Beitragvon Roman Pelek » 2. Dezember 2002, 15:04
Hi Jost,
Jost Schwider schrieb:
> Dazu ein paar Fragen / Anregungen zur Diskussion:
> 1. Warum macht jemand sowas?
Hm, Lieblingsspiele pushen und um das zu unterstreichen: den Rest abwerten. Kommt immer wieder mal vor, mal spielspezifisch, manchmal auch verlagsspezifisch. Bei einer Rangliste von einem Spieletreff/-wochenende kann natürlich das Phänomen hinzukommen, dass eine ganze Runde ein (ihnen bislang unbekanntes, sonst könnten sie das Erlebnis ja subjektiv abweichend einordnen) Spiel entweder sehr gut oder eben sehr schlecht bewertet, warum auch immer: vielleicht einfach dumm gelaufen, vielleicht eine übersehene, entscheidende Regel. Und dann hat man halt gleich 3,4,5 einheitlich gute oder einheitlich schlechte Noten, die das Ergebnis deutlich mitbeeinflussen können, ohne dass man hier von Manipulation sprechen könnte.
> 2. Wie kann man dies unterbinden?
Bei Spieletreff-Listen aus oben genannten Gründen m. E. kaum. Bei Listen, die auf der Abstimmung vieler verschiedener Leute aus verschiedenen Spielerunden basieren, mittelt sich sowas eher weg - meist stimmen da auch nicht alle Leute einer Runde geschlossen ab. Und wenn so etwas vorkommt bzw. bewusst gepusht oder niedergemacht werden soll, fällt das durch grobe Abweichung vom Mittel auch auf, dann kann man nachfragen/mit Bemerkung versehen oder im schlimmsten Fall das als absichtlichen Manipulationsversuch streichen.
> 3. Gibt es überhaupt "gerechte" Ranglisten?
Ich denke nicht. Ranglisten sind in meinen Augen dafür interessant, dass man sich mal anschaut, welche Spiele es vielleicht noch wert sind, einmal begutachtet zu werden. Um einzelne Plätze mit geringen Notendifferenzen zueinander zu diskutieren macht da wenig Sinn - und der eigene Geschmack spielt ja auch immer eine gewichtige Rolle. Mitunter sind solche Listen auch ein bissl Feedback für Autoren/Verlage, wie ein Spiel so grob - in Spielerkreisen wohlgemerkt - ankommt.
Ranglisten sind also vermutlich nicht "gerecht", aber evtl. mehr oder weniger repräsentativ. Wirklich repräsentative ohne größere Verzerrungen sind aber sehr schwer zu realisieren, da man dazu schlichtweg viele Teilnehmer aus vielen verschiedenen Kreisen und Interessengruppen braucht und zudem noch kontrollieren muss, dass nicht im größeren Stil manipuliert wird.
Nun ja, ich denke, man sollte jedenfalls diese Punkte immer im Hinterkopf behalten, wenn man sich eine Rangliste ansieht und das für sich einordnen. Ich denke, damit fährt man ganz gut und kann für sich Schlüsse daraus ziehen. Dann machen Ranglisten in meinen Augen Sinn. Aber: abnehmen kann einem diese Arbeit wohl niemand ;-)
Ciao,
Roman