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Neuer Spielepreis - Ein Vorschlag!

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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friedemann
Kennerspieler
Beiträge: 517

Re: Neuer Spielepreis - Skepsis II

Beitragvon friedemann » 2. Oktober 2002, 14:19

Da frag mal die Leute, die eine Auflage von 500 Spielen oder weniger herstellen, ob sich das lohnt.

Natürlich!!!

Aber nicht in kommerzieller Hinsicht.

Ich glaube ich kaufe unter 50% "normale" Spiele und zählte da auch alea und Hig etc zu.

Friedemann

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Andrea Meyer

Re: Neuer Spielepreis -Vorteile und Aufwand

Beitragvon Andrea Meyer » 2. Oktober 2002, 14:20

Hi Michael,

ich vermute eher, dass es noch eine Abstufung zwischen den "sehr gut informierten Vielspielern" und den Leuten gibt, die von Zeit zu Zeit auf Spielewochenenden fahren.

Letzteres wäre m.E. eine gute Zielgruppe für einen Preis, eine "Best Of"- oder Rangliste oder was auch immer.

Vorteil für SpielerInnen wäre, dass sie erwarten dürfen, auf den ausgewählten / benannten Spielewochenenden eine Auswahl von Kleinverlagsspielen vorgestellt zu bekommen. Selbst wenn einzelne davon im Netz oder sonstwo gelesen haben, bestellen diese Leute die Spiele nicht automatisch, um sie auszuprobieren.

Vorteil für Kleinverlage wäre, dass unsere Spiele einer größeren Öffentlichkeit zugänglich werden, wenn auch nicht der breiten Masse, die Michael Andersch gerne für's Spielen begeistern möchte (ich übrigens auch, aber dafür wäre der hier vorgeschlagene Preis in der Tat das falsche Instrument).

Vorteil für das "Kulturgut Spiel" wäre schließlich, dass die Vielfalt gepflegt wird und die Kreativität mancher SpielerInnen Anreize erfährt, vielleicht auch selbst mal was "zu erfinden".

Zum Aufwand:

- jemand muss die Regularien erarbeiten (gab's hier ja schon viele Ideen zu)
- jemand muss ggf. eine Liste erstellen bzw. Abstimmungszettel erstellen und verteilen (pdf-Datei im Netz?)
- SeminarleiterInnen müssen sich die Liste / Stimmzettel besorgen
- Kleinverlage müssen sich melden, wenn sie eigene Spiele einbezogen wissen wollen
- Kleinverlage müssen SeminarleiterInnen Spiele zur Verfügung stellen (kostenlos? kostengünstig?)
- jemand muss die Stimmzettel einsammeln und auswerten (wie groß wäre das Volumen?)
- jemand muss die Preisverleihung vorbereiten, wenn es einen (ideellen) Preis geben soll

Habe ich was vergessen?

Gruß, Andrea

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Jost Schwider

RE: Neuer Spielepreis - eMail, Zeitraum

Beitragvon Jost Schwider » 2. Oktober 2002, 14:20

"Roland G. Hülsmann" hat am 02.10.2002 geschrieben:

> [b]Meine Idee:[/b] Es finden Jahr für Jahr zahlreiche
> Spielewochenenden statt, [...] Man kann hier also von
> einem "fachkundigen" Publikum ausgehen! In meinen Augen
> das ideale Publikum für einen neuen Spielepreis, der den
> Intentionen, die im genannten Thread geäußert wurden, sehr
> nahe kommt.

Eine ausgezeichnete Idee!

Eventuell kann man ja noch eine Ausnahmeregelung für die "Nicht-Spielewochenend-Teilnehmer" unter uns finden, etwa dass die Top 50-Autoren der Spielbox (o.ä.) via persönlicher eMail teilnehmen dürfen.

> [b]3. Keine Manipulation bei der Wahl. [/b] Die Teilnehmer
> an der Wahl sind direkt vor Ort. Veranstalter solcher
> Wochenenden haben Teilnehmerlisten, etc. Hier kann ganz
> altmodisch mit Zettel und Stift gewählt werden.

Bei persönlicher eMail aus einem ausgesuchten Kreis (s.o.) wäre dies auch elektronisch aus der Ferne möglich.

> [b]Erste Gedanken zum Zeipunkt des Preises: [/b] Natürlich
> wollen auch Klein- und Kleinstverlage Umsatz machen und da
> vor Weihnachten am meisten Spiele gekauf werden, wäre eine
> Preisverleihung Ende Oktober/Anfang November nicht
> schlecht.

Ich würde dies vor der Essener Spielemesse ansetzen. Gründe:
- Der/die Preisträger muss ggf. noch "nachproduzieren".
- In Essen könnte leicht Werbung für den Preis gemacht werden.
- ...und als Folgerung von Folgendem: ;-)

> Damit jedes Spiel Chancen hat, auch mit der Langzeitwirkung
> im Preis einzugehen, würde ich als Zeitraum der berücksichtigten
> Spiele mindestens einen Zwei-Jahres-Zeitraum nehmen.

Hier würde ich zusätzlich vorschlagen, dass nur Spiele gewählt werden dürfen, die mindestens schon 6 Monate auf dem Markt sind. Dadurch werden spontane Kurzzeit-Effekte vermieden ("zuerst Hui, später Pfui").

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "joost aus soost")

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Udo G.

RE: Neuer Spielepreis - Ein weiterer Vorschlag!

Beitragvon Udo G. » 2. Oktober 2002, 14:32


Hallo,

prinzipiell fände ich das eine lustige Idee.

Eine andere Idee, die mir so spontan kommt (und sicherlich nicht weniger aufwendig ist): Kann man das Ergebnis des DSP ins Verhältniss zur Bekanntheit der Spiele setzten?

z.B. PR hat 300 Punkte (willkürlicher Wert) und einen Bekanntheitsgrad von 95 % unter den Abstimmenden
Funkenschlag hat 90 Punkte bei einem Bekanntheitsgrad von 20 %
-> dann wäre Funkenschlag, auf hundert Prozent hochgerechnet, bei etwa 450 Punkten und deutlich vor PR (wie gesagt, nur ein willkürliches Beispiel :-))

Dazu müsste natürlich noch jeder Spieler angeben, welche Spiele er so gut kennt, dass er sie bewerten will.
Und wie im wirklichen Leben müsste dann natürlich noch eine 5%-Klausel her ;-)

Dann gäbe es einen Gesamtsieger (dieses Jahr PR) und einen Klassensieger. Oder besser noch eine Liste mit den besten 10 oder 20 (ohne Reihenfolge) nach der Bekanntheitswertung.

Auf lustiges Diskutieren,

Udo

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Roman Pelek

Gedanken zu Deinem Vorschlag

Beitragvon Roman Pelek » 2. Oktober 2002, 14:37

Hi Roland,

ich möchte auch gerne auf ein paar Punkte Deines interessanten Vorschlags eingehen:

[Spielewochenenden]
>Hier handelt es sich durchweg um Menschen, deren Hobby "Spielen" so wichtig ist, daß sie nicht unerhebliche Mengen von Zeit und Geld für diese Wochenenden investieren. Man kann hier also von einem "fachkundigen" Publikum ausgehen!<

Das ist ein möglicher Ansatz, aber sicher auch noch mit Problemen behaftet. Denn solche Wochenenden sind auch eine Frage des Geldbeutels. Sicher nicht jeder reist ständig für zig Euro quer durch die Republik, um evtl. Spiele zu spielen, die er größtenteils schon aus privaten Runden kennt - denn für das Geld kann man sich auch so schon vieles kaufen, wenn man Spieler in der Nähe hat ;-) Kurzum schließt die Beschränkung auf solche Wochenenden sicher auf diese Weise einen Teil des fachkundigen Publikums aus, vielleicht sollte man das erweitern.

Anderer Aspekt: viele Spiele auf solchen Wochenenden werden sicher auch häufiger mal nach nur einem Spiel beurteilt von Leuten, die's erst kennengelernt haben. Man spiegelt also nicht unbedingt nur "längere" Erfahrung mit Spiel wider. Und ich denke, da hat sich in der Vergangenheit öfter gezeigt, dass ein erster Eindruck halt auch mal zu euphorisch oder verhalten war, wenn man sich auch manche Umfragen oder Forumsdiskussionen der letzten Jahre so ansieht. Frage ist natürlich: ist sowas ein "Bug" oder ein akzeptiertes "Feature" eines solchen Unterfangens? ;-)

>1. Spielebegeistertes und Spielerfahrenes Publikum. Außerdem zusammengenommen in einer durchaus repräsentativen Mischung und Anzahl der Spezies "Vielspieler" und "Gelegenheitsspieler", nicht zu vergessen die "Quartalsspieler" (zwei mal im Jahr die volle Dröhnung bis zum Umfallen).<

Ist es wirklich repräsentativ? Ich bin mir da nicht sicher. Ist es nicht so, dass eher beruflich stark eingebundene "Quartalsspieler" bereit sind, Geld auszugeben, um mal geballt Neues zu spielen als die "Vielspieler", die das ganze Jahr über regelmäßig in ihren eigenen Spieletreffs vor Ort ihr "Pensum" durchspielen? S.o., vielleicht sollte man da erweitern.

>3. Keine Manipulation bei der Wahl. Die Teilnehmer an der Wahl sind direkt vor Ort. Veranstalter solcher Wochenenden haben Teilnehmerlisten, etc. Hier kann ganz altmodisch mit Zettel und Stift gewählt werden.<

Einen Effekt (der keine Manipulation darstellt, aber durchaus verzerren kann) sollte man aber nicht aus den Augen verlieren, der bei solchen Umfragen auf Spielewochenenden eine Rolle spielen kann: nämlich ob einzelne Leute da sind, die gewisse Spiele vorstellen oder erklären können (egal ob dies Autoren, Verlage oder begeisterte Spieler sind). Erfahrungsgemäß schneiden solche Spiele in der Beurteilung meist besser ab, denn ein gut vorgestelltes und erklärtes Spiel macht mehr Spaß als wenn man es sich selbst erarbeiten muss und vielleicht noch Regeldetails oder taktische Möglichkeiten übersieht... Frage ist wieder, ob Bug oder Feature bzw. ob sich sowas "wegmittelt" - hat man dafür genügend Teilnehmer in Form verschiedener Spielewochenenden?

Über das zu Detailfragen gesagte hinaus stellt sich natürlich generell die Frage, ob man sowas nun groß als "Preis" aufzieht (was gäb's denn als Preis? Wird offiziell verliehen? etc. etc.) oder eher bescheidener als "kombinierte Umfrage", die sich aus mehreren Quellen nährt. Letzteres würde in meinen Augen reichen (auch ich bin sehr skeptisch, ob sich zu großer Aufwand lohnt), man müsste einmal den Modus standardisieren und feste Ansprechpersonen zur Durchführung haben. Dann könnten Spielewochenenden oder (ich denke, durchaus als Erweiterung sinnvoll) Spielekreise einmal Bescheid geben, dass sie daran teilnehmen möchten und ihre Ergebnisse zu gegebener Zeit abgeben.

Aber dann haben wir wieder die problematische Frage: wer macht sich die Arbeit, die Ergebnisse zusammenzuführen und daraus eine Liste zu erstellen? Bzw. die noch viel größere Arbeit, ständig Kummertante, äh, Ansprechpartner bei der Durchführung zu sein? Wer schreit "hier"? :-D

Ciao,
Roman

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friedemann
Kennerspieler
Beiträge: 517

RE: Neuer Spielepreis - Ein weiterer Vorschlag!

Beitragvon friedemann » 2. Oktober 2002, 14:37

Udo G. schrieb:
>
>
> Hallo,
>
> prinzipiell fände ich das eine lustige Idee.
>
> Eine andere Idee, die mir so spontan kommt (und sicherlich
> nicht weniger aufwendig ist): Kann man das Ergebnis des DSP
> ins Verhältniss zur Bekanntheit der Spiele setzten?
>
> z.B. PR hat 300 Punkte (willkürlicher Wert) und einen
> Bekanntheitsgrad von 95 % unter den Abstimmenden
> Funkenschlag hat 90 Punkte bei einem Bekanntheitsgrad von 20 %
> -> dann wäre Funkenschlag, auf hundert Prozent hochgerechnet,
> bei etwa 450 Punkten und deutlich vor PR (wie gesagt, nur ein
> willkürliches Beispiel :-))
>
Tolles Beispiel ;-)

Friedemann

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Michael Weber

Der Hase liegt im Pfeffer

Beitragvon Michael Weber » 2. Oktober 2002, 16:36

Ich bin ja grundsätzlich für jeden Schabernack zu haben, der dem Spiel und der Szene hilft. Ich glaube, hier gibt es aber mehrere Probleme. Einige wurden bereits angesprochen (WER organisiert das, WIE soll "vermarktet" werden, WAS soll bewertet werden, WO ist die Grenze zum Kleinverlag - und wo zum KleinSTverlag?).

Ein meiner Meinung nach ganz entscheidender Punkt ist aber der, der bereits von Udo und Roman angedeutet wurde. Welche Spieler sollen denn welche Spiele wie bewerten. Man darf nicht vergessen. Auf solchen Spieletreffen gibt es vielleicht zehn Mal das Spiel A, fünf Mal das Spiel B und 1 Mal das Spiel C. Alle wollen nun Spiel A und C spielen, C wird aber miserabel erklärt, fällt deshalb durch. Für Spiel A gibt es zu wenig Erklärer, d. h. selbst ist der Spieler, es dauert länger, man kann insgesamt weniger Spiele spielen. Bei Spiel B wiederum ist es so, dass es gut erklärt und in der richtigen Anzahl vorhanden wäre, aber keiner wagt sich ran, weil es zu lange dauert oder optisch nicht schön ist. Außerdem sind für dieses Spiel genau vier Spieler die Idealbesetzung, es wird aber nur von Dreierrunden gespeilt. Letztlich fehlt dann ausgerechnet am meist frequentierten Tag das Spiel D, das eigentlich nach Insidermeinung das beste sein soll...

Was ich sagen will ist folgendes: Wenn schon, dann darf nur jemand ein Spiel bewerten, der es auch gespielt hat. Das umgerechnet auf die Anzahl der Tester für dieses Spiel ergäbe einen brauchbarewn Faktor. Sonst vergleicht man am Ende wieder wie beim DSP Äpfel mit Birnen. Das heißt aber auch, dass viele fachkundige Leute ausgeschlossen werden, die einfach nicht vor Ort sein können oder wollen. Außerdem haben wir noch das Problem eines Bewertungsschemas - wie hier oft diskutiert. Man kann kaum davon ausgehen, dass beim Verlassen der Veranstaltung alle Spieler nach ihren fünf Lieblingsspielen der Veranstaltung gefragt werden.

Also: unausgegoren ist momentan leider das richtige Wort.

Michael
(hat wenigstens die Spiele-Charts)

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Ralf Arnemann
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Beiträge: 2447

Outing eines uninformierten Vielspielers

Beitragvon Ralf Arnemann » 2. Oktober 2002, 17:02

> Zielgruppe wären also die bzgl. der Kleinverlagsszene
> uninformierten Vielspieler.
Das wäre von den möglichen Zielgruppen durchaus die, die dem eigentlichen Ziel am meisten nützt - denn die kaufen im Zweifelsfall dann auch die Preisträger und genau das brauchen die Kleinverlage mehr als den reinen Imagegewinn.

> Sollte es davon wirklich so viele geben, dass sich ein solcher
> Preis und der damit verbundene Aufwand wirklich lohnt?
Ich weiß nicht, wieviele es insgesamt sind. Aber wohl mehr, als man zuerst denkt. Denn die Kombination "uninformierter Vielspieler" ist nicht so widersinnig, wie sie vielleicht zuerst klingt.

Ich oute mich mal als Beispiel: Ich verfolge die Szene seit über 20 Jahren, incl. Abo und Lektüre der einschlägigen Zeitschriften.
Dazu kommt jedes Jahr der pflichtgemäße Besuch in Essen (seit den ersten Spielertagen überhaupt!) incl. Einkaufs aller möglichen Spiele dort (meist nach Standardmuster: Einmal Kalle Schmiel, alles Neue zu 18xx, dann bei Friedemann vorbeischauen etc.).
Ein bis zweimal die Woche wird dann bei uns gespielt.
Und trotzdem gehen mir jedes Jahr interessante Spiele durch die Lappen!

Wieso?
Nun, wir spielen halt nicht mehr jede Woche etwas Neues, sondern ein als gut erkanntes Spiel wird intensiv über längere Zeit traktiert. Da wir fast nur noch privat zu Hause spielen, kommen auch nur die selbst gekauften Neuheiten auf den Tisch - nicht mehr wie früher am Spieltreff die breite Marktübersicht.
Und die Artikel in den Spielezeitschriften wecken zwar Interesse an gewissen Spielen, aber man verfolgt das selten konsequent weiter.
Denn der Keller quillt ja über von Spielen der Art "eigentlich ganz nett und haben bei der Rezension gut abgeschnitten".

D.h. in Summe ich bekomme oft gar nicht mit, daß irgendein Spiel sich als der Renner erwiesen hat und meinen Geschmack prima treffen würde.

Eine zusätzliche Information über die Spiele, die sich an den Spieletischen bewährt haben, das wäre da schon gut.
Und zwar besser in Form einer kleinen Bestenliste als in Form einer Preisverleihung.
Denn falls sich herausstellt, daß die Qualität dieser Bestenliste (d.h. die Kompetenz der Spielertreffen-Besucher) so gut ist wie erhofft, würde ich die auf jeden Fall mal ausprobieren. Und ein Spiel, daß es da nicht draufkommt, wird auch nicht der Renner sein, den man sein Leben lang vermißt hat.

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Ralf Arnemann
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Das große Tabu

Beitragvon Ralf Arnemann » 2. Oktober 2002, 17:05

Auflagenzahlen scheinen irgendwie etwas völlig Unanständiges zu sein. Denn die Verlage scheuen sich ja panisch, dazu Details bekannt zu geben.

Sonst könnte man besser beurteilen, was denn "normale" Auflagen sind, wieviel Schub ein Spiel des Jahres oder "nur" ein deutscher Spielepreis geben, und wie eine zusätzlich Klassifizierung den KLeinverlagen helfen könnte.

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Michael Schramm

Re: Gedanken zu Deinem Vorschlag

Beitragvon Michael Schramm » 2. Oktober 2002, 18:54

Hi Roman,

Du sprichst hier einen Punkt an, der gerade auf Spielwochenenden wirklich entscheidenden Einfluss auf die Bewertung eines Spiels hat: die Spielerklärung! Selbst gut geschriebene und tadellos gestylte Spielregeln sind kein Ersatz für ein gut moderiertes Spiel, da beist keine Maus 'nen Faden ab! Und auch wenn ich mich jetzt einer geballten Prügelandrohung aussetze - die Spielregeln bei den Spielen der Kleinverlage sind sehr oft , mit Verlaub gesagt, eine Zumutung. Nicht nur, dass sie aus finanziellen Überlegungen meist wenig Bilder verwenden, auch ihre sprachliche Qualität, ihre Gliederung und auch ihre Regelklarheit lassen oft zu wünschen übrig. Wenn ein Spiel aufgrund dieser Mängel in einer Spielgruppe durchfällt, sagt das erst einmal nichts über die tatsächliche Qualität des Spiels aus, womöglich hätte der Autor es so gut erklärt, das alle Spieler begeistert wären ( das Beispiel ist aus der Praxis genommen, ich biete seit 16 Jahren Spielseminare / -wochenenden an, z.Zt. sind es mehr als 10 Veranstaltungen im Jahr ). Leider kann ich nicht zu jedem Spiel eines Kleinverlags den Autoren oder den Verlagsbesitzer bitten, hier als Erklärer zur Verfügung zu stehen ( und das Klonen von Menschen verbietet sich aus ethischen und technischen Gründen...) und daher habe ich schwere Bauchschmerzen, was die Genauigkeit einer solchen Bewertung angeht. Aber vielleicht gibt es ja Lösungsvorschläge hier im Forum, ich bin gern bereit, solche Gedanken aufzugreifen und zu diskutieren.

nice dice

Michael

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Jost Schwider

RE: Neuer Spielepreis - Ein weiterer Vorschlag!

Beitragvon Jost Schwider » 2. Oktober 2002, 21:11

"Udo G." hat am 02.10.2002 geschrieben:
>
> Eine andere Idee, die mir so spontan kommt (und sicherlich
> nicht weniger aufwendig ist): Kann man das Ergebnis des DSP
> ins Verhältniss zur Bekanntheit der Spiele setzten?

Nur weil ein Spiel bekannter ist, muss nicht unbedingt schlechter sein! ;-)
M.E. kann das deswegen nicht funktionieren.

Außerdem: Ein bekanntes Spiel ist u.U. potenziell benachteiligt, da es durch viele Durchschnittsnoten abgewertet wird. Und nun? :-?

> Dann gäbe es einen Gesamtsieger (dieses Jahr PR) und einen
> Klassensieger. Oder besser noch eine Liste mit den besten
> 10 oder 20 (ohne Reihenfolge) nach der Bekanntheitswertung.

Bei dem hier diskutierten "Vielspieler-Preis" sollte es in diesem Jahr doch klar sein, wer gewinnen muss: Puerto Rico!

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "joost aus soost")

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Jost Schwider

RE: Gedanken zu Deinem Vorschlag

Beitragvon Jost Schwider » 2. Oktober 2002, 21:11

"Roman Pelek" hat am 02.10.2002 geschrieben:

> Das ist ein möglicher Ansatz, aber sicher auch noch mit
> Problemen behaftet. Denn solche Wochenenden sind auch eine
> Frage des Geldbeutels.

Das sehe ich auch so.
Eventuell könnte man dieses Problem mit persönlichen(!) eMails umgehen.

> Anderer Aspekt: viele Spiele auf solchen Wochenenden werden
> sicher auch häufiger mal nach nur einem Spiel beurteilt von
> Leuten, die's erst kennengelernt haben.

Daher plädiere ich dafür, dass nur Spiele benotet werden dürfen, die z.B. schon seit mindestens 6 Monaten auf dem Markt sind.

Ich wiederhole mich, also:
http://www.spielbox.de/phorum4/read.php4?f=1&i=51990&t=51954

> Frage ist wieder, ob Bug oder Feature bzw. ob sich sowas
> "wegmittelt" - hat man dafür genügend Teilnehmer in Form
> verschiedener Spielewochenenden?

Auch ein Punkt, der für einen größeren Kreis z.B. via eMail spricht.

> Aber dann haben wir wieder die problematische Frage: wer
> macht sich die Arbeit, die Ergebnisse zusammenzuführen und
> daraus eine Liste zu erstellen? Bzw. die noch viel größere
> Arbeit, ständig Kummertante, äh, Ansprechpartner bei der
> Durchführung zu sein? Wer schreit "hier"? :-D

Roman hat "hier" gesagt! :-D

Viele Grüße
Jost aus Soest (macht gerne Auswertungen)

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Franz-Benno Delonge

Neuer Spielepreis - nein.

Beitragvon Franz-Benno Delonge » 2. Oktober 2002, 23:16

Lieber Roland, liebe Mit-Diskutanten,
jetzt habe ich den ganzen Thread durchstudiert, und immer mehr hatte ich das Gefühl: Da sieht man dann doch wieder, wie gut die Idee des "Spiel des Jahres" nach wie vor ist.
Eine überschaubare Gruppe von Leuten, die sich persönlich kennen, und alle eine ziemlich gute Übersicht über alle Neuerscheinungen haben. Was vielleicht dem Einen entgeht, darauf weist ihn der andere hin. Und dann finden sich auf der Liste eben auch solche schönen Exoten wie "Blokus" - mal ehrlich, wer hätte dieses Spiel sonst jemals zur Kenntnis genommen? Es wurde ja schon festgestellt, daß die Bestenliste des DSP heuer gegenüber der SdJ-Auswahlliste deutlich weniger Originalität aufweist.
Vielen mißfällt zwar, daß SdJ nur ein Spiel werden kann, das man auch der "breiten Masse" verkaufen kann. Aber das ist der richtige Weg, denn nur so schafft man Umsatzriesen, die die verschiedenen Verlage und damit letztlich die gesamte Szene am Leben erhalten. Und für ein wirklich geniales Spiel läßt sich auch diese Hürde nehmen.
Als Korrektiv für die Vielspieler gibt es dann eben den DSP. Der steht jetzt allerdings auf einer breiteren Basis - und prompt paßt das Ergebnis den hartgesottenen Freaks schon wieder nicht...
Meines Erachtens wäre die einzige wirklich interessante Variante zum SdJ ein Preis, der auch wieder von einer elitären, selbsternannten, aber vielleicht etwas breiteren Jury aus - sagen wir - 50 namentlich bekannten, renommierten und anerkannten Spielefreaks bestünde. Aber ich weigere mich, zur Auswahl eines solchen Kreises irgendwelche Vorschläge zu machen.
Was hier zur Idee eines "Alternativpreises" angedacht wurde, halte ich für entweder unpraktikabel oder für nicht relevant. Das Ergebnis wäre wohl mindestens dreimal so zufällig, angreifbar und fragwürdig wie bei allen existierenden Preisen.
In diesem Sinne
Benno

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peer

[OT] Jost will!

Beitragvon peer » 3. Oktober 2002, 11:20

Hi,
Jost Schwider schrieb:
> > Durchführung zu sein? Wer schreit "hier"? :-D
>
> Roman hat "hier" gesagt! :-D
#
Du auch :-)

ciao,
Peer (wünscht dir viel Spaß)

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Lukas Merlach
Kennerspieler
Beiträge: 193

Re: Neuer Spielepreis -Skepsis

Beitragvon Lukas Merlach » 4. Oktober 2002, 14:43

Andrea Meyer schrieb:
> - Verfügbarkeit der Spiele, d.h. Lieferbarkeit und Präsenz im
> Einzelhandel (deswegen wird Funkenschlag o.ä. nie auf die
> SdJ-Liste kommen)

ums Himmelswillen!
und ich dachte immer, es ginge um die Qualität der Spiele!
(wie auch immer man "die" definiert...)

Gerade SdJ hat (meiner Meinung nach erstmals seit langem) mit Blokus und Dvonn wenig Rücksicht auf den (oftmals unendlich trägen) sog. "Fachhandel" genommen.

Lukas

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Roman Pelek

Re: Outing eines uninformierten Vielspielers

Beitragvon Roman Pelek » 6. Oktober 2002, 00:01

Hi Ralf,

Ralf Arnemann schrieb:

> Und trotzdem gehen mir jedes Jahr interessante Spiele durch
> die Lappen!

Ja, und ich wüsste auch nicht, wem es anders geht, egal wie informiert jemand ist oder wie intensiv er/sie das Hobby Spielen betreibt. Irgendwas nimmt immer den Umweg an einem vorbei - wer kann denn schon 300 Spiele pro Jahr intensiv testen? ;-) Deshalb finde ich Spieleumfragen, obgleich in vielen Punkten ähnlich skeptisch wie Micha Andersch, dennoch als hilfreich. Solche sind für mich letztlich Feedback, das hilft, Lücken zu füllen oder zumindest Interesse zu wecken. Und selbst wenn's nur um 2 oder 3 Spiele geht, die man noch nicht kennt - vielleicht lohnen sich ja gerade die...

Ciao,
Roman

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Roman Pelek

Spieleverbreitung & DSP-Ergebnisse

Beitragvon Roman Pelek » 6. Oktober 2002, 00:10

Hi Udo,

> Eine andere Idee, die mir so spontan kommt (und sicherlich
> nicht weniger aufwendig ist): Kann man das Ergebnis des DSP
> ins Verhältniss zur Bekanntheit der Spiele setzten?

Sehr schwer, weil die Bekanntheit der Spiele nicht aus der Abstimmung zum DSP extrahierbar ist. Umgekehrt geht es: nimmt man eine Notenumfrage, bei dem jeder beliebig viele Spiele bewerten kann, kann man die Notenwerte einfach zusammenrechnen und erhält somit einen Index, der dem DSP sehr nahe kommt. Denn hier ist offensichtlich, wer welche Spiele kennt, denn nur die können auch bewertet werden. Beim DSP weiß man nie, wer welche Spiele kennt und weswegen welche in den Top-5 sind. Da ist ein Informationsverlust, der leider irreverrsibel ist... Da müsste man externe Quellen bemühen, um das zu rekonstruieren, sprich: eine neue Umfrage machen. Und dann kann man auch gleich den Weg gehen, aus einer Notenumfrage eine DSP-Prognose zu errechnen. Kurzum: der Aufwand lohnt nicht, er erfordert eine andere Umfrage... :-(

Ciao,
Roman


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