Anzeige

Marquis

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Immanuel

Marquis

Beitragvon Immanuel » 18. Januar 2006, 11:42

Hallo zusammen,

wir haben gestern abend in einer Dreierrunde zum ersten Mal Marquis gespielt. Nachdem das Material erstmal sehr überzeugt hat ("echte" Münzen, große Karten, schöne Holzbox), ging uns das mit der Spielregel und teilweise auch mit dem Ablauf etwas anders.
Im Einzelnen blieben folgende Punkte ungeklärt:
- Was bringt die Comtess? Ist deren Schutzfunktion im Dreierspiel überhaupt sinnvoll einsetzbar, und kann ich sie nur in dem Zug "verkaufen", in dem ich sie auch ausspiele?
- Wenn der Marquis vom 1. Marquis 1 Münze, vom zweiten 2 Münzen usw. kassiert, was passiert dann, wenn ein Spieler einen Marquis per Hellseher wieder zurückholt und nochmal spielt: Ist das dann im Dreierspiel trotzdem der vierte Marquis? Und überhaupt, zählen da nur die aktuell offenliegenden Marquis oder alle, die in diesem Spiel bisher gespielt wurden?

Was relativ frustrierend war, war der Abbau des gesammelten Kapitals bis zum jeweils nächsten Tausch. Irgendwie hatte man nicht so richtig das Gefühl, vorwärts zu kommen. Kann das daran liegen, dass man in einer Dreierrunde einfach öfter von einem Mitspieler aufgefordert wird, ihm ein oder gar zwei Münzen zu vermachen, als dies in einer Vierer- oder noch größeren Runde mit größerer Charaktervielfalt der Fall wäre?

Mal wieder als Fragezeichen grüßt
Immanuel

Benutzeravatar
Jürgen Sch.

Re: Marquis

Beitragvon Jürgen Sch. » 18. Januar 2006, 14:23

Hallo Immanuel,

die Regel ist wirklich etwas gewöhnungsbedürftig, daher empfehle ich gleich die engl. Regel zu verwenden. Die ist besser und eindeutiger.

Zu Deinen Fragen. Die Comtesse kann den Schutz nur bieten wenn sie gerade ausgespielt wird (bzw. mit dem Falschspieler imitiert wird). Der Schutz endet sobald die Comtesse überspielt oder gemeuchelt (Assasin) wird.

Zu dem Marquis ist folgendes zu sagen. Es zählen immer nur die, die auch offen liegen. Also keinesfalls wenn sie auf der Hand oder schon im Ablagestapel sind.

Wenn Du Dir den Marquis mit dem Hellseher wieder auf die Hand holst, dann kannst Du ihn ja frühstens in der nächsten Runde spielen. Wenn Du ihn wieder ausspielst musst Du wieder schauen ob schon ein oder mehrere Marquis im Spiel (offen) sind. Je nachdem wieviele oder keine ausliegen ist dein Marquis der Erste, Zweite oder Dritte!! Es kann niemals in einem Drei-Personen-Spiel vier Marquis ausliegen bzw. zählen, da immer nur die oberste Karte auf Deinem Stapel zählt. Also auch dann wenn Du ihn mit einem Falschspieler imitierst und schon zwei Andere ausliegen wird Dein Marquis in dem Moment wo Du ihn imitierst der 3. Marquis.

Die Sache mit dem wenigen Geld ist so von dem Spiel gewollt. Du musst halt durch geschicktes Ausspielen der Charaktere versuchen möglichst viel Geld aufzubewahren bis Du das nächste Mal dran bist. Dazu hilft es ungemein sich zu merken welche Charaktere von den Mitspielern schon ausgespielt wurden.

Wir haben es zu dritt und zu viert gespielt. Zu viert macht es natürlich mehr Spass, aber dann wird man noch mehr bestohlen. Aber das ist ja Sinn der Sache. :)

So, hoffentlich konnte ich Dir helfen und habe Dich nicht noch mehr verwirrt.

Grüße
Jürgen

Benutzeravatar
Mick

Re: Marquis

Beitragvon Mick » 18. Januar 2006, 14:36

Hallo Immanuel,

> - Was bringt die Comtess? Ist deren Schutzfunktion im
> Dreierspiel überhaupt sinnvoll einsetzbar, und kann ich sie
> nur in dem Zug "verkaufen", in dem ich sie auch ausspiele?

Die Schutzfunktion der Comtesse kann ihre Schutzfunktion nur anbieten, wenn sie gerade ausgespielt wird. Deshalb wir diese Funktion erst in Spielen mit mehreren (ich tippe so ab 6) Spielern sinnvoll. Aber man hat ja als Trost auch noch die Funktion des Geldkassierens beim nächsten Tausch.

> - Wenn der Marquis vom 1. Marquis 1 Münze, vom zweiten 2
> Münzen usw. kassiert, was passiert dann, wenn ein Spieler
> einen Marquis per Hellseher wieder zurückholt und nochmal
> spielt: Ist das dann im Dreierspiel trotzdem der vierte
> Marquis? Und überhaupt, zählen da nur die aktuell
> offenliegenden Marquis oder alle, die in diesem Spiel bisher
> gespielt wurden?

Es zählen nur die aktuell ausliegenden Marquis.

>
> Was relativ frustrierend war, war der Abbau des gesammelten
> Kapitals bis zum jeweils nächsten Tausch. Irgendwie hatte man
> nicht so richtig das Gefühl, vorwärts zu kommen. Kann das
> daran liegen, dass man in einer Dreierrunde einfach öfter von
> einem Mitspieler aufgefordert wird, ihm ein oder gar zwei
> Münzen zu vermachen, als dies in einer Vierer- oder noch
> größeren Runde mit größerer Charaktervielfalt der Fall wäre?

Ich würde es eher umgekehrt sehen. Es ist nicht frustrierend sondern sehr spaßig den anderen ihr zusammengerafftes Geld wieder zu entwenden bevor sie es in die so begehrten Edelsteine tauschen können. Allerdings machen meine Mitspieler das genauso bei mir.
Und dieser Zustand wird sicherlich nicht besser, wenn mehr Mitspieler dabei sind, denn das bedeutet, dass es noch mehr auf mein Geld abgesehen haben. Umgekehrt sind aber auch mehr Geldlieferanten für mich da.

Also, ich finde, man sollte dieses Spiel mit einem Augenzwinkern spielen und einfach Spaß haben.

Gruß

Mick

Benutzeravatar
Heinrich Tegethoff

Re: Marquis

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 18. Januar 2006, 23:27

Hallo Mick,

allgemein vorweg, so als Wiederholung: es hilft, sich bei MarQuis
vor Augen zu halten, dass jeder Spieler zu jeder Zeit genau einen
(höchstens einen) Charakter verkörpert. Es gibt quasi keine "Karten".
Was zählt ist der oben ausliegende Charakter und dessen Eigenschaften.
Nur der Staatsanwalt mit seiner Anti-Veto-Funktion von der Hand
ist eine Ausnahme.

Mick schrieb:
> Die Schutzfunktion der Comtesse kann ihre Schutzfunktion nur
> anbieten, wenn sie gerade ausgespielt wird. Deshalb wir diese
> Funktion erst in Spielen mit mehreren (ich tippe so ab 6)
> Spielern sinnvoll. Aber man hat ja als Trost auch noch die
> Funktion des Geldkassierens beim nächsten Tausch

Im letzten Spiel zu viert(!) gingen 3 der 4 Comtessen mit mindestens
einem Diamanten für den Schutz nach Hause, und nur eine wartete
auf den nächsten Tausch. Aber die Spiele sind je nach Kartenkonstellation
auch stark verschieden, was viel Reiz hat.
Zu dritt ist die Schutzfunktion mE marginal, was aber nicht wichtig ist, da
die Comtesse ja immer eine Reservefunktion hat - die Charaktere sind halt
unterschiedlich stark je nach Spieleranzahl. Und: Da zu dritt weniger
gestohlen wird, so tut die Zwangsabgabe relativ mehr weh (da sichere
Einnahme vom Mitspieler).
.
> Es zählen nur die aktuell ausliegenden Marquis.

Nach einem Falschspieler-Richtungswechsel wird wieder neu angefangen
zu zählen.

> Ich würde es eher umgekehrt sehen. Es ist nicht frustrierend

Oh, Frust kann aufkommen, aber das ist der Sinn des Spieles - es
ist halt ein schönes Ärgerspiel.

> sondern sehr spaßig den anderen ihr zusammengerafftes Geld
> wieder zu entwenden bevor sie es in die so begehrten
> Edelsteine tauschen können.

Und sogar ein Assassine kann gemeuchelt werden, zB mein letzter :-(

> Also, ich finde, man sollte dieses Spiel mit einem
> Augenzwinkern spielen und einfach Spaß haben.

Im ersten Spiel sollte man herausfinden, was die Charaktere wirklich
können, und wie man starke Karten kombinieren könnte. Dann probiert
man's und lernt doch einmal wieder, dass die Mitspieler ja sooooo
gehässig sein können. Herrlich!

Servus,
Heinz (erklärt Marquis in letzter Zeit zu gut um selbst zu gewinnen)


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 11 Gäste