Beitragvon Arno C. Hofer » 30. April 2001, 11:31
Die Masse macht's, die Masse bringt's - Spiel ist genauso zu einem Modeartikel geworden, wie vieles andere auch. Wenn die Stückzahlen nicht mehr stimmen, nehmen wirs vom Markt.
Ich erinnere mich noch gern an die exclusiven Ausgaben der "franckh-Kosmos'schen-Spielegalerie". Ich bewunderte das tolle Material der Ravensburger. Ich habe mich immer über die Billigprodukte von Piatnik geärgert - und sehe nun auch, wie man tolle Spiele mit "schlawutzigem Material" ganz einfach "marktverträglich und kostenbewußt" halten will (auch hier bestätigen Ausnamhen die Regel).
Vielleicht sollten die Autoren wieder mit weniger Material auskommen (die Materialschlacht ist in manchen Spielen schon fast unüberschaubar: und in der Ludothek leiden wir besonders darunter: da sind 100-te Teile zu kontrollieren, die Spielpläne und Schachtel bald zu kleben, etc. - jedenfalls öfter als noch vor fünf Jahren)?
Und es treten mehr Erstausstattungsfehler auf. Leider.
Die Grafiken haben sich bei den meisten Verlagen deutlich verbessert, die Spielanleitungen auch, was zu mehr Spielfreude führt aber auch nur dem Konkurrenzdruck der PC-games zu verdanken ist. Ein mies ausschauendes Spiel wird von der "PC-Spieler-Generation" gar nicht mehr wahrgenommen.
Dürfen die "Kisten" wieder etwas teurer werden? Dürfen sie wieder etwas exklusiver werden? Ist das in einer schnelllebigen Zeit wie der unseren noch drinnen? In einer schnelllebigen Zeit, wo die Verramschung eigentlich schon dann beginnt, wenn das Spiel erstmals die Fabrik verläßt? Wenn der Handel dumpt?
Das Gefüge Verlag, Hersteller(+ Materialkosten, z.B. Papier), Handel, Konsument ist etwas durcheinander geraten. Und viele Zulieferer denken nur an eigene Profitmaximierung und nicht mehr daran, dass das, was sie leisten, der Allgemeinheit zugute kommen soll. Diese Spielregel wiederzuleben wäre schön.