Beitragvon Roman Pelek » 26. November 2001, 22:01
Hi Matthias,
Matthias Staber schrieb:
> Ich kann dir, glaube ich, nicht ganz zustimmen. Gerade bei
> der Darstellungsform "Reportage" schadet's gar nix, wenn sie
> von einem Fachfremden geschrieben wird, besonders auch
> bei
> leicht nerdigen Themen. Da geht's ja weniger um Fachwissen
> als um Beobachtung, unterfüttert mit Recherche. Und die muss
> halt stimmen, dann kann's auch ein guter Text werden.
Ja, ich gebe zu, dass mich da gedanklich in gewisse Bereiche verrannt habe, woher dieses Statement rührte. Ich hätte mich mehr auf das Format "Reportage" beschränken sollen, wo Dein Einwand sicher voll zutrifft. Ich hatte z.B. gewisse "Produkttests/Produktkritiken" in branchenfremden Medien im Hinterkopf, von denen ich weiß, wie daneben sie sind. Und bei sowas ist man als Hobbyist oder auch in der Branche tätiger sehr leicht in der Lage, sie zu widerlegen...
> Es ist meiner Meinung weiterhin ein Mythos, ein
> Fachkundiger schreibe zu einem Fachgebiet grundsätzlich die
> besseren Texte.
Ja, das ist ein Mythos, das ist richtig. Denn ein Fachkundiger ist bei aller Sachkenntnis nicht unbedingt in der Lage, Nichtfachkundigen die Inhalte der Arbeit zu vermitteln. Das kann ein nichtfachkundiger Journalist, der ordentlich recherchiert, sicher besser, wenn auch nicht unbedingt korrekter ;-)
> So ist die Rede vom "professionalisierten
> Universaldilletantismus" nicht so negativ gemeint, wie du sie
> auffasst.
Hm, es gibt schon genug Beispiele, wo solche Aufgaben einen fachfremden Journalisten überfordern - egal, was die Ursachen dafür sind. Dass es das auch recht häufig gibt, dabei bleibe ich mal, das es immer so ist, wollte ich nicht sagen... :) Worauf ich letztendlich hinaus wollte: man findet als Fachkundiger halt häufig Fehler oder unerwünschte Oberflächlichkeiten in Berichten/Reportagen von Nichtfachkundigen... Und ab und an auch mal grobe Fehldarstellungen... Nuja, that's life.
[Hobbyisten als Spinner jenseits von Lifestyle-Hobbies und dann...]
> gleichen Medien empfehlen dann am Jahresende "das gute
> Brettspiel", wahlweise auch mal "das gute Computerspiel".
> Wenn mir da vom Plätzchenduft, der einem aus den
> Zeitschriften entgegenströmt, nicht schon schlecht wäre: Da
> könnte mir über werden.
Die Welt ist schon ungerecht :) Was nicht Lifestyle-Mainstream ist, kann schon mal für Spott und Süffisanz sorgen - na und? Wenigstens bleibt einem da erspart, jede Woche in seiner Lieblings-Trend-Zeitschrift die neue Denkvorgabe zu beherzigen. Außerdem muß man ja nicht alles ernst nehmen *g*
Ciao,
Roman