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Nominierungsliste zu kurz!!!

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Hanno Schwede
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Beiträge: 392

Re: Zielgruppe

Beitragvon Hanno Schwede » 6. Juni 2002, 11:17


> Ganz genau.
> Was ist die Zielgruppe von PR?
> Mal ganz ehrlich hinterfragen, ohne Good-Will-Argumente wie:
> "Wenn es einer erklärt, der das Spiel richtig gut erklären
> kann, und die Leute durchs Spiel führt, dann kann PR auch
> jeder spielen".
> Dann kann man für die Zielgruppe eigentlich nur auf
> Spielefreaks kommen. Und damit ist PR auf der Auswahlliste
> gut aufgehoben und auf der Nominierungsliste SDJ völlig fehl
> am Platz.

So dann muss ich noch mal wiedersprechen *gg*, ich denke nicht das das Keimzellenargument ein Good Will Argument ist.
Ohne diese Keimzellen (Erklärer) wären die meisten Spiele des Jahres nicht so erfolgreich gewesen, hier kann man wieder CC und Siedler als Beispiele anführen.
Ein gutes Spiel des Jahres zeichnet meiner Meinung nach aus, neben vielen anderen Aspekten, das der Spielablauf nach dem ersten spielen klar ist (von der Regelseite her) und das das Spiel einen relativ geringen frustfaktor bietet.

> Die Nominierungsliste ist nicht daszu da ein Spiel besonders
> zu adeln. Sondern auf der Nominierungsliste dürfen nur Spiele
> sein, die das Zeug für ein SDJ haben.
> Das ist für mich genau der Knackpunkt.
> Ich habe das Gefühl, das die Jury ihre eigenen Gesetze
> bricht, um z. B. PR besonders hervorzuheben und es auf die
> Nominierungsliste setzt, obwohl es als SDJ ungeeignet ist

Ich denke auf der 10er und auch auf der 3er Liste stehen Spiele, die die Jury im Rahmen ihrer Statuten für preiswürdig hält. In der FAQ der Jury findet man dazu unter anderen: (Zitat: http://www.spiel-des-jahres.com/ )

Welche spielerischen Kriterien muss ein "Spiel des Jahres" erfüllen?

Am Ende zählt immer der Gesamteindruck, das Spielgefühl, das kaum zerlegt werden kann in einzelne, messbare Teile. Trotzdem gibt es Kriterien, die bei der Beurteilung eines Spiels helfen: Hat es eine neue Idee oder verknüpft es wenigstens vorhandene Elemente zu einem neuen Erlebnis? Wurde die Idee so umgesetzt, dass das Spiel fesseln kann? Wirkt es organisch, rund, oder künstlich und konstruiert? Ist die Regel sinnvoll aufgebaut, übersichtlich, verständlich, ohne Lücken, Widersprüche und Fehler? Entspricht das Material seiner Funktion, ist es solide und haltbar? Spricht die Gestaltung an, sind Schachtel, Spielplan, Regel und Material aufeinander abgestimmt?

Und ich denke alle 10-3 Spiele erfüllen diese Forderung, oder jedenfalls einen grossen Teilbereich dieser Forderungen.


> Mein Fazit: Die Nominierungsliste ist keine Nominierungsliste
> zum SDJ sondern eine quasi willkürliche Auswahl.
> Man könnte es auch Etikettenschwindel nennen.

Nochmal Wiederspruch, siehe oben.

Ciao

Hanno

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Roland G. Hülsmann
Kennerspieler
Beiträge: 2598

Re: [OT] Die Bibel

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 6. Juni 2002, 11:28

Thomas Jereczek schrieb:

> Mit dem 5. Evangelium meinte ich das sog. Thomas-Evangelium.
> Mir ist auch erst seit wenigen Jahren bekannt, daß es
> existiert, und vom Vatikan verschwiegen und unter Verschluß
> gehalten wurde (wird?).

Das ist so falsch! Da es eben deutlich später geschrieben wurde, als die anderen vier Evangelien, wurde es seinerzeit, als das neue Testament von der Kirche festgelegt wurde, nicht im Kanon des Neuen Testaments berücksichtigt. Das ist alles!

Das Thomas-Evangelium wird ebensowenig wie die anderen frühchristlichen Texte unter Verschluß gehalten. Es wurde nur festgelegt, daß es - wie viele andere Texte auch - nicht Teil des Neuen Testamentes ist. Jeder Interessierte wird in einer theologischen Buchhandlung oder in einer Bibliothek einer theologischen Fakultät fündig werden. Stichworte "Apokryphen des neuen Testaments" oder "frühchristliche Literatur", etc. (Ich glaube, ich habe es sogar daheim im Bücherregal.)

Gruß
Roland

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Claus

Re: Zielgruppe

Beitragvon Claus » 6. Juni 2002, 11:40

>Ohne diese Keimzellen (Erklärer) wären die meisten Spiele des
>Jahres nicht so erfolgreich gewesen, hier kann man
>wieder CC und Siedler als Beispiele anführen.

Ach, Du hast Marktforschung betrieben?
Bei welchem Test-Institut? Welches Verfahren? Focus-Gruppen?
Kannst Du mich bitte mit genauen Ergebnissen versorgen?
Wie hoch ist der Anteil der Keimzellen genau?

>Nochmal Wiederspruch, siehe oben.

Ebenfalls Widerspruch, siehe vorher.

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Thomas Jereczek

Re: [OT] Die Bibel

Beitragvon Thomas Jereczek » 6. Juni 2002, 11:48

Roland G. Hülsmann schrieb:
>
> Thomas Jereczek schrieb:
>
> > Mit dem 5. Evangelium meinte ich das sog. Thomas-Evangelium.
> > Mir ist auch erst seit wenigen Jahren bekannt, daß es
> > existiert, und vom Vatikan verschwiegen und unter Verschluß
> > gehalten wurde (wird?).
>
> Das ist so falsch! Da es eben deutlich später geschrieben
> wurde, als die anderen vier Evangelien, wurde es seinerzeit,
> als das neue Testament von der Kirche festgelegt wurde, nicht
> im Kanon des Neuen Testaments berücksichtigt. Das ist alles!
>
> Das Thomas-Evangelium wird ebensowenig wie die anderen
> frühchristlichen Texte unter Verschluß gehalten. Es wurde nur
> festgelegt, daß es - wie viele andere Texte auch - nicht Teil
> des Neuen Testamentes ist.

Leider weiß ich die Quelle nicht mehr, aber dort wurde eben behauptet, daß es verschwiegen und lange Zeit (bis vor einigen Jahren?) nicht veröffentlicht wurde.
Ich habe mich nicht weiter mit der Materie beschäftigt, deshalb kann ich nicht sagen was richtig und was falsch ist. :???:
Ich kann mich auch nur noch schwach daran erinnern, daß es angeblich das genaueste Evangelium sein soll, weil es von jemanden stammt, der Jesus auch kannte. Dann frage ich mich allerdings, wie es dann sein kann, daß es erst 150 Jahre später geschrieben worden ist.

Nun ja, Du bist der Experte und hast Dich mit der Sache tiefergehend befaßt.
Da kann ich nicht weiter mitreden.

Gruß
Thomas

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Marten Holst

Re: [OT] Verschwörungstheorien und ähnliches

Beitragvon Marten Holst » 6. Juni 2002, 12:33

Moinle,

als am Thema interessierter Laie melde ich mich auch mal zu Wort.

> Leider weiß ich die Quelle nicht mehr, aber dort wurde eben
> behauptet, daß es verschwiegen und lange Zeit (bis vor
> einigen Jahren?) nicht veröffentlicht wurde.

Nun ja, ich habe da das Gefühl, dass die Quelle eines dieser vielen Werke ist, die sich aus Halbwahrheiten, einigen Tatsachen und viel Phantasie da etwas zusammenbasteln. Oftmals tauchen dann Elemente auf, in denen die Kirche (bevorzugt die Katholische), der Geheimdienst (bevorzugt der Amerikanische) oder die heimlichen Hintermänner (bevorzugt nicht näher erläutert) angeblich versuchen, wichtige "Tatsachen" zu "unterdrücken". Sehr vieles aus der UFOlogie, der ganzen von Buttlar/von Daeniken-Ecke (Pyramiden u.s.w.), aber auch der Kennedymord, Lady Dis Tod, Erdstrahlen, Teile(!) der Homöopathie, Kornkreise u.s.w. fallen dann darunter. Ich will damit nicht sagen, dass es nicht einzelne Mysterien gibt, aber das Schema ist bekannt, und oft sind diese Thesen einfachst wiederlegbar, wenn man sich nur die Mühe machte, nach anderen Quellen zu suchen...

Ein typisches Merkmal solcher Texte ist übrigens, wie mal jemand so schön formulierte, dass sie sich mit allen Naturwissenschaften und allen bedeutenderen Weltreligionen gleichzeitig über Kreuz legen... naja gut, nicht immer explizit alle.

Kritische Grüße
Marten (der die Welt aber auch nicht viel besser erklären kann)

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Roland G. Hülsmann
Kennerspieler
Beiträge: 2598

Re: [OT] Die Bibel - Umleitung ...

Beitragvon Roland G. Hülsmann » 6. Juni 2002, 13:41

Thomas Jereczek schrieb:

> Leider weiß ich die Quelle nicht mehr, aber dort wurde eben
> behauptet, daß es verschwiegen und lange Zeit (bis vor
> einigen Jahren?) nicht veröffentlicht wurde.

Ok, es wird Zeit: Ab ins Off-Topic-Forum:

http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=7&i=5603&t=5603

Gruß
Roland

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Ingo-Ulrich Strerath

Re: Nominierungsliste zu kurz!!!

Beitragvon Ingo-Ulrich Strerath » 6. Juni 2002, 13:55

> Dabei wurde sogar ein sog. 5.Evangelium weggelassen.
>
> Thomas

ja ich weiß, das war dann das sog. "Thomas-Evangelium" :-)
Außerdem habe ich Deine Reaktion mit einigem Lächeln zur Kenntnis genommen, war das ganz doch nur ein Scherz
Ingo

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Roman Pelek

SdJ Torres

Beitragvon Roman Pelek » 6. Juni 2002, 14:30

Hi Peer, hi Michael,

erstmal grundsätzliche Zustimmung zu Euer beider Postings.

peer schrieb:
> Das Problem bei Torres war weniger, dass es sehr komplex war,
> als dass es vielfach (Ich schließe mal von meinem
> Freundeskreis auf andere) als "trockenes Denkspiel"
> verschrien war, dass viel zu anstrengend war, als dass man es
> mal so wegspielen konnte.

Das, was ich privat an Meinungen aufgeschnappt habe, deckt sich mit dem Eindruck von Peer: Torres wurde von "normalen" SdJ-Käufern häufig als zu trocken und grüblerisch moniert, dazu kamen dann wohl teilweise Probleme mit der Dreidimensionalität der Bauweise.

> Puerto Rico ist da sicherlich etwas lebhafter... Aber ich

Zustimmung. Es spricht trotz seiner Komplexität eher an, obwohl letztere immer ein Punkt der berechtigten Skepsis bleiben wird. Man kann es vielen persönlich nahebringen, aber ob der reine Schachtelinhalt das vermag, ist die Frage. TA und Villa Paletti sind Spiele, die das eher "von selbst" können, und ich sehe bei beiden, im Gegensatz zu anderen, auch einen durchaus guten Wiederspielreiz. Die Frage, was nun als SdJ am tauglichsten wäre, halte ich für sehr, sehr schwierig. Ganz gleich, welches es wird, es gibt berechtigtes Für und Wider für jedes in meinen Augen, was sich auch sehr schön in der kontroversen Diskussion darum zeigt.

Ciao,
Roman

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Ralf Arnemann
Kennerspieler
Beiträge: 2447

Re: Komplexität PR, Keimzellen

Beitragvon Ralf Arnemann » 6. Juni 2002, 16:57

Diese Darstellung gefällt mir sehr gut.

Natürlich möchte man am liebsten ein SdJ, das in jeder Hinsicht perfekt ist: Leicht zu lernen und doch komplex mit langdauerndem Spielreiz, tolle Graphik und Material und doch preiswert, für Wenigspieler und Einsteiger geeignet und attraktiv für die Freaks.
In der Regel wird man irgendwo immer Abstriche machen müssen.

Und wenn ich so die Reihe der bisherigen Preisträger so vor meinem geistigen Auge defilieren lasse, dann mußten wir oft mehr Abstriche machen als bei PR, wo eigentlich nur das Kriterium "auch für Einsteiger ohne Erklärung schnell spielbar" durchhängt.

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Claus

Re: Komplexität PR, Keimzellen

Beitragvon Claus » 6. Juni 2002, 17:59

Naja, eher "auch für Einsteiger ohne Erklärung spielbar".
Also ohne "schnell".

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Roman Pelek

SdJ, Verkauf von Spielen

Beitragvon Roman Pelek » 7. Juni 2002, 03:55

Hi Thomas,

Thomas Jereczek schrieb:

> Was ist ein Spielefreak??

Hm, einer, der nachts von seinem Puerto Rico-Sieg am nächsten Tag träumt? ;-)

> Die Auszeichnung heißt "Spiel des Jahres" und nicht "bestes
> und empfehlenswertestes Spiel für Familien oder Wenig-Spieler".

Ja, in bezug auf ersteres heißt sie so, ihr Ziel mag aber zu Recht mitunter letzteres sein. Denn es geht um die Verbreitung des Spiels und nicht um den größtmöglichen Konsens innerhalb einer (vielleicht aufgrund dieser Ansicht) schwindenden Szene.

> Es geht ums Spielen, und wenn ein Spiel wie Puerto Rico in
> seiner Gesamtheit neue Maßstäbe setzt und Spielbegeisterte in
> den Bann zieht, dann hat es die Auszeichnung mehr als verdient.

So, wie Du es siehst: ja, ja, ja, 100% Zustimmung, Beifall. Aber darum geht es (leider) nicht. Die realen Aspekte sind andere.

> Was nutzt ein Trans America, wenn von den 1.000.000
> Exemplaren 999.999 nach drei Monaten im Regal verstauben und
> nicht mehr gespielt werden, weil es langweilig geworden ist
> und den Spielreiz verloren hat.
> Dann sind 999.999 Leute und noch mehr enttäuscht vom "Spiel
> des Jahres", daß sie im nächsten Jahr wieder die Finger davon
> lassen.

Widerspruch. Von "El Grande", "Tikal", "Torres" verstauben etliche Exemplare im Regal. Alles exzellente Spiele - die zu wenige erreicht haben. Und im nächsten Jahr kauft sich dann Otto-Normal-SdJ-Käufer (kann man diesen Ausdruck schützen lassen?) eben 'ne DVD vom Flippers-Christmas-Concert zu Weihnachten. Trans America oder Villa Paletti können wesentlich mehr erreichen, aber sicher weniger als Carcassonne, da anspruchsloser (ja, Wenigspieler sind durchaus zeitweilig anspruchsvoll) und Puerto Rico mag ein Vabanquespiel sein (Wenigspieler sind stinkefaul, was Regeln angeht). Enttäuschung - wie in der Vergangenheit - geht für mich aber von keinem der Titel aus.

> > Ihr wünscht Euch also ein Spiel des Jahres quasi unter
> > Ausschluß der Öffentlichkeit???
> Nein, nur einen würdigen Preisträger.
> Das Thema Spiel verbreiten ist nicht Sache der Jury oder des
> SdJ-Preises, sondern der Vielspieler. :-) Es ist wie

Die Jury steigert den Absatz eines einzigen Spiels teilweise um bis zum Hundertfachen, damit können Vielspieler beim besten Willen nicht mithalten.

> Missionsarbeit. Die Bibel wurde auch nicht erst gedruckt, mit
> einer Auszeichnung versehen und dadurch unters Volk gebracht.
> Die Verkündung des Inhalts erfolgte vorher. Meiner Meinung
> nach ist es Aufgabe der Vielspieler, immer wieder nach neuen
> "Opfern" zu suchen und sie zum Spielen zu bekehren/zu
> infizieren mit den entsprechenden Spielen und unter Anleitung.

Wieviel können wir damit wirklich erreichen, ist es nennenswert? Noch nicht einmal der DSP (geschweige denn eine andere Vielspielerumfrage) hat eine relevante Wirkung, einzig und allein das SdJ. Es geht hier um Grundsatzthemen: wie verkaufen wir unser Hobby möglichst effizient. Eine spannende, aber diffizile Frage, die nach neuen Ideen jenseits üblicher Platitüden verlangt.

Ciao,
Roman


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