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Oase vs. Tongiaki

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Suko

Oase vs. Tongiaki

Beitragvon Suko » 10. März 2004, 15:33

Hallo zusammen!
Bei unserem lokalen Spieleladen sind seit kurzem die Spiele Oase und Tongiaki von Schmidt erhältlich.
Rezensionen (zumindest zu Tongiaki) habe ich schon gelesen und wollte nun mal die Meinung von denen hören die es bereits mehrmals gespielt haben.
Welches ist das Bessere ? Falls man das überhaupt vergleichen kann ...
Lohnt eine Anschaffung oder sind es eher Langweiler?

Gruß

Suko

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Carsten Wesel

Re: Oase vs. Tongiaki

Beitragvon Carsten Wesel » 10. März 2004, 15:54

Wenn ich zwischen beiden entscheiden muß - obwohl die ja nun wirklich nicht viel gemeinsam haben - würde ich mich immer für Tongiaki entscheiden.

Langweiler sind beide nicht - mitspielen würde ich bei jedem der beiden, aber Tongiaki trotzdem eher vorschlagen.

Gruß Carsten (der Tongiaki in eine einsame Oase mitnehmen würde)

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Steffen S.

Re: Oase vs. Tongiaki

Beitragvon Steffen S. » 10. März 2004, 16:02

Hallo Suko,

ich denke, die beiden Spiele sind nur schwerlich zu vergleichen. In unseren Runden waren die Meinungen zu Tongiaki sehr geteilt (von "nie wieder" bis "toll" war alles dabei), zu Oase bekam ich ein recht durchgängig gutes, wenn auch nicht euphorisches Feedback.

Ich denke, es ist nicht unerheblich, zu wievielt man an die Spiele herangeht. Tongiaki spielt sich je nach Spielerzahl extrem unterschiedlich. Zu zweit sehr taktisch (bei teilweise arg "vernageltem" Spielplan), zu sechst ist´s mit ehrlich gesagt zuviel des Guten, hier herrscht totales Chaos. Die beste Balance hat wohl das Spiel zu viert. Bei Oase fand ich die Spielerzahlabhängigkeit weitaus geringer, funtioniert eigentlich mit 3-5 Spielern einigermaßen gleich gut. Hier fand ich sogar das Spiel zu fünft ausgesprochen unterhaltsam, da es auf dem Spielplan viel früher Gerangel gab.

Tongiaki hat m.E. das Problem, dass Spieler isoliert werden können, und damit aus dem Spielgeschehen herausfallen. Können, nicht müssen, aber oft können die Betroffenen gar nichts dafür. Das sorgte gelegentlich bei uns für lange Gesichter, während andere Spieler ihr Schicksal mit Humor nehmen. Das ist wohl dem Frustpotential der Spielegruppe beschieden. Der Glück- oder besser "Schicksalsfaktor" bei Tongiaki ist m.E. höher als bei Oase, zumindest mit 4-5 Spielern. Aber auch Oase ist kein hochstrategisches Spiel, sondern eher ein moderates Taktikspiel für die ganze Familie. Alles gibt irgendwie Punkte, und der Multiplikator und die z.T. verdeckt gehaltenen Errungenschaften (Warenkarten o.ä.) geben dem Spiel ebenso wie die zufällige Kartengebote einen Unberechenbarkeitsfaktor.

Welches würde ich kaufen? Ich habe beide angeschafft, hatte persönlich mit Oase einen Tick mehr Spaß, aber da sgalt nicht für alle Spielrundenteilnehmer. Ich gebe ganz subjetiv zu, dass mir Tongiaki (4 Spieler) zu einflussarm ist. Ich würde gerne die Ausrichtung der Plättchen bestimmen können, und die teils gewaltigen Kettenzüge stellen mir die Spielsituation teils zu schlagartig auf den Kopf. Oase ist da imho ausgewogener, auch wenn das Kartenaufdeckglück schon reinspielt, und das "alles gibt irgendwo Punkte" auch den Vorwurf einer gewissen Beliebigkeit an den Hufen kleben hat. Dafür ist Tongiaki insgesamt noch etwas kurzweiliger und, in Sachen Spielmechanismen, origineller.

Bei mir: Punktsieg für Oase.

Gruß,
Steffen

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Steffen S.

Re: Oase vs. Tongiaki

Beitragvon Steffen S. » 10. März 2004, 16:03

Hall Carsten,

würde das Urteil genauso lauten, wenn Herr Moon und Herr Weißblum, und nicht Herr Rauscher, teil einer ganz gewissen Spielerunde wären ... ;) ;) ;)

Augenzwinkernde Grüße
Steffen

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Wolfgang Ditt

Re: Oase vs. Tongiaki

Beitragvon Wolfgang Ditt » 10. März 2004, 17:16

Hallo Steffen,

ich muss dir bei Tongiaki in einigen Punkten widersprechen:

> Ich denke, es ist nicht unerheblich, zu wievielt man an die
> Spiele herangeht. Tongiaki spielt sich je nach Spielerzahl
> extrem unterschiedlich. Zu zweit sehr taktisch (bei teilweise
> arg "vernageltem" Spielplan), zu sechst ist´s mit ehrlich
> gesagt zuviel des Guten, hier herrscht totales Chaos. Die
> beste Balance hat wohl das Spiel zu viert.

Gerade das ist eine Stärke von Tongikai, weil es eben unterschiedlich ist.

> Tongiaki hat m.E. das Problem, dass Spieler isoliert werden
> können, und damit aus dem Spielgeschehen herausfallen.

Das kommt kaum vor und dazu gehört absolutes Unvermögen bzw. sehr viel Pech. Mit Neustart auf Tonga oder der Neubesiedelung ist das Problem grundsätzlich gelöst. Und ja, man kann nach einer Neubesiedelung gewinnen.

> Können, nicht müssen, aber oft können die Betroffenen gar
> nichts dafür. Das sorgte gelegentlich bei uns für lange
> Gesichter, während andere Spieler ihr Schicksal mit Humor
> nehmen. Das ist wohl dem Frustpotential der Spielegruppe
> beschieden.
Es ist schon ein Stück gemein, aber das gehört zu Tongiaki dazu. Fremde Schiffe sind am besten im Meer aufgehoben.


>Der Glück- oder besser "Schicksalsfaktor" bei
> Tongiaki ist m.E. höher als bei Oase, zumindest mit 4-5
> Spielern.
Oh, ich habe Tongiaki 20 mal in der BSW gespielt und da waren von 2er bis 5er Partien alles dabei. Ich habe 17 gewonnen, von hohem Glücksfaktor ist Tongiaki weit entfernt. Es verlangt viel Aufmerksamkeit und Voraussicht, ist daher sehr taktisch.

> Ich gebe ganz subjetiv zu,
> dass mir Tongiaki (4 Spieler) zu einflussarm ist. Ich würde
> gerne die Ausrichtung der Plättchen bestimmen können, und die
> teils gewaltigen Kettenzüge stellen mir die Spielsituation
> teils zu schlagartig auf den Kopf.
Ein schöner Mechanismus, um aufholen zu können. Nicht alle gegen den ersten, sondern gute Planung wird belohnt. Das ist Konstruktivität bei destruktiven Spielverhalten. Dazu kommt, dass man die Kettenzüge eben nciht zulassen sollte, wenn sie einem Schaden könnten.

Wolfgang

mehr zu Tongiaki in meiner Rezension:
http://www.poeppelkiste.de/frame/frame.htm?/gutespiele/2004/tongiaki/tongiaki.htm

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Steffen S.

Re: Oase vs. Tongiaki

Beitragvon Steffen S. » 10. März 2004, 18:04

Hallo Wolfgang,

dass die Variabilität je nach Spielerzahl eine Stärke von Tongiaki ist, will ich nicht absprechen! Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass es sich je nach Spielerzahl sehr unterschiedlich spielt und damit ggf. dem einen oder anderen Spielernaturell mehr entgegenkommt.

Dass eine Isolation nur auf Unvermögen oder extremes Pech zurückzuführen ist, kann ich aus meinen Spielerunden heraus allerdings nicht bestätigen. Sicher: Pech muss man haben, aber extrem? Dazu war mir der Fall zu häufig, und das ausgerechnet in der Runde, die Tongiaki am häufigsten gespielt hat. Vielleicht sind wir auch einfach zu doof, aber das sei mir erlaubt zu bezweifeln.

Dass man auch mit Neubesiedelung noch gewinnen KANN, mag sein. Gilt m.E: aber nur, wenn diese einigermaßen zeitig erfolgt, und wenn die Runde nicht allzu groß ist. In einer 6er-Partie geht fliegen die Spielplanteile nur so auf den Tisch, da kommt man, sobald die Post einmal abgeht, schlicht nicht mehr oft genug dran.

Darin, dass die Kettenzüge eine schöne IDee sind, die auch zurückliegenden Spieler immer ein Türchen offen hält, ist nicht zu deuteln - ich mag diese Dynamik im Spiel auch sehr. Dennoch hatte ich den Eindruck: Wenn das Nachziehen der Plättchen große Inselgruppen entstehen lässt, entscheiden die Umwälzungen auf diesen nicht selten über den Spielausgang. Und dabei ist meist der im Vorteil, der zuerst oder zuletzt "wälzen" darf. Ob das immer vollauf zu beeinflussen ist, mag ich bezweifeln, da die Inselgruppen sich nicht selten erst innerhalb eines großen (Keten-)Zuges durch Aufdecken von Inseln schließen.

Ich habe mittlerweile sehr viel Feedback bekommen, aus dem ich die Rezi zusammenschneidern darf/kann/muss. Und ich muss sagen: Es kommt aus jeder RIchtung etwas. Manche Runden laufen super, manche total schräg. Ich kann und will das nicht mit Unvermögen der Betroffenen begründen, dazu schätze ich diese Leute viel zu sehr, uns Spielerfahrung bringen alle reichlich mit. Ich denke einfach, das Spiel lässt alle Extreme zu - ob man das nun positiv oder negativ sieht, ist dann dem persönlichen Gusto überlassen.

Gruß,
Steffen

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Helmut Lehr

Re: Oase vs. Tongiaki

Beitragvon Helmut Lehr » 10. März 2004, 18:39

Bei uns war's so, dass nach OASE alle froh waren, dass es vorbei war. Das Thema "Wüste" ist so neu nicht, das Thema "Gebiete in der Wüste erobern" auch nicht.
"Tongiaki" dagegen haben wir gleich noch ein weiteres Mal gespielt. Das fanden wir einhellig gut.
VG
Helmut (der nicht meint, dass es OASE "vs." TONGIAKI heißen sollte!)

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Steffen S.

Re: Oase vs. Tongiaki

Beitragvon Steffen S. » 10. März 2004, 18:49

Wahrscheinlich auch keine echte Hilfe, aber auf Boardgamegeek sieht die Bewertungssituation so aus:

Tongiaki: 7.16 (46 Bew.)
Oase: 7.76 (23 Bew.)

Das hilft dir wahrscheinlich kein Stück weiter :)

Gruß,
Steffen (mag Zahlenspiele)

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Marten Holst

RE: Oase vs. Tongiaki

Beitragvon Marten Holst » 10. März 2004, 23:54

Moin Steffen,

> Ich würde gerne die Ausrichtung der Plättchen
> bestimmen können,

(geht um Tongiaki, klar)

Also, ich hab das jetzt mal probiert:

Seeplättchen möchte man auf gar keinen Fall "ausrichten" können, damit sind einige der Kritikpunkte, die Du bringst, noch extremer ("Die Post geht ab"), und erstaunlicher Weise das Spiel wegen der höheren Geschwindigkeit deutlich eher planbar. "Eigene" Flotten saufen so gut wie gar nicht mehr, gegenerische so gut wie immer ab.

Über Landplättchen kann man streiten, aber der "es gibt kein zurück"-Mechanismus fehlte uns am Ende doch, der schon so öfters vorkommende Effekt des Hin- und Hergehoppels zwischen zwei Inseln (damit übrigens auch die von Dir so befürchteten Kettenzüge mit Umgruppierungen auf wenigen Inseln) wird dabei deutlich verstärkt.

> und die teils gewaltigen Kettenzüge
> stellen mir die Spielsituation teils zu schlagartig auf den
> Kopf.

Wenn Du sagst, sie seien nicht bis ins letzte Detail planbar, dann hast Du recht, aber abschätzen, was wann wo passieren dürfte, kann man sicher, und wer auf der Insel neben einer Königsinsel den Beginn eines Kettenzuges erlaubt, der hat was grandios verhunzt ;-)

Im Gegensatz zu Dir bin ich der Meinung, dass das Spiel zu dritt am ausgewogensten ist, aber mir macht der 2er trotzdem mehr Spaß - und der zu beginn gewaltig scheinende Vorteil des Anziehenden ist doch nicht so groß wie man meinen möchte.

Was für beide Spiele - Tongiaki wie Oase - gilt, ist dass sie zunehmend entfalten, dass Glück zwar spürbar vorhanden ist, aber sich dennoch deutlich "bessere" Spieler herauskristallisieren. Und dass sie beide schön sind.

Ich muss allerdings zugeben, dass ich dieses nicht völlig unbefangen schreibe, also nicht so recht objektiv bin ;-)

Tschüß
Marten


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