Beitragvon Roman Pelek » 28. November 2002, 03:33
Moin Ferdi,
ferdi schrieb:
> wenn ich etwas hasse (sorry, ist nicht persönlich gemeint,
> ich kenne dich ja auch gar nicht) ist es dieses Gemäkel über
> "Unfairness" und "Unausgeglichenheit".
Na und? Andere empfinden das vielleicht auch anders. Hast Du ein Problem mit verschiedenen Geschmäckern oder (Spiel-)Erfahrungen?
> Spiel ist Spiel, lass dir mal das Wort auf der Zunge
> zergehen, "ausgeglichen" wäre es, wenn Du mit drei oder vier
> deiner Klons am Tisch sitzen würdest, wie langweilig ...!
Das ist in meinen Augen eine arge, bewusst irreführende Vereinfachung des Sachverhalts. Ein Spiel als "unfair" zu empfinden heißt ja nicht, dass ein "faires"/"ausgeglichenes" Spiel notwenigerweise "Klone" erfordert.
> Wer nicht verlieren kann, sollte nicht spielen, oder sich auf
> Denksport wie Schach oder Go beschränken - nein, lieber
Huldigen wir nun nicht etwas übereifrig der Polemik?
> nicht, denn das ist nicht "ausgeglichen", denn einer ist
> vielleicht schlau und der andere doof, das wäre doch unfair ...
Das Leben ist nicht fair, aber mitunter schön, wie schon Lou Reed zu sagen pflegte. Spiele ebenso. Das muss doch niemanden davon abhalten, seine persönlichen Empfindungen zu einem Spiel zu äußern, oder? Wenn jemand ein Spiel unfair findet, dann ist das so. Wenn jemand ein Spiel oder eine Regel beschissen findet, dann ist das so. Man mag dazu anders stehen, aber dann kann man das ja wohl auch sachlich äußern, oder, Ferdi?
> Nimm's leicht, nimm's spielerisch, oder laß es sein
> Ferdi
Das habe ich besonders gerne, wenn gewisse Personen anderen implizit den Mund verbieten oder die eigene Meinung aufdrängen möchten. Hast Du das wirklich nötig, Ferdi?
> Unfair ist es, wenn jemand sich (unberechtigterweise)
> benachteiligt fühlt oder die "beleidigte Lebwerwurst" spielt,
> weil er verliert, und damit den anderen den Spielspaß verdirbt.
Unfair ist es für mich vielmehr, wenn sich gewisse Regelschreiber (unberechtigterweise) benachteiligt fühlen oder die "beleidigte Leberwurst" spielen, weil das Spiel respektive die deutsche Regel oder notfalls auch Kritik, die sie dazu geschrieben haben, nicht euphorisch aufgenommen wird. Das hat so ein wenig das Flair verletzter Eitelkeit, zumal Du ja auch darauf pochst, die besten Spielregeln von allen zu schreiben und nebenbei ganz unaufällig die Spiele, zu denen Du regeltechnisch zu Gange warst, in den Himmel zu loben. Ein Martin Wallace oder ein Glenn Drover werden es Dir danken, auch wenn sie nie die Regellücken zu Gesicht bekommt, die Du fabrizierst.
Kurzum: es ist in Ordnung, wenn Du Dein übersteigertes Selbstwertgefühl innerhalb der Szene präsentierst, mit gleichwertigen Partnern. Als Sauerei empfinde ich es allerdings, wenn Du Deine Profilneurosen auf unbedarfte Personen ausweitest. Markus hat mehr als Recht, seine eigene Meinung zu äußern. Und wenn Du es diesbezüglich mit der Meinungsfreiheit anders hältst als ich, können wir uns gerne auch in der Öffentlichkeit darüber streiten.
Ciao,
Roman