskusion starten. Ich möchte hiermit nur erwähnen, dass es immer relativ ist, was ist mir persönlich wichtig;das ist dann gar nicht teuer ( auch wenn mein gesamtes Taschengeld oder mehr dafür draufgeht), oder was aber ist es mir weniger Wert ( und somit sehr teuer), auch wenn da nicht mal die Hälfte meines Taschengeldes draufgehen würde.


Gruss
Markus

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Marten Holst
Kennerspieler
Beiträge: 1787

RE: Grand Theft Auto in der SZ

Beitragvon Marten Holst » 26. November 2005, 14:33

Moin,

> Da ist leider was wares dran. Immer wenn ein deutscher
> Soldat während eines Einsatzes stirbt, hat man beim
> Medienecho das Gefühl, es wäre ein riesige Überraschung,
> dass bei Kriegseinsätzen tatsächlich Soldaten sterben!
> (Das soll nicht heissen, dass man um die Opfer nicht
> trauern darf - im Gegenteil!)

Und genau an dieser Stelle frage ich mich, wer Schuld ist, und schiebe es erst einmal mangels eines anderen Prügelknaben auf "die Medien". Denn genau das Überraschende an Kriegstoten irritiert mich sehr. Immer wieder "befürworten"* Mehrheiten in Umfragen Kriege, kaum ist jedoch ein Toter auf der eigenen Seite, schwankt das. Zählen die anderen Toten nicht? Und mehr noch: war es nicht vorher zu erwarten? So dämlich es klingt, aber irgendwie muss die Wahrnehmung von Kampfeinsätzen "virtualisiert" worden sein, als Spiel oder Film. Nur ist mir dennoch nicht klar, ob und wie man so den Realitätssinn verlieren kann. Ganz vielleicht ist der Menschliche Geist auf solche Dinge (kulturell bedingt? Todesverleugnung allgemein?) nicht auf solche Dinge eingestellt, gab es doch früher schon vergleichbare Phänomene, die Soldaten 1914, die sich wie auf einem kleinen Wandertag fühlten bevor es losging, von 1939 müssen wir wohl nicht reden. Das wären dann wieder nicht die Medien, aber wir wären hilfloser, es zu "ändern", ein unbefriedigender Gedanke. Wobei auch "wir müssen was tun" schon für viel Stuss gesorgt hat. Und nun endgültig abgedriftet.

Tschüß
Marten

* Das klingt jetzt etwas platter, als es die Meinungen und Sachverhalte meist sind, die herauskommende Antwort ist aber meist leider Schwarz-Weiß.

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Marten Holst
Kennerspieler
Beiträge: 1787

RE: PC- vs Brettspiel

Beitragvon Marten Holst » 26. November 2005, 14:33

Moin,

> Was mich im Kontext "Myst" und "Sims" eigentlich wirklich
> gewundert hat, ist, dass nicht allzu viele Mitwerber bei
> den einschlägigen Softwareschmieden drauf eingestiegen
> sind. Diese "Frauenspiele" (Vorsicht: Zitat) haben doch
> eindrucksvoll bewiesen, dass man auch Menschen jenseits von
> Counterstrike-Clans für Computerspiele begeistern kann. Und
> genau das ist doch eigentlich gewünscht.

ich kenne mich im Computerspielebereich nicht mehr so aus wie früher, aber oftmals waren die Schmieden doch sehr spezialisiert. Und Du bekommst sicherlich einen Jump-n-Run-Spezialisten für Leveldesign auf Egoshooter umgestellt (hier unterscheiden die sich ja nur begrenzt), aber für Strategie-KI braucht man ja auch gewisse Leute. War es nicht sogar so, dass sogar der Wechsel von Runden- auf Echtzeitstrategie (den ich sehr bedauere) sehr gestottert hat, weil damals eben viele sich erst einmal umstellen mussten?

Obendrein sind die Sims nun auch nicht gerade einfach neuzugestalten, ohne dass es wie eine billige Kopie wirkt, neue Grafik bringt eventuell weniger Effekt, und die Sucht von anderen Spielen nach "neuen Leveln" ist auch geringer, auch weil das Gesamtspiel langsamer ist.

Myst kenne ich leider gar nicht, worum geht es da?

Tschüß
Marten

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peer

[OT] Grand Theft Auto in der SZ

Beitragvon peer » 26. November 2005, 15:10

Hi,
Marten Holst schrieb:
>> Und genau an dieser Stelle frage ich mich, wer Schuld ist,
> und schiebe es erst einmal mangels eines anderen Prügelknaben
> auf "die Medien". Denn genau das Überraschende an Kriegstoten
> irritiert mich sehr. Immer wieder "befürworten"* Mehrheiten
> in Umfragen Kriege, kaum ist jedoch ein Toter auf der eigenen
> Seite, schwankt das. Zählen die anderen Toten nicht? Und mehr
> noch: war es nicht vorher zu erwarten? So dämlich es klingt,
> aber irgendwie muss die Wahrnehmung von Kampfeinsätzen
> "virtualisiert" worden sein, als Spiel oder Film.

Und auch von Politikern, Medien etc. Wenn ich immer noch lese, dass Deutschland am Irakkrieg hätte teilnehmen sollen, weil die "Nein"-Haltung weil es nun einen kleinen Bruch mit den Amerikanern gab -man also am Krieg hätte teilnehmen müssen, um denen zu gefallen - frage ich mich allen ernstes, was "Krieg" für die Jounalisten bedeutet?

> Nur ist mir
> dennoch nicht klar, ob und wie man so den Realitätssinn
> verlieren kann. >

Meine Theorie: Krieg ist so etwas unbegreifliches, unvorstellbares (ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, wie es wirklich ist, an der Front zu kämpfen), dass es zwangsläufig auf die "organisatorischen Dinge" runterkristallisiert wird, um verständlich zu sein - also auf die Verlegung der Truppen und der diplomatische Wirwarr (anderen Nationen zu gefallen z.B.)


ciao
peer

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peer

Myst

Beitragvon peer » 26. November 2005, 15:14

Hi,
Marten Holst schrieb:
> Myst kenne ich leider gar nicht, worum geht es da?

Myst geht mittlerweile in die achte (?) Fortsetzung und ist im Prinzip ein Rätselspiel. Im Ur-Myst bewegte man sich mittels Mausclick auf einer geheimnisvollen Insel umher und man musste selber rausfinden, worum es geht und so. Überall waren Rätsel versteckt (ähnlich den klassischen Adventures, aber mehr in Richtung Knobeleien, als jetzt "Benutze den Hamster mit der Mikrowelle").

ciao
peer

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Roman Pelek

Re: Grand Theft Auto in der SZ

Beitragvon Roman Pelek » 26. November 2005, 15:53

Hi Peer,

peer schrieb:

> Da ist leider was wares dran. Immer wenn ein deutscher Soldat
> während eines Einsatzes stirbt, hat man beim Medienecho das
> Gefühl, es wäre ein riesige Überraschung, dass bei
> Kriegseinsätzen tatsächlich Soldaten sterben!
> (Das soll nicht heissen, dass man um die Opfer nicht trauern
> darf - im Gegenteil!)

Ja, das ist leider das Konzept. Wir leben eine bigotte Betroffenheitsbesoffenheit und sind mehr damit beschäftigt, zweifelhafte Kriege gutzuheißen, als dass wir uns der Konsequenzen dieser Entscheidungen bewusst werden - oder auch der Lügen, die uns zu manchmal falschen Entscheidungen verleiten und die ganz real greifbare Menschen ausbaden müssen.

> Es scheint, dass Heinz den Artikel, der anscheinend auch
> nicht klar ist, dahingehend interpreitierte, dass GTA ein
> Ego-Shooter oder ein Kriegsspiel ist. Das ist ja nicht der
> Fall - es ist ja mehr eine "Kriminellen-Simulation". Wie
> "echt" sowas sein darf ist sicherlich eine Kontroverse an
> sich (und hier erinner ich mich gerne an die Diskussion über
> Cah ´n´Guns, das s von einigen Wargamern als "schlimm"
> eingestuft wird...)

Jepp, GTA ist spielerisch gesehen ein "Rollenspiel" (nicht im Genre-Begriff-Sinne), in dem man Szenarien durchspielt, die da halt auch mal heißen "Was wäre, wenn ich ein Drogendealer geworden wäre".

> Die diesbezüglichen Debatten sind leider immer sehr einseitig
> -die übliche "Ach, die schrecklichen Medien!" auf der einen
> und die "Das ist alles totaler Quatsch!"-Klientel auf der
> anderen Seite. Dem verbale Schlagabtausch fehlt da doch etwas
> die Feinsensibilisierung um wirklich Argumente jenseits von
> Schwarz und Weiß auszutauschen. Aber das kennen wir hier ja
> auch im Forum, wenns um WW2-Spiele geht :D

Das unterschreibe ich jetzt einfach mal mit.

> ciao
> peer (bemerkt das Thread irgendwie ins OT abgleitet, dass
> aber gar nicht schlimm findet)

Rate mal, warum ich in jüngster Zeit so oft über die [OT]-Spießigkeit meckere ;-) Wenn in diesen Landen nur noch Zeit für Spielebesprechungen und Interviews ist, dann ist das ein bitteres Zeugnis dafür, dass wir nicht erkennen, dass jedwede Insel der Glückseligkeit irgenwann von außen überspült werden wird. Und Kulturkritik ist, verdammte Hacke nochmal, nicht OT :-))

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Roman Pelek

RE: Grand Theft Auto in der SZ

Beitragvon Roman Pelek » 26. November 2005, 16:15

Huhu Marten,

Marten Holst schrieb:

> Und genau an dieser Stelle frage ich mich, wer Schuld ist,
> und schiebe es erst einmal mangels eines anderen Prügelknaben
> auf "die Medien". Denn genau das Überraschende an Kriegstoten
> irritiert mich sehr. Immer wieder "befürworten"* Mehrheiten
> in Umfragen Kriege, kaum ist jedoch ein Toter auf der eigenen
> Seite, schwankt das. Zählen die anderen Toten nicht?

Genau das frage ich mich auch immer wieder bei jeder menschlichen Katastrophe: verleiht es derselben einen höheren Stellenwert, nur weil Landsleute dabei ums Leben gekommen sind? Ich finde das auch nachgerade zynisch.

> Das wären dann wieder nicht die
> Medien, aber wir wären hilfloser, es zu "ändern", ein
> unbefriedigender Gedanke. Wobei auch "wir müssen was tun"
> schon für viel Stuss gesorgt hat. Und nun endgültig
> abgedriftet.

Lass mich das in einem Zitat von Sven Regener beantworten:

"Draußen ist alles klar, ein plötzlicher Wind, da dreht er
Sich um sich selbst und dann weht er uns Blütenträume ins Haar
Ich sag: was geht jetzt, und du sagst ja, und ich weiß nicht, ob das eine Frage war,
Und alles ist ganz wunderbar, Du bist immer noch da."

Ciao,
Roman (der's mit Freude sieht, dass immer mehr hochgeschätzte Zeitgenossen hier endlich mal "abdriften")

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Eric

Re: Myst

Beitragvon Eric » 26. November 2005, 17:57

Myst war praktisch das erste Spiel, wo die Grafik wichtiger war als die Spielinhalte. Man "bewegte" sich durch vorgerenderte Bildszenen von Knobelspiel zu Knobelspiel.

Ich sag dabei immer: Wenigstenss werden die Käufer nicht getäuscht, da steht schon "Mist" drauf... ;-)

Ok, bin wohl die falsche Zielgruppe für das Spiel.....

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Volker L.

Re: Spiele sind viel zu teuer!!!

Beitragvon Volker L. » 26. November 2005, 18:11

Roman Pelek schrieb:
>
> Ciao,
> Roman (würde ja gerne mal eine "Altheitenumfrage" machen, um
> zu sehen, wie Spieleindrücke sich mit der Zeit entwickeln -
> nur dürfte da kaum einer mitmachen)

Schade, dass Du nicht geschrieben hast, es würde [i]niemand[/i] mitmachen -
dann könnte ich hier schreiben, dass Du definitiv Unrecht hast ;-)
so aber muss ich mich damit begnügen, Dir einen garantierten Teilnehmer
für den Fall einer erneuten All-Time-Favoriten-Umfrage zu nennen. :-))
(wie lange ist die damalige jetzt eigentlich her? 5 Jahre? 7?)

Gruß, Volker (hat neben einigen echten Computerspielen neuerdings auch
einige PC-Brettspielumsetzungen - beim Preis von 5€ pro Stück und 3 zum
Preis von 2 konnte ich nicht widerstehen und habe mir am Stand in Essen
Tikal, E&T und Catan-erste Insel zugelegt :-) )

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Michael Schlepphorst
Kennerspieler
Beiträge: 793

Re: Myst

Beitragvon Michael Schlepphorst » 26. November 2005, 19:14

Eric schrieb:
>
> Myst war praktisch das erste Spiel, wo die Grafik wichtiger
> war als die Spielinhalte. Man "bewegte" sich durch
> vorgerenderte Bildszenen von Knobelspiel zu Knobelspiel.
>
> Ich sag dabei immer: Wenigstenss werden die Käufer nicht
> getäuscht, da steht schon "Mist" drauf... ;-)
>

Keine Ahnung was Du da gespielt hast, aber sicher nicht Myst1. Da ist nämlich gerade der Inhalt und vor allem die Rätsel das wichtigste. Und zwar in einer Qualität wie ich es seitdem auch nie wieder erlebt habe. Wenn Du auf eine der zahlreichen Fortsetzungen anspielst, dann hast Du Recht!

Verwunderte Grüße

Michael, für den Myst das beste PC-Spiel aller Zeiten ist und auch bleiben wird ...

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Heinrich Tegethoff

Re: Grand Theft Auto in der SZ

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 27. November 2005, 01:35

Hallo Roman,

Roman Pelek schrieb:
> Heinrich Tegethoff schrieb:
>>...
> Hm, m. E. zeigt es ein anderes Problem unserer Gesellschaft
> auf: nämlich dass reales Leiden und echter Krieg immer mehr
> als Spiel verkauft wird, um Bauernfängerei zu betreiben.
> Insofern würde ich dieses Pferd gerne von der anderen Seite
> her aufzäumen.

Ähm, hier verstehe ich das Pferd von hinten nicht - was meinst Du?

> > Nun, Gewaltspiele mössen nicht zu eigener Gewalt führen. Aber
> > Krieg und
> > Videospiel gingen schon im ersten Irakkrieg ineinander über.
> > Jetzt ist die erste Videospiel-Generation an der Waffe.
>
> Die Frage, die sich mir hier stellt ist diejenige: auf
> welcher Seite soll man nun Realitätsverlust kritisieren? Dass
> die Grenzen manchmal erschreckend fließend geraten, kann ich
> als Auffassung teilen, ich halte es aber, z. B. in dem von
> Dir zitierten Beispiel des Irakkrieges, mehr für eine
> ziemlich perfide PR-Maßnahme.

Der ganze Doppel-Artikel der SZ geht noch einmal - auf der
Reporterseite - auf die "embedded journalists" und deren Sicht ein,
also auch auf die gewünschte und erzielte PR-Maßnahme.

> Da zieht für mich die alte
> Weisheit, dass nirgendwo soviel gelogen wird wie im Krieg und
> in der Ehe.

Das mit dem Krieg steht genau so im SZ-Artikel.
Das mit der Ehe: kann sein, aber wie steht's mit "Handel"?

> > Nun kann ich G_T_A_ einordnen,
> > ohne es je gesehen zu haben.
>
> Das wiederum könnte ein Fehler sein. Ich halte es für
> fragwürdig, wenn wir Mafia-Filme als Kulturgut ansehen, und
> Spiele wie GTA verdammen.

"Einordnen" ist nicht gleich "verdammen", auch wenn dies so klang.
Zudem: Bei Filmen bin ich passiver Betrachter und kann "neutral"
Stellung beziehen; beim Spiel und im Krieg bin ich auf einer Seite
aktiv und habe dadurch nicht (immer) die notwendige Distanz zur
kritischen Selbstbetrachtung. Obiger Satz ist mit aber auch nicht
inhaltlich wichtig, war aber sehr wohl provokativ - im Sinne der
losgetretenen Diskussion - gedacht.

> > Servus,
> > Heinz (der nicht zu viel hineininterpretiert, aber auch
> > Gewalt auf seinem
> > Rechner ablehnt - es wird sich zeigen, wie dies als Erziehung
> > weitergegeben
> > werden kann, da der Älteste gerade 10 ist)
>
> Ich persönlich zweifle ein wenig daran, dass es wirklich
> hilft. Man kann niemanden im Leben vor bitteren Realitäten
> behüten, früher oder später werden sie eh damit konfrontiert

Seit dem Irakkrieg wissen die beiden heute 10 und 7 Jahre alten
Kinder, was eine Diktatur ist (und können Saddam und Hitler
gegenüber Schröder einordnen) und haben sehr wohl eine
Ahnung von der Schattenseite des Krieges. Behüten trifft bei
uns gar nicht zu: das Schwarz wird aufgezeigt, aber auch der
schwierige Weg zu Weiß, und warum meist nur Grau herauskommt.

> oder suchen sich aus pubertärem Trotz genau sowas aus.

Bis dahin haben sie hoffentlich ein Wertemodell, auf dass sie - wie ich -
von mir aus Panzermodelle aus Plastik bauen, aber das Leid realer
Zerstörung gegenüber Empathie sehen und abwehren.
Das dies mit PC-Spielen bisher gut geht, kann ich beurteilen (eigentlich
ärgere ich mich als Informatiker-Papa ja, dass zu [i]wenig[/i] Interesse am
Computer da ist). Das die FSK von Filmen bereits außer Haus unterlaufen
wird, sehe ich aber auch, gehe also nicht bläuäugig heran.

> Wie man anderen Leuten vermittelt, wie Konsequenzen des eigenen
> Handelns aussehen können und wieviel Leid man ggf. damit
> anrichtet, ist ein höchst schwieriges Thema.

Ich empfehle da "Logo", die Nachrichtensendung für Kinder, wochentags
um 19:50 auf KIKA - läuft bei uns häufig.

> Ich persönlich
> vertrete eher die Meinung, dass man auch die unangenehmen
> Mechanismen zwischenmenschlichen Daseins verinnerlicht haben
> muss, um zu überleben; viel mehr noch: um sie ändern zu
> können, wenn sie einem nicht passen.

In obiger Sendung laufen insbesondere die Erstmeldungen der
Tagesschau, ob Gewalt, Katastrophe, schwierige Politik oder auch
mal Gutes, aber für Kinder erklärt.

Servus,
Heinz

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hannes

[OT] was : Grand Theft Auto in der SZ

Beitragvon hannes » 27. November 2005, 23:38

> Da zieht für mich die alte
> Weisheit, dass nirgendwo soviel gelogen wird wie im Krieg und
> in der Ehe.

Ui, du scheintst ja ein alter Ehekrieger zu sein ;-)

Ist es nicht so, dass nirgendwo so viel gelogen wird, wie in der Politik und in der Werbung ?
Aber ob ich weiser bin als du ? :-)

Gruss

hannes (gewiss weisser als manch anderer)

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Peter Gustav Bartschat

[OT] Wo wird am meisten gelogen?

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 28. November 2005, 06:07

Roman Pelek schrieb:
> Da zieht für mich die alte
> Weisheit, dass nirgendwo soviel gelogen wird wie im Krieg und
> in der Ehe.

hannes schrieb:
> Ist es nicht so, dass nirgendwo so viel gelogen wird, wie in
> der Politik und in der Werbung ?

Laut Otto von Bismarck jedenfalls wird nie soviel gelogen wie vor einer Wahl, während eines Krieges und nach einer Jagd.

(Außerdem sagte er noch, die Bürger könnten ruhiger schlafen, wenn sie nicht wüssten, wie Wurst und Gesetze gemacht würden - was ja auch gerade wieder aktuell geworden ist.)

Ich persönlich denke einfach, es wird nirgendwo soviel gelogen wie beim Lügen.

Mit einem lieben Gruß
Gustav

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Carsten Wesel | FAIRspielt.de

Re: [OT] Wo wird am meisten gelogen?

Beitragvon Carsten Wesel | FAIRspielt.de » 28. November 2005, 09:14

Peter Gustav Bartschat schrieb:
>
> Ich persönlich denke einfach, es wird nirgendwo soviel
> gelogen wie beim Lügen.

Ob da ein Stück Wahrheit drin steckt?

Gruß Carsten (der hier jetzt keine Lüge verbreiten wird)

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Roman Pelek

Re: [OT] was : Grand Theft Auto in der SZ

Beitragvon Roman Pelek » 28. November 2005, 13:22

Hi Hannes,

hannes schrieb:
>
> > Da zieht für mich die alte
> > Weisheit, dass nirgendwo soviel gelogen wird wie im Krieg und
> > in der Ehe.
>
> Ui, du scheintst ja ein alter Ehekrieger zu sein ;-)

Naja, wohl nicht schlimmer als anderswo ;-) Aber da sind's vermutlich eher die kleinen, unbedachten Alltagslügen a la "Schatz, sehe ich gut aus? - Ja, sicher. - Du hast doch gar nicht hingeschaut! - Doch, klar, Schatz" und weniger vorsätzlichen Lügen zur bewussten Täuschung ;-)

> Ist es nicht so, dass nirgendwo so viel gelogen wird, wie in
> der Politik und in der Werbung ?

Die gehören sicher auch dazu, jepp...

Ciao,
Roman

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Roman Pelek

Re: Grand Theft Auto in der SZ

Beitragvon Roman Pelek » 28. November 2005, 13:40

Hi Heinz,

Heinrich Tegethoff schrieb:

> > Hm, m. E. zeigt es ein anderes Problem unserer Gesellschaft
> > auf: nämlich dass reales Leiden und echter Krieg immer mehr
> > als Spiel verkauft wird, um Bauernfängerei zu betreiben.
> > Insofern würde ich dieses Pferd gerne von der anderen Seite
> > her aufzäumen.
>
> Ähm, hier verstehe ich das Pferd von hinten nicht - was
> meinst Du?

Naja, dass Spiele auch bewusst instrumentalisiert werden, um Realitäten zu verharmlosen. Dass also die Problematik von außen in Spiele hineingetragen wird, und weniger von den Spielen selbst ausgeht. Nun, wie dem auch sei: in beiden Fällen ist's m. E. das Wichtigste, zwischen Spiel und Realität unterscheiden zu können.

> > Wie man anderen Leuten vermittelt, wie Konsequenzen des
> eigenen
> > Handelns aussehen können und wieviel Leid man ggf. damit
> > anrichtet, ist ein höchst schwieriges Thema.
>
> Ich empfehle da "Logo", die Nachrichtensendung für Kinder,
> wochentags
> um 19:50 auf KIKA - läuft bei uns häufig.

Ja, die ist wirklich schön gemacht.

Ciao,
Roman


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