Moinle,
> Als langjährige Leserin der SB weiss ich inzwischen auch in
> etwa, welcher Kritiker einen ähnlichen Spiel-Geschmack wie
> ich hat ;-)
Und da liegt der Hase im Pfeffer: wenn meine sehr gute Freundin Gesa mir einen Kinofilm mit noch so glühenden Worten anempfiehlt, dann interessiert mich das nicht besonders, weil ich weiß, dass unsere Filmgeschmäcker differieren. Anders sieht es bei meinem Vater aus - Klamotten, die er mag, gefallen mir auch.
So ist es halt bei allen Kritiken: sie geben subjektive Meinungen wider, und selbst ein Reich-Ranicky und ein Karassek streiten sich gerne mal völlig umgekehrt. Ich muss nur irgendwann herausbekommen, ob ich eher dem Marcel oder dem Hellmuth folgen möchte.
Ebenso hier. Auch Kritiken von Leuten, die andere Geschmäcker haben als ich, können mir helfen, wenn ich denn von der Note absehe (daher finde ich es in der spielbox auch angenehm, dass viele Noten dastehen, denn eine einzelne wäre sehr subjektiv). Wenn ein Dr.Trocken von einer "angenehmen strategischen Komponente" schreibt, dann weiß ich, dass es ein knallharter Hirnzwirbler ist und ich keine Lust zu diesem Spiel haben werde, wenn andere die "geradlinige" Struktur erwähnen, kann das durchaus heißen, dass man keine Entscheidungsschwierigkeiten hat, weil man gar keine Entscheidungen treffen kann...
Ansonsten will ich noch Christian weiter unten Recht geben: hin und wieder ein Verriß tut not. Man lese nur mal die McDagobert's-Kinonews, in der jeder Film über den Klee gelobt wird - ein absolut überflüssiges Blatt. Aber die spielbox ist noch nicht so weit, wie die Herren Faidutti und Colovini sicherlich bestätigen werden. Aber dass Artikel zu Spielen, die man lieber mag, leichter von der Hand gehen, und man sich wohl von Anfang an auch mehr um solche Spiele "bewerben" wird, das wird doch wohl oft dazu führen, dass Kritiken eher positiv ausfallen. Der negative Teil bekommt halt nicht einmal die Schützenhilfe durch die "Antiwerbung".
Tschüß
Marten (der auch lieber Spiele spielt, denen er gute Kritiken geben würde)