Beitragvon Roman Pelek » 13. Januar 2005, 21:37
Hi Wolfram,
Wolfram Püchert alias WeePee schrieb:
>
> Bitte, bitte .... nun macht mal keine Hype um Brettspiele wie
> um Computerspiele.
>
> Da fängt das Marketing schon 1 Jahr vorher an, um dann
> letztendlich mit einer Buggy-Software den Kids das Geld aus
> der Tasche zu ziehen.
Hm, wenn wir so weitermachen, kommen wir da auch noch hin, keine Sorge :-)) Menschen sind einfach von Natur aus zu neugierig und der Prozess beschleunigt sich allgemein zu sehr, als dass wir da hinten an stehen könnten, auch wenn die Brettspieleszene da vergleichsweise sogar noch behäbig ist.
> Vorher hört man dann immer von den Pre-Rezenten "wie toll das
> Spiel" wird und "wie Klasse das alles" ist, um dann hinterher
> von den Gamern zu hören: "Booh, eh, alles voller Fehler,
> langweilig, schon da gewesen, etc."
Ist doch logisch: Previews basieren auf Ausschnitten, und dies werden nie die sein, die allzu problematisch sind. Und die Vorabankündigungen nageln die Deadlines fest, die eingehalten werden müssen, egal was passiert - weil man sich sonst grandios blamiert. Und anscheinend blamiert man sich derzeit öffentlich bei den Kunden mehr mit Verzögerungen als mit unausgereiften Produkten, sonst würd's ja nicht funktionieren *seufz*
> Lieber werde ich von einem Spiel (nachträglich) überrascht,
> als monatelang die Marketing-Parolen im Vorfeld zu hören.
Wenn ich mich im Allgemeinen - und im Speziellen im Internet - umsehe, machen nachträgliche positive Überraschungen einen Bruchteil aus im Vergleich zum Interesse an Neuheiten. Was nicht gleich (oder besser: vorab) einschlägt, ist vermarktungstechnisch in den meisten Fällen tot und taugt maximal im Nachgang für einen entlegenen Thread zum Thema "verkannte Dinge dieser Welt" (der aber nach drei Tagen auch wieder vergessen ist). Mag sein, dass sich dieser Trend auch demnächst mal wieder umkehrt und eine Rückbesinnung auf Qualität stattfindet, momentan scheint aber die Frustration bei den Käufern noch nicht hoch genug zu sein - und so lange wird die Schiene halt weiter geritten, und wer am Markt dabei sein will, muss ein vergleichbares Pferd satteln oder die recht hohe Risikobereitschaft haben, auf einen Außenseiter zu setzen, der einen neuen Trend einläuten könnte (was meist aber nicht passiert, weil neue Trends immer aus Ausnahmeerscheinungen hervorgehen, die niemand zuverlässig vorhersieht)...
Ciao,
Roman
P.S.: Da ich Deinen Ärger bzgl. Computerspielen (und -hardware, da isses nahezu dasselbe) vollauf teile: Ich habe mich erst vorgestern über meine brandneue, nicht gerade billige Grafikkarte und dessen Hersteller geärgert - nahezu O-Ton der Techsupport-Hotline: "Ja, sie können die Karte wegen dieses Problems mit dem hakelnden Lüfter einschicken, wir kennen das Problem, sie wird vermutlich kaputt gehen, wenn sie die Karte so länger unter höherer Last (d.h. mit 3D-Spielen, der ursächliche Verwendungszweck dieses Produkts) betreiben, insofern ist ihre Sorge berechtigt. Aber wenn sie einen ordentlichen Lüfter haben wollen, der zuverlässig funktioniert, sollten sie eh besser das Geld ausgeben, und sich bei einem Schweizer Hersteller für Lüfter umsehen, dessen Produkte wir selbst in unserer High-End-Serie verbauen. Allerdings verlieren sie natürlich den Garantieanspruch gegenüber uns, wenn sie den Umbau selbst vornehmen, außer sie bauen im Zweifelsfall den alten Lüfter dann wieder so drauf, dass unsere Techniker es nicht merken." Da dachte ich mir auch: ehrlich war er ja, was soll er vermutlich auch anderes tun, wenn er sich den ganzen Tag das Gejammer anhören und zusätzlich in Internetforen lesen darf - aber engagierte Teilnehmer der Unternehmensführung sollten mir als Konsument besser nicht im Dunkeln begegnen...