Beitragvon Günter Cornett » 16. April 2001, 03:15
Mehr Punkte für 'Ein-Nationen-Tische' sind spieltechnisch klar begründbar und wohl kaum verwerflich oder nationalistisch (wo doch ganz offensichtlich so viele Nationen einträchtig in einem Lokal sitzen).
An der Gestaltung von 'Cafe International' ist mir jedoch eine typisch westliche Sichtweise negativ aufgefallen:
USA wird zu Amerika aufgewertet.
UdSSR wird auf Russland reduziert.
(Man blickt auf zum 'großen Bruder' und hinab auf 'die Russen').
Der Kontinent Afrika erhält sogar eine künstliche Flagge und wird so auf eine Stufe mit Staaten wie Frankreich, Kuba, etc. gestellt.
Die Staaten der Welt sind somit nicht gleichwertig dargestellt. Afrikanische Staaten gelten weniger. Warum gibt es nicht Ägypten, Marokko, Kenia oder Kongo ?
Dadurch vermittelt das Spiel irgendwie schon, dass Europäer als was besseres angesehen werden als Afrikaner. Dem liegt weder eine 'spieltechnische Notwendigkeit' noch eine Nachlässigkeit zu Grunde, da das Erfinden einer Flagge einen besonderen Aufwand und damit einen Denkprozess vorrausetzt.
Während die Darstellung von USA und UdSSR einfach nur eine vorhandene Sprachgewohnheit reproduziert, frage ich mich im Fall 'Afrika' schon, was sich die Redaktion dabei 'gedacht' hat, eine neue Flagge zu erfinden.
Gruß, Günter
PS: Das Spiel macht trotzdem Spaß ;-)