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Ermüdungserscheinungen...

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Philipp Klarmann

Ermüdungserscheinungen...

Beitragvon Philipp Klarmann » 19. Februar 2001, 11:18

Geht es nur mir so oder anderen auch...in letzter Zeit bin ich trotz der Quantität des spielerischen Angebotes etwas enttäuscht. Wir sehen sich in Variationen immer wiederholende Spielmechanismen (Auktionen, Aktionspunkte, Einfluß auf Gebiete...) ohne dass mal wieder ein wirklich pfiffiger Mechanismus seit Verräter gekommen wäre. Und die Themenwahl ist ebenfalls äußerst dürftig...3 Spiele über Venedig in kürzester Zeit, 2x Odysseus (ja, ich kenne die Hintergründe), Fürsten von Florenz, Händler von Genua, fehlen nur noch die Prinzen von Padua und die Mönche von Mailand... ihr versteht schon was ich meine.
Und da wäre der immer langweiligere Zwang zu harmloser friedlicher Konfliktlösung. Ja, im Mittelalter haben alle erstmal fröhlich abgestimmt/ gesteigert/Räder gedreht, wenn es um die ureigenen Interessen ging... mein Geschichtsbuch sieht da etwas anders aus. Und wenn dann ein Spiel wie Im Zeichen des Kreuzes etwas wirklich historischer anpackt und das Plündern von Städten ermöglicht (pfui-extra dafür), kommt die allgegenwärtige Political Correctness und führt zu Verkrampfungen.
Das soll aber nicht heißen, dass alles müde daherkommt dieses Jahr, nur die Masse ist halt nicht gleich Klasse (5 DM ins Phrasenschwein).

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andreas haun

re: Ermüdungserscheinungen...

Beitragvon andreas haun » 19. Februar 2001, 15:28

ja - in allen punkten.
andreas

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S.Gienke

re: Ermüdungserscheinungen...

Beitragvon S.Gienke » 19. Februar 2001, 18:05

dito - ja, in allen Punkten !!!
Sven Gienke

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HAnno Schwede

re: Ermüdungserscheinungen...

Beitragvon HAnno Schwede » 19. Februar 2001, 18:14

Auch ich muß Dir recht geben, obwohl wenn ich mir so die Sachen des letzten Jahres ansehe, habe ich mir tatsächlich 4 Spiele gekauft:
Drachendelta
Zapp Zerap
Abos
La Cita
Ach ja gespielt habe ich fast alle Neuerscheinungen, allerdings noch keine Nürnberger, da mein beruflicher Spieleabend ausgefallen ist und wir uns dann lieber auf eine private runde Targui getroffen haben.
Mal sehen was es so in Nürnberg gab, ein gutes Spiel ist ja auf jedenfdall dabei wenn auch nicht Neu, Incognito.
Grüsse
HANNO

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Janine

re: Ermüdungserscheinungen...

Beitragvon Janine » 19. Februar 2001, 18:38

Ja, aus ganzem Herzen! Und auch noch so schoen und sooo treffend formuliert!
J.

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Hanno Schwede

re: Ermüdungserscheinungen...

Beitragvon Hanno Schwede » 19. Februar 2001, 18:51

Hatte noch Ohne Furcht und Adel vergessen, mit dem Spiel kann man viele nichtspieler bekehren.
Ach ja ich freue mich schon auf die ganzen Neuheiten mal sehen was so kommt. IZdK hört sich ja ganz interessant an.
Hanno

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Roman Pelek

re: Ermüdungserscheinungen...

Beitragvon Roman Pelek » 20. Februar 2001, 03:47

Hi Philipp,
ja, Du hast natürlich Recht. Aber das ist das Los des Vielspielers - nämlich viele Trends im Überfluss mitzubekommen... Mir geht's genauso, ich führe es aber auch auf meine Begeisterung, jedes neue Spiel unter die Lupe nehmen zu wollen, zurück. Aber klar: es reicht mit Venedig, es reicht mit Aktionspunkten, tausend Kramerleisten, Gebietsmehrheiten etc. - was neues müsste her. Mein Kandidat für das innovativste Ideenrecycling ist momentan "Capitol" von Moon/Weissblum, sonst sehe ich nicht viel. Und selbst da gibt's zu Nichtkramerleiste letztendlich doch noch Gebietswertungen und Siegpunkte.
Aber auch ich würde ein Spiel begrüßen, wo sich der Sieg nicht in Punkten oder Geld berechnet und nicht aus Mehrheiten in Gebieten heraus ergibt. Hm, vielleicht mal "Schätze sammeln in Tut-Ench-Amuns Grabkammer"? Oder irgendeine originelle "Lauf-ins-Ziel"-Variante a la "Drachendelta"? Oder "Sammle möglichst viele Informationen über Deine Gegner" a la "Inkognito"? Oder einfach "Fange XY" a la "Scotland Yard"?
Gespannt auf Neues wartend,
Roman (in Lauerstellung)

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Rüdiger Langtim

re: Ermüdungserscheinungen...

Beitragvon Rüdiger Langtim » 20. Februar 2001, 09:53

Hallo Philipp,
ich kann Dir zumindest in puncto Händler von Genua nicht zustimmen, denn das Konsrukt der darin enthaltenen Spielfigur ist mir bis dato noch nicht über den Weg gelaufen, obwohl ich schon eine vierstellige Anzahl an Spielen in der Hand hatte.
Rüdiger

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Karl-Heinz OBERWINKLER

re: Ermüdungserscheinungen...

Beitragvon Karl-Heinz OBERWINKLER » 20. Februar 2001, 10:26

Hallo Philipp und alle anderen !!
Auch ich muß Dir recht geben, es gibt nicht viel Neues unter der Spielesonne...
Da erhebt sich für mich aber die Grundsatzfrage wieviel Neues nach mehr als 20 Jahren Spieleboom überhaupt noch möglich ist. Ich meine, daß bezüglich der Spielemechanismen nichts mehr wirklich Neues erfunden werden kann !
Das sieht man an zwei Entwicklungen: Ersten werden schon bekannte Mechanismen derzeit entweder geringfügig abgeändert oder neu miteinander verknüpft. Zweitens werden die Mechanismen immer komplzierter. Ein Weltmeister darin ist ja Dr. Knizia. Wenn er so weiter macht, wird man für seine Spiele bald einen Taschenrechner brauchen oder gleich einen Statistiker, der einem das Ergebnis ausrechnet... ;-)
Meine Lösung (ich weiß, das ist mein altes Steckenpferd): Es geht nicht mehr um neue Mechanismen, es muß um neue Themen gehen ! Diese dürfen aber nicht aufgesetzt sein, d.h. der Autor sollte das SPiel vom Thema her erfinden. Und, da gebe ich Dir auch recht, das Thema muß möglichst realistisch dargestellt sein (im Rahmen des Mediums "Spiel" allerdings), dazu wird manchmal eben auch eine "traurige Realität" gehören, z.B. Gewalt. Dabei müssen aber auch jene "Taktikpuristen" unter den Spielern in Kauf nehmen, daß mehr Glück in das Spiel kommen wird, denn oft und oft verteilt im richtigen Leben eben auch das Glück seine Chips...
Ich bin einfach ein alter "Themen-Fan", daher mag ich auch Teuber so... Für mich muß ein Spiel thematische Dichte und Athmosphäre entfalten, es muß mich in eine andere Welt, eine Art Paralleluniversum entführen.
Fazit also: Mit neuen Mechanismen siehts schlecht aus, aber Themen..., davon gibts noch unendlich viele, und sie sind nicht nur im Mittelalter zu finden ! Von der Steinzeit bis zur Gegenwart, die Welt steht den Autoren offen...
Gruß an alle
Karl-Heinz

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Philipp Klarmann

re: Ermüdungserscheinungen...

Beitragvon Philipp Klarmann » 20. Februar 2001, 11:29

Hier möchte ich einhaken. Das Thema ist für mich beinahe das Wichtigste an einem Spiel. Es führt mich an ein Spiel und seine Mechanismen heran und motiviert mich. Dies wird bei Entdecker und den Siedlern deutlich. Auch Euphrat und Tigris hatte trotz des vermeintlich schwächeren Themas auch noch einen Reiz, nämlich das Aufbauen von Königreichen.
Insofern also uneingeschränkte Zustimmung. Eine Vermutung meinerseits, die mir auch indirekt bestätigt wurde, ist, dass nur deshalb das Mittelalter und Norditalien in letzter Zeit verstärkt als Themen dienen, da dort Handel und Wandel das Bild bestimmten, also der militärische Aspekt ziemlich ausgeblendet war. Dass dies nicht nur historischer Unfug, sondern auch in der x-ten Variation stinkend langweilig ist, stört weder die Erfinder, noch die Verlage.
Themen gibt es doch genug, fürwahr. Auf der anderen Seite zeigt ein Spiel wie EVO, dass ein zwar bekanntes Thema noch so interessant gestaltet sein kann, dass es mich nach Tyranno Ex! und Ursuppe noch zum Kauf ermuntern kann. Ärgerlich ist auch, dass man offensichtlich in der Lage sein kann, jede (indonesische oder in der Südsee gelegene) Insel mit einem aufgesetzten Thema zu bedenken. Bei Java ging´s ja noch, wer auf dem Dieng-Plateau mal war, kann das Thema nachvollziehen, aber das Bali-Spiel von Kosmos ist etwas arg hanebüchen ausgehend von dem, was man in der Presseveröffentlichung lesen kann.
Warum nicht mal historischere und konkretere Themen anbieten in einer netten Familienverpackung. Wen interessiert nicht der Aufstieg und Fall Roms? Die Kaiser-Papst Auseinandersetzung im Mittelalter? Der Fall der Mauer? Das Wettrennen im Weltraum?

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Karl-Heinz OBERWINKLER

re: Ermüdungserscheinungen...

Beitragvon Karl-Heinz OBERWINKLER » 20. Februar 2001, 12:02

<Hier möchte ich einhaken. Das Thema ist für mich beinahe das Wichtigste an einem Spiel. Es führt mich an ein Spiel und seine Mechanismen heran und motiviert mich. Dies wird bei Entdecker und den Siedlern deutlich>
Genau !!!
<Warum nicht mal historischere und konkretere Themen anbieten in einer netten Familienverpackung. Wen interessiert nicht der Aufstieg und Fall Roms? Die Kaiser-Papst Auseinandersetzung im Mittelalter? Der Fall der Mauer? Das Wettrennen im Weltraum?>
Du triffst den Nagel auf den Kopf. Es gäbe genügend Themen, vor allem aus der Historie. Für meinen Geschmack zeigen vor allem die "Historischen Szenarien" der Siedler sehr schön, wie sich das umsetzen läßt. Historisch möglichst korrekt, aber trotzdem keine Simulation, sondern eben immer noch ein Spiel, noch dazu für Familien geeignet. Geschichte wird also nicht nachsimuliert, denn da bliebe ich ja sehr passiv, betrachtete einen Ablauf von außen. Nein, nachgespielt wird sie eben, d.h. ich werde aktiver Teil der Geschichte und gestalte sie im Rahmen der echten historischen Gegebenheiten mit bzw. um. Und das ist sehr sehr reizvoll. Übrigens hat Klaus Teuber zu diesem Thema bei seinem Interview in der Pöppelkiste einige kluge Dinge zu sagen.
Mehr in Richtung Simulation kann es sicherlich dort gehen, wo nicht ein konkretes Kapitel der Geschichte im Mittelpunkt steht sondern Grundthemen der Geschichte an sich. Was meine ich damit ? Ein Paradebeispiel ist "La Citta", wo es um den Aufbau irgendeiner mittelalterlichen Stadt geht. Das ist sehr gut getroffen, finde ich. Auch "Die Fürsten von Florenz" sind dafür ein Beispiel. Das Kunstmäzenatentum in jener Zeit wird sehr stimmungsvoll und überzeugend dargestellt. Da kann ich dann zumindest locker verkraften, daß es wieder mal nicht ohne eine Versteigerung und ohne eine Siegpunktleiste geht...
Gruß, KArl-Heinz

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Stefan-spielbox

re: Ermüdungserscheinungen...

Beitragvon Stefan-spielbox » 20. Februar 2001, 13:48

.... da möchte ich mal eine Lanze für die leider viel zu oft geschmähten Avalon Hill Spiele brechen. Immer wieder bekomme ich zu hören, daß die Regeln zu komplizitert oder schlecht geschrieben seien. Das mag auch in Einzelfällen stimmen, aber bisher sind diese Spiele in ihrer Detailverliebtheit und dem "rüberbringen" von historischen Gegebenheiten und dem dazugehörigen Flair noch nicht überboten worden. Titel wie z.B. Gunslinger, Kingmaker, Blackbeard, Republic of Rome, Hannibal, Geronimo, We the People etc. sind erstklassige Spiele mit historischem Thema die sich weitestgehend an die Historie halten und fast alle Aspekte des historischen Themas in das Spiel einbinden (wenn auch z.T. vereinfacht). Ich finde diese Spiele allesamt klasse und Langeweile kommt eigentlich selten auf. Ein Piratenspiel, welches mir z.B. nicht erlauben würde meine Geiseln zu foltern um an kostbare Informationen zu gelangen, den ungeliebten Kapitän nach einer Meuterei auf einer einsamen Insel auszusetzen oder nach einer erfolgreichen Prise mal odentlich die Sau rauszulassen, fände ich jedenfalls ziemlich dröge....

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Philipp Klarmann

re: Ermüdungserscheinungen...

Beitragvon Philipp Klarmann » 20. Februar 2001, 16:27

Als alter Cosimmer und überzeugter Avalon Hill/The Gamers/GMT Fan kann ich dir nur zustimmen. Für unseren Markt müßte es etwas leichtere Kost geben...also quasi ein Mittelding zwischen La Citta und Civilization.

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jens

re: Ermüdungserscheinungen...

Beitragvon jens » 20. Februar 2001, 16:58

Gute Ideen, Philipp...
vielleicht noch...
+++Der Wettlauf zum Pol+++
+++Besteigung de Mount Everest...etc.+++
+++Weltumsegelung+++
...bei diesen Themen würde sich vielleicht auch ein neuer Spielmechanismus, Kooperation und/oder Wettlauf, anbieten
jens

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Markus Barnick

re: Ermüdungserscheinungen...

Beitragvon Markus Barnick » 20. Februar 2001, 22:33

Spielt doch mal wieder
a) Fief2
b) Diplomacy
c) Intrige
d) Kremel
e) Atlantis
f) Shogun
g) Axis and Allies

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MarcFigel

Jammern auf einem verdammt hohen Niveau!

Beitragvon MarcFigel » 21. Februar 2001, 11:34

Hey Leute!
Was ist los?
Wir haben fünf verdammt fette Jahre hinter uns.
Jetzt zu jammern ist einfach........typisch deutsch!
Früher war alles besser...Nein. Früher habe ich
bis zum abwinken Diplomacy oder Cluedo gespielt.
Dann kamen die Siedler-Jahre. Jetzt gibt es eine Masse
( alte und neue ) sehr gute Spiele und die Auswahl was zu spielen fällt schwer ( vieles ist gut ).
Meine "Lieblinge" bekommen viel zu wenig Zuneigung.
Ein Tipp: Freut euch der Spiele! Und testet mal einen
hunderte von Jahren alten Klassiker wie Go. Zwar nur für zwei, aber mächtig taktisch.


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