Beitragvon Ulrich Roth » 13. März 2001, 03:43
Geheimcode ist sicherlich ein ehrenwerter Versuch, Robert Abbotts geniales Kartenspiel Eleusis populärer zu machen. Spielbar war Eleusis allerdings schon immer; m.E. litt es haupsächlich daran, dass es kein dafür maßgeschneidertes Blatt gab, und man es mit den nur eingeschränkt tauglichen Pokerkarten spielen musste.
Vor über einem Jahr habe ich hier meine Zweifel daran geäußert, dass Geheimcode nun tatsächlich "die beste aller Spielversionen" (von Eleusis) ist, wie damals ein begeisterter Spielboxrezensent KMW schrieb.
Meine Einwände nochmal in Kürze (ausführlicher nachzulesen im Forums-Archiv):
- 48 Karten sind zu wenig.
- Die Karten unterscheiden sich in zu wenig Merkmalen.
- Die Epochen-Einteilung ist arbiträr.
- Nur 3 Frauen bei 48 "wichtigen Persönlichkeiten" ist megapeinlich (das finde sogar ich, der ich sonst durchaus für politische Unkorrektheiten zu haben bin...).
- Vorgegebene Legeregeln killen einen essenziellen Spielspaßfaktor (nämlich das Ausdenken derselben).
- Der Codemaster hat zu wenig Einfluss auf sein Abschneiden.
Einmal mehr muss ich gestehen, dass ich Geheimcode (immer noch) nicht gespielt habe, und wild entschlossen bin, auch weiterhin die Finger davon zu lassen. Bei uns kommt mittlerweile nur noch Robert Abbotts eigene Weiterentwicklung von Eleusis, sinnigerweise "New Eleusis" geheißen, auf den Tisch, und zwar oft. Diese Variante ist noch weitaus spielbarer und interessanter als das Originalspiel.
Eine Darstellung der Regeln von New Eleusis (auf Englisch, mit geringfügigen, als solche gekennzeichneten Abweichungen nebst Begründung derselben) gibt es unter dem hier angegebenen Link. Dort kann man auch die Grafik für meine 96 eigenen Eleusis-Karten runterladen und sich diese selber basteln.
Viel Spaß mit New Eleusis!
Ulrich
PS: Wer Probleme mit den englischen Regeln hat, soll mich vertrauensvoll anmailen, und ich werde sehen, was ich tun kann.