Beitragvon Günter Cornett » 30. November 2005, 15:50
peer schrieb:
>
> Hi,
> Günter Cornett schrieb:
> > Tja, rein flächenmäßig ist das immer noch das 6fache und auch
> > nur ein Teil des Gesamtmaterials.
> > Und Werbeaktion, Schachtel, Grafik, 'Pinguine für ein paar
> > Cent' ham wir alles nicht gelesen, wa ?
>
> Immerhin antwortet er dir - Weder auf den anderen Erik noch
> auf mich hat er reagiert - wohl weil er sich dort nicht damit
> rausreden kann, "der Autor verteidigt nunmal sein Spiel"
Tja, mag sein, dass es auch daran liegt.
Vielleicht ist es auch der 'emotionale Faktor', vielleicht, dass ich mehr ins Detail gehe, zum Widersprich herausfordere doer einfach weil ich ein netter Kerl bin. :)
> Würde ich mir mit Hilfe von www.spielmaterial ein Spiel
> zusammenbasteln käme ich auf Materialkosten von
> 0,40 x 16 (Pinguine) = 6,40
> 0,17 x 60 (Hexfelder = 10,20
> 2,00 Schachtel = 2
>
> = 18,60
> Gar nicht so viel billiger was? Und sicherlich nicht so schön
> Würde ich eine 1000er Auflage herstellen, verringern sich die
> Materialkosten etwas:
> 0,30 X 16 = 4,80
> 0,12 x 60 = 7,20
> 1 x 2,00
> = 14, EUR
Naja, dann kauft man die Teile dort, wo Harald sie auch kauft.
Aufgrund der größeren Menge, kriegt man sie sicherlich auch noch ein bisschen preiswerter als er.
Ein Spiel, dass man über den Handel verkaufen will, muss aber auch wesentlich preiswerter sein. Sind die reinen Produktionskosten (Material+spielebezogene Honorare) größer als 5 Euro, lässt es sich bestimmt nicht für unter 20 Euro Endverkaufspreis im Handel kalkulieren.
> Das heisst ich hätte 5,00 für die Spielanleitung, den Druck,
> die Graphiker, die Spieleautoren (üblicherweise 10%, oder?)
Das ist nur bei Büchern so. Autoren erhalten meist 5-6% vom Abgabepreis an den Handel, siehe auch
http://www.spieleautorenseite.de/verlage/index.html
Es kann prozentual mehr sein (z.B. wenn das Spiel bereits erfolgreich auf dem Markt ist, sich mehrere Autoren das Honorar teilen müssen, Werbespiele, Kleinstauflagen) oder weniger (z.B. bei Lizenzthemen oder wenn man sich über den Tisch ziehen lässt ;-) )
> und für die Gewinnspanne - Würde mich interessieren, wie Eric
> das mit 1 schafft (wollte er einen Verkaufspreis von 15,00
> erhalten - er hat ja nicht geschrieben, was er für angemessen
> halten würde).
VK 15,- Euro, d.h. er produziert das Spiel für maximal 3-4 Euro, verkauft es für 5-6 Euro an den Großhandel, dieser für 8-10 Euro an den Fachhandel und der wiederum für 14,95 an den zufriedenen Kunden. Von der Spanne von ca. 2 Euro finanziert er dann seine Belegschaft, seine eigene Arbeitszeit und sein Haus in Monaco - sofern er alle Spiele verkauft.
Verkauft er nur die Hälfte, hat er draufgezahlt. Reduziert er den Preis um 25% muss er dreimal so viele Spiele verkaufen, um auf dasselbe Geld zu kommen. Und 1 Euro mehr in der Produktion sind locker 4-5 Euro mehr im Endpreis. Bei den ganz großen Verlagen ist das wohl noch etwas krasser.
Hinweis:
Bei den genannten Preisen handelt es sich um sehr grobe Schätzungen, nicht konkret auf Packeis bezogen. Ich kenne die Kalkulation eben auch nur aus Kleinverlagssicht, wo ich ein Verhältnis Produktionskosten/Endverkaufspreis von 1:4 anstrebe aber nicht erreiche. Und sowohl beim Großhandel als auch beim Fachhandel sind die Spannen sehr unterschiedlich.
Gruß, Günter