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Mesopotamien - zu wenig neue Ideen am weiten Spielemarkt

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BlueYeti

Mesopotamien - zu wenig neue Ideen am weiten Spielemarkt

Beitragvon BlueYeti » 10. Februar 2006, 19:27

Und noch mal wieder ich,

wir können es nicht lassen: es wird gesiedelt, getauscht, gebaut und mit Rohstoffen handtiert und versteigert. Die Themen, um die es sich dabei dreht sind auch selten bis nie wirklich neu. Beispiel: Caylus und Puerto Rico. (Ich weiß meine Vergleiche sind nicht immer einleuchtend :-) Hier geht es wieder um Rohstoffe, diese einzutauschen und um die Nutzung von Gebäuden. Da macht also Caylus nicht wirklich was neues her.......riesiger Grene-Themen-Sprung: Das Spiel "Traumfabrik", wo man zwar Plättchen ersteigert und Kombinationen erreichen muss, bietet aber mal etwas ganz anderes an Spielen. Ich muss mit Plättchen meinen eigenen Film legen und den Möglichst gut ausstatten. Wo gibt es diese Thematik noch mal? (kann ja nicht jedes Spiel kennen ;-)
Der Spielmarkt ist nach meiner Meinung nach zu lahm. Autoren von Siedlern und Carcassonne machen kleine Abzweigungen, soll ihnen auch gegönnt sein, (Elasund habe ich auch), aber wenn der Blickwinkel nur noch 90 Grad erreicht und nicht mehr, dann ist das für diese Autoren schon ein Armutszeugnis. )Ok, sie leben davon und müssen Kommerziell denken.)

Bei Mesopotamien gefällt (mir) mit nürchternheit alles ganz gut, nur wirklich interssant wird es nicht. Man weiß zwar später, dass man das ein oder andere nächstes Mal anderes machen will, aber im ersten Spiel erkennt man auch direkt die ganzen Möglichkeiten/ Grenzen, die einem das Spiel bietet. Da ist der Horrizont schon sehr nah in sicht. Wenn man Tikal kennt und im Rohstoffsammeln schon geübt ist, dann bietet das Spiel so gut wie nichts Neues. Als erstspiel von einem Autor ok, aber nicht von Wrede. Oder traut man ihm zu viel zu?!?

Wir alle (viele) mögen das Siedeln, das Handeln, die Wirtschaft und die Eroberung, aber es fehlen die neuen Ideen, die einem wirklich überzeugen, dass man aus diesen Gebieten noch viel Potenial schöpfen kann. Irgendwie ist es wie mit dem Kino, die besten Jahre sind vorbei und nur noch der "Abklatsch" kommt. Ich kenne bestimmt nicht alle Spiele und hier werden viele widersprechen, aber wenn man mal die meisten Spiele sieht, meine nicht die Kaufhausspiele, dann muss man schon suchen. Indonesia, Caylus und Co. sind gute Anfänge, die es aber noch auszubauen gibt und wir haben besseres verdient als in den meisten Geschäften nur Ravensburger (ausgenommen Alea) und Kosmos vorgeführt zu bekommen!

Gruß
BlueYeti

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Frank Schaubrenner

Re: Mesopotamien - zu wenig neue Ideen am weiten Spielemarkt

Beitragvon Frank Schaubrenner » 10. Februar 2006, 20:20

nur kurz dazu, spiele zwar erst seit 15 Jahren (was über Risiko Skat Schach hinausgeht),
dabei gerne auch ältere Sachen, wüste nicht wann es mehr Auswahl an guten Spielen (es muss nicht immer der 3-6 Stunden Strategiekracher sein) gab wie die letzen 5 Jahre.
Wüsste gerne auf welche Hoch-zeit der Spielefabrikation du dich beziehst wenn du nur noch Abklatsch siehst...

ok deine Referenzliste mit Indonesia zeigt, wie weit weg du vom "normalen" Markt weg bist, von dem evtl. auch mehr als 2-3 Leute in einem Kleinverlag leben wollen. (wenn überhaupt)

was ist übrigens an den Splotterspielen an Mechanismen so neu?
Habe noch keines Gespielt, da ich wohl inzwischen die falsche Zielgruppe bin, da ich selten die Muse habe 3+ Stunden Regelstudium zu betreiben, um dann 5 Stunden zu optimieren :-),
--> nichts gegen Splotter Spiele, ich weis von diversen Bekannten wie toll sie funktionieren müssen,...
nur wer ausser die verschwindend geringe Anzahl Hardorespieler soll damit glücklich werden, wenn sich ein Spielemarkt deiner Meinung nach dahin bewegen soll *grusel*

doch nicht ganz so wenig geworden :-)
Gruss
Frank
inzwischen bekennender 1-2 Stundenspieler mit faible für häufiges wieder dran sein.

ps. meinst du Showmanager?

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Roman Pelek

Die Schattenseiten von Carcassonne

Beitragvon Roman Pelek » 10. Februar 2006, 20:31

Hi Yeti,

BlueYeti schrieb:

> Als erstspiel von einem Autor
> ok, aber nicht von Wrede. Oder traut man ihm zu viel zu?!?

Bösartig gesagt hat sich Klaus-Jürgen Wrede mit "Carcassonne" unfreiwillig selbst ins Knie geschossen, denn dieser Erfolg, dieses Spiel ist gleichermaßen ein Stigma.

Ich glaube nicht, dass man ihm als Autor zuviel zutraut, eher fürchte ich, dass der natürliche Rückfall auf ein normales Spieleautorenlevel Pharisäer auf den Plan ruft, die ihn deswegen gerne als Sau durch's Dorf treiben möchten.

M. E. werden erfolgreiche Leute in letzter Konsequenz ja auch nicht für ihre Idee bezahlt, sondern dafür, dass sie all den Mumpitz mehr oder minder klaglos ertragen, der mit ihrer Öffentlichkeit einhergeht.

Ciao,
Roman

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BlueYeti

Re: Mesopotamien - zu wenig neue Ideen am weiten Spielemarkt

Beitragvon BlueYeti » 10. Februar 2006, 22:07

ok, irgendwie hast du recht, die blütezeit der spiele ist auch irgendwie im kommen und doch ähnelt sich schon so viel. ich brauche nicht immer einen neuen mechanismus, wobei wenn der sich zu sehr ähnekt, wiederholt, dann wird es auch langweilig. die risiko oder 80er jahre, da waren die spiele echt blaß, aber heut zu tage wird man bei all den "super" autoren auch nicht gerade überrascht, mit dem was wirklich wie z.b. fürsten von florenz überzeugt.Frank Schaubrenner schrieb:
>
> nur kurz dazu, spiele zwar erst seit 15 Jahren (was über
> Risiko Skat Schach hinausgeht),
> dabei gerne auch ältere Sachen, wüste nicht wann es mehr
> Auswahl an guten Spielen (es muss nicht immer der 3-6 Stunden
> Strategiekracher sein) gab wie die letzen 5 Jahre.
> Wüsste gerne auf welche Hoch-zeit der Spielefabrikation du
> dich beziehst wenn du nur noch Abklatsch siehst...
>
> ok deine Referenzliste mit Indonesia zeigt, wie weit weg du
> vom "normalen" Markt weg bist, von dem evtl. auch mehr als
> 2-3 Leute in einem Kleinverlag leben wollen. (wenn überhaupt)
>
> was ist übrigens an den Splotterspielen an Mechanismen so neu?
> Habe noch keines Gespielt, da ich wohl inzwischen die falsche
> Zielgruppe bin, da ich selten die Muse habe 3+ Stunden
> Regelstudium zu betreiben, um dann 5 Stunden zu optimieren :-),
> --> nichts gegen Splotter Spiele, ich weis von diversen
> Bekannten wie toll sie funktionieren müssen,...
> nur wer ausser die verschwindend geringe Anzahl
> Hardorespieler soll damit glücklich werden, wenn sich ein
> Spielemarkt deiner Meinung nach dahin bewegen soll *grusel*
>
> doch nicht ganz so wenig geworden :-)
> Gruss
> Frank
> inzwischen bekennender 1-2 Stundenspieler mit faible für
> häufiges wieder dran sein.
>
> ps. meinst du Showmanager?

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peer

Re: Mesopotamien - zu wenig neue Ideen am weiten Spielemarkt

Beitragvon peer » 11. Februar 2006, 15:26

Hi,
BlueYeti schrieb:
>
> ok, irgendwie hast du recht, die blütezeit der spiele ist
> auch irgendwie im kommen und doch ähnelt sich schon so viel.
> ich brauche nicht immer einen neuen mechanismus, wobei wenn
> der sich zu sehr ähnekt, wiederholt, dann wird es auch
> langweilig. die risiko oder 80er jahre, da waren die spiele
> echt blaß, aber heut zu tage wird man bei all den "super"
> autoren auch nicht gerade überrascht, mit dem was wirklich
> wie z.b. fürsten von florenz überzeugt.Frank Schaubrenner

Einfache Lösung: Statt meckern, eigenes Spiel erfinden! ;-)

Im Ernst: Nicht jedes Spiel ist innovativ, nicht mal jedes herausragende Spiel. Aber jedes Jahr kommen imho sowohl hervorragende (Caylus, Havoc) als auch innovative (Nacht der Magier, Cash n Guns) heraus.Und zwar so viele, dass ich über die in Klammern genannten keine Sekunde nachgedacht habe. Würde ich dies tun, würden mir noch mehr einfallen.

Ich glaube du hast gerade den Punkt erreicht, den jeder Spieler irgendwann erreicht: Nach einer anfänglichen "Ich kauf alles"-Phänomen merkt man ab einer bestimmten Spielesammlungsgröße, dass man nicht mehr jedes Spiel haben muss, da die entsprechende Sparte bereits belegt ist. Das hat nichts mit dem Jahr zu tun, sondern an dem entsprechenden Zeitpunkt :-) (Bei mir war das etwa zur Jahrtausendwende der Fall, bei bekannten 1997). Danach gehts dann wieder aufwärts, weil man sich dann auf das konzentriert, was wirklich interessiert.
Kann die Diagnose zutreffen?

Ach ja, benutze bitte auch mal Großbuchstaben - ist leichter zu lesen. Ich weiss zwar, dass man so emotional aufgeladen möglichst schnell schreiben will(geht mir auch so - hence the Rechstreibfehler), aber dennoch... :-)

ciao
peer

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Charles

Re: Mesopotamien - zu wenig neue Ideen am weiten Spielemarkt

Beitragvon Charles » 12. Februar 2006, 14:01

Bei den buchstäblich tausenden von Spielen wäre es doch illusorisch, noch das Aufkommen des völlig neuen Spiels zu erwarten. Derjeniger, der viele Spiele kennt, wird insofern stets Ähnlichkeiten zu anderen Spielen feststellen können. Somit mag das schale Gefühl zu großer Ähnlichkeiten insbesondere dann aufkommen, wenn:

a) man viele Spiele bereits kennt
b) man sich allzusehr auf bestimmte Genres beschränkt.

Punkt B ist hier wo man meines Erachtens ansetzen muß. Wer bislang praktisch nur in der Sieder-Puerto Rico Bandbreite bleibt, der sollte auch mal leichtere Kost spielen oder seinen Horizont duch Martin Wallace-Werke, strategische Multiplayer à la Diplomacy und leicht bis mittelkomplexe Wargames erweitern. Dann hat man im Nu eine unbeheure Bandbreite und wird viel weniger das fade Gefühl übergroßer Ähnlichkeit bekommen...

Wer darüber hinausgehen will, kann ja auch seine eigenen Spielideen entwickeln...

Das Puerto Rico-Siedler Segment ist allerdings ein dicht bestelltes Feld. Viele der Erfolgsautoren kopieren sich selbst. Knizia hat das Zusammenwürfeln von diversen Mechanismen aus seinen vielen Spielen praktisch zur Methode - ja zur Kunst - gemacht. Ich denke das Genre des deutschen Strategiespiels hat nunmal nur eine endliche Zahl an Instrumenten/Mechanismen mit denen Spieleautoren zu werke gehen.

Ich denke auch, dass der Fokus auf die Mechanismen zuungunsten des Themas jenes Ähnlichkeitssymptom befördert. Das Thema ist abgesehen von solchen Ausnahmeerscheinungen wie Im Schatten des Kaisers absolut zweitrangig. Mit anderen Worten reicht das Thema meist nicht aus, um Verschiedenheit - ja gar Einmaligkeit - zu erzeugen. Fazit: Auf der Suche nach Einmaligkeit sollten Autoren öfter sich um ein wirklich stimmiges und atmosphärisches Zusammenspiel von Thema und Mechanismen bemühen. So dass man nicht ohne große Mühe einfach das Thema ändern kann,,,

In jedem Fall empfehle ich jedem, der die obige Klage hervorbringt, neue Genres zu entdecken.


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