Anzeige

rezensionsformate

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Roman Pelek

Wiederspielreiz

Beitragvon Roman Pelek » 12. Mai 2005, 18:05

Hi Klaus,

Klaus Herder schrieb:

> Ich habe wohl noch kein Spiel
> innerhalb eines Monats 10mal gespielt. Nach dem fünften oder
> sechsten Mal werden die meisten langweilig. Dann kennt man
> doch den Ablauf, da kommt nichts überraschendes mehr

Interessant - mir geht's nämlich häufig genauso. Und dann frage ich mich: was finden die Leute eigentlich an dem betreffenden Spiel?

> Und manche werden noch schneller langweilig. Deshab kann ich auch
> mit dem "Wiederspielreiz" wenig anfangen, von dem manchmal
> die Rede ist.

Lange Zeit habe ich mal gedacht, es hätte einen Sinn, ebendiesen zu ergründen, um als Rezensent einen Mehrwert zu bieten. Nur: wenn niemand diesen Inhalt nutzt, kann ich meine Energien auch darauf verwenden, stattdessen unterhaltsame Banalitäten einzustreuen. Dann werden meine Rezensionen in der spielbox in Zukunft halt farbiger, da bin ich adaptionsfähig, schließlich ist der Kunde König :-)) Ich kann meinen Schreibstil auch "verKnopferisieren", so es denn gewünscht ist. Herrlich subjektive Kommentare jucken mich eh schon länger in den Fingern...

Nein, mal im Ernst: ich habe mich schon sehr oft gefragt, wieviel Nutzen aus einer Spieleanalyse erwächst - die Autoren können sicher was damit anfangen, aber tut das auch der normale Leser? Für einen Rezensenten isses allemal befriedigender, wenn er nicht nüchterne Analysen, sondern persönliche "Spinnereien" liefern kann, weil jeder Rezensent in seinen Texten auch gerne mal sein Ego ausleben möchte (so ehrlich sollten wir dann doch sein, das zuzugeben)...

Ciao,
Roman

Benutzeravatar
Klaus Herder

Re: Wiederspielreiz

Beitragvon Klaus Herder » 13. Mai 2005, 11:59

Roman Pelek schrieb:
>
> Nein, mal im Ernst: ich habe mich schon sehr oft gefragt,
> wieviel Nutzen aus einer Spieleanalyse erwächst - die Autoren
> können sicher was damit anfangen, aber tut das auch der
> normale Leser? Für einen Rezensenten isses allemal
> befriedigender, wenn er nicht nüchterne Analysen, sondern
> persönliche "Spinnereien" liefern kann, weil jeder Rezensent
> in seinen Texten auch gerne mal sein Ego ausleben möchte (so
> ehrlich sollten wir dann doch sein, das zuzugeben)...

Nichts gegen einzuwenden! Allerdings dürfen die Rezensionen nicht Selbstzweck werden. Ein Beispiel aus einer anderen Welt: Ich habe vor einigen Jahren den "Rolling Stone" abbestellt, weil die Plattenkritiken nur noch von selbstverliebten Schreiberlingen verfasst wurden. Sie waren schön zu lesen, aber der Informationsgehalt ging gegen Null.
Klaus

Benutzeravatar
peer

Re: rezensionsformate

Beitragvon peer » 13. Mai 2005, 15:25

Hi,
Heinrich Glumpler schrieb:
>
> Welche allgemeinen Formen/Formate von Rezensionen bevorzugt
> ihr?
> Welche Arten von Rezensionen unterscheidet ihr?

Ich denke, es gibt zwei grundsätzlich unterschiedliche Ansätze Rezis zu schreiben:
1.) Formal: Diese Rezis legen den Schwerpunkt auf den Informationswert. Sie sind i.A. klar durchstrukturiert, man findet alles sofort. Dafür bleibt der Stil nicht sehr individuell.
2.) Frei: Diese Rezis gehorchen keiner allgemeingültiger Struktur. Informationen sind nicht so schnell zu finden. Der Unterhaltungswert steht im Vordergrund.

Rezis des Types 1 neigen dazu zu trocken zu sein. Bei Rezis des Types 2 besteht die Gefahr, dass zu viel auf Stil und Witz wert gelegt wird und die Information im Vordergrund steht.
Im Internet findet man eher Typ 1, in den Printmedien Typ 2.

Was ich bevorzuge? Zum lesen Typ 2, zur Schnellinformation Typ 1 (lese ich meistens aber nicht komplett durch)

ciao
peer

Benutzeravatar
Roman Pelek

Re: Wiederspielreiz

Beitragvon Roman Pelek » 15. Mai 2005, 16:28

Hi Klaus,

Klaus Herder schrieb:

> Nichts gegen einzuwenden! Allerdings dürfen die Rezensionen
> nicht Selbstzweck werden. Ein Beispiel aus einer anderen
> Welt: Ich habe vor einigen Jahren den "Rolling Stone"
> abbestellt, weil die Plattenkritiken nur noch von
> selbstverliebten Schreiberlingen verfasst wurden. Sie waren
> schön zu lesen, aber der Informationsgehalt ging gegen Null.

Ja, das ist die eklatante Gefahr, die Klippe, über die man als Rezensent schnell fallen kann, da ist die Hybris nicht weit. Und da Du gerade das Beispiel ansprichst: in der Musikszene habe ich es auch extrem zu spüren bekommen. Ich habe jahrelang in einem Hifiladen gearbeitet und hatte dort einen relativ guten Einblick in die Rezensentenszene, was sowohl Musik als auch Equipment anging. Irgendwann hat's mir diebsezüglich den Magen umgedreht, weswegen ich mir zu gegebenem Zeitpunkt gesagt habe: okay, es ist ein Hobby von Dir, aber *diese* selbstherrliche Verlogenheit gibst Du Dir nicht mehr.

Aber das einzige, was hilft, ist das, was Du ansprichst: einfach nicht mehr kaufen. Oder, noch besser: mal einen gepfefferten Leserbrief schreiben, weil es doch allzu oft auch passiert, dass die Macher auch nur im luftleeren Raum agieren und es besser machen könnten, wenn sie denn nur wüssten, was ihre Zielgruppe will.

Ciao,
Roman


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 14 Gäste