Beitragvon Roman Pelek » 2. Oktober 2002, 14:37
Hi Roland,
ich möchte auch gerne auf ein paar Punkte Deines interessanten Vorschlags eingehen:
[Spielewochenenden]
>Hier handelt es sich durchweg um Menschen, deren Hobby "Spielen" so wichtig ist, daß sie nicht unerhebliche Mengen von Zeit und Geld für diese Wochenenden investieren. Man kann hier also von einem "fachkundigen" Publikum ausgehen!<
Das ist ein möglicher Ansatz, aber sicher auch noch mit Problemen behaftet. Denn solche Wochenenden sind auch eine Frage des Geldbeutels. Sicher nicht jeder reist ständig für zig Euro quer durch die Republik, um evtl. Spiele zu spielen, die er größtenteils schon aus privaten Runden kennt - denn für das Geld kann man sich auch so schon vieles kaufen, wenn man Spieler in der Nähe hat ;-) Kurzum schließt die Beschränkung auf solche Wochenenden sicher auf diese Weise einen Teil des fachkundigen Publikums aus, vielleicht sollte man das erweitern.
Anderer Aspekt: viele Spiele auf solchen Wochenenden werden sicher auch häufiger mal nach nur einem Spiel beurteilt von Leuten, die's erst kennengelernt haben. Man spiegelt also nicht unbedingt nur "längere" Erfahrung mit Spiel wider. Und ich denke, da hat sich in der Vergangenheit öfter gezeigt, dass ein erster Eindruck halt auch mal zu euphorisch oder verhalten war, wenn man sich auch manche Umfragen oder Forumsdiskussionen der letzten Jahre so ansieht. Frage ist natürlich: ist sowas ein "Bug" oder ein akzeptiertes "Feature" eines solchen Unterfangens? ;-)
>1. Spielebegeistertes und Spielerfahrenes Publikum. Außerdem zusammengenommen in einer durchaus repräsentativen Mischung und Anzahl der Spezies "Vielspieler" und "Gelegenheitsspieler", nicht zu vergessen die "Quartalsspieler" (zwei mal im Jahr die volle Dröhnung bis zum Umfallen).<
Ist es wirklich repräsentativ? Ich bin mir da nicht sicher. Ist es nicht so, dass eher beruflich stark eingebundene "Quartalsspieler" bereit sind, Geld auszugeben, um mal geballt Neues zu spielen als die "Vielspieler", die das ganze Jahr über regelmäßig in ihren eigenen Spieletreffs vor Ort ihr "Pensum" durchspielen? S.o., vielleicht sollte man da erweitern.
>3. Keine Manipulation bei der Wahl. Die Teilnehmer an der Wahl sind direkt vor Ort. Veranstalter solcher Wochenenden haben Teilnehmerlisten, etc. Hier kann ganz altmodisch mit Zettel und Stift gewählt werden.<
Einen Effekt (der keine Manipulation darstellt, aber durchaus verzerren kann) sollte man aber nicht aus den Augen verlieren, der bei solchen Umfragen auf Spielewochenenden eine Rolle spielen kann: nämlich ob einzelne Leute da sind, die gewisse Spiele vorstellen oder erklären können (egal ob dies Autoren, Verlage oder begeisterte Spieler sind). Erfahrungsgemäß schneiden solche Spiele in der Beurteilung meist besser ab, denn ein gut vorgestelltes und erklärtes Spiel macht mehr Spaß als wenn man es sich selbst erarbeiten muss und vielleicht noch Regeldetails oder taktische Möglichkeiten übersieht... Frage ist wieder, ob Bug oder Feature bzw. ob sich sowas "wegmittelt" - hat man dafür genügend Teilnehmer in Form verschiedener Spielewochenenden?
Über das zu Detailfragen gesagte hinaus stellt sich natürlich generell die Frage, ob man sowas nun groß als "Preis" aufzieht (was gäb's denn als Preis? Wird offiziell verliehen? etc. etc.) oder eher bescheidener als "kombinierte Umfrage", die sich aus mehreren Quellen nährt. Letzteres würde in meinen Augen reichen (auch ich bin sehr skeptisch, ob sich zu großer Aufwand lohnt), man müsste einmal den Modus standardisieren und feste Ansprechpersonen zur Durchführung haben. Dann könnten Spielewochenenden oder (ich denke, durchaus als Erweiterung sinnvoll) Spielekreise einmal Bescheid geben, dass sie daran teilnehmen möchten und ihre Ergebnisse zu gegebener Zeit abgeben.
Aber dann haben wir wieder die problematische Frage: wer macht sich die Arbeit, die Ergebnisse zusammenzuführen und daraus eine Liste zu erstellen? Bzw. die noch viel größere Arbeit, ständig Kummertante, äh, Ansprechpartner bei der Durchführung zu sein? Wer schreit "hier"? :-D
Ciao,
Roman