Anzeige

Entertaible - Aktuelles

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Achim Nieder-Vahrenholz

Entertaible - Persönliche Meinung

Beitragvon Achim Nieder-Vahrenholz » 10. Januar 2006, 20:33

Hallo,

folgende Sachen werden mich daran stören (vielleicht werde ich aber auch in ein paar Jahren begeiserter Benutzer sein):

- Das elektronische Spielbrett wird bestimmt nicht lange still bleiben, sondern tolle Tipps, akustische Warnmeldungen u.ä. von sich geben.
Hilfe! Handys und elektronische Berieselung überall, auf der Arbeit bin ich über Funk (Pieps, pieps, piesps) immer erreichbar ...Gerade wegen der angenehmen Abwesenheit von elektronischem Gepiepse mag ich herkömmliche Brettspiele sehr gern. D.h. nicht, dass alle still vor sich hinbrüten sollen, die Kommunikation ist aber rein zwischenmenschlich, ungetrübt durch Elektronik

- Die haptische Dimension des Spielens geht verloren. Spielgeld in der Hand zu halten finde ich lustiger, als meinen Spielstand elektronisch angezeigt zu bekommen.

- Wie schon angesprochen, werden, so denke ich, zunächst "massentaugliche" Spiele bedient: Scrabble, Cluedo und Co. Wann "interessante" Spiele dazukommen, bleibt fraglich

- Softwareprobleme können einen ganzen Spieleabend ruinieren. Wenn Bier über ein herkömmliches Spiel geschüttet wurde, hat man zwar schlechte Laune, aber noch viele Spiele als Alternative.

- Kleinverlage werden mit Sicherheit große Probleme haben, auf den "Spieltischen" (mit Windows-gestützter Software?Wer am meisten zahlt, macht das Rennen?) kompatibel zu sein. Wird jeder Spieleverlag ein eigenes technisches Verfahren haben (siehe neue DVD-Generation)?


Ausprobieren werde ich Entertaible bestimmt, enthusiastisch bin ich aber nicht.
Das mag aber auch daran liegen, dass ich PC-Spielen leider nichts abgewinnen kann.

Viele Grüßen

Achim N.-V.

Benutzeravatar
Günter Cornett

Re: Entertaible - Persönliche Meinung

Beitragvon Günter Cornett » 10. Januar 2006, 23:10

Achim Nieder-Vahrenholz schrieb:
>
> Hallo,
>
> folgende Sachen werden mich daran stören (vielleicht werde
> ich aber auch in ein paar Jahren begeiserter Benutzer sein):
>
> - Das elektronische Spielbrett wird bestimmt nicht lange
> still bleiben, sondern tolle Tipps, akustische Warnmeldungen
> u.ä. von sich geben.

Möglich, dass es damit anfängt. Die Insel und King Arthur nerven IMHO gerade durch solche Funktionen. Aber irgendwan wird jemand etwas erfinden, das die Lautstärke reguliert oder gar den Ton komplett deaktivieren lässt. ;-)


> Hilfe! Handys und elektronische Berieselung überall, auf der
> Arbeit bin ich über Funk (Pieps, pieps, piesps) immer
> erreichbar ...Gerade wegen der angenehmen Abwesenheit von
> elektronischem Gepiepse mag ich herkömmliche Brettspiele sehr
> gern. D.h. nicht, dass alle still vor sich hinbrüten sollen,
> die Kommunikation ist aber rein zwischenmenschlich, ungetrübt
> durch Elektronik

Vermutlich wird es von der jeweiligen Zielgruppe abhängen, ob es überall blinkt und piept oder ob es auch ruhigere Anwendungsmöglichkeiten gibt. Ist doch mit PC- und Internetanwendungen das Gleiche.

> - Die haptische Dimension des Spielens geht verloren.

Nicht zwangsläufig.

> Spielgeld in der Hand zu halten finde ich lustiger, als
> meinen Spielstand elektronisch angezeigt zu bekommen.

Jo, und ich schätze es gibt genug Leute, die das ähnlich sehen.
Von daher wird es auch Spielmöglchkeiten geben, die das Spielgeld erhalten und den Entertaible etwas dezemter einsetzen.

> - Wie schon angesprochen, werden, so denke ich, zunächst
> "massentaugliche" Spiele bedient: Scrabble, Cluedo und Co.
> Wann "interessante" Spiele dazukommen, bleibt fraglich
>
> - Softwareprobleme können einen ganzen Spieleabend ruinieren.

Jo, müssen aber nicht. Windows ist keine Zwangsläufigkeit.

> Wenn Bier über ein herkömmliches Spiel geschüttet wurde, hat
> man zwar schlechte Laune, aber noch viele Spiele als
> Alternative.

Ich hatte den Eindruck, dass obendrauf ne Glasplatte liegt.

> - Kleinverlage werden mit Sicherheit große Probleme haben,
> auf den "Spieltischen" (mit Windows-gestützter Software?Wer
> am meisten zahlt, macht das Rennen?) kompatibel zu sein. Wird

Mag sein, dass es sowohl 'Windows' als auch 'Linux' gibt.

Was online- und PC-Spiele betrifft: sind da auch die Etablierten ganz vorne und Kleinverlage generell im Abseits?

> jeder Spieleverlag ein eigenes technisches Verfahren haben
> (siehe neue DVD-Generation)?

Ich wage mal zu behaupten, dass sich Standards entwickeln werden, wenn eine solche Technologie erfolgreich sein soll.

> Ausprobieren werde ich Entertaible bestimmt, enthusiastisch
> bin ich aber nicht.
> Das mag aber auch daran liegen, dass ich PC-Spielen leider
> nichts abgewinnen kann.

Tja Entertaible ist eine Verbindung zwischen PC-Spielen und Brettspielen.
Ob von Vorteil oder zum Nachteil, hängt von der konkreten Umsetzung ab.

Wie geht es dann weiter?

Irgendwann wird man mit holographischen Spielern spielen, die sich komplexer als die so leicht zu durchschauenden Mitspieler.

Wirklich interessant wird es, wenn dann zusätzliche Möglichkeiten entwickelt werden, die die - noch hin und wieder anwesenden - menschlichen Spieler analysieren:
Wir spielen Bluff oder Poker und mein Analyse-Tool analysiert die Mimik meiner Mitspieler, gibt mir gleichzeitig Tipps, wie ich mich zu verstellen haben. Der Spieltisch wird zum Lügendetektor, denn im Spiel gibt man sich ungezwungen. Aber keine Angst: Damit meine Körperreaktionen mich nicht verraten, schaue ich - nebenbei heimlich ein aufregendes Video ...

Natürlich wird auch die Körpersprache analysiert: Wie reagiert man auf weibliche Mitspieler, wenn die eigene Freundin nicht anwesend ist? Wie auf männliche Spielpartner? Denn im Spiel sind die Reaktionen unbewußt.

Der Entertaible bringt dem Brettspiel endlich den lange herbeigesehnten gesellschaftlichen Durchbruch: In der Nachmittagstalkshow, Im Bewerbungsgespräch, in der Psychatrie, er fungiert als Super-Nanny für uns alle.

Nur mal so als Möglichkeit. ;-)

Gute Nacht!

Günter

Benutzeravatar
peer

Re: Entertaible - Persönliche Meinung

Beitragvon peer » 11. Januar 2006, 08:53

Hi,
ich warte mal skeptisch was passiert. Skeptisch bin ich nicht, weil ich nicht von den Funktionen überzeugt wäre (Den Spielen kann ja Spielmaterial beiliegen und so haptisch ebenfalls überzeugen - Man muss ja nicht drauf verzichten. Dafür bietet das elektronische Medium Möglichkeit Spiele zu erfinden und Spielmechanismen zu bieten, die kein Brettspiel kann - z.B. wenn es darum geht für alle geheime Informationen zu verwalten...)
Sondern, weil ich nicht genau weiss, wer die Zielgruppe ist. Der Entertable muss ja eher mit den Konsolen konkurrieren, und die sind im Moment noch billiger und eben actionreicher und man kann sie alleine Spielen :-) Also eher eine Art "Konsole" für Erwachsene? da gilt es aber große Bedenken zu zerstreuen (siehe hier im forum).
Ich glaube schon, dass er irgendwann kommt (oder etwas ähnliches) die Frage ist eher wann.

Aber Brettspiele wird er schon deswegen nicht ersetzen, weil es immer Leute geben wird, die ihre eigenen Spiele erfinden. Und das geht mit dem Entertable einfach schlecht :-)

ciao
peer

Benutzeravatar
Thomas

Re: Entertaible - Persönliche Meinung

Beitragvon Thomas » 11. Januar 2006, 10:05

peer schrieb:
> Aber Brettspiele wird er schon deswegen nicht ersetzen, weil
> es immer Leute geben wird, die ihre eigenen Spiele erfinden.
> Und das geht mit dem Entertable einfach schlecht :-)

Warum geht das mit dem Entertaible schlecht? Unter existierenden Spielplattformen wie Windows, Linux und Mac gibt es doch auch Leute, die ihre eigenen Spiele erfinden.

(Natürlich hoffe ich, dass es auch in zehn, zwanzig Jahren noch Leute gibt, die normale Brettspiele erfinden und Verlage finden, die diese herausbringen. Aber warum soll es so viel schwerer sein, eBrettspiele oder iBoardgames für einen Entertaible zu erfinden? Die Umsetzung der Spieleidee/erfindung kann dann ja immer noch ein Verlag professionel durchführen bzw. veranlassen. Bei real existierenden elektronisch unterstützten Spielen wird der Spieleautor doch sicher auch technisch nicht alles selber gelötet haben, oder? Ich denke da an Atlantis, Electronic Detectiv, Cluedo Live, King Arthus, Die Insel, ...)

Benutzeravatar
Stefan Blanck

Entertaible: Toll - aber ...

Beitragvon Stefan Blanck » 11. Januar 2006, 14:04

Tolles Gerät. Viele schöne Spiele werden damit möglich sein, in wundervoller und wechselnder audiovisueller Präsentation. Brettspiele können somit dem ihnen innewohnenden statischen Zustand enthoben werden.

In Zukunft werden noch individualisierende Techniken hinzutreten, die unter dem Begriff "Augmented Reality" erforscht und entwickelt werden, beispielsweise durch Brillen, wie derzeit von Zeiss im Prototypenstatus befindlich. Somit kann jeder einzelne Spieler Informationen erhalten, die nur für ihn gedacht sind, oder holographische Effekte treten hinzu.

Trotz all dieser äußerst interessanten Techniken wird der Entertaible gegenüber Computerspielen mit Handheld/Handy/Konsole/PC umsatzmäßig dennoch eine untergeordnete Rolle spielen und auch nicht zu einer „Renaissance“ von Brettspielen wesentlich beitragen, da die wichtigste Eigenheit von Brettspielen auch gleichzeitig deren größter Nachteil ist: Es sind Gesellschaftsspiele. Mehrere Spieler müssen sich an einem Ort und zu einer Zeit zusammenfinden, um zu spielen. Diese Form der Unterhaltung wird in der Gesellschaft durch Single-Computerspielangebote, Multiplayer-Partien oder ganze Online-Spielwelten kompensiert. Tendenziell läuft die Entwicklung in der Computerspielbranche hin zu mobilen und ad hoc stattfindenden Spielen. Dies ist die logische Folge in einer Gesellschaft, in der selbst die Tagesplanung einer freizeitlichen Zusammenkunft (ganz unabhängig von der Absicht des Spielens) zu einem Problem gerät.

(Dies ist der Versuch einer objektiven Darstellung und heißt nicht, dass ich das persönlich gut finde.)

Stefan

Benutzeravatar
Marten Holst
Kennerspieler
Beiträge: 1787

RE: Entertaible - Persönliche Meinung

Beitragvon Marten Holst » 11. Januar 2006, 16:25

Moin,

> (Natürlich hoffe ich, dass es auch in zehn, zwanzig Jahren
> noch Leute gibt, die normale Brettspiele erfinden und
> Verlage finden, die diese herausbringen. Aber warum soll es
> so viel schwerer sein, eBrettspiele oder iBoardgames für
> einen Entertaible zu erfinden?

Je nachdem, wie konkret ein Spiel auf den Entertaible angewiesen wäre. Man muss eben doch erst mal ein wenig rumtesten, nicht jeder kann programmieren - und eventuell bekommt man als Otto Normaldoof auch gar keine Möglichkeit. Die Herstellungshürden sind einfach zigfach größer.

Es kann natürlich sein, dass sogar im Gegenteil irgendwann eine komfortable "Spielebasteloberfläche" entwickelt wird, ähnlich früherer "Shoot 'Em Up Construction Kits" oder "Adventuremaker"-Programme für den C64 oder Amiga. Dann wäre es etwas leichter - dennoch wäre das "Programmieren" für viele Leute sicherlich eine größere Hürde, als mal auf Skatkarten "Drache" zu schreiben, oder was immer sonst an Bastelarbeit ansteht. Auch Entertaible-Figuren kann man fast sicher nicht einfach aus dem Setzkasten nehmen und so weiter...

Tschüß
Marten

Benutzeravatar
peer

Re: Entertaible - Persönliche Meinung

Beitragvon peer » 11. Januar 2006, 21:54

Hi,
Thomas schrieb:
>
> peer schrieb:
> > Aber Brettspiele wird er schon deswegen nicht ersetzen, weil
> > es immer Leute geben wird, die ihre eigenen Spiele erfinden.
> > Und das geht mit dem Entertable einfach schlecht :-)
>
> Warum geht das mit dem Entertaible schlecht? Unter
> existierenden Spielplattformen wie Windows, Linux und Mac
> gibt es doch auch Leute, die ihre eigenen Spiele erfinden.


Aber auch ne Menge (ich z.B.) die das nicht können. Und im Film machte es eher den Eindruck einer Konsole, als eines Computers. Und ich kenne niemanden, der Konsolenspiele schreibt.
Die Hürde für mich mich in einer Computersprache reinzufuchsen ist größer, als mal so, ein paar Skizzen aufs Papier zu werfen...

ciao
peer

Benutzeravatar
Roland G. Hülsmann

Re: Entertaible - Persönliche Meinung

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 11. Januar 2006, 22:41

peer schrieb:

> Computers. Und ich kenne niemanden, der Konsolenspiele
> schreibt.

So?

http://www.rgh-soft.de/gameboy.htm

Gruß
Roland
(auch bei Consolen wird nur mir Wasser gekocht, bzw. in C, C++ oder Pascal programmiert)

Benutzeravatar
peer

Re: Entertaible - Persönliche Meinung

Beitragvon peer » 12. Januar 2006, 09:34

Hi,
Roland G. Hülsmann schrieb:
>
> peer schrieb:
>
> > Computers. Und ich kenne niemanden, der Konsolenspiele
> > schreibt.
>
> So?
>
> http://www.rgh-soft.de/gameboy.htm

OK, einen gibts. Aber ansonsten sind wir ziemlich stabil :-)

ciao
peer (der weder C noch C++ kann)


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 15 Gäste