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Qualität des aktuellen Spielejahrgangs

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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erik

Qualität des aktuellen Spielejahrgangs

Beitragvon erik » 29. April 2001, 09:36

Moin Mitspieler,
hatte ich dieses Jahr einfach Pech? Fünf der sechs
bisher von mir erworbenen "grossen" Kisten des Jahrgangs 2001 (Ladenpreis jeweis >= 50 DM) hatten Mängel, von größerer Art (Regel nicht in der Schachtel, Spielsteine nicht vollständig) bis hin zu
optischen/haptischen Irritationen wie nur
halbe bzw. angeknabberte Spielsteine.
Teilweise konnte ich die Probleme mit dem Händler
meines Vertrauens regeln, zT habe ich mich direkt an
die Verlage gewandt und erwarte von da eine Lösung
bzw. das Problem auch ignoriert. Aber da mich das
jetzt doch ein wenig irritiert, was die Menge angeht,
noch mal die Frage: muss ich mich einfach damit
abfinden, ein unglückliches Händchen zu haben oder
sind dieses Jahr ein paar mangelhafte Chargen mehr
als man erwartet in die Spielregale der Republik
gerutscht?
Viele Grüsse,
Erik

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Roman Pelek

re: Qualität des aktuellen Spielejahrgangs

Beitragvon Roman Pelek » 29. April 2001, 12:40

Hi Erik,
das war anscheinend Pech von Dir. Ich hatte solche Probleme nicht - nur bei "Big Shot" fehlten Teile. Defekt war bei mir nichts, zumindest nicht reklamierendswert. Da hatte ich letztes Jahr mehr Probleme, da hatte ich ständig fehlende oder vermurkste Teile.
Ciao,
Roman

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Erhard Portner

re: Qualität des aktuellen Spielejahrgangs

Beitragvon Erhard Portner » 29. April 2001, 13:29

Defekt war bei mir nichts, zumindest nicht reklamierendswert.
Was denn, nicht einmal ein paar "angeknabberte" Spielsteine? :-) Das ist aber enttäuschend! Vielleicht solltest Du Dein gesamtes Spielmaterial des neuen Jahrgangs doch noch einmal eingehend prüfen.
Gruß
Erhard

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Ralph Hänsel

re: Qualität des aktuellen Spielejahrgangs

Beitragvon Ralph Hänsel » 29. April 2001, 15:52

Hi,
mir geht's eigentlich seit ca. 2 Jahren so! :-(
BEsonders herausragend sind dabei HiG, Eurogames und Queen, aber auch Ravensburger ist nicht mehr das was es früher mal war. (BTW: mit ALEA-Games hatte ich aber bisher keine PRobleme!)
Ich glaube der gestiegene Materialaufwand und die doch recht aufwendigen Grafiken kosten eben und da wird vielleicht eher billiges Zeug bzw. HErsteller (= Holz/Plastikmaterial, aber auch Druck/KArtonagen) verwendet oder an der Qualitätskontrolle gespart. Weil preislich hat sich ja nicht soviel verändert, oder?! ;-)
Ralph
P.S.: Ich hab' sogar von HiG vor einiger Zeit (nachdem ich hier im Forum gelästert hatte) eine MAil bekommen, dass sie dazu bald in den Spielemagazinen Stellung nehmen würden (is aber schon ca. 5 Monate her)...

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Roman Pelek

re: Qualität des aktuellen Spielejahrgangs

Beitragvon Roman Pelek » 29. April 2001, 18:15

Hi Erhard,
>Was denn, nicht einmal ein paar "angeknabberte" Spielsteine? :-) Das ist aber enttäuschend! Vielleicht solltest Du Dein gesamtes Spielmaterial des neuen Jahrgangs doch noch einmal eingehend prüfen.<
Oh ja, jetzt wo Du's sagst, finde ich natürlich noch _dramatische_ Produktionsfehler: bei Medina ist ein Palastteil windschief und ein Männchen gehbehindert; bei Africa sind beide weissen Forscher beige gesprenkelt und bei Meridian ist ihnen bei den schwarzen Zahlenkarten zwischenzeitlich die Farbe ausgegangen (alle bis auf die 3er sind eher grau denn schwarz)... Und bei Isis & Osiris tendiert die Beschichtung der Plättchen am Rande gen ewige Jagdgründe.
Danke für den Hinweis, Erhard - jetzt kann ich endlich wieder 10 Beschwerde-Mails schreiben ;-)
Nein, aber im Ernst: wirklich verhunztes habe ich dieses Jahr mal ausnahmsweise nicht gekauft im Vergleich zu den letzten Jahren (Acquire, Elfenland, Torres, Rosenkönig unvollständig, Carolus Magnus: Türme geköpft etc. etc.).
Obwohl, jetzt wo Du's sagst: Africa neue Forscher und ein neuer Kartensatz für Meridian müßte eigentlich drinne sein, das ist schon deutliche Schlamperei... :)
Ciao,
Roman (brauchte mal wieder die Aufmunterung, um die Nadeln im Heuhaufen suchen zu gehen)

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erik

re: Qualität des aktuellen Spielejahrgangs

Beitragvon erik » 29. April 2001, 20:08

Hallo Roman,
Dein Beitrag lässt mich wieder hoffen, dass das nur
eine (vorübergehende) Phase von Pech ist: hoffentlich
dauert sie nicht so lange wie bei Ralph :-)
>Oh ja, jetzt wo Du's sagst, finde ich natürlich noch
>_dramatische_ Produktionsfehler: bei
> Medina ist ein Palastteil windschief und ein
> Männchen gehbehindert; bei Africa sind beide
> weissen Forscher beige gesprenkelt und bei Meridian
Das sind doch Fertigungstoleranzen:-) Aber ich war wohl
ein wenig unpräzise: "angeknabbert" bedeutet in dem
Fall konkret einen nicht bestimmungsgemäß standfähigen
Pöppel und einen auf ca 1/3 des geplanten Volumens
reduzierten (letzteres ist aber noch verschmerzbar,
da Funktion noch gegeben und lediglich ein unschöner
Eindruck entsteht).
>wirklich verhunztes habe ich dieses Jahr mal >ausnahmsweise nicht gekauft im Vergleich zu den
>letzten Jahren (Acquire, Elfenland, Torres,
>Rosenkönig unvollständig, Carolus Magnus: Türme
>geköpft etc. etc.).
Noch ein Hinweis, dass immer mal wer anders Pech haben
muss: die waren bei mir alle ok :-) Na ja, vielleicht
muss ich jetzt immer, nachdem ich mich für eine Kiste
entschieden habe, doch die andere aus dem Regal nehmen.
Viele Grüsse,
Erik

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erik

Preise damals und heute

Beitragvon erik » 29. April 2001, 22:02

Hallo Ralph,
>Weil preislich
hat sich ja nicht soviel verändert, oder?! ;-)<
Interessanter Aspekt. Ich habe da mal zwei Anhalts-
punkte: ein Prospekt, beiliegend der Bazaar-Ausgabe
von 3m, 1968 nennt als Preisempfehlung für die
Bookshelf-Spiele 40 DM, für die Sportspiele 60 DM,
Kartenspiele zu 22 DM: insgesamt also tatsächlich in
etwa wie heute, wobei die Verarbeitung der Kiste (mit
Kunstleder (?) bezogener Schuber) und das Material
(ua Prägung der Chips) einen ähnlichen (vielleicht
einen Touch edleren imho) Hauch versprühen wie die
die heutigen Spiele.
Der Durchschnittstundenlohn lag in den 60ern bei
4,20 DM, bei knapp 25 in den 90ern...
Das heisst, die Spielepreise scheinen der Inflation
seit Ende der 60er standgehalten zu haben.
Vielleicht ist das Beispiel auch nicht repräsentativ:
kennt jemand weitere?
Interessiert,
Erik

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Berthold Hess

re: Preise damals und heute

Beitragvon Berthold Hess » 30. April 2001, 01:17

> Das heisst, die Spielepreise scheinen der Inflation
seit Ende der 60er standgehalten zu haben. >
Du hast schon Recht, nominal sind die Spielepreise über 30 Jahre im gleichen Rahmen geblieben. Real sind Spiele damit sehr deutlich billiger geworden. Zwar nicht so extrem, wie Computer z.B., aber auch schon recht drastisch.
Woher kommt das? Was schließen wir daraus?
Nice dice!
Bert

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Bernd

re: Preise damals und heute

Beitragvon Bernd » 30. April 2001, 09:03

Die Preise sind zwar seit jahren stabil, d.h. für die "großen" Spiele zahlt man in der Regel 60 DM, aber man merkt schon, dass die Verlage anfangen zu sparen um die Spiele nicht teurer werden zu lassen. Da sind z.B. Volldampf (TM) und Odysseus (Jumbo), für die man 60 DM zahlt, obwohl relativ wenig Material (und das auch noch aus Pappe) in der Schachtel ist. Letztes Jahr gab es den weißen Lotus von TM für 50 DM, obwohl mehr Material in der Schachtel war, und die Kaufleute von Amsterdam (Jumbo) kosteten mit Versteigerunguhr auch 60 DM. Auch bei Capitol merkt, man, dass der Preis von 50 DM nicht überschritten werden sollte, und man am Material gespart hat.
Das sind nur drei Beispiele, mir scheint aber, dass fast alle Verlage irgendwie sparen, um die Preise halten zu können.
Bernd

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Arno C. Hofer
Kennerspieler
Beiträge: 421

re: Preise damals und heute

Beitragvon Arno C. Hofer » 30. April 2001, 11:31

Die Masse macht's, die Masse bringt's - Spiel ist genauso zu einem Modeartikel geworden, wie vieles andere auch. Wenn die Stückzahlen nicht mehr stimmen, nehmen wirs vom Markt.
Ich erinnere mich noch gern an die exclusiven Ausgaben der "franckh-Kosmos'schen-Spielegalerie". Ich bewunderte das tolle Material der Ravensburger. Ich habe mich immer über die Billigprodukte von Piatnik geärgert - und sehe nun auch, wie man tolle Spiele mit "schlawutzigem Material" ganz einfach "marktverträglich und kostenbewußt" halten will (auch hier bestätigen Ausnamhen die Regel).
Vielleicht sollten die Autoren wieder mit weniger Material auskommen (die Materialschlacht ist in manchen Spielen schon fast unüberschaubar: und in der Ludothek leiden wir besonders darunter: da sind 100-te Teile zu kontrollieren, die Spielpläne und Schachtel bald zu kleben, etc. - jedenfalls öfter als noch vor fünf Jahren)?
Und es treten mehr Erstausstattungsfehler auf. Leider.
Die Grafiken haben sich bei den meisten Verlagen deutlich verbessert, die Spielanleitungen auch, was zu mehr Spielfreude führt aber auch nur dem Konkurrenzdruck der PC-games zu verdanken ist. Ein mies ausschauendes Spiel wird von der "PC-Spieler-Generation" gar nicht mehr wahrgenommen.
Dürfen die "Kisten" wieder etwas teurer werden? Dürfen sie wieder etwas exklusiver werden? Ist das in einer schnelllebigen Zeit wie der unseren noch drinnen? In einer schnelllebigen Zeit, wo die Verramschung eigentlich schon dann beginnt, wenn das Spiel erstmals die Fabrik verläßt? Wenn der Handel dumpt?
Das Gefüge Verlag, Hersteller(+ Materialkosten, z.B. Papier), Handel, Konsument ist etwas durcheinander geraten. Und viele Zulieferer denken nur an eigene Profitmaximierung und nicht mehr daran, dass das, was sie leisten, der Allgemeinheit zugute kommen soll. Diese Spielregel wiederzuleben wäre schön.

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Volker L.

re: Qualitt des aktuellen Spielejahrgangs

Beitragvon Volker L. » 2. Mai 2001, 13:50

> Noch ein Hinweis, dass immer mal wer anders Pech
> haben muss: die waren bei mir alle ok :-) Na ja,
> vielleicht muss ich jetzt immer, nachdem ich mich für
> eine Kiste entschieden habe, doch die andere aus dem
> Regal nehmen.
Solche Pech-Phasen gibt es. Vor ein paar Jahren ist es
mir mal passiert, dass bei 7 gekauften Spielen 4mal
das Regelheft geknickt war (schief in den Karton gelegt
und dann maschinell Deckel raufgepresst).
Und in mindestens einem Fall (Siedler-Seefahrer) hatte
ich noch genau das gemacht, was Du vorschlaegst:
Karton ausgesucht und dann aus dem Stapel den dritten
von oben genommen :-(
Gruss, Volker


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