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Erst die Bastelarbeit dann das Spielvergnügen

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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ralf r

Erst die Bastelarbeit dann das Spielvergnügen

Beitragvon ralf r » 12. Oktober 2002, 22:52

Hallo!

Als Brettspieler hat man es wirklich nicht leicht. Heute Nachmittag ist mein Exemplar von "Napoleon in Europe" angekommen. Gute sechs Stunden spaeter habe ich endlich alle 564 Plastikminaturen aus den Rastern geschnitten und vollständig entgratet. Was für eine Arbeit, wenn man sorgfältig dabei vorgehen will. Und wenn ich an den nächsten Streich von Eagle Games denke, dass mit 784 (!) Minaturen beworben wird, dann wird mir schon ganz anders... trotzdem werd ich wohl bei Civilization auf der Spiel 2002 zuschlagen! :-)

Wie haltet Ihr das eigentlich mit den Bastelarbeiten vor dem ersten Spiel. Dürfen da die Mitspieler mitmachen oder habt Ihr (wie ich) eher die Panik, dass deren Sorgfalt nicht weit genug geht?

Ist die Kosteneinsparung wirklich so gross, dass man diese Arbeit dem Endkunden zumuten kann oder gehört die Bastelei sogar irgendwie zum Brettspielvergnügen dazu? Betrifft ja nicht nur Plastikteile, die entgratet werden müssen sondern meistens eher Pappteile, die ausgebrochen werden wollen...

Aber gleich kommt fast das schönste am ganze Hobby: Das erste Mal ein neues Spiel vollständig aufbauen und einfach die Optik wirken lassen. Das Regelheft zur Hand nehmen und entzückt beobachten, welche Spielmechanismen sich entfalten... :-))

Bye
Ralf Rechmann

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Thomas Conrad

Re: Erst die Bastelarbeit dann das Spielvergnügen

Beitragvon Thomas Conrad » 12. Oktober 2002, 23:52

Hallo Ralf,

da ich mittlerweile 3 Spiele von Eagle Games besitze, haben sich mein Kumpel und ich (wir sind beide Spielverrückte) ein echtes Ritual angeeignet. Er hat seine Kunst die Plastikfiguren auszuschneiden perfektioniert und ich entgrate sie dann in Rekordzeit. So haben wir dann für das Napolen in Europe gerade mal 1.5 Stunden gebraucht :-) . Aber mal ganz ehrlich, keiner von uns könnte behaupten, das es ihm wirklich Spaß gemacht hätte. Wir könnten auf diese Art von Spielvorbereitung gut verzichten (aber ich denke das würde den Preis noch weiter in die Höhe treiben).

Gruß Thomas

P.S. Wenn Du auch zur Messe gehst, trifft mann sich vielleicht am Eagle Games Stand.

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ralf r

Re: Erst die Bastelarbeit dann das Spielvergnügen

Beitragvon ralf r » 13. Oktober 2002, 00:06

bin am freitag in essen und auch sicher bei eagle games, um mir civilization erklaeren zu lassen. eventuell sieht man sich dort! :-)

und danke nochmal fuer den "letzten schub" Napoleon In Europe zu kaufen, hat sich zumindestens nach dem ersten eindruck gelohnt...

bye/ralf

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Gustav der Bär

Re: Erst die Bastelarbeit dann das Spielvergnügen

Beitragvon Gustav der Bär » 13. Oktober 2002, 08:51

ralf r schrieb:
> Wie haltet Ihr das eigentlich mit den Bastelarbeiten vor dem
> ersten Spiel. Dürfen da die Mitspieler mitmachen oder habt
> Ihr (wie ich) eher die Panik, dass deren Sorgfalt nicht weit
> genug geht?

Hallo, Ralf,

ich gehöre zu den Leuten, die Militaria-Miniaturen im Maßstab 1 : 72 sammeln, daher bin ich an diese Art der Lieferung gewohnt und mit den entsprechenden Schneidewerkzeugen versorgt. Das einzige, was _mir_ mal seltsam vorkam, war die Hasbro-Packung von "History of the World": Da waren tatsächlich schon alle Männekes entgratet!

Ansonsten mache ich das immer allein, aber nicht aus Mißtrauen gegenüber meinen Mitspielern, sondern weil ich das schön in aller Ruhe erledigen kann. Ich sehe mir dann dabe einen Film an - möglichst einen, der thematisch passt - trinke meinen Kaffee, paffe mein Pfeifchen, machmal lese ich auch nebenher die Spielregel ... ich empfinde das als eine recht angenehme Beschäftigung für einen einsamem Samstagnachmittag.

Allerdings kann ich gut verstehen, wenn dergleichen nicht jedermanns Sache ist.

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär
(Peter Gustav Bartschat)

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Andrea Magiera

Re: Erst die Bastelarbeit dann das Spielvergnügen

Beitragvon Andrea Magiera » 13. Oktober 2002, 09:15

Hallo Ralf,

also dieses lästige Herumschnibbeln ist wohl ein Grund, warum bei mir noch ein "Twilight Imperium" ungespielt herumsteht. Bisher habe ich gerade mal 3 Farben fertiggestellt. Da war ich von "Risk 2210 A.D." angenehm überrascht, das mir diese Fron ersparte. Allerdings sollte man das bei dem Preis auch erwarten...

Gruß,
Andrea

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peer

Re: Erst die Bastelarbeit dann das Spielvergnügen

Beitragvon peer » 13. Oktober 2002, 12:12

Hi,
784 Miniaturen?!?! Dann überlege ich es mir mit dem Kauf nochmal... ;-)

Im Ernst: Bei normalen Spielen gehört das Ausstanzen und Basteln, genauseo wie das Regellesen für mich zum "ersten Kontakt" dazu. Da kann man sich so richtig am Spiel erfreuen.

Aber so Mammutprojekte wie Serenissima (nach dem meine Hände ganz schön weh taten) oder eine 18xx-Heimwerk-Edition verschiebe ich ganz gerne - mitr dem Erfolg, das es ein Jahr dauerte bis ich diese Spiele dann wirklich spielen konnte.
Das Hauptproblem istdabei allerdings, dass die Tour de France (dessen leideschaftlicher "Gucker" ich bin) immer im Sommer ist, die Spiele aber da gerade Sommerpause haben; die Zeit für den Fernseher kann man schön zu No-Brainern benutzen...

Meinen Mitspielern mute ich die Arbeit nicht zu - wenn ich damit ankäme , würden die was anderes spielen wollen...

ciao,
Peer

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Michael Andersch

Re: Erst die Bastelarbeit dann das Spielvergnügen

Beitragvon Michael Andersch » 13. Oktober 2002, 12:28

ralf r schrieb:

> Wie haltet Ihr das eigentlich mit den Bastelarbeiten vor dem
> ersten Spiel. Dürfen da die Mitspieler mitmachen oder habt
> Ihr (wie ich) eher die Panik, dass deren Sorgfalt nicht weit
> genug geht?

Nö, mach ich alleine. Aber nicht, weil ich es den anderen nicht zutraue sorgfältig genug zu sein, sondern
1) weil es mir selbst Spaß macht
2) weil die Zeit des Zusammensitzens mit anderen besser in ein Spiel (anstatt in eine Bastelrunde) investiert ist.

> Ist die Kosteneinsparung wirklich so gross, dass man diese
> Arbeit dem Endkunden zumuten kann oder gehört die Bastelei
> sogar irgendwie zum Brettspielvergnügen dazu? Betrifft ja
> nicht nur Plastikteile, die entgratet werden müssen sondern
> meistens eher Pappteile, die ausgebrochen werden wollen...

Mich stört's nicht, wie gesagt, ich mache es sogar gerne. Wobei es sich meistens ja wirklich nur um Pappplättchen handelt, und da bin ich sogar froh darüber, wenn sie noch im Stanzbogen sind: So sieht man zunächst mal das ganze Material im Überblick und kann außerdem ruckzuck fest stellen ob es komplett ist.
Auszuschneidendes hatte ich bisher noch nicht so oft. Lediglich bei den Spielen aus Timbuktu (da hat mich die Vorbereitung von "Gods" schon ein wenig genervt), Dragon Noir und bei Serenissima war das ein größerer Act.

Selbstgebastelte Grüße,
Micha

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Attila
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Re: Erst die Bastelarbeit dann das Spielvergnügen

Beitragvon Attila » 13. Oktober 2002, 12:46

Hiho,

Ich hab mir da nie grosse Gedanken darüber gemacht - es gehört halt irgendwie bei solchen Spielen dazu.

TableTactics hat ein Motto, was die Sachlage wohl ziemlich treffend umschreibt:

"More Toys for the Big Boys!"

Kein weiterer Kommentar nötig, oder ?

Achso: Ich Mache das dann lieber selber - wenn ich sehe wie manch andere mit ihrenen Spielen umgehen, dann wird mir immer ganz flau ! :-)

Atti

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Attila
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Re: Erst die Bastelarbeit dann das Spielvergnügen

Beitragvon Attila » 13. Oktober 2002, 12:54

peer schrieb:

> Aber so Mammutprojekte wie Serenissima (nach dem meine Hände

Oh wei - da habe selbst ich geflucht ! :-)
Nicht das ausschneiden der Plastikteile - das war ja harmlos. Aber das Aufkleben der Fahnen ! - Argh ! :-)

Ähnlich wie bei BattleCry - nur ist das noch schlimmer: Da gehen die Fahnen langsam wieder ab ! - Das ist der absolute Horror ! - Da fühle ich mit meinen schoenen Spielen und habe *echte* Schmerzen ! :-)

Atti

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Jost Schwider

RE: Erst die Bastelarbeit dann das Spielvergnügen

Beitragvon Jost Schwider » 13. Oktober 2002, 13:49

"Gustav der Bär" hat am 13.10.2002 geschrieben:

> Ansonsten mache ich das immer allein, aber nicht aus
> Mißtrauen gegenüber meinen Mitspielern, sondern weil ich
> das schön in aller Ruhe erledigen kann. Ich sehe mir dann
> dabe einen Film an - möglichst einen, der thematisch passt
> - trinke meinen Kaffee, paffe mein Pfeifchen, machmal lese
> ich auch nebenher die Spielregel ... ich empfinde das als
> eine recht angenehme Beschäftigung für einen einsamem
> Samstagnachmittag.

Sozusagen "Das Sticken der Spieler"! :LOL:

(Deja Vu: Hört sich das nicht ein wenig wie ein Film-Titel an... :-? )

> Allerdings kann ich gut verstehen, wenn dergleichen nicht
> jedermanns Sache ist.

Simone (meine Lieblingsfrau) liebt solches "Auseinandernehmen". Wenn ich also ein Spiel kaufe, haben wir beide was davon! ;-)

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "joost aus soost")

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Michael Schramm

Re: Erst die Bastelarbeit dann das Spielvergnügen

Beitragvon Michael Schramm » 13. Oktober 2002, 16:04

Hi Andreas,

irgendwie habe ich das Gefühl eines "deja vù" - auch bei mir war nach drei Farben die Lust auf weitere Quälerei absolut getötet!

nice dice

Michael

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Matthias Staber

Re: Erst die Bastelarbeit dann das Spielvergnügen

Beitragvon Matthias Staber » 13. Oktober 2002, 18:33

Nachdem ich bei NiE bei einem Drittel der Figuren geschwitzt habe und fluchend die Nagelfeile gezückt hatte, weil unten immer ein Stückchen Plastik übrig blieb, das die Männlein nicht stehen ließ, habe ich mein Vorgehen verändert, was die Sache erheblich vereinfachte:

Zunächst hatte ich mit einer Nagelschere die Figuren an allen drei Befestigungs-Punkten vom Rahmen losgeschnitten. Das führte zum Feilen und Fluchen.

Einfacher so: Die Figuren nur an den oberen zwei Punkten aus dem Rahmen schneiden. Dann die Figur durch Drehen vom unteren Punkt entfernen. Effekt: Die Figuren lösen sich an der Sollbruchstelle, kein lästiges Plastikstückchen bleibt über, Feilen entfällt, Figuren stehen aufrecht.

Matthias


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