Beitragvon peer » 3. März 2003, 18:09
Hi,
Dieter Niehoff schrieb:
>
> Ralf Arnemann schrieb:
>
> > Brunnhofer wehrt sich zu Recht gegen diesen Verriss: Die
> > Verkaufszahlen belegen, daß die Leute eine Erweiterung
> wollen.
>
> Das mag sein. Ist aber kein Argumente für die spielerische
> Klasse eines Spiels. Außer, man argumentiert: Wenn die Leute
> das bekommen, was sie wollen, dann muß es auch was Gutes
> gewesen sein.
Bei Spielen würde ich dem sogar zustimmen. Der Sinn eines Spieles ist unterhalten zu wollen und wenn sich viele Spieler unterhalten fühlen, hat dieses Spiel den Zweck erfüllt. Wenn jetzt das Beispiel Monopoly kommt: Es hat viele Spieler unterhalten, aber auch viele abgeschreckt und im Vergleich mit anderen Spielen unterhält es (ja, das ist jett subjektiv) wohl nicht so gut, wie andere.
Wie sonst kann man einen Spielwert messen? Ist Trans-America ein schlechteres Spiel als Europa Universals, weil es weniger tiefschürfend ist (Knopf wirft diesem eine Seite später just dies vor)?
Knopf schreibt: Als Kritiker mit Erfahrung kann ich wohl allgemeiner urteilen. Aha. Aber wie tut er dass? Was ist die Aussage seines Urteils? Doch wohl ob ein Spiel gut ist und gut bedeutet wohl, dass es den meisten Leuten Spass macht oder hab ich da was falsch verstanden? Aber er verneint dass es wichtig wäre, was die "Leute" wollen. Das ist ein klarer Wiederspruch, den er in der Diskussion auch nicht auflösen kann.
> > Knopf hält dem entgegen, daß ein Kritiker nicht vom
> > Massenzuspruch abhängig sei. Aber das ist ja gar nicht der
> > Knackpunkt. Denn er kann ja nun nicht behaupten, daß
> > Carcasonne mit Erweiterung ein schlechtes Spiel wäre (oder
> > ein schlechteres als Carcasonne solo).
>
> Warum sollte er das nicht behaupten können? Es gibt auch im
> Spielervolk Menschen, die CARCASSONNE für eher belanglos und
> flach halten.
Knopf schreibt selbst, dass die Erweiterung das Spiel nicht schlechter macht.
> > Inzwischen haben die Spielbox-Kritiker gelernt, mit dem
> > Problem "Erweiterungen" souverän umzugehen.
> > Beim neuen "grünen" Carcasonne wurden die verdient guten
> > Noten vergeben - mit der Zusatzbemerkung, daß das Spielsystem
> > weitgehend dem der alten Version entspricht.
>
> Das gleiche Spiele "in grün" wird noch einmal wohlwollend
> bewertet. Nun ja. Wie demnächst wohl das braune oder die
> Ausgabe in Lila abschneiden wird?
Hier wieder: Erweiterungen und "Nachfolger". Nach Essen gabs ne Diskussion ums Grüne und eine Mehrheit schrieb, dass es sich ausreichend absetzt, um als eigenständiges Spiel zu gelten. Und tatsächlich: Einige meiner Freunde, die keine Spieler sind, aber gelegentlich aml spielen mögen die Carci 2, weil sie Abwecshlung wollen, aber keine neuen Regeln lernen wollen. Und Craci 2 macht das Unmögliche möglcih. Wie Bernd sagte: "Das versteht man in der Szene nicht". Aber für die ist da Spiel auch nicht...
>
> Nein, aber im Ernst. Völlig O.K. ist es, wenn ein Spiel ein
> anderes Spiel eben "erweitert" (siehe einige Siedler-Erw.),
> oder wenn bei einem Frage-und-Antwort-Spiel neues Futter für
> die gleiche Runde benötigt wird, weil man alte Fragen bereits
> auswendig kennt (siehe ANNO DOMINI).
Guck, darum ging es primär in dem Streitgespräch (Carci Erweiterung) und das ist die Position, die Bernd vertritt...
>
> Ein nochmaliger Aufguß eines alten Spiels ist auch
> willkommen, wenn das alte Spiel nicht mehr auf dem Markt ist
> und diese Neuauflage trotzdem Interesse weckt.
>
> Aber Leute, die ein blaues Spiel schon haben, einzureden, Sie
> wurden auch noch ein grünes Spiel benötigen um glücklich zu
> bleiben?!? Bei so einem Unterfangen geht es nur um die
> schnelle Mark. Das ist einem Verkäufer natürlich recht - und
> darf ihm auch zugestanden werden. Aber einen Kritiker, der so
> etwas auch noch prima und löblich finden würde, den kann man
> doch nicht mehr Ernst nehmen, oder?
S.O. Ein Kritiker sollte darstellen, dass das Spiel gut ist, aber dem Urspiel sehr ähnlich ist. Er sollte nicht über Verlage urteilen. Bin übrigens froh, dass es den Verlagen (auch) um die schnelle Mark geht, dann gehen die nämlich nicht pleite. Und können z.B. neue Knizia-Ägyptenspiele produzieren.
ciao
Peer