Anzeige

Tongiaki - Gibt es ein Problem mit weniger als 4 Spieler?

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
Benutzeravatar
Ralf R

Tongiaki - Gibt es ein Problem mit weniger als 4 Spieler?

Beitragvon Ralf R » 20. Februar 2004, 06:13

Hallo,

habe gestern mein "Tongiaki" von Adam spielt bekommen. Das Material sah einfach zu ansprechend aus, der Spielablauf schien interessant und besonders die Angabe von 2 bis 6 Spieler hat mich aufhorchen lassen. Endlich mal wieder ein Spiel, dass sich genauso gut zu zweit wie auch in voller 6er Besetzung spielen lässt?

Nach dem ersten Regelstudium stellt sich aber eine entscheidene Frage - oder hab ich gar was überlesen oder fehltinterpretiert : Jeder Spieler, ob zu zweit oder zu sechst spielt mit "nur" einer Farbe. An jedem Strand kann nur ein Schiff einer Farbe stehen. Meerespassagen mit Zahlen können nur überquert werden, wenn die Zahl mindestens den Schiffen entspricht.

Jetzt die Frage: Wenn ich aber nur zu zweit spiele, dann sind doch nur zwei Farben im Einsatz und die meisten Meerespassagen (also alle mit 3 oder 4) führen unweigerlich zum Untergang. Hebelt das nicht die Spielbalance in Richtung destruktiv aus den Angeln?

Irgendwas muss ich da ueberlesen haben ... muss noch mal genauer nachlesen oder kann mir jemand direkt auf die Sprünge helfen?

Thx/Bye
Ralf R

Benutzeravatar
Thomas Tillich

Re: Tongiaki - Gibt es ein Problem mit weniger als 4 Spieler?

Beitragvon Thomas Tillich » 20. Februar 2004, 09:06

Du hast richtig gelesen und recht: Zu zweit ist das Spiel in der Tat eher destruktiv, aber das ist z.B. bei Carcassonne zu zweit auch der Fall. Im allgemeinen macht es bei nur einem Gegner irgendwie wenig Sinn, kooperativ zu spielen. :-)

Ich habe schon einige Tongiaki mit verschiedener Mitspielerzahl gespielt und halte 3 oder 4 Spieler für optimal. Zu zweit kann es sehr interessant sein, aber manchmal passiert es, daß sich die 2 Kontrahenten trennen und dann jeder für sich allein spielt, wobei dann der mit mehr Glück beim "Plättchenziehen" gewinnt. Aber vielleicht haben wir da einfach immer beide (bzw. einer) taktisch falsch gespielt. Zu fünft oder sechst wird es zusehends zum Glücksspiel, weil man recht wenig planen und damit beeinflussen kann.

Funktionieren tut es also sehr wohl mit jeder Spielerzahl, aber das Optimum liegt - meiner Meinung nach - irgendwo in der Mitte. Aber das ist doch eigentlich bei fast allen spielen so, oder?

Benutzeravatar
Volker K.
Kennerspieler
Beiträge: 123

Re: Tongiaki - Gibt es ein Problem mit weniger als 4 Spieler?

Beitragvon Volker K. » 20. Februar 2004, 09:12

Hallo Ralf,

dasselbe Problem habe ich auch gesehen. Vermutlich muss man zu zweit und zu dritt mit zwei Farben spielen. Die Regel müsste in diesem Punkt wohl ergänzt werden. Bei drei Spielern könnte man noch überlegen, die Vierer-Verbindungen zu Dreier-Verbindungen umzufunktionieren.

Gruß
Volker K.

Benutzeravatar
Carsten Wesel

Re: Tongiaki - Gibt es ein Problem mit weniger als 4 Spieler?

Beitragvon Carsten Wesel » 20. Februar 2004, 09:34

Ralf R schrieb:
>
> An jedem Strand kann nur ein Schiff einer Farbe stehen.

Hier hast du falsch gelesen. Die Tongiakianer waren damals schon multi-kulti, so daß an einem [b]Liegeplanz[/b] nur 1 Tongiaki stehen kann. Ein Strand kann sowohl einfarbig, wie auch mehrfarbig sein, wobei die mehrfarbigen eher absaufen, aber das war ja nicht die Frage ;-)

Gruß Carsten (der am Mittwoch Tongiaki mit doppelt so viel Wasserkarten gespielt hat)

Benutzeravatar
Jürgen Valentiner-Br. /Schmidt

Re: Tongiaki - Gibt es ein Problem mit weniger als 4 Spieler?

Beitragvon Jürgen Valentiner-Br. /Schmidt » 20. Februar 2004, 09:49

Hallo Ralf,

vor ein paar Wochen habe ich hier im Forum auf eine ähnliche Anfrage folgendes geantwortet:


"Man braucht bei "Tongiaki" auch zu zweit keine Sonderregeln.

Es sind zwar mehr Seewege unpassierbar, das ist aber auch gut so, denn so steigt die Motivation, zusammen mit dem Mitspieler in See zu stechen.

Gelängen deutlich mehr Seereisen, würde sich ein Spieler tendenziell auf die eine Seite des Spielplans entwickeln und der andere auf die andere - mit zu wenig Spannung. Dadurch, dass die Auswanderung riskanter ist (= öfter scheitert), steigt der Reiz, zusammen neue Inseln zu entdecken.

Zu zweit ergibt sich außerdem - wie Carsten schon andeutete - ein direkteres und taktischeres Spiel, zumal die Möglichkeit des Umsetzens der Schiffe (wenn alle eigenen Schiffe auf dem Plan stehen, darf man ein Schiff von irgendeinem Strand nehmen und zur Vermehrung einsetzen) viel aktiver nutzen kann als bei mehr Spielern. "


Wir werden bei der nächsten Auflage aber wohl einen Satz in die Anleitung aufnehmen, dass beim Spiel zu zweit keinerlei andere Regeln gelten, sondern dass es - mit einer anderen Taktik und Spielatmosphäre - auch im direkten Duell nach den gleichen Grundregeln gespielt wird. (o.ä.).

Spiel Spaß, Jürgen

Benutzeravatar
Volker K.
Kennerspieler
Beiträge: 123

Re: Tongiaki - Gibt es ein Problem mit weniger als 4 Spieler?

Beitragvon Volker K. » 20. Februar 2004, 09:54

Hallo,

er hat außerdem noch übersehen, dass nicht die Zahl der Schiffe, sondern die Zahl der Farben entscheidend ist für die Frage, ob eine Schiffsgruppe untergeht.

Gruß
Volker K.

Benutzeravatar
Axel Bungart

Re: Tongiaki - Gibt es ein Problem mit weniger als 4 Spieler?

Beitragvon Axel Bungart » 20. Februar 2004, 11:01

Thomas Tillich schrieb:
>
> Du hast richtig gelesen und recht: Zu zweit ist das Spiel in
> der Tat eher destruktiv, aber das ist z.B. bei Carcassonne zu
> zweit auch der Fall. Im allgemeinen macht es bei nur einem
> Gegner irgendwie wenig Sinn, kooperativ zu spielen. :-)
>
Bitte???? CC zu zweit "destruktiv"??? Von dem "destruktiven" Element lebt Spiel doch.... (Es sei denn, Du meinst das absichtliche Blockieren)

Gruß
Axel

Benutzeravatar
Axel Bungart

Re: Tongiaki - Gibt es ein Problem mit weniger als 4 Spieler?

Beitragvon Axel Bungart » 20. Februar 2004, 11:08

Hallo Ralf,

von welchem Verlag ist Tongiaki?

Gruß
Axel

Benutzeravatar
Christian Hildenbrand

Re: Tongiaki - Gibt es ein Problem mit weniger als 4 Spieler?

Beitragvon Christian Hildenbrand » 20. Februar 2004, 12:11

Axel Bungart schrieb:
>
> Hallo Ralf,
>
> von welchem Verlag ist Tongiaki?
>
> Gruß
> Axel

[b]SchmidtSpiele[/b]

Christian

Benutzeravatar
Christian Hildenbrand

Re: Tongiaki - Gibt es ein Problem mit weniger als 4 Spieler?

Beitragvon Christian Hildenbrand » 20. Februar 2004, 12:14

Hallo Ralf !

Ich kann Dir nur den Tip geben, es einfach mal auszuprobieren mit nur 2 Spielern. Am besten 2-3 Partien in relativ kurzer Zeit.

Du wirst (wahrscheinlich) feststellen, daß es ein total anderes Spiel werden wird als zu 4t. Königsinseln werden weniger wichtig, Destruktivität (vielleicht sogar Aggressivität gegenüber dem gegner :-) ) nimmt etwas zu.

Das Spiel zu zweit geht relativ schnell. Von dem her sind 2-3 Partien auch nicht komplett abendfüllend. ;-)

Ausgewanderte Grüße, Christian

Benutzeravatar
Thomas Tillich

Re: Tongiaki - Gibt es ein Problem mit weniger als 4 Spieler?

Beitragvon Thomas Tillich » 20. Februar 2004, 12:34

Ja, ich meine das absichtliche Blockieren, und ich finde das sogar gut so. Aber wenn man ein CC zu zweit spielt, verbaut man sicher mehr als wenn man es zu viert spielt.

Zu viert versucht man nämlich eher, gemeinsam mit einem anderen eine Stadt zu schließen, um viele Punkte zu bekommen und die zwei anderen leer ausgehen zu lassen.

Zu zweit verbaue ich dem anderen öfter was, damit er eben keine Punkte bekommt. Würde ich das beim 4er machen, würde das zwar dem einen schaden, den anderen beiden aber nicht. Indirekt schade ich mir damit also selber.

Benutzeravatar
Axel Bungart

Re: Tongiaki - Gibt es ein Problem mit weniger als 4 Spieler?

Beitragvon Axel Bungart » 20. Februar 2004, 13:02

ja, stimmt schon.
Da bin ich jedenfalls froh, dass ich nicht sooo destruktive Mitspieler habe. Ich mag diese Spielweise auch nicht und deshalb kommt es bei uns recht selten vor.

Benutzeravatar
Ralf R

Re: Tongiaki - Gibt es ein Problem mit weniger als 4 Spieler?

Beitragvon Ralf R » 20. Februar 2004, 14:20

Jürgen Valentiner-Br. /Schmidt schrieb:

> "Man braucht bei "Tongiaki" auch zu zweit keine Sonderregeln.

Danke für Deine und alle anderen aufklärenden Antworten. Es las sich in den Regeln etwas seltsam, als da in dem Zusammenhang von "mindestens 3 oder 4 unterschiedlichen Farben" bei der Seefahrt geschrieben wurde und ich bei zwei Spielern nur auf zwei unterschiedliche Farben kam, da ja jeder Spieler nur mit einer Farbe spielen sollte.

Werde das Spiel einfach mal am Wochenende in einer Zweierrunde anspielen - der wohl einfachste Weg neue Spiele spielend zu erfahren! :-)

Thx/Bye
Ralf R

Benutzeravatar
Ralf R

Re: Tongiaki - Fazit

Beitragvon Ralf R » 23. Februar 2004, 12:00

Ralf R schrieb:

[...]

> Werde das Spiel einfach mal am Wochenende in einer
> Zweierrunde anspielen - der wohl einfachste Weg neue Spiele
> spielend zu erfahren! :-)

Fazit : Macht Spass. Am Anfang muss man (wie bei jedem neuen Spiel) erstmal die taktischen Möglichkeiten entdecken, die sich im Spiel zu zweit auftun. Aber spätestens ab dem zweiten Drittel der ersten Partie entwickelt sich das Spielgeschehen sehr knifflig und wegen der Kettenzüge auch manchmal überraschend. Kann ich weiterempfehlen, wobei das Spiel wohl mit 4 Spielern nochmal an Tiefe gewinnt, da dann mehr taktisch auszunutzende Farbkombinationen und erfolgreiche Schiffsreisen möglich sind.

Thx / Bye
Ralf R


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 23 Gäste