Beitragvon Roland G. Hülsmann » 16. September 2001, 12:13
Ein wesentliches Element de Spielens ist es eben, daß es NICHT Realität ist, d.h. daß ich mich in eine Phantasiewelt begebe und dort etwas erlebe; daß ich abschalten kann. Da ich mich im Spiel mit dem Thema in gewisserweise indentifiziere, kann ich wirklih abschalten. So etwas geht sonst in einer Plauderrunde kaum. Setz mal ein paar Kollegen an einen Tisch. Über was werden sie nach kurzer Zeit reden? Anders an einem Spieleabend mit Kollegen: Der Beruf ist kein Thema. Das Abschalten und Entspannen funktioniert und man ist in Kommunikation und hat Spaß MITEINANDER (was z.B. beim gemeinsamen Kinobesuch kaum der Fall ist, wo sich die Kommunikation auf das Weiterreichen des Popcorns beschränkt, will man nicht unangenehm auffallen).
Kurz: Das Wesentliche des Spieles ist es eben, NICHT die Realität zu sein. Von daher habe ich auch wenig Probleme damit, Orks, Trolle, Drachen oder sonst etwas vom Spielplan zu fegen und dem Mitspieler die Grundlage seines spielerischen Daseins zu entreißen.
Probleme habe ich dann, wenn die Simulation der Realität so bedrückend ist, daß ein Abtauchen und Abschalten nicht möglich ist. Ich hätte z.B. ganz arge Probleme, im Spiel den Nazis zum Sieg zu verhelfen. Es würde mir schwerfallen, von den tatsächlich begangenen menschenverachtenden Verbrechen der deutschen Führung jener Tage zu abstrahieren. Diplomacy war noch akzeptabel, so manches CoSim im Bereich des 2. Weltkrieges ist es - zumindest für mich persönlich - nicht mehr.,