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Die Brücken von Shangrila

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Peter Wenzel

Die Brücken von Shangrila

Beitragvon Peter Wenzel » 27. Mai 2004, 14:21

Hallo,
ich habe in den letzten Tagen häufiger ins Forum geschaut und dabei ist mir aufgefallen das Shangrila nicht nur von mir, sondern auch von vielen anderen als Highlight des Spielejahrgangs gesehen wird. Wenn man sich die Rezensionen auf Papier und im Netz anschaut sind diese alle positiv.

Beim Hamburger Fest der Spiele 2003 habe ich auch ein Shangrila Turnier veranstaltet und die Teilnehmer waren alle vom Spiel begeistert, einige haben es sich dann auch gleich gekauft.

Das die Jury nicht alle Spiele auf ihre Listen setzen kann ist schon klar, aber wenigstens einen Platz auf der Empfehlungsliste hätte es auf jeden Fall verdient.

Bin mal gespannt, wie Eure Meinung dazu ist.

Mit spielerischen Grüßen
Peter

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Steffen S.

Re: Die Brücken von Shangrila

Beitragvon Steffen S. » 27. Mai 2004, 14:38

Hallo Peter,

das Problem ist bei jeder Antwort, die ich auf derartige Meinungen gebe, dasselbe: DIe Empfehlungsliste ist im jetztigen Stadium wertlos, und wir wissen nicht, was die im Herbst (m.E. zu spät, hätte sofort erfolgen müssen) nachgelieferte Kategorisierung bringt.
Die Zusammensetzung der Liste lässt vermuten, dass es eine Art "Top 3" oder "Top 5" für jede Kategorie geben wird. Die Brücken von Shangrila fiele wohl unter eine Kategorie der "taktischen Erwachsenenspiele" - oder der "komplexeren Spiel" - egal für welche Bezeichnung die Jury sich entscheiden mag (ich denke du verstehst, was ich meine).
Da hätten wir dann wohl Raja, Attika und Dos Rios drin, je nach Schärfe der Kategorisierung evtl. auch St. Petersburg, San Juan oder Maya (o.ä.).

Deine Frage muss demzufolge nicht lauten: Warum steht DBvS nicht auf der Liste, sondern ANSTATT WELCHEN ANDEREN Titels müsste DBvS (oder Goa, oder Santiago, oder... youu see the problem?) auf der Liste stehen. Und genau da fängt das Problem an: Wenn du eines der o.g. Spiele rausschmeisst, hast du sofort das selbe Problem, nur mit einem anderen Spiel.

Das ganze Dilemma hääte sich vielleicht vermeiden lassen, wenn die Kategorisierung schon mit der Liste herausgekommen wäre. Aber da waren 12 Monate Zeit wohl nicht genug...

Gruß,
Steffen

P.S.: Wie weiter unten in einem anderen Topic geschrieben: Was passiert wohl, wen nein unbefangener "Nicht-Insider" (eher Seltenspieler) in den Laden kommt, und eine Liste mit fast 40 Titeln sieht, die er, der sich nicht näher mit Spielen auseinandersetzt, alle erstmal nicht kennt. Was passiert, wenn er an das Regal herantritt und (z.B.) DBvS oder Santiago entdeckt? Wird er es kaufen, wenn ihm eine Liste suggeriert, dass diese Spiele nicht einmal unter die (scheinbaren) "TOp 40" des Jahrgangs fallen? Weiß ein "Fachfremder" das richtig einzuschätzen? Wohl kaum. Diese Liste ist eher eine Anti-Kauf-Liste für Nichtgenannte, als eine wirkliche Empfehlung für die Genannten (da wird sich Oma Frieda wohl eher auf die endgültig nominierten stützen). Ich wollte mich an der Jury-Kritik ursprünglich nicht beteiligen, da ich v.a. die Nimonierungsliste sehr gut finde, und das Jammern Motto "X und Y" fehlen, irgendwie leid war. Aber jetzt musste es halt doch mal raus ;)

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Martin Ebel

Re: Die Brücken von Shangrila

Beitragvon Martin Ebel » 27. Mai 2004, 14:47

Mein Tip für dBvS ging also im Lotto völlig daneben. In Essen hatte es mich stark beeindruckt, gespielt wurde es immer wieder gerne. Vielleicht kommt dass Stimmungsvolle, was Thema und Titel verspricht, bei dem eigentlich nüchternen Optimierungsspiel nicht so rüber. Trotzdem ist es als anspruchsvolles Familienspiel sehr gut. Einfach genial ist im Vergleich noch nüchterner, verspricht aber auch nicht mehr als es hält (außer bei dem Titel).
Egal ob es drauf ist oder nicht, wir können ja immer noch lautstark dafür werben.

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Volker L.

Re: Die Brücken von Shangrila

Beitragvon Volker L. » 27. Mai 2004, 14:54

Peter Wenzel schrieb:
>
> Hallo,
> ich habe in den letzten Tagen häufiger ins Forum geschaut und
> dabei ist mir aufgefallen das Shangrila nicht nur von mir,
> sondern auch von vielen anderen als Highlight des
> Spielejahrgangs gesehen wird.

Na gut, dann will ich mal eine Gegenstimme abgeben :-)
Die Testpartie in Essen ist schon zulange her, als dass ich
noch Details nennen oder gar begründen könnte, aber mir hat
dBvS [i]nicht[/i] gefallen.

Gruß, Volker

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Michael Weber

Re: Die Brücken von Shangrila

Beitragvon Michael Weber » 27. Mai 2004, 15:11

Steffen, du sprichst mir - wie man ja bereits nachlesen konnte - aus der Seele. 100 % meine Meinung!

Michael

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Chris F.

Re: Die Brücken von Shangrila

Beitragvon Chris F. » 27. Mai 2004, 15:29

So ging es mir auch letztes Jahr in Essen bei einer Partie DBvS.
Wir waren zu dritt und ich hatte eigentlich meiner Meinung nach ganz gut gespielt und wohl auch mehr Punkte als meine Mitspieler. Allerdings war ich in den letzten beiden Dörfern leider nicht vertreten, und musste dann tatenlos zusehen, wie meine Mitspieler diese Dörfer mit Ihren Markern vollpumpten bis nix mehr ging.
Vielleicht habe ich auch etwas taktisch falsch gemacht, aber wenn solche Situationen an der Tagesordnung sind, dann gefällt mir so ein Spiel nicht.
Ich wurde natürlich abgeschlagen Letzter.

Oder haben wir etwas falsch gemacht und es lohnt sich ein zweiter Versuch ?

Gruss,
Chris.

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Steffen S.

Re: Die Brücken von Shangrila

Beitragvon Steffen S. » 27. Mai 2004, 15:42

Hallo Chris,

ein ZWEITER Versuch lohnt sich immer. Ich würde mir (trotz imho "sehr solider" Spielerfahrung) niemals ein Urteil über ein Spiel nach 1 Testpartie anmaßen, es sei denn, es handelt sich um Spiele wie "Schnapp Land Fluss" o.ä. simplen Grundcharakters.

Gruß,
Steffen (der allerdings eine Variante bei DBvS vorschlägt, die du auf hall9000 nachlesen kannst)

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Marcel Kaul

Re: Die Brücken von Shangrila

Beitragvon Marcel Kaul » 27. Mai 2004, 15:44

Nach 2 Partien Shanglrila muss ich auch sagen, dass es für mich eher nix auf einer Liste zu suchen hat. Zu nüchtern, zuwenig Spiel, zu abhängig von Entscheidungen/Fehlentscheidungen der Mitspieler. Vielfach wird hier der nicht vorhandene Glücksfaktor gelobt/erwähnt. An diese tritt, genau wie bei Clans, das Königsmachersyndrom. Und Clans hat mir auch nie so recht gefallen, bzw. anfangs ganz gut (dier ersten 2-3 Partien), habe dann aber recht schnell die Lust verloren.

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chris 2

Re: Die Brücken von Shangrila

Beitragvon chris 2 » 27. Mai 2004, 16:11

Ich erinnere mich an Greg J.Schloesser der im Internet nach der ersten Partie das Spiel als dumm bezeichnete, doch der dann überrascht war wie viel besser die 2.Partie war. Und nun gefällt es ihm sogar. Also auf jeden Fall nochmal probieren.

Gruß,

chris

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Martin Ebel

Re: Die Brücken von Shangrila

Beitragvon Martin Ebel » 27. Mai 2004, 16:17

Ich habe gerade die Regel nicht zur Hand. aber ist es nicht so, daß das letzte Dorf nicht mehr gewertet wird, wenn das vorletzte isoliert wurde und damit das Spiel zu Ende ist?
fragender Gruß Martin

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Steffen S.

Re: Die Brücken von Shangrila

Beitragvon Steffen S. » 27. Mai 2004, 16:34

Das Spiel ist zu Ende, wenn der letzte Stein der Weisen verbraucht wurde. Das bedeutet zahlenmäßig, dass stets 2 Dörfer ungewertet bleiben (wobei bei 3 Spielern 1 bereits zu Beginn herausgenommen wurde, das rechts oben im Eck).
Ist mir noch nie passiert, dass ich am Ende ganz ohne Marker dastand
.
Gruß,
Steffen

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Roman Pelek

Dringend notwendige Kategorisierung

Beitragvon Roman Pelek » 28. Mai 2004, 03:33

Hi Steffen,

Steffen S. schrieb:

> das Problem ist bei jeder Antwort, die ich auf derartige
> Meinungen gebe, dasselbe: DIe Empfehlungsliste ist im
> jetztigen Stadium wertlos, und wir wissen nicht, was die im
> Herbst (m.E. zu spät, hätte sofort erfolgen müssen)
> nachgelieferte Kategorisierung bringt.

Ich glaube ich greife nicht zu weit, wenn ich Dir meinen Beispruch ausspreche und behaupte, dass diese Tatsache eine Menge Leute in der Spieleszene (unnötig) verunsichert hat.

> Die Zusammensetzung der Liste lässt vermuten, dass es eine
> Art "Top 3" oder "Top 5" für jede Kategorie geben wird. Die
> Brücken von Shangrila fiele wohl unter eine Kategorie der
> "taktischen Erwachsenenspiele" - oder der "komplexeren Spiel"
> - egal für welche Bezeichnung die Jury sich entscheiden mag
> (ich denke du verstehst, was ich meine).

Ja - lässt vermuten. Aber was hier nicht mehr zu verkaufen ist, ist etwas anderes. Wenn jemand eine Liste erstellt, die irgendwann auch kategorisiert werden soll, ist es eine zwingende Notwendigkeit, vorher Spiele zu kategorisieren. Aber dann diese Kategorien nicht anzugeben, ist eine Unterlassung, die für Verwirrung sorgt. Sich vorzubehalten, die Ausformulierung zu verschieben ist ein verständliches Unterfangen, denn ein sprachlich gutes Gesamtwerk braucht seine Zeit. Aber aus einer Vorarbeit, die erbracht werden musste, einen Eiertanz zu machen, sorgt nur für kollektiven Unmut.

> Das ganze Dilemma hääte sich vielleicht vermeiden lassen,
> wenn die Kategorisierung schon mit der Liste herausgekommen
> wäre. Aber da waren 12 Monate Zeit wohl nicht genug...

Von Dir polemisch formuliert, aber es spiegelt obiges wider. M. E. wurde viel Richtiges zur diesjährigen Liste gesagt, was Verbesserungsbedarf aufzeigt. Ich möchte es gerne auf zwei Punkte herunterkochen:

- Wenn es eine Empfehlungsliste gibt, die nach Kategorien geordnet ist, ist das Verlangen auch groß, diese Kategorien direkt zu erfahren. Dies ist kein unmmögliches Unterfangen, da die Kategorisierung Basis für die Entscheidung und somit a priori existent sein musste. Geschliffene Pressetexte erwartet - so denke ich - szeneintern niemand wirklich zeitnah.
- Die umfangreiche Empfehlungsliste an sich ist, soweit sie sich bisher präsentiert, sehr zerfleddert. Der Anspruch ist nicht klar. Es kam jüngst mal der Kommentar, ob dies nun bedeuten soll, dass alle Spiele jenseits der Empfehlungsliste "Schrott" seien oder ob man sie nun nicht auch noch um weitere 20 Titel erweitern könne. Ich denke, das trifft es ziemlich gut: das "Warum" ist nicht transparent. Hier wird viel Holz verbretzelt, ohne den im Zweifelsfall Verantwortlichen das nötige Feedback zu geben. Tut das Not?

Ich weiß nicht, ob ich der Einzige mit dieser Meinung bin, aber m. E. wir verlaufen wir uns gerade in Nebelkerzen. Wie sollen wir Spiele verkaufen, wenn noch nicht einmal passionierte Spieler/Autoren/Redakteure/Rezensenten relementare Entscheidungen nachvollziehen können?

Ciao,
Roman

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Steffen S.

Re: Dringend notwendige Kategorisierung

Beitragvon Steffen S. » 28. Mai 2004, 04:11

Hallo Roman,

genau deine ersten Ausführungen hatte ich mir überlegt noch zu schreiben, aber dann der überschaubaren Textlänge wegen unterlassen. Auch ich habe mir die Frage gestellt: Wenn die Liste unter dem festen Ziel erstellt wurde, dass sie dem Joch der Kategorisierung in adäquater Form unterzuteilen ist, so muss doch zumindest eine Grundvorstellung davon geherrscht haben, als die Liste erstellt wurde. Sprich: Länge und Zusammensetzung sind FOLGE eines ZIELS, so absurd das zuerst klingen mag. Aber genau diese Absurdität macht sie nicht nachvollziebar, da wir das Ziel nicht klar erkennen können. Wobei wir "Insider" (wen nich das mal so salopp formulieren darf) uns das Ziel auf Basis unserer Kenntnisse vielleicht noch selbst einigermaßen zusammenzimmern können. Aber sind wir wirklich die Zielgruppe dieser Liste?

Die Frage ist: War eine Kategorisierung zum jetztigen Zeitpunkt nicht möglich? Ich denke: NEIN. Du schreibst, dass diese eine dezidierte Begründung benötigt. Das mag sein, aber selbst eine mit heißer Nadel gestrickte Kategorisierung ist besser als keine. Ich würde der Jury niemals vorwerfen, wenn sie sich im nächsten Jahr hinstellt und sagt: Wir haben unsere Kategorisierung verbessert, das war nicht optimal.
Wie es jetzt ist, ist der Sumpf am schlimmsten. Tante Erna ahnt nichts von 800 neuen Spielen pro Jahr. Sie sieht eine Liste der angeblich 40 Besten - und hat ein unbedarfter Mensch den Mut, sich beim Kauf darüber hinwegzusetzen? Wenn ich in Kalkutta eine Packung schnelkochender indischer Teigflummis (bewusst absurdes Beispiel) kaufen will, ein Lebensmittel, das ich bis dato nur vom Hörensagen kannte, und neben dem Regal hängt eine Liste der 40 besten Hersteller dieser Teigflummis, habe ich dann den Mut, einen Nichtgenannten zu kaufen? Nein, ich verlasse mich auf den Rat der Experten, um auf der sicheren Seite zu sein. Nicht anders geht es Tante Erna vor dem Spieleregal.

Fakt ist: Jeder spielebegeisterte Teilnehmer dieses Forums wäre wohl fähig, diese Liste einigermaßen zu strukturieren, und ihr damit die nötige Aussagekraft zu geben, nebst dem (korrekten) Eindruck, dass die einzelnen Kategorien in sich zu kurze "Top-Listen" sind, dass auch jenseits des Listenhorizonts noch Perlen zu finden sind. Warum kann eine mehrköpfige Jury nicht leisten, was die meisten "Insider" quasi intuitiv (!) bewerkstelligen können? Und die abschließende Frage, um den Kreis zu schließen: Wenn das ZIEL die FOLGE bereits beeinträchtigt hat, wäre es dann nicht wenigstens konsequent gewesen, die Liste bis zur endgültigen Zielfeststellung zurückzuhalten, um nicht unnötiges Porzellan zu zerdeppern, und sei es nur für diesen einen (zu aller Ungunst überaus guten) Spielejahrgang?

Nachdenkliche Grüße,
Steffen (der der Jury gerne ihre Liste kategorisiert, wenn sie ihn darum bittet ;))

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Steffen S.

Kürzer

Beitragvon Steffen S. » 28. Mai 2004, 04:42

Um es nochmal kürzer zu fassen:

es ist mit nicht begreiflich, wie bestimmte Grundvorstellungen (sowohl über das warum als auch über die Kategorien einer Listung) Ausgangspunkt einer Entscheidung sein können, aber gleichzeitig so unklar sein sollen, dass man sie nicht in Wort und Begründung darlegen kann. Wenn ich bestimmte Kriterien bei einer Listenerstellung im Hinterkopf habe, und diese Kriterien einer Entscheidungsfindung genügen 8also nicht mehr gänzlich vage sein können und dürften), so muss es doch möglich sein, diese auch darzulegen. Dem Resultat ist die Intention implizit anzusehen, wenn man sich auskennt. TRANSPARENZ sieht jedoch (auch für den Insider) anders aus. Konkrete Entscheidungshilfe sowieso.

Gruß,
Steffen

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Michael Weber

Re: Kürzer

Beitragvon Michael Weber » 28. Mai 2004, 09:31

Steffen S. schrieb:
> es ist mit nicht begreiflich, wie bestimmte
> Grundvorstellungen (sowohl über das warum als auch über die
> Kategorien einer Listung) Ausgangspunkt einer Entscheidung
> sein können, aber gleichzeitig so unklar sein sollen, dass
> man sie nicht in Wort und Begründung darlegen kann. Wenn ich
> bestimmte Kriterien bei einer Listenerstellung im Hinterkopf
> habe, und diese Kriterien einer Entscheidungsfindung genügen
> 8also nicht mehr gänzlich vage sein können und dürften), so
> muss es doch möglich sein, diese auch darzulegen. Dem
> Resultat ist die Intention implizit anzusehen, wenn man sich
> auskennt. TRANSPARENZ sieht jedoch (auch für den Insider)
> anders aus. Konkrete Entscheidungshilfe sowieso.

Genau so ist es und deshalb kann ich auch das Posting der Jury nicht im geringsten nachvollziehen, dass die Verlage und Insider, zu denen Roman und wir beide dann offensichtlich nicht gehören, mit der Liste in der aktuellen Form mehr anfangen können als ohne. Das ist sogar gelinde gesagt frech.

Michael
(hält die Liste in der Form und zum jetztigen Zeitpunkt für absolut überflüssig und Schaden anrichtend)

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Andreas Epplée

Re: Die Brücken von Shangrila

Beitragvon Andreas Epplée » 28. Mai 2004, 10:45

Hi Peter,

"Shangrila" ist ein schönes, reizvolles, interessantes Spiel - aber "Highlight"? Verglichen z.B. mit "Raja", ganz zu schweigen von "San Juan"? Ich erinnere mich gerne an meine paar Partien, besonders an deren meditative Ruhe ;-) Aber auf die Dauer kommt dieser merkwürdige Eindruck auf, der oft ein "Vor-Highlight-Stadium" anzeigt: für ein leichtes Spiel zu schwer, für ein schweres zu leicht. Will sagen: wenn man nur entspannt spielt, ärgert man sich, im entscheidenden Moment (den man dann natürlich immer erst hinterher erkennt) nicht mehr gerechnet zu haben, wenn man versucht, alles durchzurechnen, wird's vollends sinnlos. Und richtig mehr ist leider nicht dran an Shangrila. Da ist "Clans" z.B. schon deutlich mehr auf dem Punkt. Verschiedene Mechanismen, Bluff, Tempo, (relativ) kurze Spieldauer, Spannung - aber die Athmosphäre von "Shangrila" hat trotz allem durchaus auch ihren Reiz...

Viele Grüße

Andreas

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Günter Cornett

Re: Dringend notwendige Kategorisierung

Beitragvon Günter Cornett » 28. Mai 2004, 15:01

Roman Pelek schrieb:
>
> Hi Steffen,
>
> Steffen S. schrieb:

> > Die Zusammensetzung der Liste lässt vermuten, dass es eine
> > Art "Top 3" oder "Top 5" für jede Kategorie geben wird. Die
> > Brücken von Shangrila fiele wohl unter eine Kategorie der
> > "taktischen Erwachsenenspiele" - oder der "komplexeren Spiel"
> > - egal für welche Bezeichnung die Jury sich entscheiden mag
> > (ich denke du verstehst, was ich meine).

Ist es amtlich, dass es eine Kategorisierung geben soll ? M.W. ist von Differenzierung und näherer Erläuterung die Rede, nicht von der Einführung von Kategorien. Die können zwar hilfreich sein, aber IMHO eher nicht in der Form wie sie hier genannt wurden (Top3 im Bereich XY)
>
> Ja - lässt vermuten. Aber was hier nicht mehr zu verkaufen
> ist, ist etwas anderes. Wenn jemand eine Liste erstellt, die
> irgendwann auch kategorisiert werden soll, ist es eine
> zwingende Notwendigkeit, vorher Spiele zu kategorisieren.

Vor der Veröffentlichung, aber nicht notwendigerweise vor der Erstellung.
Die Vermischung von Kinderspiel und Familien-/Erwachsenenspiel halte ich für extrem daneben. Aber wesentlich mehr Dauer-Kategorien sind vermutlich eher kontraproduktiv, weil
- es dann in einzelnen Kategorien in manchen Jahrgängen entweder Lücken oder schlechte Spiele gibt
- manche Spiele gut in mehrere Katregorien passen (Zwei-Personen-Karten-Wortspiel für Erwachsene).

Sinnvoll finde ich eine Empfehlungsliste sehr grob nach Kinder- familien- und Erwachsenenspiel zu unterteilen und das Ergebnis jährlich nach unterschiedlichen Gesichtspunkten zu strukturieren, entsprechend den auf der Liste vorhandenen Spielen. Das dabei möglichst viele Kategorien abgedeckt werden sollten, so es hiervon gute Spiele gibt, ist eine andere Sache. In diesem Spielejahr gab es ein Highlight in der Kategorie Wortspiele. Deswegen muss es aber nicht immer solche Kategorien geben.

> Aber dann diese Kategorien nicht anzugeben, ist eine
> Unterlassung, die für Verwirrung sorgt. Sich vorzubehalten,

Ich denke, dass die Jury-Mitglieder diese Kategorien eher im Hinterkopf haben, im Sinne von: es muss für jeden was dabei sein, nicht aber feste Kategorien mit einzelnen Siegertiteln. Da die Spiele der Empfehlungsliste keinen Pöppel kriegen wäre das auch unsinnig.

Gruß, Günter

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Roman Pelek

Re: Dringend notwendige Kategorisierung

Beitragvon Roman Pelek » 28. Mai 2004, 16:43

Steffen S. schrieb:

> Wobei wir "Insider" (wen nich das mal so salopp formulieren
> darf) uns das Ziel auf Basis unserer Kenntnisse vielleicht
> noch selbst einigermaßen zusammenzimmern können. Aber sind
> wir wirklich die Zielgruppe dieser Liste?

Wir sind nicht die Zielgruppe dieser Liste, sondern es geht begrüßenderweise ja darum, dem Handel und den (nicht über die Maßen spielebegeisterten) Endkunden mal was an die Hand zu geben. Das ist in meinen Augen ein absolut richtiger und mutiger Schritt, und dieser Wunsch stand auch schon länger im Raum, soweit ich es beurteilen kann. Aber natürlich ist das Interesse daran groß, WIE genau das geschieht.

> Die Frage ist: War eine Kategorisierung zum jetztigen
> Zeitpunkt nicht möglich? Ich denke: NEIN. Du schreibst, dass
> diese eine dezidierte Begründung benötigt. Das mag sein, aber
> selbst eine mit heißer Nadel gestrickte Kategorisierung ist
> besser als keine. Ich würde der Jury niemals vorwerfen, wenn

Korrekt - die dezidierte Begründung ist auch eher etwas, was wohlüberlegt und in Ruhe in eine Broschüre einfließen sollte.

> sie sich im nächsten Jahr hinstellt und sagt: Wir haben
> unsere Kategorisierung verbessert, das war nicht optimal.

Sowas fällt nicht vom Himmel, sondern ist ein Reifeprozess, insofern braucht's seine Zeit. Ich denke auch nicht, dass das ein Problem darstellt.

> Nein, ich verlasse mich auf den Rat
> der Experten, um auf der sicheren Seite zu sein. Nicht anders
> geht es Tante Erna vor dem Spieleregal.

Ja. Und darum, dass in eine für alle möglichst gewinnbringende Form zu fassen, geht es. Um Außenstehende für das Brettspiel zu begeistern und eine unkomplizierte Form zu finden, die Vielfalt der Spieleszene auf die Bedürfnisse der Kunden abzustimmen. Dass es dabei Reibungsverluste gibt, ist unabdinglich und absolut vertretbar.

> Warum kann eine
> mehrköpfige Jury nicht leisten, was die meisten "Insider"
> quasi intuitiv (!) bewerkstelligen können?

Ich denke, dass hier mit geringem und vertretbarem Aufwand etwas mehr Transparenz gewährleistet wäre. Man muss die aktuelle Herumrätselei und das Selbstkategorisieren nicht in diesem Maße fördern.

> Und die
> abschließende Frage, um den Kreis zu schließen: Wenn das ZIEL
> die FOLGE bereits beeinträchtigt hat, wäre es dann nicht
> wenigstens konsequent gewesen, die Liste bis zur endgültigen
> Zielfeststellung zurückzuhalten, um nicht unnötiges Porzellan
> zu zerdeppern, und sei es nur für diesen einen (zu aller
> Ungunst überaus guten) Spielejahrgang?

Ja, es ist schade um das gute Porzellan... Wobei ich nicht für das Zurückhalten dieser Information bin, sondern lediglich für eine grobe Vorstrukturierung, um ausufernden Spekulationen einen Riegel vorzuschieben. Denn letzteres ist sicherlich in niemandes Sinne. Ich möchte nicht die Abkehr von Transparenz und Information, sondern lediglich ein grobes, auf ein Mindestmaß reduziertes Handwerkszeug zur korrekten und nicht spekulativen Einordnung.

Ciao,
Roman

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Ina-spielbox

Re: Die Brücken von Shangrila

Beitragvon Ina-spielbox » 29. Mai 2004, 11:31

Steffen S. schrieb:
>
> Das Spiel ist zu Ende, wenn der letzte Stein der Weisen
> verbraucht wurde. Das bedeutet zahlenmäßig, dass stets 2
> Dörfer ungewertet bleiben (wobei bei 3 Spielern 1 bereits zu
> Beginn herausgenommen wurde, das rechts oben im Eck).
> Ist mir noch nie passiert, dass ich am Ende ganz ohne Marker
> dastand

Das Spiel ist zu Ende, wenn der letzte Stein der Weisen verbraucht wurde, gewertet werden alle Dörfer!!

Ina

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Jost Schwider

RE: Die Brücken von Shangrila

Beitragvon Jost Schwider » 30. Mai 2004, 10:15

"Peter Wenzel" hat am 27.05.2004 geschrieben:

> ich habe in den letzten Tagen häufiger ins Forum geschaut
> und dabei ist mir aufgefallen das Shangrila nicht nur von
> mir, sondern auch von vielen anderen als Highlight des
> Spielejahrgangs gesehen wird. Wenn man sich die Rezensionen
> auf Papier und im Netz anschaut sind diese alle positiv.


Objektiv gesehen funktioniert das Spiel recht gut und ist sehr hübsch gestaltet. Mir gefällt es aber trotzdem nicht besonders, und zwar aus folgenden Gründen:

1. Es ist ein absolut abstraktes Spiel.

2. Das aufgesetzte Thema ist völliger Blödsinn (ausgerechnet [i]Buddhisten[/i], die sich gegenseitig "bekriegen"? :-? )

3. Erfolg und Niederlage hängt sehr davon ab, welche Steilvorlagen die anderen machen ("ich sitze gerne links neben einer Schlafmütze" :-D ).

Viele Grüße
Jost aus Soest (sprich: "jooost aus sooost")
http://www.schwider.de/spiele.htm - [i](Brett)Spiele und mehr...[/i]


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