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Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Gerald Rüscher

Divide and Conquer (war: Argumente bei Nichtspielern)

Beitragvon Gerald Rüscher » 1. November 2001, 09:42

Hanna schrieb:

> Welche Argumente haben überzeugt?
> Womit habt Ihr Leute dazu bekommen,
> Spielen mal eine richtige Chance zu geben?

Offen gestanden durch Spielen :-)

Das Geheimnis ist aus meiner Sicht, nie mehr als einen Nichtspieler auf einmal einzuladen. Sobald Nichtspieler zu zweit oder (Gott bewahre) in der Überzahl sind, schaukeln sie sich gegenseitig mit Einwänden oder Abwiegelungen hoch. Einen alleine kann man immer gut in einen bestehenden Kreis einbinden. Und die allermeisten merken dann nach ein paar Runde wie viel Spaß Spielen macht. So überzeugt man die Leute dann nach und nach einzeln.

Gruß & nice dice,
Jerry (hat in den letzten 6 Monaten immerhin 2 neue Nichtspieler missioniert)

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Holger Kiesel

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon Holger Kiesel » 1. November 2001, 12:53

Hallo!

Ich habe auf meiner Website mal eine Rubrik "Von der Notwendigkeit zu Spielen" eingerichtet. Dort habe ich einige (zugegebenermaßen noch recht wenige) Zitate und einen Artikel aus der Spielbox zusammengestellt, die sich mit dem Spielen befassen und dessen Notwendigkeit.
(http://home.t-online.de/home/holger.kiesel/spiele/spielezitate/spielezitate.htm)!

Dort ist meines Erachtens auch das eine oder andere Pro-Spielen-Argument zu finden!
Ob die aber "Spielen-Ist-Zeitverschwendung-Menschen" überzeugen....? Ich glaube nicht!

Schaut doch mal vorbei und wer weitere Zitate oder Beiträge hat, kann die mir gerne zukommen lassen :-)

bYe
HOlg

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Uwe Hackenberg

Cool: Missionierungsindex

Beitragvon Uwe Hackenberg » 1. November 2001, 14:18

... nicht ganz ernst gemeint:

Jerry schreibt: (hat in den letzten 6 Monaten immerhin 2 neue Nichtspieler missioniert)

Cool, daraus kann man ja einen Wettbewerb und Indikator machen: wer von den Forumsteilnehmer missioniert die meisten Mitspieler!
Wenn man da noch an die erfolgreichen Missionierungsmethoden der katholischen Kirche in zB Südamerika denkt, kommen einen noch tolle Idee ...

Erheiterte Grüsse Uwe

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HBS

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon HBS » 1. November 2001, 17:26

Roman Pelek schrieb:

> Puh, ein "recht hoher" Nichtspieleranteil erschwert die Sache sehr. Einzelne Leute, die nicht abseits stehen möchten, wenn alle anderen spielen, sind sehr leicht zum Spielen zu bewegen (->Gruppenzwang), wenn man sie nicht überfordert. Gegen eine Majorität an Nichtspielern würde ich aber gar nicht "angehen" wollen, weil das Ergebnis nur Frust auf beiden Seiten wäre.

Glücklicherweise sind immer noch die Majorität "Spieler"... aber ein drittel Nichtspieler kommen schonmal vor (die hoffentlich aber auch bald Spieler sind! dank Eurer Tipps und guter Spiele!). Den "Gruppenzwang" muß ich dann wohl mal etwas bewußter einsetzen, z. B. wie weiter oben vorgeschlagen, einfach mit einigen anfangen zu spielen etc.

> Die einzigen echten Argumente, die man hat, sind die Spiele selbst. Gelingt es einem, einzelne Leute durch ein für sie geeignetes Spiel für's Spielen zu begeistern, ist das bei weitem das stärkste Argument.

Zur Spieleauswahl gab es ja schon ausführliche Tips - ich werde mir vor'm Wochenende die Liste nochmal ansehen und mir Gedanken machen, was ich so mitnehme.

> Drüber diskutieren, warum man Spielen toll findet oder warum man seine Freizeit mit solchen "Kindereien" zupflastert bringen nix. Die beste Position, die man hat, ist, eine Gruppe zusammenzuhaben, die gerne spielt, und zu der man andere Leute "zuziehen" kann

Ja, aber genau solche Diskussionen ergeben sich leider immer wieder, trotz der Gern-Spieler-Gruppe... und da kommt wieder der Gruppenzwang usw. Ich habe zur Vorbereitung auf jeden Fall schonmal mit den anderen Gern-Spielern gesprochen, von denen glücklicherweise auch andere etwas über die fruchtlosen Diskussionen frustriert waren. Mit etwas mehr "Spielwillen" hoffe ich auf's beste, denn wenn man erstmal an's Spielen kommt und die Stimmung steigt...

> a) Geeignete Spiele sind all diejenigen, die mit wenig Regeln auskommen und wenig Konzentration/Spielerfahrung erfordern. Primär die Richtung Party-, Biet-, Bluff- und einfache Karten- oder Verhandlungsspiele.

Gute Erfahrungen habe ich auch mit "Sprachspielen", weil da doch die meisten etwas zu zu sagen haben.

> b) Argumente, die überzeugen, sind Gruppenzwang oder interessante Aufmachung des Spiels, weniger das Gerede darum.

!

> d) Absolut tödliche Fehler, die man nie machen darf: Fachsimpeln über Spiele/Spielen in jeder Art.

Passiert sowieso eher selten - dafür hab' ich ja Euch...

> [tödliche Fehler] Beim Regelerklären alles "auf einmal auftischen" (auch wenn's für Spielefreaks notwendig ist, damit diese wissen, worum's geht und planen können), sondern Stück für Stück, auch beim Spielen erläutern. Es ist nicht wichtig, die taktische Komponente bei der Endwertung zu Beginn zu erläutern, die bekommt eh keiner mit.

Ja und nein: zum einen sollten die Regeln bei "Einstiegsspielen" ja eh' nicht so kompliziert sein. Zum anderen kann man einiges sicherlich erst beim Spielen erklären. Was aber gefährlich ist, ist "Neuspieler" zu unterschätzen: Wenn man auf für den jeweiligen Spieler interessantes (und das kann von Person zu Person unterschiedlich sein) zu spät hinweist kommt sehr leicht Frustration auf, weil jemand sich nicht für voll genommen oder ungerecht behandelt fühlt.

Ich neige zum Anspielen, so daß alle den Grundmechanismus ersteinmal verstehen, bevor es auf irgendetwas ankommt. Gerade bei Neuspielern erlebe ich häufig, wie wichtig gewinnen oder gut abschneiden ist. Natürlich hat das Anspielen auch Nachteile, es ist eben kein schon wirklich spannender Einstieg usw.

> Wenn man sich trifft, um sich ernsthaft zu unterhalten, haben Spiele dabei auch nix verloren. Wenn man sich aber zu einem "ungezwungenen" Abend mit Smalltalk trifft, spricht je nach Kondition der Anwesenden ja nix gegen Spiele...

Und wenn man sich zu einem Spieleabend trifft habe ich eben (hoffentlich verständlicherweise) etwas dagegen, "nur" zu reden (was ich an und für sich auch mal gerne tue...).

Dank und Gruß,
Hanna

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HBS

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon HBS » 1. November 2001, 17:40

Stefanie schrieb:

[Roman] > a) Geeignete Spiele sind all diejenigen, die mit wenig Regeln
>> auskommen und wenig Konzentration/Spielerfahrung erfordern.
>> Primär die Richtung Party-, Biet-, Bluff- und einfache
>> Karten- oder Verhandlungsspiele.

>Gefaehrlich sind m.E. Spiele, bei denen sich jemanddurch "schlechtes Abschneiden" blamiert fuehlen kann, z.B. manche Party-,Deduktions-, oder Quiz-aehnliche Spiele - manche Nicht-Spieler, die ich kenne, lieben z.B. Trivial Pursuit, Anno Domini o.ae., andere gehen sofort laufen -schlimmstenfalls aber auch Geschicklichkeitsspiele.

Ja, "gewinnen" ist für Spieleneulinge oft deutlich wichtiger als für Vielspieler.... Gute Erfahrungen habe ich mit Teamspielen gemacht, da ist man nicht allein verantwortlich!

> Die zentrale Message sollte sein: Spass am Spiel ist das wichtigste, Gewinnen (oder Verlieren) sehr nachrangig.

Ich erlebe leider, daß Neulinge auch großen Spass am Gewinnen haben, irgendwie scheinen sie sich noch so sehr auf's Spiel an sich zu konzentrieren, daß die Stimmung und der Spaß nachrangig sind. Schade eigentlich... das verkrampft die Stimmung. Naja, ich kann nur hoffen, daß sie auch merken, daß es einfach nett sein kann, gemeinsam zu spielen, egal wer gewinnt!

Dank und Gruß nach Australien,
Hanna

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HBS

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon HBS » 1. November 2001, 17:48

Holger Kiesel schrieb:
>
> Ich habe auf meiner Website mal eine Rubrik "Von der
> Notwendigkeit zu Spielen" eingerichtet. Dort habe ich einige
> (zugegebenermaßen noch recht wenige) Zitate und einen Artikel
> aus der Spielbox zusammengestellt, die sich mit dem Spielen
> befassen und dessen Notwendigkeit.

Interessante Zitate...

Dank und Gruß,
Hanna

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Gerhard Passler
Kennerspieler
Beiträge: 554

Re: Cool: Missionierungsindex

Beitragvon Gerhard Passler » 1. November 2001, 20:03

> Jerry schreibt: (hat in den letzten 6 Monaten immerhin 2 neue
> Nichtspieler missioniert)

Ich habe vor drei Monaten eine Nichtspielerin und in den letzten zwei Jahren insgesamt drei Nichtspieler "missioniert" ...

> Cool, daraus kann man ja einen Wettbewerb und Indikator
> machen: wer von den Forumsteilnehmer missioniert die meisten
> Mitspieler!

... und werde damit den Wettbewerb sicherlich nicht gewinnen. :-(

Erheiterte Grüsse

Gerhard

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Uli Schumacher

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon Uli Schumacher » 1. November 2001, 20:51

Hi, Hanna,
Ich habe einige Argumente gesammelt, die allerdings (teilweise) mehr Einsatz finden, wenn ich irgendwelche 'wichtigen' Leute vom Sinn einer Spieleveranstaltung überzeugen wollte, Politiker, Schuldirektoren, Zeitungsleute, die darüber berichten sollten...
Manche sind also mehr 'politische' als 'persönliche' Argumente, aber vielleicht ist in einer einmal ausgebrochenen Diskussion das eine oder andere trotsdem brauchbar. Sie sind sicher nicht der Ansatz, um Leuten Spaß am Spielen zu vermitteln, aber vielleicht um negative Barrieren abzubauen:


Fördert den Familienzusammenhalt gerade da, wo die sonstigen Interessen auseinanderdriften (pubertierende Kinder, gestresste Eltern, kränkelnde Großeltern...)

Bietet die Möglichkeit, internationale Freundschaften zu pflegen, auch wenn die sprachliche Verständigung etwas beschränkt ist (ok, nicht gerade Verhandlungsspiele)

Ist eine Möglichkeit, gesellige Pflichtveranstaltungen (Chefeinladungen o.ä.) ohne die erwarteten nervigen Diskussionen über die Probleme der Firma zu gestalten (beliebig übertragbar auf familiäre Veranstaltungen mit Diskussionen über den angegriffenen Gesundheitszustand, Nachbarschaftsveranstaltungen mit Diskussionen über Geldmangel und laute Mitnachbarn und dergleichen mehr)

Ist uraltes Kulturgut + modernste Kunst enthalten

Ist eng mit der gesamten Menschheitsgeschichte verbunden (ich kann Dir auch passende uralte Zitate liefern)

Schult das Vermögen, Konflikte verbal zu lösen.

Trainiert die Fähigkeit, eigene Fehler, selbst- oder fremdverschuldete Mißerfolge nicht so schwer zu nehmen.

Schult alle möglichen Gehirnzellen, je nach Spielart, das weist Du alles selber.

Gibt Leuten, die schwer abschalten können, weil sie nach Feierabend ihre Gedanken doch um dienstliche Probleme kreiseln lassen, eine Möglichkeit, sich wirksam abzulenken. Da man sich gewissermaßen in eine ander Welt begibt, fällt es leichter, abzuschalten (oder besser UMzuschalten), als zum Beispiel beim Musikhören (klar, da denkt man weiter) oder Fernsehen (da denkt man 'garnicht' und macht demzufolge hinterher dort weiter, wo man aufgehört hat)

Bietet die Möglichkeit, das Weihnachtsgeschenkproblem zu vereinfachen.

Mehr fällt mir im Moment nicht ein, aber vielleicht ist ja was für Dich dabei

Uli (braucht KEINERLEI Argumente, um zum Spielen überredet zu werden)

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Arno C. Hofer
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Beiträge: 421

Re:[OT]Zitate

Beitragvon Arno C. Hofer » 1. November 2001, 22:30

Hi Uli,

kannst Du mir bitte Deine "uralten Zitate" über meine Mailadresse zukommen lassen. Danke. Ich schick' Dir dafür mein "Perpetuum mobile", das in jeder Stimmung passt:
[b]Jeden Tag das ewig alte täglich neue Spiel:
ein neuer Tag nimmt - spannend - seinen Lauf
und auch die Nacht bringt wundersame Träume.
Jeden Tag das ewig alte täglich neue Spiel:
....[/b] [i]Arno C. Hofer, 2001[/i]

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HBS

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon HBS » 1. November 2001, 23:59

Uli Schumacher schrieb:
>
> Hi, Hanna,
> Ich habe einige Argumente gesammelt, die allerdings
> (teilweise) mehr Einsatz finden, wenn ich irgendwelche
> 'wichtigen' Leute vom Sinn einer Spieleveranstaltung
> überzeugen wollte, Politiker, Schuldirektoren, Zeitungsleute,
> die darüber berichten sollten...
> Manche sind also mehr 'politische' als 'persönliche'
> Argumente, aber vielleicht ist in einer einmal ausgebrochenen
> Diskussion das eine oder andere trotsdem brauchbar.

Vielen Dank!

Sowas hatte ich viel mehr erwartet, muß ich zugeben. Das sollte mir doch etwas weiterhelfen, falls mal wieder so eine Diskussion ausbricht. Aber vielleicht kann ich das ja nach den ganzen Tips, die ich hier schon bekommen habe, gänzlich vermeiden :-) , hätte ich auch nichts gegen... Trotzdem, wenn wieder jemand an einem Spieleabend lieber drüber diskutieren will, als zu spielen, bin ich gewappnet!


> Sie sind
> sicher nicht der Ansatz, um Leuten Spaß am Spielen zu
> vermitteln, aber vielleicht um negative Barrieren abzubauen:

und wenn sie erstmal spielen, kommt hoffentlich der Spaß von alleine...

Dank und Gruß,
Hanna
(nach den vielen Rückmeldungen hier deutlich optimistischer vor'm nächsten spielen mit "Nichtspielern")

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Jost Schwider

Re: Cool: Missionierungsindex

Beitragvon Jost Schwider » 2. November 2001, 14:02

> erfolgreichen Missionierungsmethoden der katholischen Kirche

gibt die Anwendung derselben dann Straf- oder Bonuspunkte auf dem Index? ;-)
Schließlich sollte man alle Regeln schon vorher kennen...

Jost aus Soest (hat im RL seine Missionars-Tätigkeit ziemlich eingestellt)

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Jost Schwider

Re: Argumente (für?/gegen?) bei(!) Nichtspielern

Beitragvon Jost Schwider » 2. November 2001, 14:23

> nach den vielen Rückmeldungen hier deutlich
> optimistischer vor'm nächsten spielen mit "Nichtspielern")

Bedenke dies:
[i]Auch "Nichtspieler" sind Menschen!
- Zumindest einige davon![/i] ;-)

Jost aus Soest (ist kein Nichtspieler - und das ist gut so!)


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