Anzeige

Verriß von "Kupferkessel Co" in der SB 1/02

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Marten Holst

Kritiker kennen

Beitragvon Marten Holst » 1. März 2002, 14:23

Moinle,

> Als langjährige Leserin der SB weiss ich inzwischen auch in
> etwa, welcher Kritiker einen ähnlichen Spiel-Geschmack wie
> ich hat ;-)

Und da liegt der Hase im Pfeffer: wenn meine sehr gute Freundin Gesa mir einen Kinofilm mit noch so glühenden Worten anempfiehlt, dann interessiert mich das nicht besonders, weil ich weiß, dass unsere Filmgeschmäcker differieren. Anders sieht es bei meinem Vater aus - Klamotten, die er mag, gefallen mir auch.

So ist es halt bei allen Kritiken: sie geben subjektive Meinungen wider, und selbst ein Reich-Ranicky und ein Karassek streiten sich gerne mal völlig umgekehrt. Ich muss nur irgendwann herausbekommen, ob ich eher dem Marcel oder dem Hellmuth folgen möchte.

Ebenso hier. Auch Kritiken von Leuten, die andere Geschmäcker haben als ich, können mir helfen, wenn ich denn von der Note absehe (daher finde ich es in der spielbox auch angenehm, dass viele Noten dastehen, denn eine einzelne wäre sehr subjektiv). Wenn ein Dr.Trocken von einer "angenehmen strategischen Komponente" schreibt, dann weiß ich, dass es ein knallharter Hirnzwirbler ist und ich keine Lust zu diesem Spiel haben werde, wenn andere die "geradlinige" Struktur erwähnen, kann das durchaus heißen, dass man keine Entscheidungsschwierigkeiten hat, weil man gar keine Entscheidungen treffen kann...

Ansonsten will ich noch Christian weiter unten Recht geben: hin und wieder ein Verriß tut not. Man lese nur mal die McDagobert's-Kinonews, in der jeder Film über den Klee gelobt wird - ein absolut überflüssiges Blatt. Aber die spielbox ist noch nicht so weit, wie die Herren Faidutti und Colovini sicherlich bestätigen werden. Aber dass Artikel zu Spielen, die man lieber mag, leichter von der Hand gehen, und man sich wohl von Anfang an auch mehr um solche Spiele "bewerben" wird, das wird doch wohl oft dazu führen, dass Kritiken eher positiv ausfallen. Der negative Teil bekommt halt nicht einmal die Schützenhilfe durch die "Antiwerbung".

Tschüß
Marten (der auch lieber Spiele spielt, denen er gute Kritiken geben würde)

Benutzeravatar
Helmut Lehr

Re:gespaltene Persönlichkeit

Beitragvon Helmut Lehr » 1. März 2002, 14:42

Bettina schrieb:
>
> > > Dieser Artikel ist m.E. glänzend geschrieben, absolut nicht
> > langweilig, nur: Ich bin anderer Meinung als Michael.
>
> Hallo Helmut,
>
> nichts anderes habe ich geschrieben :-?

Ich wollte Dir, liebe Bettina, auch nicht widersprechen, sondern Dir mit meiner Stellungnahme recht geben!
MfG
Helmut

Benutzeravatar
Bettina

Re:Oops

Beitragvon Bettina » 1. März 2002, 14:46

Helmut Lehr schrieb:
>
> Bettina schrieb:
> >
> > > > Dieser Artikel ist m.E. glänzend geschrieben, absolut
> nicht
> > > langweilig, nur: Ich bin anderer Meinung als Michael.
> >
> > Hallo Helmut,
> >
> > nichts anderes habe ich geschrieben :-?
>
> Ich wollte Dir, liebe Bettina, auch nicht widersprechen,
> sondern Dir mit meiner Stellungnahme recht geben!
> MfG
> Helmut

Huch :oops:
Da habe ich wohl Mist verstanden :oops:

Alles klar :-))
Und schönes Wochenende
wünscht
Bettina

Benutzeravatar
Jost Schwider

RE: Verrisse sind notwendig!!

Beitragvon Jost Schwider » 1. März 2002, 14:58

"christian" hat am 01.03.2002 geschrieben:

> leider gibts viel zu wenig Verrisse in der Spielbox!

Grundsätzlich kann ich mich der Idee anschließen.

Ich würde sogar sagen, dass man (als "Vielspieler") aus negativen Kritiken mehr rausholen kann, als aus positiven.

Denn: Meinen Spiele-Geschmack kenne nur ich selbst (Thema, Komplexität, etc. pp.). Aber wenn es irgendwo Probleme mit einem Spiel gibt (welches mir "auf dem Papier" eigentlich gefallen müßte), dann werde ich sofort hellhörig, und kann ggf. meine Meinung bilden.

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "joost aus soost")

Benutzeravatar
Thomas Rosanski

RE: Kritiker kennen

Beitragvon Thomas Rosanski » 1. März 2002, 15:19

"Marten Holst" hat am 01.03.2002 geschrieben:
> Moinle,
>
> So ist es halt bei allen Kritiken: sie geben subjektive
> Meinungen wider,
>
> Ansonsten will ich noch Christian weiter unten Recht geben:
> hin und wieder ein Verriß tut not.

Mir ist klar, dass Kritiken nur subjektiv sein können. Gleichwohl finde ich, dass ein Verriß (ebenso wie eine "summa cum laude"-Logpreissung) sich nicht am persönlichen Geschmack des Kritikers festmachen lassen sollte. Natürlich soll ein Kritiker sagen, was ihm persönlich an dem Spiel nicht gefällt, aber ich erwarte zumindest, dass er sich soweit mit dem Spiel befasst, dass er sieht, ob das ein generelles Problem des Spiels ist oder das Spiel einfach andere Zielgruppen anspricht. Beim Buchversender amazon.de gibt es zu jedem Buch eine Liste mit Büchern, die die Käufer dieses Buches auch häufig gekauft haben. Und Michael Fuchs hat das auf startspieler.de aufgegriffen. Sowas wie eine Angabe, für welche Zielgruppe der Kritiker das Spiel wie gut geeignet findet. (ganz allgemeines Beispiel: "Siedler-Fans kann man dieses stark glücksabhängige Aktienhandelsspiel wärmstens empfehlen, Spieler die jedoch eine strategische Herausforderung erwarten, erschliesst sich die Handelsphase mangels ausgeglichener Kartenwerte jedoch nicht."). Und weil es verschiedene Zielgruppen/Spielertypen gibt, kann ich gut damit leben, dass es nur wenige echte Verriß-Kritiken gibt.

Dass ich zu der diesen Thread auslösenden Kritik nichts gesagt habe, liegt unter anderem daran, dass ich es in der aktuellen spielbox erst bis Seite 3 geschaft habe.

Fröhlichen Gruß,

Thomas.
--
[iDie Rückkehr der Smilies[/i]
heute abend - 20:15 in diesem Forum

Benutzeravatar
Bettina

RE: Kritiker kennen

Beitragvon Bettina » 1. März 2002, 15:30

Thomas Rosanski schrieb:
> [iDie Rückkehr der Smilies[/i]
> heute abend - 20:15 in diesem Forum

Was´n Glück!
Vermisse sie schwer und freue mich auf ihre Rückkehr.

Gruss
Bettina (wollte Smilies setzen aber.......)

Benutzeravatar
Gustav der Bär

Re: Verriß von "Kupferkessel Co" in der SB 1/02

Beitragvon Gustav der Bär » 2. März 2002, 08:58

SteffenP schrieb:
> Ich lese die Kritiken von M.Knopf nicht mehr - und wenn die Spielbox solche
> lausigen Kritiken weiter kommentarlos druckt, irgendwann sie auch nicht mehr.

Gehst du auch nicht mehr in Kinos, in denen Filme eines Regisseurs gelaufen sind, der mal einen Film gedreht hat, der dir nicht gefallen hat?

Liest du auch keine Bücher mehr aus Verlagen, in denen mal jemand ein Buch veröffentlicht hat, das eine andere Weltanschauung vertrat als du?

Ein bisschen schwer könnte es dann ja im Laufe der Zeit schon werden, überhaupt noch irgendwelche Informationen zu bekommen, wenn man sich gegen jede Quelle, aus der mal eine ungeliebte Information kam, abschottet.

Nur so als Tipp: Hab´ doch einfach genug Vertrauen in deinen eigenen Geschmack, lieber Steffen, um die Existenz anderer Geschmäcker daneben tolerieren zu können!

Auf Xuntheit!
Gustav der Bär
(Peter Gustav Bartschat)

Benutzeravatar
SteffenP

Re: Verriß von "Kupferkessel Co" in der SB 1/02

Beitragvon SteffenP » 2. März 2002, 09:37

Lieber Gustav,

danke für Deine Tipps zu meiner Weltanschauung. Zugegeben, mein Beitrag ist - im ersten Ärger - schon ziemlich polemisch geraten. Dass die Provokation vielleicht trotzdem nützlich war, zeigt ja die Vielzahl an eingegangenen Reaktionen.

Es geht mir nicht darum, dass ich keine Artikel ertragen kann, die meiner Meinung widersprechen. Wie viele Schreiber hier im Forum finde ich Verrisse in der SB notwendig. Auch ich lese sie oft mit Vergnügen, selbst wenn ich persönlich die Spiele gut finde. In Abgrenzung oder Zustimmung zu einem Artikel läßt sich trefflich eine eigene Meinung bilden.

Nein, worum es mir mit meinem Beitrag ging, war folgendes: die SB verspricht (im Editorial des neuen Heftes, Zitat): "Fairness gegenüber den betroffenen Autoren und Verlagen". Dann wird aber ein Spiel in die Mangel genommen, das - das wird ja deutlich - nur ein Zufallsopfer ist. Genausogut hätte jedes andere mittelmäßige Spiel in diesem Artikel besprochen werden können. Und leider hat - auch das zeigt ja die Diskussion im Forum - das unmittelbare Auswirkungen auf das Kaufverhalten. Ein solcher Artikel kann Leser von einem eigentlich guten Spiel fernhalten.

Hätte M.Knopf einen SB-Artikel geschrieben über das Thema: "Warum gibt es so viele mittelmäßige Spiele?", oder: "Wo bleiben die wirklichen Neuerungen?" oder so ähnlich - ich hätte ihn mit Interesse und wahrscheinlich auch mit Vergnügen gelesen. Wenn aber ein bestimmtes Spiel, mehr oder weniger zufällig, herausgegriffen wird, um ein Exempel zu statuieren, finde ich das journalistisch nicht seriös. Und das, wirklich nur das, ist meine Kritik an der Spielbox - nicht, dass sie Kritiken veröffentlicht, die meiner Meinung widersprechen.

Benutzeravatar
Matthias Esken

RE: Verriß von "Kupferkessel Co" in der SB 1/02

Beitragvon Matthias Esken » 4. März 2002, 08:49

"SteffenP" hat am 28.02.2002 geschrieben:

> Als ein Freund des kleinen, feinen Zweierspielchens
> "Kupferkessel Co" war ich doch einigermaßen verwundert über
> den Verriß durch M.Knopf in der neuesten SB.

Als jemand, der das Spiel nicht mag, habe ich hingegen mich weniger gewundert.

> Auf solche polemisschen, unsachlichen Kritiken in einem
> Warum-muss-ich-wichtiger-und-witziger-Spielekritiker-eine-solch-mittelmäßige-Memoryneuheit-testen-Stil
> kann ich verzichten. Ich lese die Kritiken von M.Knopf
> nicht mehr - und wenn die Spielbox solche lausigen Kritiken
> weiter kommentarlos druckt, irgendwann sie auch nicht mehr.

Wenn du nur Kritiken haben möchtest, die deiner eigenen Meinung entsprechen, dann schreib' deine eigene Zeitschrift. Ich bin auch nicht mit allen Kritiken der Spielbox einverstanden, aber ich bin durchaus in der Lage, aus den Kritiken die Punkte herauszufiltern, die ich anders bewerte. Als polemisch habe ich den Artikel definitiv nicht angesehen - eher schon deine Interpretation der Besprechung.

Gruß,
Matthias

Benutzeravatar
Chregi Hansen

Re: Verriß von "Kupferkessel Co" in der SB 1/02

Beitragvon Chregi Hansen » 4. März 2002, 17:26

als einer, der kupferkessel nicht kennt, sondern den artikel gelesen hat, erlaube ich mir trotzdem eine bemerkung. vom sprachlichen her gesehen ist knopf einer der lichtblicke unter den sb-autoren. seine beiträge sind immer ein genuss, auch wenn ich mit seinen ansichten zu den spielen nicht immer einverstanden bin.
und dann noch etwas:

SteffenP schrieb:
>
> Nein, worum es mir mit meinem Beitrag ging, war folgendes:
> die SB verspricht (im Editorial des neuen Heftes, Zitat):
> "Fairness gegenüber den betroffenen Autoren und Verlagen".

wenn schon zitieren, dann bitte ganz. im editorial war zu lesen: "Die spielbox ist weder Spielekatalog noch Sammlung von Gutachten. Wer eine komplett nacherzählte Regelerklärung erwartet, könnte in Zukunft enttäuscht werden. Kern einer Rezension ist die Kritik, ihre wichtigste Qualität die Nachvollziehbarkeit des Urteils - nicht zuletzt aus Fairness gegenüber den betroffenen Autoren und Verlagen, aber vor allem als Dienstleistung für die Leser. Eine Beschreibung der Regeln muss sich diesem Ziel unterordnen, die Punkte beleuchten, die herausragen aus der Masse in positiver Hinsicht wie auch in negativer Hinsicht."

kern der rezension ist also die kritik, und die muss nachvollziehbar sein. ich denke, da kann man m. knopf nichts vorwerfen, denn er hat ausreichend begründet, warum er das spiel nicht mag. er hat aber gleichzeitig die grundelemente des spieles beschreiben, so dass ein leser durchaus ableiten kann, ob ihm vielleicht das spiel doch gefällt. die gesamtwertung ist aber natürlich persönlich, daher steht ja auch den name des autors da.

> Wenn aber ein bestimmtes Spiel, mehr oder weniger
> zufällig, herausgegriffen wird, um ein Exempel zu statuieren,
> finde ich das journalistisch nicht seriös.

nun ja, das ist eine behauptung, die du schwer beweisen können wirst. aber dieser vorwurf erreicht uns journis (ja, ich gehöre auch dazu, darf aber leider nie über spiel schreiben :-( ) sehr oft, wenn wir uns erlauben, mal etwas negatives zu schreiben.


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 62 Gäste