Anzeige

Erklärung von Andreas Mutschke

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Jürgen Klimke

re: Sonnes Vorschlag neuer Spielepreis

Beitragvon Jürgen Klimke » 14. Februar 2001, 19:39

Abermals Hallo Sonne,
Zunächst mal:
Ich habe gar nicht unbedingt ein "positives" Bild von der Jury, was ich behauptet habe, ist, dass die Vorkommnisse dem Großteil der Käufer egal sind und zu einem überwiegenden Teil auch egal sein können. Und dass ich zweitens kein gutes Gefühl habe, wenn Diskussionen mit halbgaren Thesen geführt werden und dabei ein Gut-Böse Bild aufgestellt wird. Diesem Bild zufolge, und nach diesem kritisierst du mich jetzt, war mein Beitrag ein "pro-Jury"-Beitrag, deswegen interpretierst du das "positiv" hinein. Ich glaube, dass "gelassener" der richtige Ausdruck wäre.
Jetzt aber zu den wichtigen Dingen:
Du schreibst ganz richtig, dass deine Ansicht über die PR-Arbeit zum Archiv NACH DEN GELESENEN BEITRÄGEN katastrophal ist. Ich frage dich zurück, wieviele Personen Beiträge geschrieben haben, die tatsächlich eine Innenansicht der Dinge hatten, und wieviele sich immer und immer wieder auf andere Beiträge gestützt haben.
Die drei Ausgetretenen greifen die Arbeit des Archivs natürlich an, das ist ihr gutes Recht und ich respektiere auch ihre Meinung. Aber ich denke mal, dass sie selbst zugeben müssten, sehr tief involviert zu sein: Ihre Meinungen sind ihre Sicht der Dinge. Andere müssen andere haben, sonst wäre es nicht zum Streit gekommen. Herr Ruschitzka spricht ausdrücklich von "persönlichen Differenzen". Sobald ein solcher Begriff auftaucht, sollte man sich im Klaren sein, dass die Sicht jeder Seite subjektiv sein MUSS, weil sie keine aus Abneigung gegen die andere Seite keine Lust mehr hat, sich in den Streitpartner hinein zu versetzen. Das Forum nimmt die Angriffe der drei Ausgetretenen aber größtenteils als "Wahrheit". Sicherlich sind einige ihrer Vorwürfe stichhaltig, sie sind aber nicht zwanghaft auch die "Wahrheit".
Aber weiter: Der Beitrag von Ruschitzka spricht ausdrücklich von 260.000 Mark, die um 60.000 aufgestockt werden sollten. Das heißt aber, dass bisher mit 260.000 Mark gearbeitet wurde.
Ich bezweifle noch einmal, dass ein PR-Agentur für diesen Preis effizient arbeitet, und sage noch einmal, es ist mir lieber, dieses Geld fließt in ein Spielearchiv, als dass ein noch größerer Betrag in eine Firma geht, die sich ausschließlich um Werbung und Kommunikation kümmert. Ich finde, die Vermischung von PR und Archivarbeit tut in diesem Fall sogar gut.
Beweise mir bitte deine Behauptung, dass JEDE PR-Agentur die Arbeit besser machen könnte, als das Archiv derzeit. Ich glaube daran nicht.
Erkläre mir übrigens mal, was das Archiv so alles an Pressearbeit macht. Hier wird sehr viel darüber geredet, wie wenig es denn macht. Hat sich jemand mal genau erkundigt?
Übrigens: Wenn ich recht informiert bin, lag die PR vor gar nicht so langer Zeit bereits einmal in den Händen einer anderen Firma. Was sie damals besser?
Ich habe wenige Beiträge überlesen. Ich bleibe bei meiner Meinung, dass alle prinzipiell einer Meinung sind und sich dabei immer wieder auf sich selbst beziehen.
Natürlich ist es nicht egal, wenn es nur zu 10 Prozent um Spiele ging und zu 90 Prozent um andere Dinge. War das tatsächlich so? Wir haben eine Aussage von Herrn Mutschke. Das Problem in diesem Forum ist, dass solche Aussagen, von einem Dutzend Schreibern aufgegriffen werden, und anschließend als "Wahrheit" da stehen, weil jeder sie ja so oft gelesen hat.
Gruß

Benutzeravatar
sonne

re: Sonnes Vorschlag neuer Spielepreis

Beitragvon sonne » 14. Februar 2001, 21:26

Lieber Jürgen,
meine Absicht in diesem thread war es den Blick nach vorne zu richten und neue Ideen zum Spielepreis zu sammeln bzw. diese zu diskutieren. Der Blick zurück wurde hier schon sehr diskutiert ein paar threads weiter unten. Ich glaube dabei meine Position dezidiert und umfassend dargestellt zu haben. Das muß natürlich nicht heißen, daß nun nicht mehr darüber zu sprechen ist, sondern nur für mich, daß ich glaube ein umfassendes Bild vor mir zu haben, das sich von Deinem sehr unterscheidet und dabei möchte ich es bewenden lassen. Jeder Dritte kann Deine Worte abwägen und sich andere Darstellungen ansehen. Jeder Dritte kann sich eigene Gedanken machen, ob er den Darstellungen der Ausgeschiedenen glaubt oder nicht - für mich sind sie glaubhaft und überzeugender als die kümmerliche Klarstellung von Herrn Ernst.
Du kannst nun einwenden, Du seist hier der gelassene, kannst einwenden sonne behauptet Dinge die sie nicht wirklich bis ins letzte weiß ich könnte erwidern kann den Jürgen seine Behauptungen belegen, wir können uns unsere geschriebenen Sätze gegenseitig rezitieren und deren Sinnhaftigkeit in Frage stellen oder weiterhin heikle Fragen unbeantwortet lassen.
Sorry Jürgen, wenn Du Details wissen möchtest lese sie nach oder sprich mit den Herrn aus der Jury, die werden Dir hierzu mehr sagen können.
Ich habe im augenblick keine Zeit und Lust hier etwas unergiebig verbales Ping-Pong zu spielen.
Gruß sonne

Benutzeravatar
Juergen Klimke

re: Sonnes Vorschlag neuer Spielepreis

Beitragvon Juergen Klimke » 14. Februar 2001, 22:45

1.) Exakt darauf wollte ich hinaus: Es macht wenig Sinn, verbale Angriffe hin- und her zu reiten, wenn zu wenig Fakten offen liegen; das ist hier der Fall.
2.) Die Darstellungen der Ausgeschiedenen sind teilweise sicherlich glaubhaft; am sachlichsten ist meiner Meinung nach die von MiKnopf. Dass du dich dagegen sperrst, zuzugeben, dass sie trotz allem subjektive Ansichten sind, ist eines der Diskussionsprobleme, die ich versucht habe deutlich zu machen.
3.) Du kannst gerne erwidern, dass ich meine Behauptungen belegen soll. Du wirst dann merken, dass ich im Gegensatz zu dir keine Behauptungen aufgestellt habe. Bis auf die eine, dass ich fest davon überzeugt bin, dass ein PR-Agentur nicht zwanghaft bessere Arbeit als das Archiv betreibt. Die kann ich im Zweifelsfall nicht beweisen; objektiv gesehen ist es aber sicherlich die vernünftigere Ansicht als ein Satz wie "alle werden den Job vermutlich um einiges besser machen als das Archiv derzeit" (siehe Beitrag von 18.43 Uhr).
Ich habe nichts anderes getan, als die ganzen Behauptungen, die hier im Raum stehen, mal zu hinterfragen. Natürlich ist das für jemanden, der anderer Meinung ist, "unergiebiger", als wenn ihm das ganze Forum zustimmt.
Grüße
PS: Bevor du dich beschwerst - NATÜRLICH ist das polemisch! :-)

Benutzeravatar
Gabi Goldschmidt

re: Erklärung von Andreas Mutschke

Beitragvon Gabi Goldschmidt » 14. Februar 2001, 23:32

Hallo Sonne,
bei Deinem Vergleich zwischen Spiel und Buch solltest Du bedenken, daß in Deutschland jährlich ca.
60.000 verschiedene Bücher als Neuerscheinungen auf den Markt kommen
und ca. 1 % der deutschen Gesamtbevölkerung jährlich mehr als 50 Bücher kauft (und vermutlich auch liest) Von daher wird das Publikumsinteresse für das "Literarische Quartett" sicher höher liegen als für eine spielerische Rezensionsrunde (...und wer aus der Spieleszene sollte auch den Part von Marcel Reich-Ranicki übernehmen?)
Ciao Gabi (die viel spielt und viel liest...)

Benutzeravatar
Michael Schramm

re: Sonnes Vorschlag neuer Spielepreis

Beitragvon Michael Schramm » 15. Februar 2001, 00:30

Hallo Jürgen,
ich kann Deine Beiträge nur in Gänze unterstützen, schön, dass hier auch von der Menge abweichende Meinungen abgegeben werden! Und natürlich hast Du dann auch gleich feststellen müssen, dass sich einige -teilweise anonyme- Forumsteilnehmer auch sofort auf Dich gestürzt haben - schließlich haben ja nur ganz bestimmte Leute den Durchblick und andere eben nicht. Und überhaupt war offenbar das "Spiel des Jahres" den Durchblickern und Topexperten schon lange irgendwie ein Dorn im Auge, jetzt muss also ein neuer Preis her: Leute glaubt mir, ein solcher neuer Preis interessiert draussen in der realen Welt keinen Menschen, was glaubt ihr denn, wen bisher der Deutsche Spielepreis (außerhalb der Szene natürlich!) gejuckt hat? Fragt doch mal im Handel nach, wie oft bei Spielen nach dem Motto: "Ist das denn auch beim Spielepreis gut weggekommen?" gefragt wurde. Und dann lassst euch auch gleich sagen, wie oft das "Spiel des Jahres "verlangt wurde. Von mir aus könnt ihr hier im Forum Preise verleihen bis in Peking ein Sack Reis umfällt, aber das ändert garnichts an der Wertigkeit des "Spiels des Jahres" - und das ist im Interesse einer gutflorierenden (= auch gut Geld verdienenden!) Spielelandschaft auch absolut in Ordnung.
Nice dice
Michael ( weder mit der Jury verwandt,noch mit Verlagen verheiratet)

Benutzeravatar
Roman Pelek

DSP-Logo

Beitragvon Roman Pelek » 15. Februar 2001, 11:13

Hi Markus,
>Woran erkennt man den deutschen Spielepreis?
Hat er ein Logo?<
Schau mal, falls Du's nicht in aktueller Form zu Hause hast, im Laden auf die Schachteln vom Siedler-Kartenspiel oder von "6 nimmt!". Da ist das DSP-Logo draufgedruckt (2. bzw. 1. Preis beim DSP).
Ciao,
Roman

Benutzeravatar
sonne

re: Erklärung von Andreas Mutschke

Beitragvon sonne » 15. Februar 2001, 11:21

Hallo Gabi,
ja das stimmt, das Buch hat bereits eine größere Verbreitung als das Spiel.
Auch bei den Neuerscheinungen im Spielebereich sehe ich jedoch eine stark wachsende und zunehmend unüberschaubare Zahl, wenn auch nicht so hoch wie im Bücherbereich. Sagen wir's mal so, im Vergleich zum Buch hat das Spiel noch viel Wachstum vor sich (sagt der Optimist in mir).
Ob ein Publikumsinteresse an einem spielerischen Quartett besteht hängt davon ab, wer und wie dies dargestellt wird. Das derzeitige TV Programm ist sicher ein ungeeigneter Maßstab, wenn man die meiner Meinung nach zunehmende Simplifizierung der bildlichen Botschaften bedenkt (Girlscamp, Big Brother, Heirate einen Millionär usw.). Man kann daraus natürlich schlußfolgern, soetwas paßt nicht in die TV Landschaft, - dann würde aber das Literarische Quartett auch nicht passen. Publikumsinteresse ist bsp. zu wecken durch Prominetenspielerunden, prominente vierte Mitspieler oder Diskutierer (analog Lit. Quartett), bekannte Moderatoren (Jauch) oder einfach interessant kombinierte Persönlichkeiten in der Runde (Ranicki, wird wohl auch zu großem Teil wegen seiner Persönlichkeit und seiner Art der Selbstdarstellung angesehen).
Nun zu Deiner Frage wer wäre der Ranicki der Spielebranche. Ich weiß es nicht. Aber vielleicht schlummern irgendwo unentdeckte Talente....
Gruß sonne (der viele ungelesene Bücher, aber auch viele gespielte Spiele besitzt)

Benutzeravatar
Jürgen Klimke

re: Ludotorisches Quartett

Beitragvon Jürgen Klimke » 15. Februar 2001, 12:01

Die Frage ist: Lässt sich ein Spiel im Fernsehen darstellen, so dass der Zuschauer einen guten Einblick davon bekommt?
Bei einem Buch kann ich den Inhalt besprechen, den Stil loben, über das Ziel des Autors sinnieren; dadurch schaffe ich Neugier.
Schaffe ich Neugier, wenn ich ein Spiel vorspiele? Dazu sind Spiele oft zu kompliziert; man durchschaut sie nur, wenn man mitspielt (typischer Satz: "Jetzt hast du genug erklärt, lass uns mal anfangen!").
Schaffe ich Neugier, wenn ich Spielhintergrund und Story erzähle? Oft ist die konstruiert und hat gar nichts damit zu tun, ob das Spiel gut ist.
Das ließe sich hier beliebig fortsetzen.
Es ist nicht unbedingt ein Zufall oder pure Ignoranz, dass kein Fernsehsender und nur sehr wenig Radiostationen Spiele vorstellen. Auch in diesen Medien sitzen Spiele-Freaks, die sich bestimmt bereits einmal Gedanken über Konzepte gemacht haben.
Ob das Publikumsinteresse da ist und ob wie es um das Niveau des Fernsehens (blablablubb... Verfall der Sitten durch BigBrother... etc.) zur Zeit bestellt ist, ist bei dem Thema erstmal völlig zweitrangig.

Benutzeravatar
Volker L.

re: Ludotorisches Quartett

Beitragvon Volker L. » 15. Februar 2001, 13:16

Es gaebe noch ein weiteres Problem:
Das Lesen von sogenannter "guter Literatur" wird
allgemein als wuerdige Beschaeftigung von ernsthaften,
erwachsenen Leuten mit einer gewissen Bildung angesehen.
Selbst jemand, der nur "Unterhaltungsliteratur", sprich
Krimis, Abenteuerromane und die in Literaturkreisen
- zu unrecht - pauschal verachtetet Science Fiction,
liest, wird tendenziell eher Bewunderung empfinden fuer
jemanden, der sich mit "guter Literatur" auseinandersetzt,
auch, wenn ers elbst diese als furchtbar langweilig und
trocken empfindet.
Bei Spielen hingegen ist das ganz anders, Spielen wird
von weiten Kreisen der Bevoelkerung als "Kinderkram"
angesehen, jemanden, der seine Freizeit mit Spielen
verbringt (ausser vielleicht Schach oder Kneipenskat),
kann man doch nicht ernst nehmen, der soll gefaelligst
erst mal erwachsen werden!
Natuerlich ist diese Einstellung erstens engstirnig und
zweitens falsch, aber so denkt nunmal eine breite
Mehrheit, schon aus diesem Grund haette ein ludotorisches
Quartett auch beim oeffentlich-rechtlichen Fernsehen,
das ja nicht (nur) nach der Quote schielen muss,
keine Chance.
Gruss, Volker

Benutzeravatar
sonne

re: spielerisches Quartett

Beitragvon sonne » 15. Februar 2001, 14:01

Je geringer bisher die scheinbare Akzeptanz von Spielen und Spielern, umso wichtiger erscheint mir der kulturelle Auftrag bzw. die Herausforderung. Ich sehe hier im übrigen schon einen Wandel zum Spielen (spätestens seit Trivial Pursuit, Tabu, Siedler v. C und Wer wird Millionär) in unserer Gesellschaft. Wenn man aus der Sichtweise herangeht, wir Spieler sind eine milde belächelte Randgruppe wirds auch nicht klappen. das müßte schon recht selbstbewußt aufgezogen werden, so überhaupt mal was aufgezogen wird.
Zur Frage ob sich spielen oder die Diskussion darüber im TV darstellen läßt:
Ich sehe da eher noch weniger abstraktes als bei einer Buchbesprechung. Die Diskussion über ein Spiel kann spannend oder tieflangweilig sein, das hängt davon ab, wie unterschiedlich und profiliert die Rezensenten auftreten und natürlich welche Meinung sie haben. Da sehe ich in erster Linie einen Human Factor der halt ansprechend sein muß. Ich will nochmals daran erinnern, wer vor 10 oder 15 Jahren dachte, daß eine bloße abgehobene Diskussion (ohne vorlesen = ohne vorspielen) über Bücher zu einem Publikumsmagneten wird.
Das ausschnittsweise Vorspielen durch Prominez könnte etwas vorleben und den erlebten Spielspaß zeigen sowie die Spielatmosphäre und das Spielmaterial darstellen. Der Mensch macht doch am liebsten nach was er im Fernsehen vorher gesehen hatte.
Meine Zweifel gehen eher dahin, daß die Ausgangszielgruppe erst mal klein sein wird (Quotendenken der TV Anstalten?). Das heißt man bräuchte erst mal wirklich persönliche Zugpferde in der Runde, die die Leute mobilisieren würden. Wenn dann das ganze unterhaltsam und geschickt dargestellt wird, sehe ich schon eine Chance.
Gruß sonne

Benutzeravatar
Harald Schrapers

re: DSP-Logo

Beitragvon Harald Schrapers » 15. Februar 2001, 16:03

Seit Tikal - auch auf dieser Schachtel ist das Dt. Spiele Preis-Logo drauf - handelt es sich um einen Würfel. Wer das alte und neue Logo sehen möchte: URL s.u.

Benutzeravatar
Henrik Schrader

re: Erklärung von Andreas Mutschke

Beitragvon Henrik Schrader » 16. Februar 2001, 15:15

Hi !!
>vielleicht seh ich das ja ein bischen einfach, aber warum Kategorien?<
Der einfachhalt wegen, man hat halt einen besseren Überblick und vorallem wer will schon Äpfel mit Birnen
vergleichen.
>Warum EIN Spiel des Jahres? Weil es beim Spielen (meistens) auch nur einen Sieger gibt?<
Da bin ich deiner Meinung, wenn ein Spiel herausgehoben wird, werden die restlichen automatisch zu Verlierer gestemmpelt.Aber anscheinet sehen die anderen das anders.
Auch wenn ich jetzt wieder ausgelacht werde, bin ich doch der Meinug, daß eine wertungsfreie Liste der verschiedenen Spielkategorien sicherlich die bessere Lösung für einen Spielepreis ist.
Gruß Henrik

Benutzeravatar
Jürgen Klimke

re: Ein Sieger versus Siegerliste

Beitragvon Jürgen Klimke » 16. Februar 2001, 18:13

Die Siegerliste gibt es doch!
Sie heißt zur Zeit "Auf der Auswahlliste zum Spiel des Jahres" und war in den letzten Jahren meiner Meinung nach ein wunderschöner Querschnitt der besten Spiele, normalerweise auch unstrittiger als der eigentliche Preisträger.
Genau aus ähnlichen Überlegungen wie Euren, nämlich einer zusätzlichen Kategorisierung (nehme ich mal an, ich kenn die Gedanken der Jury ja nicht) wurde sie in den letzten Jahren nochmal zusätzlich differenziert in ein "Sieger-Triumvirat", was sicherlich schwerer zu verkaufen ist, als die reine Liste;
und im Gegensatz zum DSP, der noch zusätzlich eine Rangliste einführt, ist die Auswahlliste auch genau, wie ihr (zu Recht) fordert, eine Liste völlig gleichgestellter, weil teilweise völlig unterschiedlicher Spiele...
jetzt tatsächlich die KATEGORIE der einzelnen Spiele zu erkennen, ist nicht Sache des Auszeichners, sie wäre Sache der Händler (ich verlange von meiner Buchhandlung ja auch, dass sie Krimis und Lyrikerbiografien trennt!), und für jeden Händler des sich ein bisschen mit dem, was er verkauft beschäftigt, dürfte auf jeder Liste der vergangenen Jahre sofort klar sein, welche Spiele er der 70jährigen Oma, dem jungen Ehepaar oder dem 18jährigen Freak verkauft;
da wären wir bei einer ganz anderen Frage: Warum verlangt in Deutschland offenbar kein Käufer vom Spielehändler die Fachkompetenz, die er in einem Buchladen erwartet, nämlich, dass in den VEDES oder Müller oder Kaufhof oder sonstigen Ketten-Geschäften und ihren Abteilungen keine Verkäufer stehen, die morgen auch Parfüm verkaufen könnten, und außer dem Spiel des Jahres kein Spiel gespielt haben!?
Das zu "ändern" wäre auf jeden Fall sinnvoller, als einen Preis in mehreren Kategorien heraus zu bringen, der Laien nichts nutzt, und der Vielspielern völlig egal ist (ich spiel Hannibal genauso wie Zapp Zerapp oder Pi mal Daumen, es ist mir egal, aus welcher Kategorie sie sind, hauptsache sie sind GUT!)
dass es jetzt am Ende EINEN Sieger gibt, der hervor gehoben wird... naja, also seien wir ehrlich: viele Gelegenheitsspieler WOLLEN doch gar nicht, wenn sie in den Laden gehen ein "ja, also da gibt es folgende 12 prämierte Spiele", sie wollen EINES; und wenn ihnen das nicht gefällt, gibt's ja noch die "Auswahlliste"
(die auch ihre Wirkung hat)
Ein Sieger lässt sich besser in den Medien und Geschäften verkaufen und ist auch griffiger, das ist schon okay, meiner Meinung nach
Grüße

Benutzeravatar
peer

re: Ein Sieger versus Siegerliste

Beitragvon peer » 16. Februar 2001, 20:49

Hi,
ein Problem mit Kategorien, das gerne vergessen wird (und ich es deswegen immer wieder gerne hervorhebe :-) ist einfach, dass es die Verwirrungen mit mehreren Preisen wirklich gibt!
Folgende Spiele in meinem Schrank wurden von "unwissenden" fälschlicherweise für ein Spiel des Jahres gehalten:
(Dauerbrenmner): Carabande (Sonderpreis Geschicklichkeit)
Die drei Magier (Sonderpreis Schönes Spiel)
Müller & Sohn (dito)
Löwenherz (Auswahlliste).
Natürlich war keines davon tatsächlich SdJ, aber der rote Pöbbel auf der Spielplanseite wird sofort mit dem Hauptpreis assoziiert. Ob der Gelegenheitskäufer überhaupt weiss, dass es eine Liste gibt, vermag ich nicht abzuschätzen.
Gibt es auf einmal mehrere Preisträger würde das die Verwirrung m.E. eher mehren und die Popularität würde abnehmen. Denn leider kaufen sich die meisten Familien, wenn überhaupt EIN Spiel und da ist es am einfachsten, wenn es DAS SdJ gibt. Von der Oma der man noch einen Geschenkwunsch mitteilen will ganz zu schweigen...(Also Oma, nicht das SDJ Taktik, sondern das SDJ Strategie. Und auf keinen Fall das SDJ Mehrheiten-in-Venidig!)
ciao,
Peer (der nichts gegen Omas hat)

Benutzeravatar
Volker L.

kompetente Beratung (war: Ein Sieger versus Siegerliste)

Beitragvon Volker L. » 19. Februar 2001, 12:48

> da wären wir bei einer ganz anderen Frage: Warum
> verlangt in Deutschland offenbar kein Käufer vom
> Spielehändler die Fachkompetenz, die er in einem
> Buchladen erwartet, nämlich, dass in den VEDES
> oder Müller oder Kaufhof oder sonstigen
> Ketten-Geschäften und ihren Abteilungen keine Verkäufer
> stehen, die morgen auch Parfüm verkaufen könnten, und
> außer dem Spiel des Jahres kein Spiel gespielt haben!?
Fachverkaeufer kosten mehr Geld als Aushilfskraefte.
Die grossen Ketten versuchen immer, Personalkosten
einzusparen, indem sie nicht mehr fuer jede Abteilung
(Buecher, Kleidung, Spielwaren, Elektroartikel etc)
je zwei speziell dafuer geschulte/informierte Kraefte
einstellen (so dass immer einer da ist, wenn der andere
Mittagspause hat), sondern fuer alle 4 Abteilungen
isngesamt 5 oder 6, die dann immer da eingesetzt werden,
wo es gerade noetig ist. Dagegen wird man kaum etwas
machen koennen :-(
Die kleinen Fachgeschaefte, die sich durchaus noch
Fachverkaeufer leisten, koennen wegen der hoeheren
Personalkosten und des geringeren Mengenrabatts
preislich nicht mit den grossen Kaufhausketten und
Versandhaendlern mithalten und sterben allmaehlich aus
(das trifft die meisten Branchen, nicht nur Spiele).
DAGEGEN koennen wir etwas machen: oefters mal dort
ein Spiel fuer 25,- DM kaufen, auch wenn wir genau
wissen, dass es 100m weiter bei Karstadt nur 22,95 DM
und bei Adam Spielt 19,80 DM kostet!
Gruss, Volker


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 19 Gäste