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Oregon - wer weiß mehr?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Christian Hildenbrand

RE: Messevorschauen

Beitragvon Christian Hildenbrand » 11. Oktober 2007, 17:28

Hallo,

das mag ich von unserer Seite einfach mal unterstreichen. Als Redakteur sehe ich selbst, wie oft sich noch was ändert, bis dann endlich das fertige Spiel in Essen auf dem Tisch liegt oder im Regal steht. Warum sollte ich es mir also antun, schon Monate (!) vorher eine Vorschau meiner Neuheiten zu machen? Um dann am Ende alles noch mal umschreiben zu lassen? Ich habe in diesem Jahr gezielt gewartet bis knapp 2 Wochen vor der Messe und hab mich dann hingesetzt, um ein paar Sachen für die Messevorschau der Spielbox fertig zu machen. Denn dann habe ich endgültige Grafiken, gescheite 3D-Schachteln, damit es auch nach was aussieht, und ich weiß auch sicher, dass die Spiele kommen.

Als Spieler finde ich es schlicht langweilig, vorher alles zu wissen. Essen hat für mich sehr viel Reiz verloren durch die Unmengen an Informationen, die vielen Spielregeln, die schon im Vorfeld festgefahrenen Meinungen mancher Forumsschreiber, die - obwohl das Spiel noch nicht mal angespielt - bereits fixe Ranglisten haben, die wie vor einer anstehenden Hungersnot wie blöd auf die Lebensmittelregale zurennen, um möglichst viel zu erwischen.

Was wäre denn wirklich so schlimm, wenn nicht im Vorfeld klar wäre, was denn da alles kommt? Wenn nur die Titel, die Autoren dazu, die groben technischen Daten veröffentlicht würden in einer einfachen Tabelle von 5-6 Seiten? Braucht es einen 80-Seiten-Ausdruck mit allen Grafiken vom Prototyp bis zum endgültigen Spiel, mit den Spielregeln, mit den ersten Rezensionen von Testspielern?

Da rennen dann am Donnerstag jede Menge Leute durch die Gegend mit Scheuklappen auf dem Kopf, um Stand für Stand abzuklappern, nur mit dem gezückten Geldbeutel vorbeirennend und sich die Spiele in die Taschen stopfen lassen. Nach der Messe sind es dann gerade die, die dann schnellstmöglich in den Kleinanzeigen versuchen, die Sachen wieder loszuwerden, weil sie merken, dass ein kurzes Erklären lassen am Stand vielleicht sinnvoll gewesen wäre.

Klar, ich ärgere mich auch schon mal, wenn ich ein Spiel nicht bekomme. Aber wenn es wirklich gut ist, dann kann ich doch auch davon ausgehen, dass es irgendwann noch mal kommt in einer 2. Auflage. Und mal ehrlich: wie viele Spiele gibt es, die dieses in diesem Jahr betrifft? Ich hab Winsome vorbestellt, die Karten könnte ich mir aber auch einfach kopieren, dann hab ich sie auch. Und sonst glaube ich nicht, dass es noch malmehr als 5-10 Spiele gibt, die Freitagmittag nicht mehr zu bekommen wären.

So ein bisschen frage ich mich auch, wie das am Stand ist für die Aussteller, die nur als "Geld nehmen - Spiel geben" funktionieren, anstatt das Spiel auch wirklich mit der normalerweise in ihnen schlummernden Begeisterung erklären zu dürfen und das Spielen am Stand miterleben. Vielleicht täusche ich mich aber auch und es geht nur darum, über "limitierte Auflagen von NUR 1.000 Spielen" möglichst schnell viel Geld zu machen, der Sammler kauft doch eh alles, was ihm in die Finger kommt, völlig egal, was drin steckt.

Ich kann jedenfalls Bernd Brunnhofers Aussage voll unterstreichen.

Mit spielerischen - aber auch ohne Essen-Vorfreude versehenen - Grüßen,

Christian
Redaktion HUCH & friends

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ehemals Frank, jetzt Matthias Hardel

RE: Oregon - wer weiß mehr? (gelöscht)

Beitragvon ehemals Frank, jetzt Matthias Hardel » 11. Oktober 2007, 17:44

Hier fängt es nun wirklich an, aus dem Ruder zu laufen.

Dieser Zweig des Themas wurde gelöscht.

Die Hauptbeteiligten sollten etwas Ruhe einkehren lassen, andernfalls wird ihr Forumzugang für 10 Tage gesperrt.

Matthias Hardel (Zensor)

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Frank

Re: Oregon - wer weiß mehr?

Beitragvon Frank » 11. Oktober 2007, 17:52

Ok, akeptieren war falsch ausgedrückt.
Stimmt das muß ich. Bin ja nicht deren Mutter. Offensichtlich ebensowenig wie Schmidt-Spiele (Danke Andreas!).
Nichts desto trotz postet Schmidt-Spiele als "Supporter" deren Regeln. Wäre also auch hier gegangen, wenn man denn gewollt hätte.
Ok, akzeptieren ja, aber nicht gut finden.
Und, ja, wenn der erste Eindruck nicht "fraglich" gewesen wäre (Hippodice), hätte ich es nicht nach hinten geschoben. Aber Spiele mit Infos, die ich nach vorne schiebe gibt es genug. Kommt aufs gleiche raus.
Ich finde halt "Null Info" nicht gut.
Im Gegensatz zu dem von Dir erwähnten Verlag habe ich nichts gegen HiG. Absolut nichts. Und das habe ich auch nicht anders dargestellt. Die haben echt schöne Spiele gemacht und ich denke, die schneiden sich so ins eigene Fleisch.

Frank

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Christian Hildenbrand

Re: Oregon - wer weiß mehr?

Beitragvon Christian Hildenbrand » 11. Oktober 2007, 17:58

Hallo,

"Null Info" ist völlig falsch, denn ich finde folgendes:

* Carcassonne: Abtei und Bürgermeister (5. Erweiterung für Carcassonne: 12 neue Holzteile, 18 neue Plättchen) von Klaus-Jürgen Wrede, 2-6 Spieler ab 8 Jahren [14.09.07-10:34]
* Carcassonne: Graf, König und Konsorten (6. Erweiterung für Carcassonne) von Klaus-Jürgen Wrede, 2-5 Spieler ab 10 Jahren, Spieldauer ca. 30 Minuten [14.09.07-10:36]
* Ming Dynastie von Robert F. Watson [31.07.07-09:24]
* Oregon von Åse Berg, Henrik Berg, 2-4 Spieler ab 8 Jahren, Spieldauer ca. 45 Minuten [07.08.07-12:38]
* Reise-Carcassonne von Klaus-Jürgn Wrede, Illustration/Grafik: Doris Matthäus, 2-5 Spieler ab 8 Jahren [14.09.07-09:52]

Und "ins eigene Fleisch" schneiden? Wieso?

Grüße,

Christian (hat alle wichtigen Infos zu den neuen Spielen der Tabelle entnommen)

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freak
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RE: Messevorschauen

Beitragvon freak » 11. Oktober 2007, 18:19

Hallo Christian,

ich kann deine Argumentation sehr gut nachvollziehen.

Ich gestehe allerdings, ich bin da hin- und hergerissen.

Auf der eine Seite finde ich die Aussage von Bernd Brunnenhofer voll in Ordnung, auf der anderen bin ich schon neugierig. Und ich gebe anderen Postings recht, die Fülle erschlägt einen in Essen schon, das Sondieren vorher und Infos lesen macht mir da schon Spaß und erleichtert mir den Besuch in Essen.

Regeln brauche ich vorher auch nicht, liegt vor allem daran, dass ich ohne das Spiel selbst wirklich nur schwer einen Eindruck bekomme (siehe Cuba, hätte ich den Proto nicht gespielt, würde ich nach der Regel nicht wissen, wie gut es sich gespielt hat).
Oder "Der goldene Kompass". Hat sich nach dem Regelstudium langweilig angehört, aber ist es überhaupt nicht, sondern ein richtig schönes Spiel, das mir gut gefällt.

Ich fände es nur toll, wenn die Verlage neben den technischen Daten und dem Cover vielleicht den Werbetext mit veröffentlichen, so als Minimum. Nur, dass man ein bisschen was mitkriegt, worum es überhaupt geht und in welche Richtung (Strategie-, Familien-, Würfelspiel, z.B.).

Verlage, die mehr machen, gerne gesehen, aber so ein bisschen Überraschung ist doch auch immer schön.

Und nichts geht eh über eine kompetente Spielerklärung mit dem Spiel vor Augen und in den Händen.

Viele Grüße
freak, freut sich auch schon auf Essen und die eine oder andere Erklärung, vielleicht auch von Christian

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Christian Hildenbrand

RE: Messevorschauen

Beitragvon Christian Hildenbrand » 11. Oktober 2007, 18:23

"freak" hat am 11.10.2007 geschrieben:

> Viele Grüße
> freak, freut sich auch schon auf Essen und die eine oder
> andere Erklärung, vielleicht auch von Christian

Da muss ich Dich wohl eher enttäuschen, da ich dann doch eher in den Kabinen bin als am Stand draußen. ;-)

Aber wir haben tolles Erklärpersonal, die das mit Begeisterung machen. Ich bin mehr in Herne, Remscheid, Stuttgart am Erklären. :-)

Viele Grüße,

Christian (erklärt gern Spiele)

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freak
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Beiträge: 1105

RE: Messevorschauen

Beitragvon freak » 11. Oktober 2007, 18:40


> Christian (erklärt gern Spiele)

und wirklich gut :)

Aber ich habe ja schon meine Ansprechpartner an eurem Stand :) Da habe ich vollstes Vertraun in.

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ravn

RE: Beraten, anspielen und dann nicht kaufen...

Beitragvon ravn » 11. Oktober 2007, 18:50

Christian Hildenbrand schrieb:

> Da rennen dann am Donnerstag jede Menge Leute durch die
> Gegend mit Scheuklappen auf dem Kopf, um Stand für Stand
> abzuklappern, nur mit dem gezückten Geldbeutel vorbeirennend
> und sich die Spiele in die Taschen stopfen lassen. Nach der
> Messe sind es dann gerade die, die dann schnellstmöglich in
> den Kleinanzeigen versuchen, die Sachen wieder loszuwerden,
> weil sie merken, dass ein kurzes Erklären lassen am Stand
> vielleicht sinnvoll gewesen wäre.

Hatte da in der Vergangenheit manchmal ein schlechtes Gewissen, wenn ich erst wirklich nett, ausführlich, sachkundig und informativ beraten wurde, auch mitgespielt habe und dann sagen musste: "Ne, ist doch nicht das, was ich mir vorgestellt habe" und eben nicht gekauf habe.

Aber ich glaube, bei der Neuheitenflut kann man schlicht nicht alles kaufen, sondern muss teilweise schon die "ganz netten Spiele" aussortieren, weil es zu viele bessere Spiele gibt.

Jammern auf arg hohem Niveau... ;)

Cu/Ralf

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Christian Hildenbrand

RE: Beraten, anspielen und dann nicht kaufen...

Beitragvon Christian Hildenbrand » 11. Oktober 2007, 19:10

ravn schrieb:

> Hatte da in der Vergangenheit manchmal ein schlechtes
> Gewissen, wenn ich erst wirklich nett, ausführlich,
> sachkundig und informativ beraten wurde, auch mitgespielt
> habe und dann sagen musste: "Ne, ist doch nicht das, was ich
> mir vorgestellt habe" und eben nicht gekauf habe.


Wobei ich denke, dass ein schlechtes Gewissen hier nicht notwendig ist, denn schließlich machst Du bei anderen Produkten sicherlich auch nichts anderes. Wenn Du Die in 3 verschiedenen Geschäften ein Elektrogerät erklären lassen hast, kaufst Du es vermutlich auch nicht in allen 3, sondern in dem, das Dir persönlich einfach am meisten zusagt. Und mit Spielen ist es genau so: am Ende kauft man vernünftigerweise doch eher die, die einem zusagen. Oder? :-)


> Jammern auf arg hohem Niveau... ;)


Das ... äh ... kann ich angeblich gut. ;-)

Jammernde Grüße,

Christian (kaufte noch nie aus Mitleid ein Spiel)

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Klaus Knechtskern
Kennerspieler
Beiträge: 1660

RE: Beraten, anspielen und dann nicht kaufen...

Beitragvon Klaus Knechtskern » 11. Oktober 2007, 19:13

"Christian Hildenbrand" hat am 11.10.2007 geschrieben:
>
>> Jammern auf arg hohem Niveau... ;)
>
>
> Das ... äh ... kann ich angeblich gut. ;-)
>
> Jammernde Grüße,
>
> Christian (kaufte noch nie aus Mitleid ein Spiel)

Ja

Bestätigende Grüße ;-)

vor allem wenn er seine erste Niederlage in einem Spiel hinnehmen muss :-P

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Michael Weber

Messevorschau und Verlagsinfos - es muss unterschieden werden

Beitragvon Michael Weber » 11. Oktober 2007, 19:48

KMW schrieb:
> Ich zitiere mal aus der neuen spielbox:
> "Ginge es nach Verleger Bernd Brunnhofer, so dürfte von
> internen Spieleentwicklungsprozessen nicht das Geringste nach
> draußen dringen. Am ersten Messemorgen würde sich in Essen
> oder Nürnberg der Vorhang vor dem Stand öffnen, auf dass die
> Neuheiten das Licht der Öffentlichkeit erblicken."

Ich kann diesen Standpunkt nachvollziehen, aber ich halte ihn nicht für richtig und auch nicht für förderlich. Die Zeiten der internetlosen Welt sind eben vorbei, wer sich jetzt dem damit möglichen Informationsfluss verweigert, schadet sich im Prinzip ein Stück weit selbst. Messevorschauen sind längst zum Marketinginstrument geworden.

Andererseits finde ich, es müsste mal darüber nachgedacht werden, WIE Informationen weitergegeben werden. Wenn ich stumpf jedes kleine Gerücht tabellarisch aufgelistet sehe (es soll ja sogar dreist kopierte Inhalte in Messevorschauen geben, mit denen Anbieter dieses "Services" den Anschein von Professionalität erwecken wollen), bin ich wieder ganz nah bei Bernd Brunnhofer, denn das hat nichts mit kompetenter Vorberichterstattung zu tun. Natürlich kann ein Verlag da Abhilfe durch offizielle Infos schaffen, aber selbst das schützt ja nicht vor Halbwahrheiten. Deshalb kann ich eine Totalverweigerung zum Teil verstehen.

Wir bei Reich der Spiele setzen deshalb zum Beispiel andere Schwerpunkte in der Vorberichterstattung, die die Lücke zwischen vorhandenen oder nicht-vorhandenen Presseinfos und im Grunde fertigen Rezensionen als Messeguide durch Intervies mit den Verantwortlichen schließen sollen. In dem Zusammenhang wurden übrigens mit ähnlicher Begründung wie bei HiG zwei Interviews verweigert. Das kann ich doch akzeptieren. Mich verwundert nur, mit welcher "Dreistigkeit" einige andere Messevorschauen zusammengezimmert werden (nein, kein Konkurrenzdenken, wir haben unsere Nische ja gefunden).

So muss man sowohl auf Verlagsseite als auch auf Medienseite eben genau schauen, was machbar, erlaubt und sinnvoll ist. Für kleinere Verlage halte ich das Mitschwimmen im Presse-Vorberichts-Strom aber für existenziell wichtig. Beispiel aus letztem Jahr: Khronos. Wäre das Spiel OHNE Vorberichte jemandem, aufgefallen? Gleichzeitig ist es ein nach meinem Empfinden eher negatives Beispiel, weil so viel Schaum geschlagen wurde, dass die Kritiken dann dem nicht nachfolgen konnten.

Michael
(der mit der Ruhezone: http://www.reich-der-spiele.de/specials/Spiel07-Vorberichte.php )

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peer

Re: Oregon - wer weiß mehr?

Beitragvon peer » 11. Oktober 2007, 20:27

Hi,
Frank schrieb:
>gegangen, wenn man denn
> gewollt hätte.
> Ok, akzeptieren ja, aber nicht gut finden.
> Und, ja, wenn der erste Eindruck nicht "fraglich" gewesen
> wäre (Hippodice), hätte ich es nicht nach hinten geschoben

Wobei ein Nicht-Erfolg bei Hippodice nicht bedeutet, dass das Spiel schlecht wäre. Bei der ersten Hürde z.B. gehts nur darum mit der Regel und der Beschreibung zu punkten und da sind schon ne Reihe namhafter Autoren gescheitert. Und durchaus nicht mit schlechten Spielen.
Und obs die zweite Hürde schafft hängt auch von der Gruppe ab, die es konkret spielt. Und nicht zuletzt auch, ob die Regel richtig interpretiert wurde.
Insgesamt würde ich ein erfolgreiches bestehen von Hippodice als Empfehlung verstehen, ein Nicht-Erfolg aber nicht als Nicht-Empfehlung.
Ein bisschen so wie beim SdJ oder DSP: Nur weil ein Spiel dort nicht ausgezeichnet wurde, muss es nicht schlecht sein...


> Aber Spiele mit Infos, die ich nach vorne schiebe gibt es
> genug. Kommt aufs gleiche raus.
> Ich finde halt "Null Info" nicht gut.
> Im Gegensatz zu dem von Dir erwähnten Verlag habe ich nichts
> gegen HiG. Absolut nichts. Und das habe ich auch nicht anders
> dargestellt. Die haben echt schöne Spiele gemacht und ich
> denke, die schneiden sich so ins eigene Fleisch.

Nö, ich habs schon so verstanden, wie du gemeint hast. Ich hab nur ein Beispiel gemacht. Ich denke ich kann die Meinung schon nachvollziehen. Gerade mit einer Reputation wie HiG kann man durch Vorab-Infos eher was verlieren...
Außerdem hält man die Spannung: Worum geht es diesmal???

Aber im prinzip ists mir egal, weil ich
a) auf der Messe i.A. nichts kaufe, was ich garantiert danach problemlos überall bekomme und probespielen kann
b) auch schon so eine viel zu lange Liste mit nach Essen bringen werde...

ciao
peer

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Volker L.

Re: Oregon - wer weiß mehr?

Beitragvon Volker L. » 11. Oktober 2007, 21:21

Christian Hildenbrand schrieb:
>
> Hallo,
>
> "Null Info" ist völlig falsch, denn ich finde folgendes:

naja - "nahezu null Info" wäre treffender ;-)

> * Ming Dynastie von Robert F. Watson [31.07.07-09:24]
> * Oregon von Åse Berg, Henrik Berg, 2-4 Spieler ab 8
> Jahren, Spieldauer ca. 45 Minuten [07.08.07-12:38]

Also für mich sind das wertlose Infos. Spiele, die nicht
mit einer Textbeschreibung vorgestellt werden, fallen mir
sowieso niemals auf.

Gruß, Volker

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Volker L.

RE: Messevorschauen

Beitragvon Volker L. » 11. Oktober 2007, 21:56

Christian Hildenbrand schrieb:
>
> Hallo,
>
> das mag ich von unserer Seite einfach mal unterstreichen. Als
> Redakteur sehe ich selbst, wie oft sich noch was ändert, bis
> dann endlich das fertige Spiel in Essen auf dem Tisch liegt
> oder im Regal steht. Warum sollte ich es mir also antun,
> schon Monate (!) vorher eine Vorschau meiner Neuheiten zu
> machen? Um dann am Ende alles noch mal umschreiben zu lassen?
> Ich habe in diesem Jahr gezielt gewartet bis knapp 2 Wochen
> vor der Messe und hab mich dann hingesetzt, um ein paar
> Sachen für die Messevorschau der Spielbox fertig zu machen.
> Denn dann habe ich endgültige Grafiken, gescheite
> 3D-Schachteln, damit es auch nach was aussieht, und ich weiß
> auch sicher, dass die Spiele kommen.

Von Vorschauen Monate im Voraus und während die Entwicklung
noch im Gange ist, halte ich auch nichts.
Mir würde es reichen, die Text-Beschreibung ein paar Tage
vor der Messe zu lesen - aber spätestens am Mittwoch
muss ich mir die Liste der Spiele, die eine nähere
Betrachtung wert sind, erstellen können - sonst ist auf
der Messe Frust angesagt wenn ich mir haufenweise Spiele
vorstellen lasse, von denen eine Beschreibung mir schon
im Vorfeld gesagt hätte, dass es mir nicht gefallen
würde und dabei dann soviel Zeit verliere, dass ich von
den Perlen, die mir gafellen hätten, erst nach der Messe
erfahre, weil ich sie während der Messe nicht geschafft
habe :-(


> Was wäre denn wirklich so schlimm, wenn nicht im Vorfeld klar
> wäre, was denn da alles kommt? Wenn nur die Titel, die
> Autoren dazu, die groben technischen Daten veröffentlicht
> würden in einer einfachen Tabelle von 5-6 Seiten? Braucht es
> einen 80-Seiten-Ausdruck mit allen Grafiken vom Prototyp bis
> zum endgültigen Spiel, mit den Spielregeln, mit den ersten
> Rezensionen von Testspielern?

Ja, das wäre extrenm schlimm.
Aus den von Dir genannten Daten kann ich nicht abschätzen,
ob mir das Spiel vermutlich gefallen wird oder nicht.
Die Anzahl der Neuerscheinungen ist aber so groß (und die
Messe so kurz), dass ich zwingend eine Vorauswahl treffen
muss, was ich anteste und was ich links liegenlasse.
Und selbst von der Vorauswahl schaffe ich nur 90% - was
wiederum ca. 0,9% der insgesammt vorgestellten Spiele
sein dürften.

Wenn Du andererseits dafür sorgen würdest, dass die Messe
um eine komplette Woche verlängert wird (also um weitere
63 auf 98 Stunden), ohne dass die Anzahl der vorgestellten
Spiele steigt, und dafür sorgst, dass auch jeder
Kleinverlag dauernd anwesend ist - ja, dann könnte ich
auch ohne Messevorschau auskommen, mich einfach über
die Messe treiben lassen und gucken, was ich so alles
links und rechts des Weges entdecke ;-)


> Da rennen dann am Donnerstag jede Menge Leute durch die
> Gegend mit Scheuklappen auf dem Kopf, um Stand für Stand
> abzuklappern, nur mit dem gezückten Geldbeutel vorbeirennend
> und sich die Spiele in die Taschen stopfen lassen. Nach der
> Messe sind es dann gerade die, die dann schnellstmöglich in
> den Kleinanzeigen versuchen, die Sachen wieder loszuwerden,
> weil sie merken, dass ein kurzes Erklären lassen am Stand
> vielleicht sinnvoll gewesen wäre.

Blind kaufen tue ich nichts (außer irgendwelchem
Kleinzeug oder Erweiterungen zu Spielen die mir
gefallen) - aber auch schon das Erklärenlassen
kostet soviel Zeit, dass ich ohne Vorauswahl haufenweise
Ausschuss kennenlernen und Perlen übersehen würde.

planmäßige Grüße, Volker

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Marion Menrath
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Re: Oregon - wer weiß mehr?

Beitragvon Marion Menrath » 11. Oktober 2007, 22:45

Grade mit dem PR-Vergleich bin ich persönlich schon öfters reingefallen. (grummel, Guatamala Cafe hat doch Kaffee, warum nur spielt es sich nicht wie PR?) Bloß weil ein Spiel a) verschiedene Rollen, b) Plantagen c) Schiffe oder alle drei hat, ist es noch lange kein Puerto Rico.

Andererseits habe ich vergangenes Jahr nach dem Regelstudium über Graenaland auch gebrummelt, "kooperative Spiele mag ich nicht". Das Fehlurteil bekomme ich gelegentlich heute noch vorgehalten. ;)

Also: Keine Vorab-Ankündigung oder -Regellesen kann selbst angucken und Spielen ersetzen.

Marion

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Marion Menrath
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Re: Oregon - wer weiß mehr?

Beitragvon Marion Menrath » 11. Oktober 2007, 23:03

Volker L. schrieb:
>
> Also für mich sind das wertlose Infos. Spiele, die nicht
> mit einer Textbeschreibung vorgestellt werden, fallen mir
> sowieso niemals auf.
>

Also bei HiG kommt man doch quasi automatisch zwischen zwei Hallen vorbei. Und bei alea, Ystari, FF, eggert und etlichen anderen guckt man halt absichtlich vorbei. Die Stoßzeiten nach dem ersten Probespielchen, wenn eh nirgends mehr ein Platz zu ergattern ist, nutze ich eben, um anderen Leuten beim Spielen über die Schulter zu gucken (alea-Prototypen auch nur anzuspielen, schaffe ich nur jedes zweite Jahr), Spielregeln zu überfliegen oder bei Fairplay nach heimlichen Messefavoriten zu gucken.

Marion

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Volker L.

Re: Oregon - wer weiß mehr?

Beitragvon Volker L. » 12. Oktober 2007, 00:49

Marion Menrath schrieb:
>
> Also bei HiG kommt man doch quasi automatisch zwischen zwei
> Hallen vorbei. Und bei alea, Ystari, FF, eggert und etlichen
> anderen guckt man halt absichtlich vorbei.

vergleiche http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=177372&t=177226&PHPSESSID=e9ab9f11637a2e12c89d3faea0d15986
Beim Durchlesen der Messevorschau notiere ich mir, welche
Spiele nach der Beschreibung zu urteilen mir wahrscheinlich
bzw. eventuell gefallen werden - und diese Spiele dann
alle in Augenschein zu nehmen dauert länger als die ganze
Messe - um irgendetwas, was nicht schon im Vorfeld auf
der Liste ist, dazwischenzuschieben, ist schlichtweg
keine Zeit da, das mache ich nur bei sehr positiver
Mundpropaganda.

Gruß, Volker

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Marten Holst
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RE: Messevorschauen

Beitragvon Marten Holst » 12. Oktober 2007, 12:49

Moin,

vor zwei (?) Jahren ist mir mein damaliger Drucker kaputt gegangen. Da ich organisatorische Fähigkeiten immenser Abwesenheit besitze, wuppte ich es nicht - war mir wohl auch nicht richtig wichtig - eine Vorschau auszudrucken. Am PC lesen mag ich nicht. Der Effekt war, ich kam komplett unvorbereitet auf der Messe an. Wie früher in den 90er Jahren eigentlich auch schon immer.

Was passierte ist zum einen das, was Volker sagte: Mir entging vieles an Spielen, die mich interessierte, ich habe viel Zeit mit Spielen verbracht, die ich dann doch nicht haben wollte, weil "nur ganz nett". Die ganzen Informationen musste ich mir dann nach der Messe neu zusammensuchen, aus Zeitschriften, Forenbeiträgen und übers Spielen bei einem Freund, der immer viel Neues hat.

Was aber auch passierte: Ich habe die Messe erlebt. Ich bin rumgegangen und habe interessante Spiele gesehen. Auch solche, die beim zweiten Blick doch nichts waren, aber die einfach interessant waren. Ich war offener für unbekanntes als in den Jahren zuvor und hatte viel mehr ein kaiserliches "Schaunmermal"-Gefühl der Spannung, was nun bei den Spielen herauskommen würde. Ich habe mitbekommen, wo sich Leute ballten und die "frühen Favoriten" der Fairplayliste schräge angesehen und versucht zu erraten, wie die sich entwickeln würden (drin bleiben, rausfallen, noch weiter klettern?).

Ich habe wenig neue gute Spiele kennengelernt und viel weniger Marktüberblick, der ja eh schon gering genug ist, als in den Vorjahren. Aber die Messe hat mir viel mehr Spaß gemacht als in den Vorjahren. Nur ist das auch was, was für jeden anders ist, nur hätte ich das bei mir nicht gedacht. Von daher: ich hab zwar wieder einen Drucker, aber die Messeliste überfliege ich nur kursorisch, bei bestimmten Ständen komme ich eh vorbei, an anderen gehe ich eh vorbei, das einzige was noch so "gezielt" angesteuert wird, sind die gerüchteschwangersten Spiele (wobei eggert mit Cuba da ausfällt, da schon in einer der obigen Gruppen eingebaut, immerhin bin ich Harburger). Ausgedruckt wird vorher nichts mehr, bestenfalls ein Standplan.

Tschüß
Marten

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chrisli
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RE: Messevorschauen

Beitragvon chrisli » 13. Oktober 2007, 00:00

Du musst doch nichts lesen.
Kannst doch einfach die Spannung abwarten, wenn dir das zu langeweilig sonst ist.
Denke Monate vorher infos zu veröffentlichen halte ich auch für leicht übetrieben.

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Roman

Re: Messevorschau und Verlagsinfos - es muss unterschieden werden

Beitragvon Roman » 13. Oktober 2007, 08:28

Hallo Michael,

Michael Weber schrieb:
>
> KMW schrieb:
> > Ich zitiere mal aus der neuen spielbox:
> > "Ginge es nach Verleger Bernd Brunnhofer, so dürfte von
> > internen Spieleentwicklungsprozessen nicht das Geringste nach
> > draußen dringen. Am ersten Messemorgen würde sich in Essen
> > oder Nürnberg der Vorhang vor dem Stand öffnen, auf dass die
> > Neuheiten das Licht der Öffentlichkeit erblicken."
>
> Ich kann diesen Standpunkt nachvollziehen, aber ich halte ihn
> nicht für richtig und auch nicht für förderlich. Die Zeiten
> der internetlosen Welt sind eben vorbei, wer sich jetzt dem
> damit möglichen Informationsfluss verweigert, schadet sich im
> Prinzip ein Stück weit selbst. Messevorschauen sind längst
> zum Marketinginstrument geworden.

Da kann ich Dir nur zustimmen. Es macht wenig Sinn, gegen einen reißenden Fluss anzuschwimmen. Aber es gibt Gewinner und Verlierer in diesem Spiel. Die Gewinner sind potenziell Kleinverlage, die sonst nicht auf sich aufmerksam machen könnten, die Verlierer ggf. etablierte Verlage, deren Spiele im Vorfeld (z. B. nach Regelstudium, siehe andere Postings von mir...) zerredet werden.

[Halbwahrheiten in Messevorschauen]
> Natürlich kann ein Verlag da
> Abhilfe durch offizielle Infos schaffen, aber selbst das
> schützt ja nicht vor Halbwahrheiten. Deshalb kann ich eine
> Totalverweigerung zum Teil verstehen.

Verstehen kann ich sie auch, aber sie ist nicht durchzuhalten. Es ist schlichtweg utopisch. Und vielleicht ist es der bessere Weg, mit offiziellen Infos rechtzeitig gegenzusteuern als inoffiziellen Gerüchten das Feld zu überlassen. Manches Mal denke ich mir ebenfalls, dass es schöner wäre, nach Essen zu kommen und wie ein kleines Kind ob all der Neuheiten mit glänzenden Augen staundend vor dem Tannenbaum zu stehe. Aber ich fürchte, dass das so nicht mehr geht. Da bedarf es schon eines anderen, vorverurteilungsresistenten Nadelbaums - und so einen habe ich leider noch nicht kennen gelernt.

> Für kleinere Verlage halte ich das Mitschwimmen im
> Presse-Vorberichts-Strom aber für existenziell wichtig.
> Beispiel aus letztem Jahr: Khronos. Wäre das Spiel OHNE
> Vorberichte jemandem, aufgefallen? Gleichzeitig ist es ein
> nach meinem Empfinden eher negatives Beispiel, weil so viel
> Schaum geschlagen wurde, dass die Kritiken dann dem nicht
> nachfolgen konnten.

D'accord.

Ciao,
Roman (wir haben halt nicht mehr 1987, sondern 2007 - im Guten wie im Schlechten)

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Schorsch
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Beiträge: 179

Re: Oregon - wer weiß mehr?

Beitragvon Schorsch » 15. Oktober 2007, 13:46

Hallo, all ihr eifrigen Forumsnutzer,

wie sich ja in dieser Diskussion sehr klar zeigt, gibt es zu diesem Thema zwei verschiedene Ansichten.
Ich halte mich nicht gerade für einen Traditionalisten, aber alleine, dass es in diesem wahnsinns Informationszeitalter so unglaublich viele Möglichkeiten gibt, bedeutet ja noch lange nicht, dass jedermann jederzeit dazu verpflichtet ist, diese wahrzunehmen.
Wozu wäre denn die Messe noch da, wenn jeder dort nur noch seinen zuvor abgesteckten Zeitplan abarbeitet und ? auf möglichst kurzen und zeitsparenden Wegen ? seine Pflichtstationen abhakt?

Wir haben uns also für eine der beiden Möglichkeiten entschieden.
All jene, die es aus Zeitmangel nicht schaffen werden unsere Neuheiten auf der Messe zu spielen, werden sich sicherlich von Freunden und Bekannten eine Meinung einholen können, die sehr viel aussagekräftiger sein wird, als ein schlichter Pressetext.

Ich wünsche euch allen eine schöne (und nicht allzu stressige) Zeit in Essen
Schorsch


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