Anzeige

Chinesische Mauer schon gespielt ?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Robert Vötter

Chinesische Mauer schon gespielt ?

Beitragvon Robert Vötter » 23. März 2006, 12:22

Hat jemand schon das Spiel Chinesische Mauer von Knizia (Kosmos Verlag) gespielt und kann etwas darüber berichten ?

Herzlichen Dank
Robert (dem das Schachtelcover gut gefällt)

Benutzeravatar
Kathrin Nos
Kennerspieler
Beiträge: 1258
Wohnort: Nußloch
Kontakt:

[PEEP] Chinesische Mauer

Beitragvon Kathrin Nos » 23. März 2006, 13:23

Hallo Robert,

"Robert Vötter" hat am 23.03.2006 geschrieben:
> Hat jemand schon das Spiel Chinesische Mauer von Knizia
> (Kosmos Verlag) gespielt und kann etwas darüber berichten ?

Wir haben es jetzt zwei Mal gespielt, je einmal zu dritt und zu fünft. Jeder hat den gleichen Satz Karten, mit denen man sich am Bau der chinesischen Mauer beteiligen kann. Es stehen immer so viele Abschnitte zum Bau bereit wie Mitspieler (zu fünft aber auch nur vier). Zu gewinnen gibt es in jedem Abschnitt zwei zufällig aufgedeckte Siegpunktplättchen mit Werten zwischen 1 und 8.

Zu Beginn eines Zuges überprüft der aktive Spieler, ob er irgendwo mit seinen bereits abgelegten Karten die Mehrheit hat - ob also der addierte Kartenwert höher ist als jedes anderen Mitspielers an diesem Abschnitt. Dann erhält er eines der Plättchen (typischerweise das höhere - keine Ahnung, weshalb in der Regel steht, dass man sich eines aussuchen darf), darf es aber noch nicht zu sich nehmen, sondern nur auf einer eigenen Karte ablegen. Erst wenn auf dieselbe Art das zweite Plättchen vergeben wurde, dürfen der oder die Spieler sie zu sich nehmen. Als kleine Gemeinheit zählen die auf einer eigenen Karte liegenden Plättchen als Minuswert - es ist also keineswegs selbstverständlich, dass man in der nächsten Runde immer noch die Mehrheit hat und damit das zweite Plättchen ebenfalls einkassieren kann.

Im eigentlichen Zug darf man sich zweimal entscheiden, ob man eine Karte vom eigenen Stapel nachzieht, oder eine Karte (oder mehrere identische Karten) an einen Mauerabschnitt ausspielt.

Das Spiel endet, wenn entweder ein Spieler seine letzte Karte gelegt hat, oder alle Siegpunktplättchen vergeben wurden.

Die Karten für das Anlegen an die Mauerabschnitte zeigen Werte zwischen 1 und 3 - manche haben besondere Eigenschaften (decken andere Karten ab, oder führen dazu, dass nur die Kartenanzahl, nicht mehr deren summierter Wert, zählt etc.). Diese Art der Karten hat mich an Samurai von Knizia, erschienen bei Hans im Glück, erinnert, da auch dort jeder Spieler dieselben Voraussetzungen hat, die Karten aber in zufälliger Reihenfolge auf die Hand bekommt.

Das Auslegen mit der Wertung erst zu Beginn des nächsten eigenen Zuges erinnerte mich wiederum an Korsar von Knizia (Heidelberger Kartenspiel).

Insgesamt heisst es also einerseits gut haushalten, da man möglichst mit wenigen Karten an einem Abschnitt punkten möchte. Man darf sich nicht in Zweikämpfe verzetteln, die natürlich besonders bei der Konstellation 8 und 2 zu vergebener Punkte auftreten - bei 5 und 6 Punkten wäre der 2. Platz ja fast genauso lukrativ wie der erste. Zu sehr sparen darf man seine Karten auch nicht, denn wenn man zu Spielende noch Karten auf der Hand hält, hat man definitiv nicht effektiv gespielt.

Es handelt sich also auch um ein Mangelspiel, denn am liebsten würde man überall agieren, kann aber im Rahmen der 2 zur Verfügung stehenden Aktionen längst nicht an allen Brennpunkten mitmachen. Schliesslich muss man auch immer wieder Aktionen zum Kartennachziehen hergeben. Effektiv ist es, identische Karten zu sammeln, denn von diesen darf man beliebig viele an einen Bauabschnitt mit nur einer Aktion spielen.

Negativ aufgefallen ist mir die Spielregel. Diese ist nicht optimal aufgebaut und führt zu einigen Verwirrungen. Für die Positionierung des Spiels in der kleinen Schachtel ist dies m.E. fatal. Der Zugang zum Spiel wird deutlich erschwert - sowohl mein Mann als auch ich haben nach dem ersten Lesen der Regel sozusagen einige Fragezeichen über dem Kopf schweben gehabt. Beispielsweise wird immer nach hinten auf die Erklärung der Wertung verwiesen - nicht sehr lesefreundlich.

Insgesamt bietet das Spiel m.E. einen guten Spannungsbogen und erfordert eine geschickte Planung. Der Glücksfaktor ist ziemlich gering, da er sich auf das Aufdecken der Siegpunktplättchen, sowie die Reihenfolge des Nachziehens vom eigenen Kartenstapel beschränkt.

Alles Gute wünscht
Kathrin.

Benutzeravatar
Robert Vötter

Re: [PEEP] Chinesische Mauer

Beitragvon Robert Vötter » 23. März 2006, 13:48

Herzlichen Dank einmal für das PEEP

Mal schauen,ob ich mir das Spiel kaufe

Gruß
Robert

Benutzeravatar
Olav Müller
Kennerspieler
Beiträge: 638

Re: [PEEP] Chinesische Mauer

Beitragvon Olav Müller » 23. März 2006, 13:51

Kathrin Nos schrieb:
> ... (typischerweise das höhere - keine Ahnung,
> weshalb in der Regel steht, dass man sich eines aussuchen
> darf)

Ohne das Spiel gespielt oder die Regeln gelesen zu haben (ich kenne nur Dein PEEP):

Vielleicht genau aus ...

> Als kleine Gemeinheit zählen die
> auf einer eigenen Karte liegenden Plättchen als Minuswert -
> es ist also keineswegs selbstverständlich, dass man in der
> nächsten Runde immer noch die Mehrheit hat und damit das
> zweite Plättchen ebenfalls einkassieren kann.

DIESEM Grund?

Oder hab ich da was falsch verstanden?

CU,
Olav

Benutzeravatar
Kathrin Nos
Kennerspieler
Beiträge: 1258
Wohnort: Nußloch
Kontakt:

RE: [PEEP] Chinesische Mauer

Beitragvon Kathrin Nos » 23. März 2006, 13:58

Hallo Olav,

"Olav Müller" hat am 23.03.2006 geschrieben:
> Kathrin Nos schrieb:
>> ... (typischerweise das höhere - keine Ahnung,
>> weshalb in der Regel steht, dass man sich eines aussuchen
>> darf)
>
> Ohne das Spiel gespielt oder die Regeln gelesen zu haben
> (ich kenne nur Dein PEEP):
>
> Vielleicht genau aus ...
>
>> Als kleine Gemeinheit zählen die
>> auf einer eigenen Karte liegenden Plättchen als Minuswert -
>> es ist also keineswegs selbstverständlich, dass man in der
>> nächsten Runde immer noch die Mehrheit hat und damit das
>> zweite Plättchen ebenfalls einkassieren kann.
>
> DIESEM Grund?
>
> Oder hab ich da was falsch verstanden?

Mag sein. Allerdings: Wenn ich das höhere Plättchen liegen lasse, zieht das umso mehr die Begehrlichkeiten der Mitspieler an. Jedenfalls in meinen beiden Runden gab es nie den Anwendungsfall - aber ich behalte es mal im Auge :)

Alles Gute wünscht
Kathrin.

Benutzeravatar
Guido
Kennerspieler
Beiträge: 404

Re: [PEEP] Chinesische Mauer

Beitragvon Guido » 23. März 2006, 13:59

Hallo Robert,

auch mir hat "Chinesische Mauer" recht gut gefallen. Es spielt sich recht flüssig, und angesichts des kaum Vorhandenen Glücksfaktors (lediglich das Legen der Ruhmesplättchen) ein schönes Denkspielchen für Zwischendurch. Ich würde sagen, mal wieder ein typischer Knizia, aber nicht ganz so verkopft, obwohl man Kopfrechnen können sollte... :-)

Ich war mit aber allerdings recht sicher, dass in der Regel steht, dass der Spieler, der die Mehrheit erringt, sich das höhere Plättchen nehmen muss, nicht aussuchen darf. Kann das aber nicht verifizieren, da ich das Spiel nicht selbst besitze - noch nicht.

Die Regel ist tatsächlich dumm und unnötig unübersichtlich strukturiert. Der große Fragezeichen hatten wir nach dem Regelstudium auch. Bis wir erkannt hatten, wie der eigentliche Clue mit den Minuspunkten bei Erlangen der Mehrheit funktioniert, war einige Zeit vergangen, da alles ans Ende der Regel geklatscht wurde. Ebenso die Benennung der Spielschritte ist etwas verwirrend. Die Aufteilung in 3 Aktionen, wobei die 2. und 3. Aktion erst die eigentliche Spielaktion, nämlich Karte nehmen oder spielen, ist, ist irgendwie unglücklich. Einige Mitspieler kamen gehörig durcheinander, weil für sie die eigentlichen Spielaktionen eben Karte ziehen oder spielen war. Vielfach hieß es dann, jemand habe den 2. Schritt gemacht, was dann dazu führte, das jemand dreimal Karten spielen oder ziehen konnte, weil man dachte, er sei in der 2. Aktion lt. Spielregel. Besser wäre es gewesen klar zu machen, dass, bevor man was macht, in einem ersten Schritt geschaut wird, ob man eine Mehrheit besitzt (was im allerersten Zug wegfällt; sollte auch erwähnt werden) und einem zweiten Schritt zu sagen, das man zweimal Agieren kann, also 2 Aktionen hat, eben Karte ziehen oder spielen.
Komos sollte sich die Regel noch mal anschauen. So ist es irgendwie etwas Murks oder sagen wir "nicht ideal". Und Kathrin hat recht, denn gerade diese kleine Schachtel dürfte die "Spieleinsteiger" ansprechen, die sich mit Regelauslegungen nicht herumschlagen können und wollen. Und es wäre sehr schade, wenn dieses Spiel einfach wg. Unverständnis zur Seite gelegt würde.

Gruß
Guido

Benutzeravatar
Günter S.

Re: [PEEP] Chinesische Mauer

Beitragvon Günter S. » 24. März 2006, 09:25

Ich habe das Spiel gestern in meiner Otto-Normal-Spieler-Runde gespielt. Mit der Regel hatten wir auch unsere Schwierigkeiten.

Richtig gut fand es aber niemand. Das Fazit der Gruppe: "Ja, das haben wir jetzt gespielt, pack's weg. Und jetzt spielen wir ein gutes Spiel!"

Ich halte das Spiel für eine Kniziasche Fingerübung, das nur als Füller ins Kosmos-Programm gekommen ist. Diesen Gedanken hatte ich auch schon bei Spy.

In ein, zwei Jahren sehen wir die ganze Serie auf den Ramschtischen wieder.

Günter

Benutzeravatar
Braz
Kennerspieler
Beiträge: 6431

Re: [PEEP] Chinesische Mauer

Beitragvon Braz » 24. März 2006, 09:50

Günter S. schrieb:
> In ein, zwei Jahren sehen wir die ganze Serie auf den
> Ramschtischen wieder.

Hallo Günter,

oha! ...ein vernichtendes Urteil *schluck ..und dabei dachte ich mir mal irgendwann das Ding zuzulegen, aber so.......

Benutzeravatar
Kathrin Nos
Kennerspieler
Beiträge: 1258
Wohnort: Nußloch
Kontakt:

Chinesische Mauer vs. Spy

Beitragvon Kathrin Nos » 24. März 2006, 10:12

Hallo Günter,

"Günter S." hat am 24.03.2006 geschrieben:
> [...]
> Richtig gut fand es aber niemand. Das Fazit der Gruppe:
> "Ja, das haben wir jetzt gespielt, pack's weg. Und jetzt
> spielen wir ein gutes Spiel!"

Was waren genau die Kritikpunkte? Klar, nicht jedes Spiel kann in jeder Runde gut ankommen. Es geht mir also mitnichten darum, Euch vom Gegenteil überzeugen zu wollen. Mich würden jedoch konkret die Punkte interessieren, bei denen es bei Euch gehakt hat.

> Ich halte das Spiel für eine Kniziasche Fingerübung, das
> nur als Füller ins Kosmos-Programm gekommen ist. Diesen
> Gedanken hatte ich auch schon bei Spy.

Die Chinesische Mauer mit Spy zu vergleichen halte ich aber für arg hart. Spy habe ich wirklich schlecht gefunden: http://www.hall9000.de/php/rezi.php?rezi=1046 - allein wenn man den Glücksfaktor vergleicht, schneidet Chinesische Mauer schonmal wesentlich besser ab.

Ob das an sich durchaus abstrakte Spielprinzip gefällt, ist natürlich Geschmackssache.

Alles Gute wünscht
Kathrin.

Benutzeravatar
Andreas Odendahl

Re: [PEEP] Chinesische Mauer

Beitragvon Andreas Odendahl » 1. Juli 2006, 11:31

Hi!

Ich finde es beachtlich, dass in letzter Zeit die Regel von Knizia-Spielen schlecht weg kommt (bei "Blue Moon City" auch von vielen beanstandet).

Dabei waren die Regeln von beiden Spielen für mich absolut super, ich habe beide Spiele auf Anhieb verstanden.

Ich lese die Regel aber auch ganz und finde es gut, wenn ich sie nach komplettem Studium nachvollziehen kann. Ich habe nicht den Anspruch an eine Regel, sie nach der Hälfte des lesens verstanden zu haben.

Allerdings bin ich im Regellesen auch recht erfahren und, so glaube ich, gut.

Ich kann mir vorstellen, dass weniger geübte Spieler damit Probleme haben. Warum, solange sie deutsch sprechen, ist mir allerdings schleierhaft, da ich glaube, dass nicht besonders viel dazu gehört, sich einzufinden.

Aber diese ganzen Regeldiskussionen finde ich auch ermüdend. Ich wollte nur mal sagen, dass es tatsächlich Leute gibt, die damit gut zurecht kommen...

ode.
(...der diesen Beitrag keinesfalls böse meint und niemanden anfeinden möchte, dies aber klarstellen wollte...)


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Google [Bot] und 32 Gäste