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Candamir - lohnt sich ?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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RedPiranha

RE: Candamir - lohnt sich ?

Beitragvon RedPiranha » 26. November 2004, 14:09

peer schrieb:
>.... Wie gesagt ich wüsste (nach einer) Partie nicht, wie man das
> Spiel schneller hätte schaffen können - es sei denn 1-2
> Mitspieler hätten praktisch keine Chips gesammelt. Das
> Hauptproblem waren die länger und länger werdenen Wege
>
> ciao
> peer


Wieviel habt ihr denn in den Bau- und Brauphasen hergestellt? Wenn man da jedesmal nur einen Gegenstand baut oder einen Trank braut kann ich mir schon vorstellen, dass es sich hinzieht. Optimal ist es wenn man die Bau- und Brauphase mit 5 Naturalien und 7 Rohstoffen wählt.

Habt ihr auch schon mal eigene Charaktere ausgetestet. Im Candamir-Forum von Siedeln.de gibt es dazuschon einige Vorschläge: http://www.siedeln.de/phpBB/topic,5237,-candamir-charakter-karten.html

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Andreas Keirat

RE: Candamir - lohnt sich ?

Beitragvon Andreas Keirat » 26. November 2004, 14:53

peer schrieb:
>
>
>
> > > - womit wir bei der Spielzeit wären: Würde das ganze rund
> > > ein Stunde dauern, würde mir Candamir trotzdem hin und
> > > wieder gefallen. Doch mit vier Spielern zieht sich das
> > > Spiel über drei Stunden hin.
> >
> > Die Spielzeit ist auch das, was ich am meisten kritisiere:
> > Eine Stunde fände ich auch angemessen.
> > Aber 3 Stunden? Was um Gottes Willen habt Ihr denn während
> > dieser Zeit gemacht????
> > In knapp 2 Stunden kann man das Ganze doch locker über die
> > Bühne bringen (Natürlich nur, wenn man nicht während des
> > Spiels die Texte liest, über Verbesserungen nachsinnt und
> > über den Sinn und Unsinn einzelner Spielmechanismen
> > diskutiert ;-) )
>
> Kann ich halt auch nicht bestätigen. Jeder hat sein Zug
> geplant, wenn er nicht dranwar, keiner hat bei seinem Zug
> lange gegrübelt oder mit überflüssigen Handeln verplempert
> (es wurde ETWAS gehandelt, aber nur sehr, sehr wenig). Wie
> gesagt ich wüsste (nach einer) Partie nicht, wie man das
> Spiel schneller hätte schaffen können - es sei denn 1-2
> Mitspieler hätten praktisch keine Chips gesammelt. Das
> Hauptproblem waren die länger und länger werdenen Wege
>
> ciao
> peer

Bei uns waren die Wege eigentlich nicht so das Problem. Spätestens nach drei Runden war man eigentlich fast immer da (wenn man nicht nur Tiere vorgefunden hat, gegen die man nichts ausrichten konnte...). Und da die Spieler wußten, in welche Richtung sie wollten, war das Laufen innerhalb von 1 Minute im Normalfall abgewickelt... Ich glaube eher, ihr habt euch verhaspelt und nicht konsequent eine Taktik verfolgt (nur Tiere, nur bestimmte Rohstoffkombinationen, nur bestimmte Personen mit Geschenken beglücken...). Dieses Phänomen kenn ich noch von Anno 1503. Hier liefen die Partien ähnlich zäh, wenn man sich nicht auf eine der Siegstrategien konzentriert hat.

Ciao,

Andreas Keirat
www.spielphase.de
(1. Partie Candamir war auch 3 Stunden, danach gings immer unter 2 Stunden)

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Volker L.

Re: Candamir - lohnt sich ?

Beitragvon Volker L. » 26. November 2004, 15:08

Carsten Wesel | FAIRspielt.de schrieb:
>
> Peter Gustav Bartschat schrieb:
> >
> > Mein Tipp: Wer denkt, dass der Einsatz von Met ihm nichts
> > nützt, der setze es einfach nicht ein!
>
> So eine einfache Lösung kann nicht richtig sein. ;-)

Ist sie auch nicht :-P
Henning empfindet den Einsatz von Met als zu schwach, aber
es gibt ja keine Alternative, mit der man dasselbe Ziel, den
Führenden zu bremsen, mit besserem Aufwand/Nutzen Verhältnis
erzielen kann.
Ob Henning mit seiner Meinung Recht hat, kann ich nach einer
einzigen Probepartie nicht beurteilen, aber in der Argumentationskette
1. Es wird eine Möglichkeit benötigt, Ziel A zu erreichen -->
2. die vorhandene Option ist zu ineffektiv -->
3. wenn sie nichts nutz, lass es sein
ist Punkt 3 nur dann korrekt, wenn Punkt 2 für sich allein
steht, aber falsch, wenn es als angebliche Lösung für das
in Punkt 1 genannte Problem angeboten wird.

> Gruß Carsten (der zugeben muß, Candamir noch nicht gespielt
> zu haben)

Aha! :-))

Gruß, Volker (der beim Lesen von Gustavs "Lösung" irgendwie
an Marie Antoinettes berühmt-berüchtigtes Zitat "dann sollen
sie eben Kuchen essen" denken musste)

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Peter Gustav Bartschat

Re: Candamir - lohnt sich ?

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 26. November 2004, 15:22

SOOO einfach ist das nun auch wieder nicht:

Es gibt nämlich sehr wohl Alternativen - zwar nicht, um den Führenden zu bremsen, sondern um sich selbst zu beschleunigen (was innerhalb gewisser Grenzen ja austauschbar ist).

"Met einsetzen" setzt nämlich zunächst mal "Naturalien in Met investieren" voraus. Wenn ein Spieler den Nutzen des Mets für sich als zu gering einschätzt, so heißt seine Alternative ja nicht "gar nichts tun" (oder sollte zumindest nicht so heißen, wenn er Interesse hat, zu gewinnen), sondern "die Naturalien-Einkünfte in Anderes investieren".

Schließlich gibt es neben Met auch noch den Heiltrank und Brigittas Trank, aus denen man ebenfalls Nutzen ziehen kann ... nur kann die Antwort auf die Frage, welchen der Tränke man jeweils als den nützlichsten einschätzt, nach Spielern und Spielsituationen unterschiedlich ausfallen.

Der Führende wird vermutlich weniger in Met, dafür um so mehr in Heiltränke investieren.

Mit einem lieben Gruß
Gustav
(Findet, wer kein Brot hat, soll Currywurst mit Pommes essen. Und wer Brot hat, am besten auch.)

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RedPiranha

Re: Candamir - lohnt sich ?

Beitragvon RedPiranha » 26. November 2004, 15:31

Man kann ja auch den Führenden bremsen indem man ihm Sondersiegpunkte abnimmt und wenn man dafür nicht die richtigen Rohstoffe hat, dann muss
man seine Mitspieler davon überzeugen, dass sie nur dann noch eine Siegchance haben wenn sie diese eintauschen. Dazu gehört natürlich auch eine Portion Charisma ;-)

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Gerhard Passler
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Beiträge: 554

RE: Candamir - lohnt sich? nicht unbedingt!

Beitragvon Gerhard Passler » 26. November 2004, 20:00

Hallo Danny!

> - Erster Eindruck / Gesamteindruck vom Spiel ?

Tja, wirklich schade um das Spiel!! :sad:
Candamir hat meiner Meinung nach sehr nette Mechanismen und ein sehr großes Potential, das aber leider bei der Entwicklung (mit Absicht?) nicht ausgenutzt worden ist. Es scheint zwanghaft auf Familientauglichkeit ausgerichtet zu sein, was zwar an sich nichts Schlechtes ist, diesem Spiel aber absolut nicht gut tut. Aus Candamir hätte ein wunderbares, ganz großes Spiel werden können. So wie es sich jetzt präsentiert, ist es mir viel zu simpel gestrickt, zu konfliktfrei und viel zu wenig interaktiv. Der Spielablauf ist sehr monoton und die Spieldauer deshalb zu lang ... nicht mal der Handel kommt so richtig in Schwung.
Noch zwei Details am Rande: Völlig absurd erscheint mir die Tatsache, dass man auch nach einem verlorenen Kampf gegen einen Bär, Wolf usw. auf das entsprechende Feld ziehen darf. Ebenfalls ziemlich unlogisch erscheint mir das "Zurückbeamen" ins Dorf nach erfolgter Wanderung.

> - ist es gut oder eher nicht (und warum)?

Ich würde es im unteren Mittelmaß "ansiedeln" (nettes Wortspiel :wink: ), die Begründung liest Du oben.

> - besser oder schlechter als Siedler (oder gar nicht vergleichbar)?

Es ist meiner Meinung nach sehr viel schlechter, aber ein Vergleich mit Siedler stellt fürwahr eine hohe Hürde dar. :)))

> - gut zu Zweit?

Ich habe Candamir bisher immer nur zu Dritt gespielt und kann deshalb dazu nichts sagen.

> - lohnt sich ein Kauf usw.

Für mich ganz gewiss nicht, aber das muss jeder für sich selber entscheiden.

Verspielte Grüße

Gerhard (der sich von Candamir wirklich sehr viel mehr erwartet und versprochen hat)

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RedPiranha

RE: Candamir - lohnt sich? nicht unbedingt!

Beitragvon RedPiranha » 26. November 2004, 21:51

Gerhard Passler schrieb:
>
> Hallo Danny!
>
....
> Noch zwei Details am Rande: Völlig absurd erscheint mir die
> Tatsache, dass man auch nach einem verlorenen Kampf gegen
> einen Bär, Wolf usw. auf das entsprechende Feld ziehen darf.

Das erscheint aber nur auf den ersten Blick unlogisch, denn Bär, Wolf, Schlange, Candamir oder Abenteuer warten auf dem nächsten Feld auf mich. Erst wenn ich mich dorthin begebe findet die Begegnung statt. Wenn man sie verliert, dann hat das uU zur Konsequenz, dass die Kondition soweit herabgesunken ist, dass man von dort nicht mehr weiter kann, aber erreicht hat man das Feld ja auf alle Fälle.

> Ebenfalls ziemlich unlogisch erscheint mir das "Zurückbeamen"
> ins Dorf nach erfolgter Wanderung

Hier liegt sicherlich ein Bruch vor, wenn ich aber die Kritiken sehe, dass das Spiel schon jetzt zu lang sei, dann frage ich mich wie lang würde es werden, wenn man auch den Weg vom Ziel zum Dorf noch mal mittels Wegekarten zurücklegen müßte, wobei man dann in den meisten Fällen auch nicht mehr viel einsammeln kann. Ich stelle es mir einfach so vor, dass man während der Züge der anderen den zuvor einmal eingeschlagenen Weg zurücklegt, die dort lauernden Gefahren hat man ja besiegt, Pilze und andere Naturalien sind auch abgegrast, so dass man diesen Part des Spieles auch ohne Zeitverlust dadurch abarbeiten kann, dass man seine Figur einfach wieder ins Dorf setzt.

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Peter Gustav Bartschat

Die Candamir-Ellipse

Beitragvon Peter Gustav Bartschat » 27. November 2004, 06:40

Gerhard Passler schrieb:
> Ebenfalls ziemlich unlogisch erscheint mir das "Zurückbeamen"
> ins Dorf nach erfolgter Wanderung.

Eíne Ellipse - literatisch, nicht mathematisch betrachtet - ist die Auslassung eines durch den Leser, Zuhörer oder Zuschauer aufgrund seiner Erfahrung oder pesönlichen Schlüsse frei ergänzbaren Teils.

"Was nun?" ist eine Ellipse, weil der vollständige Satz: "Was machen wir nun?" heißt.

"Sah ein Knab´ ein Röslein steh´n" ist eine Ellipse, weil das einleitende "Es" fehlt.

Ellipsen finden wir nicht nur in einzelnen Sätzen, sondern auch in umfangreichen Werken wie Romanen (In "Der Graf von Monte Christo" springt die Erzählung von dem Augenblick, da Edmond Dantes den Schatz findet, zu seinem mehrere Jahre später liegenden Auftauchen als "Graf" in Italien, wo er die Bekanntschaft des Sohnes eines seiner alten Feinde macht), Theaterstücken (In "Cyrano der Bergerac" wird nicht erzählt, wie Cyrano nach dem Kampf gegen die Spanier, in dem sein Freund Christian fiel, und seinem Besuch bei Christians Witwe Roxanne seine alte Tatkraft und Originalität verliert) und Filmen ("Papillon" lässt die sieben Jahre Einzelhaft nach Henri Charrieres zweitem Fluchtversuch aus).

Fehlt diesen Erzählungen etwas? In dem Sinne, dass es ein "Fehler" (oder "unlogisch") ist, diese Handlungsteile nicht genau so detailliert zu schildern, wie die davor und danach liegenden Ereignisse?

Meiner Meinung nach nicht, denn was in den ausgelassenen Zeiträumen passierte, ist eine logische Konsequenz des vorher Erzählten und entspricht weitest gehend dem, was man an weiterer Entwicklung zu diesem Zeitpunkt der Handlung erwarten sollte; zusätzliche Informationen gewinnt man aus der Situation, in der sich die handelnden Figuren befinden, wenn die Handlung wieder einsetzt, und gegebenen Falls auch aus eingestreuten "Rückblenden".

Tatsächlich wäre es anderenfalls in all diesen Fällen so, dass der Autor sein Publikum durch eine Handlungspassage führen würde, in der nichts interessantes passiert, weil die Weichen für die entsprechende Episode bereits gestellt sind. Eine richtig eingesetzte Ellipse ist also eine kreative Art, Spannung zu wahren, in dem man etwas NICHT erzählt.

Bei "Candamir" ist das Beamen vom Zielstein zurück ins Dorf so eine Ellipse: Der Spielcharakter hat ein Teilziel seiner Aufgabe erfüllt, seine Taschen sind (falls er sich nicht unerwartet dusselig angestellt hat) voll mit Rohstoffen und Naturalien - jetzt muss er ins Dorf zurück, um sie da zu investieren.

Es würde sich auf seinem Rückweg aber kaum noch etwas für das Spiel relevantes ereignen: Vermutlich würde er nur Kämpfe annehmen, die er sicher gewinnt, weil sich das Eingehen eines Risikos ohne Möglichkeit, die Belohnung noch zu verstauen, nicht mehr lohnt.

Wir hätten also nach jedem Zielsten-Besuch im Durchschnitt drei zusätzliche Züge zu absolvieren, die die "Handlung" des Spiels nicht voran bringen und auch an der Rangfolge der Spieler schwerlich etwas ändern könnten: Es müssten ja alle diese Züge absolvieren ... das Spiel würde also durch das "Ausspielen" dieser Passage nur länger und zäher.

Da ist Klaus Teubers Entscheidung, diesen in der Fantasie der Spieler frei ergänzbaren Rückweg durch eine "spielerische Ellipse" auszusparen, doch allemal für das Tempo und die Kurzweiligkeit des Spiels besser.

Mit einem lieben Gruß
Gustav

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Kurt Schellenbauer

Re: Die Candamir-Ellipse

Beitragvon Kurt Schellenbauer » 27. November 2004, 10:29

Der Beitrag ist wie viele deiner Beiträge eine Ergänzung für dieses Forum. Ich habe wieder dazu gelernt, irgendwie muss ich dass im Deutsch Unterricht verschlafen haben.

Um 6.40 Uhr morgens ist man aber noch ausgeruht, da fallen einem eben solche Sachen ein. :-)

Bravo weiter so!

verspielte Grüße
Kurt Schellenbauer
...der sich um 6.40 Uhr um das Baby kümmert und daher nicht über solche Dinge nachdenkt, sonder eher über volle Windeln.

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Ina-spielbox

Re: Die Candamir-Ellipse

Beitragvon Ina-spielbox » 27. November 2004, 10:47

Kurt Schellenbauer schrieb:
>
> Der Beitrag ist wie viele deiner Beiträge eine Ergänzung für
> dieses Forum. Ich habe wieder dazu gelernt, irgendwie muss
> ich dass im Deutsch Unterricht verschlafen haben.

Ich würde ja schwören, dass so etwas bei uns nicht vorgekommen ist;-). Dennoch habe ich mich belehren lassen und fand den Beitrag von Gustav gut.

>
> Um 6.40 Uhr morgens ist man aber noch ausgeruht, da fallen
> einem eben solche Sachen ein. :-)

... mir nicht ...
>
> Bravo weiter so!

genau ...
>
> verspielte Grüße
> Kurt Schellenbauer
> ...der sich um 6.40 Uhr um das Baby kümmert und daher nicht
> über solche Dinge nachdenkt, sonder eher über volle Windeln.

die um 6.40 Uhr am Samstag schläft ...

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Kurt Schellenbauer

Re: Die Candamir-Ellipse

Beitragvon Kurt Schellenbauer » 27. November 2004, 11:14

Ina Broß schrieb:
>
> die um 6.40 Uhr am Samstag schläft ...

beneidenswerte verspielte Grüße
Kurt Schellenbauer

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RoGo

Re: Die Candamir-Ellipse

Beitragvon RoGo » 27. November 2004, 11:54

Genau,
und deswegen mag ich die letzten Harry Potter Romane nicht: Nach zwanzig Seiten weiß ich, was auf den nächsten 50 passieren wird. Frau Rowling streckt diese sogar noch auf 80. Da fehlt offensichtlich ein Lektor, der sich trotz Starruhms traut, redundanten Kram zu streichen.
Fröhliche Grüße
Roland

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Gerhard Passler
Kennerspieler
Beiträge: 554

[OT] Re: Die Candamir-Ellipse

Beitragvon Gerhard Passler » 28. November 2004, 01:07

> Kurt Schellenbauer
> ...der sich um 6.40 Uhr um das Baby kümmert und daher nicht
> über solche Dinge nachdenkt, sonder eher über volle Windeln.

Das kommt mir seit ein paar Wochen ja sooooo bekannt vor ... :wink:

Gerhard

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Blendi

Lohnt sich ? Für mich: NEIN!

Beitragvon Blendi » 29. November 2004, 09:00

Hallo!

Zuerst mal: Ich spiele Siedler sehr gerne, hab die meisten Varianten daheim und war wirklich sehr gespannt auf Candamir ... und dann diese Enttäuschung.

Das Design gefällt mir sehr gut.
Der Spielmechanismus funktioniert.

Aber das macht noch lange kein gutes Spiel.
Für mich ist Candamir ein LANGER LANGWEILER!

Nach so einer verkaufsschädigenden Behauptung will ich natürlich auch meine Gründe dafür aufführen:

Wir haben es zu viert gespielt und über drei Stunden gebraucht. Davon haben zwei Leute das Spiel vorher schon mal gespielt. Ich möchte auch behaupten, dass wir ziemlich flüssig gespielt haben und eine nächste Spielrunde (die es mit mir definitiv nicht geben wird) nicht wesentlich kürzer wäre. Eine lange Spieldauer ist für mich null Problem aber dann muss es auch spannend sein oder ich muss wirklich mir etwas aufbauen, wo ich später die Früchte ernten kann. Der Spielmechanismus, dass die hinten liegenden Spieler die Führenden mit Met-Parties bremsen können funktioniert bei vier Spielern zwar sehr gut aber es zieht die Spieldauer nochmals kräftig. Bei unserem Spiel haben zwei Spieler das ziemlich intensiv gebraucht, bis sie freiwillig damit aufgehört haben, damit wir irgendwann auch mal fertig werden. Wenn man darauf verzichtet kann das Spiel wohl auch schneller gespielt werden.

Abwechslung? Fehlanzeige.
Candamir spielt sich eigentlich vom ersten bis zum letzten Zug gleich. Es kommt nichts neues dazu. Immer das gleiche. Die Prüfungen laufen alle gleich ab, ob die nun schwerer werden oder nicht. Die Wege werden länger? Na und? Dann muss man halt weiter laufen. Aber es ist wirklich jede Runde wie die vorher.

Spannung? Fehlanzeige.
Was soll mir denn auch passieren? Eine Prüfung oder einen Kampf nicht bestehen? Ohweh, ohweh, wenn das ein paar mal passiert muss ich glatt mal eine Runde aussetzen, das ist das schlimmste, was mir passieren kann.

Interaktion? Fehlanzeige.
Ok, ok, wir haben im Spiel bestimmt 4-5x Waren gehandelt - wow! Eigentlich ist Candamir ein Mehrspieler-Solitair. Jeder spielt für sich und in ein paar Stunden ist einer früher fertig als die anderen. Insofern ist Candamir absolut geeignet um es mit der Freundin zu spielen, die einem die Tassen um den Kopf schmeißt, wenn man was böses im Spiel macht.

Strategie? Fehlanzeige.
Braucht es auch nicht bei einem kurzleiligen Familienspielchen. Aber ein kurzweiliges Familienspielchen dauert keine drei Stunden.

Zusammengefaßt ist Candamir für mich die größte Spieleenttäuschung des Jahres. Es gibt sicherlich schlechtere Spiele aber hier war die Erwartung eben höher. Die drei Stunden werde ich als spaßlose, langweilig vergeudete Zeit verbuchen und eine zweite Partie würde es nur unter Zwang geben, denn es gibt viel bessere Spiele. Ich würde Candamir nicht mal kaufen, wenn es für 2 Euro am Flohmarkt zu haben wäre.

Schönen Tag und Spaß mit guten Spielen wünscht Euch

Blendi

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Heinrich Tegethoff

RE: Candamir - lohnt sich? nicht unbedingt!

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 29. November 2004, 16:19

RedPiranha schrieb:
> > Ebenfalls ziemlich unlogisch erscheint mir das "Zurückbeamen"
> > ins Dorf nach erfolgter Wanderung
>
> Hier liegt sicherlich ein Bruch vor, wenn ich aber die
> Kritiken sehe, dass das Spiel schon jetzt zu lang sei, dann
> frage ich mich wie lang würde es werden, wenn man auch den
> Weg vom Ziel zum Dorf noch mal mittels Wegekarten zurücklegen
> müßte, wobei man dann in den meisten Fällen auch nicht mehr
> viel einsammeln kann. Ich stelle es mir einfach so vor, dass
> man während der Züge der anderen den zuvor einmal
> eingeschlagenen Weg zurücklegt, die dort lauernden Gefahren
> hat man ja besiegt, Pilze und andere Naturalien sind auch
> abgegrast, so dass man diesen Part des Spieles auch ohne
> Zeitverlust dadurch abarbeiten kann, dass man seine Figur
> einfach wieder ins Dorf setzt.

Das Zurückbeamen bemängelte ich weiter oben bereits selbst als meinen
stärksten Bruch im Spiel. Tatsächlich läßt die jetzige Spielmechanik
aber keine andere Möglichkeit zu, da "der Rucksack meist voll ist" und
zudem das Zurücklaufen unnötig aufblähen würde. Außerdem würde ich dann
konsequenterweise ja auch wieder andere Ziele anlaufen, die dann nah
sind, bis es bei mir überquilt. Geht also so nicht anders.

Ich teile aber die Auffassung nicht, daß man ja quasi den Weg schon
kennt und die Bahn frei ist:
- Candamir wird nicht besiegt, und er wartet da immer noch.
* Die Tiere und Abenteuer habe ich womöglich gar nicht bestanden!
Die Mechanik läßt ein Weiterziehen unter Konditionsverlust ja zu.

Zudem ist der Sprung ins Dorf auch mit "Überlast" möglich: Die Zieleinnahme
erlaubt mir, mehr als 5+5 Dinge aufzunehmen. Angeblich sind dies aber
die Belohnungen, die ich "erst" im Dorf erhalte, damit dies funktioniert
(da wurde eine RF so beantwortet). Aber wofür werde ich da belohnt???

Vielleicht ist die Sicht an anderer Stelle hier im Forum wohl wahr: das
ansich gute Spiel wurde zu sehr familientauglich getrimmt, und entsprechend
die Sonderbarkeiten in Kauf genommen. Nicht jeder stört sich daran,
wenn er/sie ein lockerers Abenteuer nach Feierabend durchführen möchte.

Servus,
Heinz (der gerne mehr in Candamir finden möchte, aber es nicht schafft)

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Heinrich Tegethoff

Re: Die Candamir-Ellipse

Beitragvon Heinrich Tegethoff » 29. November 2004, 16:35

Hallo Gustav,

vielen Dank zu Deinen schönen Ausführungen!

Ich bleibe aber dabei: das "Beamen" ist ein Bruch. Zwar kann ich mir
den Rückweg ins Dorf spielerisch schenken (Ellipse okay), aber dann doch
bitte konsequent:
a) Ich darf mir aussuchen, ob ich nicht viel lieber zurückkriechen will,
da mir noch wichtige Waren fehlen, die zu finden hoffe.

b) Wenn meine Taschen nicht schon voll sind, so würde ich mich
viel lieber des nächsten Zieles annehmen - ich stehe meist schon direkt
daneben! Natürlich bräuchte diese Sicht an anderes Spiel, aber es
macht den Bruch nicht weg.

Natürlich kann man (a) als Hausregel einführen, aber das Spiel ist mE nicht
darauf ausgelegt. Es könnte aber in Summe schneller werden.

Servus,
Heinz (der mit 40 noch die schulgelernten Regeln für eine Ellipse aus der
Tasche zaubert, aber da brauche ich immer zwei Dimensionen... ;-) )

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Jost Schwider

RE: Candamir - lohnt sich ?

Beitragvon Jost Schwider » 3. Dezember 2004, 12:13

"Danny" hat am 25.11.2004 geschrieben:

> würde mich über ein paar kurze Statements von euch zum
> Teuber-Spiel Candamir freuen:
> - Erster Eindruck / Gesamteindruck vom Spiel ?

Siehe PEEP:
http://www.spielbox.de/spielarchiv/peep/candamir.php4

> - ist es gut oder eher nicht (und warum) ?

Natürlich Geschmacksache!
Suchst du etwas planbares? Dann eher Nein.
Möchtest du einfach ein paar Abenteuer bestehen: Dann eher Ja.

> - besser oder schlechter als Siedler (oder gar nicht
> vergleichbar) ?

Nicht vergleichbar.

> - gut zu Zweit ?

Dann ist das Spiel deutlich kürzer!

> - lohnt sich ein Kauf usw.

Etwa bei Amazon für 19,95 (kostenlose Lieferung!):
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/B0002HAC36/vbtecvisbaswe-21

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "jooost aus sooost")
http://www.schwider.de/sp2004.htm - [i]33+5 Eindrücke von der Spiel'04[/i]
http://www.schwider.de/jas.htm - [i]Ausgezeichnete (Brett)Spiele[/i]


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