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rezensionsformate

Das ehemalige spielbox-Spielerforum
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Heinrich Glumpler

rezensionsformate

Beitragvon Heinrich Glumpler » 11. Mai 2005, 07:12

Hi,

was haltet ihr von folgender Form von Rezension (hier am Beispiel von "Karibik")?

http://www.geocities.com/yahugaming/Caribbean.html

Mir erschienen alle Kategorien sehr sinnvoll - zudem wird spezifisch auf den Reiz des Spieles für "Casual Gamer" eingegangen, also eine Unterscheidung zwischen "Vielspielern" und "Wenigspielern" gemacht (oder wie die aktuellen Begriffe für diese "Schubladen" zur Zeit gerade lauten ;-) )

Welche allgemeinen Formen/Formate von Rezensionen bevorzugt ihr?
Welche Arten von Rezensionen unterscheidet ihr?

Grüße
Heinrich

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Andreas Keirat

Re: rezensionsformate

Beitragvon Andreas Keirat » 11. Mai 2005, 08:07

Heinrich Glumpler schrieb:
>
> Hi,
>
> was haltet ihr von folgender Form von Rezension (hier am
> Beispiel von "Karibik")?
>
> http://www.geocities.com/yahugaming/Caribbean.html
>
> Mir erschienen alle Kategorien sehr sinnvoll - zudem wird
> spezifisch auf den Reiz des Spieles für "Casual Gamer"
> eingegangen, also eine Unterscheidung zwischen
> "Vielspielern" und "Wenigspielern" gemacht (oder wie die
> aktuellen Begriffe für diese "Schubladen" zur Zeit gerade
> lauten ;-) )
>
> Welche allgemeinen Formen/Formate von Rezensionen bevorzugt
> ihr?
> Welche Arten von Rezensionen unterscheidet ihr?
>
> Grüße
> Heinrich

Hallo!

Ich hab den Text mal überflogen. Die harten Einschnitte in Rubriken sagen mir persönlich nicht besonders zu, da sie vortäuschen, es handelt sich um Fakten, Fakten, Fakten (und es ist natürlich nur die Meinung des Schreibers, was Komplexität, Interaktion etc. angeht).
Spiele derart in Kategorien einzuteilen ist nicht sehr einfach. Wir hatten damals auch mal überlegt, unsere Berichte weiter aufzusplitten. Aber eine Rezension in Form eines Datenblatts (und so sieht der Text ja aus) gefällt mir als Leser persönlich gar nicht.
Mal davon abgesehen, daß er das Spiel eh nur zu zweit und zweimal gespielt hat ;)

Ciao,

Andreas Keirat
www.spielphase.de
(Der da eher Texte wie bei Hall 9000 oder Reich der Spiele bevorzugt...)

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Arne Hoffmann
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Beiträge: 497

Re: rezensionsformate

Beitragvon Arne Hoffmann » 11. Mai 2005, 08:24

Moin!

So wie Andreas auch, bevorzuge ich im Allgemeinen Text-Rezensionen und weniger eine tabellarische Abhandlung des Spiels. Klar, findet man in einer Tabelle vielleicht die Informationen, die einen interessieren, schneller, auf der anderen Seite liesst sich ein Text einfach schöner. Gut finde ich deshalb, wenn neben der Rezension evtl. noch ein kleiner Abschnitt mit den harten Fakten existiert (hart aus Sicht des Rezensenten). So gefällt mir das Layout der Rezensionen im Abo auf Siegpunkt.de sehr gut, da Michael neben dem bekannt unterhaltsamen Text auch einen kleinen Streifen mit Nebeninfos liefert.

Ich finde jedoch, dass das Medium Internet für Spielerenzensionen (zumindest die mir bekannte Stellen im Internet) noch nicht ausgereizt ist. So könnte man über Hyperlinks doch problemlos sowohl eine Text-Rezi als auch einen kleinen Steckbrief online stellen (ok - mehr Speicherplatz ;-) ), die untereinander verlinkt sind. So wäre jede Seite für sich gut lesbar (nicht allzu langes Scrollen) und man hätte einen größeren Informationsfluss.

Schöne Grüße

- Arne -

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Heinrich Glumpler

Re: rezensionsformate

Beitragvon Heinrich Glumpler » 11. Mai 2005, 08:27

Hi,

tatsächlich steht www.spielphase.de in meinen Favorites ganz oben :-) -
- trotz deiner durchaus berechtigten Kritik gefallen mir diese Kategorien, weil ich auf einen Blick einen ersten Eindruck kriegen kann - bevor ich den Text links davon lese (den ich - merkwürdigerweise - erst beim zweiten Besuch der Seite tatsächlich gelesen habe).

Vielleicht könnte man es kombinieren, indem man die entsprechenden Schlagworte in (z.B.) deinen Rezensionen hervorhebt - das würde längere Beschreibungen zudem etwas auflockern.

Grüße
Heinrich

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Attila
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Beiträge: 4715

Re: rezensionsformate

Beitragvon Attila » 11. Mai 2005, 08:35

Hiho,

Optisch gut aufgemacht - bis auf den Webebalken ganz Rechts, der ziemlich anätzt. Die Form gaukelt allerdings Objektivität vor, wo keine sein kann.

Immerhin ist der Kritiker so ehrlich zu schreiben auf wie vielen Spielen (hier immerhin 2) die Rezi basiert.Das Vermisse ich bei fast allen Rezis.

Atti

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Marten Holst

RE: rezensionsformate

Beitragvon Marten Holst » 11. Mai 2005, 08:47

Moin,

ich finde das Format grundsätzlich nicht verkehrt, fühle mir auch keine Objektivität vorgegaukelt, denn entsprechende Kategorien verwendet man ja bei Beschreibungen auch gerne mal - bloß normaler Weise eben nur, wenn eine davon eher aus dem Rahmen fällt. Eine Informtaion wie "subjektives Geschwindigkeitsempfinden" ist dabei schon nicht uninteressant. Ich hätte allerdings Angst, so eine Schablone zu malen, weil man sich damit irgendwann unter Druck setzen wird - ein Spiel finden, das am ehesten zwischen Viel- und Gelegenheitsspieler ankommt, und dann?

Vom Layout finde ich allerdings unglücklich, dass die eigentliche Rezension irgendwie wie eine Unterzeile des Bildes wirkt - das Verhältnis "echter Rezitext" zu "Anmerkungen zu den Kategorien" finde ich so nicht so austariert.

Tschüß
Marten

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Kurt Schellenbauer

Re: rezensionsformate

Beitragvon Kurt Schellenbauer » 11. Mai 2005, 08:55

Heinrich Glumpler schrieb:
>
> Hi,
>
> was haltet ihr von folgender Form von Rezension (hier am
> Beispiel von "Karibik")?
>
In einer schnelllebigen Zeit und dem Internet entsprechend kurz gehalten.
Kurze wesentliche Information wenngleich sich selbst relativierend indem er sogar zugibt nur 2 Partien gespielt zu haben.

> Welche allgemeinen Formen/Formate von Rezensionen bevorzugt
> ihr?
>

Hallo Heinrich!

Bevorzuge die Textrezension, und jetzt bitte nicht lachen, die auch einen gewissen Bildungsauftrag erfüllt. Wenn sich ein Autor schon die Mühe macht ein geschichtliches Thema aufzuarbeiten dann kann sich der Rezensent ruhig mit diesem geschichtlichen Thema auseinandersetzen und dem Leser dementsprechende Hintergrundinformation liefern.

verspielte Grüße
Kurt Schellenbauer
....der selbst ab und zu eine Rezension schreibt und wegen seiner Geschichte Kenntnisse gefürchtet ist und oft belächelt wird, aber seiner Linie treu bleibt.

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Kathrin Nos
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RE: rezensionsformate

Beitragvon Kathrin Nos » 11. Mai 2005, 09:06

Hallo Heinrich,

"Heinrich Glumpler" hat am 11.05.2005 geschrieben:
> was haltet ihr von folgender Form von Rezension (hier am
> Beispiel von "Karibik")?
>
> http://www.geocities.com/yahugaming/Caribbean.html

Was mir bei dieser Rezi fehlt, ist ein genauerer Eindruck, wie das Spiel nun funktioniert. Ein grober Abriss wird gegeben, in der Diskussion rechts unter den verschiedenen Gesichtspunkten wird auf Details eingegangen, die ich ohne das Spiel zu kennen und nur mit der auf der Seite verfügbaren Beschreibung nicht verstehen würde (Karibik kenne ich nun aus wahrscheinlich mehr als 10 Partien).

Die Menge der Sparten finde ich problematisch. Zum einen findet man schon hier bei Karibik hauptsächlich allgemeine Aussagen darin wieder: "This game will have many fans and should be a best seller in light of the current pirate popularity." oder "As a lighter filler board game, this game should prove quite popular." Zum anderen täuscht es vor, dass man anhand der Einordnung ein Spiel beurteilen könnte.

Etwas irritiert bin ich über die Aussage "I've only played with 2 players thus far" - für mich keine Grundlage für das Schreiben einer Rezi!

> Welche allgemeinen Formen/Formate von Rezensionen bevorzugt
> ihr?

Allgemein finde ich es gut, wenn man durch eine Rezi einen Eindruck vom Spielablauf gewinnen kann: Worum geht es, welche Mechanismen stehen im Mittelpunkt, was führt zum Sieg?

Wichtig ist ein beurteilender Abschnitt, aus dem hervorgeht, was an dem Spiel toll ist oder nicht funktioniert. Was bringt den Autor der Rezi zu seiner Bewertung?

Es ist wichtig, dass ich die Bewertung auch in Relation zu meinen eigenen Vorlieben/Abneigungen setzen kann: Wenn der Autor sachlich begründet, welchen Mechanismus er verantwortlich für Probleme oder besonderen Spielreiz macht, und ich diesen Mechanismus anders bewerte als der Autor, kann ich daraus trotz abweichender Interessen eine Information ableiten, ob mir das Spiel gefallen könnte.

Alles Gute wünscht
Kathrin.

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Michael Weber

Re: rezensionsformate

Beitragvon Michael Weber » 11. Mai 2005, 09:07

Heinrich Glumpler schrieb:
> Mir erschienen alle Kategorien sehr sinnvoll - zudem wird
> spezifisch auf den Reiz des Spieles für "Casual Gamer"
> eingegangen, also eine Unterscheidung zwischen
> "Vielspielern" und "Wenigspielern" gemacht (oder wie die
> aktuellen Begriffe für diese "Schubladen" zur Zeit gerade
> lauten ;-) )

Diese Überschriften sind einerseits Unfug, da hier Spiele in Formate gepresst werden, die möglicherweise gar nicht richtig zutreffen. Andererseits bieten sie nur einen Anker für Leute, die längere Texte nicht gerne lesen. Ich behaupte mal, dass in den besseren Rezensionen eh alle Punkte abgehandelt werden. Und dann so, dass der Leser nicht den Eindruck bekommt, dass es sich um objektive Fakten handelt.

> Welche allgemeinen Formen/Formate von Rezensionen bevorzugt
> ihr?

Meine. ;-) :-D
Ernsthaft: Eine gute Rezension ist eine Mischung aus Unterhaltung, Beschreibung des Spielpsaß' und Information. Das können fünf Sätze sein oder eine A4-Seite.

Eine Unterscheidunng nach Art ist sicher die zwischen Kurz- und Langrezension sowie die zwischen Print- und Online-Rezension.

Im Web zum Beispiel sollte man sich allgemein etwas kürzer fassen, denn lange Bildschirmtexte werden selten komplett gelesen. Von daher ist Auflockerung natürlich nicht schlecht, gerade weil man im Web auf gewisse Layout-Formate relativ festgelegt ist.

Wir versuchen durch unsere "Interessenlinks" zusätzlichge Leseanreize zu schaffen. Ob eine Kurzkategorisierung eines Spiels immer sinnvoll ist oder dem Spiel gerecht wird, wage ich zu bezweifeln. Denn nicht alles lässt sich in Schubladen pressen.

Michael Knopf und auch unser Spiel-E-Zine haben sicher einen Crossover-Ansatz zwischen Prin und Web. Vielleicht ist das sogar ein Ansatz, der bei einer Optimierung Nachahmer finden kann. Nur ist man durch das *.pdf-Format natürlich in der Online-Welt auch wieder Einschränkungen unterworfen.

Aber zur Frage zurück. Ich denke, dass diese Kategorisierung in dem Link nicht gut ist. Auflockerung schön und gut, aber in diesem Fall täuscht das Design eventuell und gaukelt so kompetenten Inhalt vor.

Weiter oben war nach Anzahl der Spiele vor einer Rezensionen gefragt. Ich denke, jeder Schreiber ist kompetent genug zu entscheiden, wann er ein Spiel beurteilen kann. Die einen Spiele benötigen nur ein-zwei Partien vor einer Beurteilung, andere muss man mindestens sechs bis sieben Mal spielen, bevor man es überhaupt in allen Fein heiten kapiert.

Und noch ein Wort zu Spielphase, das auch auf einen Teil unserer und vielen Rezensionen anderer Webseiten zutrifft. Es wird für mich in zu epischer Länge das Spiel beschrieben, die eigentliche Wertung kommt viel zu kurz. Im Grunde könnte man häufig viel einfacher Anleitungen einscannen und zwei Sätze als Testurteil darunter schreiben. Wäre weniger Mühe und der Leser würde den gesamten Spielverlauf manchmal sogar besser verstehen. Hier müssen meiner Meinung nach ausnahmslos alle Spiele-Webseiten noch nachlegen.

Michael

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Heinrich Glumpler

RE: rezensionsformate

Beitragvon Heinrich Glumpler » 11. Mai 2005, 09:09

Marten Holst schrieb:
>
> Moin,
...
> Vom Layout finde ich allerdings unglücklich, dass die
> eigentliche Rezension irgendwie wie eine Unterzeile des
> Bildes wirkt - das Verhältnis "echter Rezitext" zu
> "Anmerkungen zu den Kategorien" finde ich so nicht so
> austariert.

Genau - DAS war der Grund, dass ich den Text beim ersten Besuch der Seite völlig ignoriert hab... kapitaler Designfehler, würde ich sagen...

Grüße
Heinrich

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Michael Weber

RE: rezensionsformate

Beitragvon Michael Weber » 11. Mai 2005, 09:12

Heinrich Glumpler schrieb:
> Genau - DAS war der Grund, dass ich den Text beim ersten
> Besuch der Seite völlig ignoriert hab... kapitaler
> Designfehler, würde ich sagen...

Ne, ich denke, das lag eher daran, dass dass Auge komischereweise rechtlastig auf den Bildschrim kuckt. Es gibt zum Beispiel Untersuchungen, das Werbebanner am häufigsten rechts geklickt werden. Wenn rechts schon Infos stehen, erwartet das Auge links keine mehr, sondern eher eine Navigation oder so.

Michael

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Kathrin Nos
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RE: rezensionsformate

Beitragvon Kathrin Nos » 11. Mai 2005, 09:42

Hallo Michael,

"Michael Weber" hat am 11.05.2005 geschrieben:
> Heinrich Glumpler schrieb:
>> Welche allgemeinen Formen/Formate von Rezensionen bevorzugt
>> ihr?
>
> Meine. ;-) :-D

Das ist schon klar ;-)

Auf Deine Kommentare, die sich primär auf das Reich der Spiele beziehen, gehe ich nicht weiter ein.

> Weiter oben war nach Anzahl der Spiele vor einer
> Rezensionen gefragt. Ich denke, jeder Schreiber ist
> kompetent genug zu entscheiden, wann er ein Spiel
> beurteilen kann. Die einen Spiele benötigen nur ein-zwei
> Partien vor einer Beurteilung, andere muss man mindestens
> sechs bis sieben Mal spielen, bevor man es überhaupt in
> allen Fein heiten kapiert.

Das ist hier gar nicht die Frage gewesen.

Dass Du mit Deinem Kommentar insofern recht hast, als dass man nicht fix eine Anzahl an Partien angeben kann, die man vor dem Verfassen einer Rezi absolivert haben sollte, ist sicher einsichtig.

Allerdings ist es meiner Meinung nach ein ziemliches Armutszeugnis, wie hier ein Spiel, das mit drei verschiedenen Personenzahlen spielbar ist, anhand von zwei Probepartien zu zweit zu beurteilen - und dann noch das eigene Urteil durch Angabe dieser Info implizit abzuwerten. Gerade bei Karibik unterscheidet sich das Spielgefühl durchaus ziemlich stark mit der Spielerzahl (wegen der unterschiedlichen Konstellationen beim Auspatten).

> Es wird für mich in zu epischer Länge das Spiel
> beschrieben, die eigentliche Wertung kommt viel zu kurz.

Meiner Meinung nach sollten sich Fazit und Beschreibung vom Umfang her etwa entsprechen.

Es ist mir persönlich wichtig, in einer Rezension zu erkennen, wo das Fazit beginnt - eine klare Trennung (eine Gliederung in Absätze reicht da durchaus schon) ist besonders dann hilfreich, wenn ich ein Spiel schon kenne, mich aber über die Spielerfahrung und Einschätzung durch Andere informieren möchte.

Bei Print-Rezensionen (Spielbox, Fairplay) wird dies nicht so gehandhabt, hier habe ich aber auch eine andere Lese-Erwartung, und auf Papier und in Ruhe mag ich mich sowieso gerne tiefer in die Lektüre vertiefen.

Deinen Vorschlag, einfach die Anleitung einzuscannen und damit eine Spielbeschreibung zu ersetzen, halte ich für kontraproduktiv. Durch das Lesen einer Anleitung - die meist sehr technisch ist - weiss ich zwar, wie das Spiel genauestens funktioniert, muss mich aber länger damit beschäftigen.

Ausserdem werde ich mit Details zugeschüttet, die ich für das prinzipielle Verständnis nicht brauche. Beispiel Diamant: Muss ich für das Verständnis wirklich wissen, dass 5 rote Edelsteine in einen weissen (oder war es umgekehrt? Egal!) umgetauscht werden können?

Vielmehr dient doch die Beschreibung - wenn sie gut aufgezogen wurde - auch der Unterstützung des Fazits, nämlich indem man bereits Aspekte herausarbeitet, die man später im Fazit aufgreift und ausdiskutiert. Eine blosse Lektüre der Regel kann dies nicht leisten.

Alles Gute wünscht
Kathrin.

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Michael Weber

RE: rezensionsformate

Beitragvon Michael Weber » 11. Mai 2005, 09:55

Kathrin Nos schrieb:
> Allerdings ist es meiner Meinung nach ein ziemliches
> Armutszeugnis, wie hier ein Spiel, das mit drei verschiedenen
> Personenzahlen spielbar ist, anhand von zwei Probepartien zu
> zweit zu beurteilen - und dann noch das eigene Urteil durch
> Angabe dieser Info implizit abzuwerten. Gerade bei Karibik
> unterscheidet sich das Spielgefühl durchaus ziemlich stark
> mit der Spielerzahl (wegen der unterschiedlichen
> Konstellationen beim Auspatten).

Richtig, aber immerhin steht es dort geschrieben ;-)

> > Es wird für mich in zu epischer Länge das Spiel
> > beschrieben, die eigentliche Wertung kommt viel zu kurz.
>
> Meiner Meinung nach sollten sich Fazit und Beschreibung vom
> Umfang her etwa entsprechen.

Mindestens, aber leider ist das in frei geschätzt 70 - 80 Prozent aller Web-Rezis nicht so. Bei einzelnen Rezensenten ist das anders, aber in der Masse trifft das wohl zu. Und da können ausnahmslos alle Webseitenbetreiber bei der eigenen Seite anfangen zu zählen ...

> Deinen Vorschlag, einfach die Anleitung einzuscannen und
> damit eine Spielbeschreibung zu ersetzen, halte ich für
> kontraproduktiv. Durch das Lesen einer Anleitung - die meist
> sehr technisch ist - weiss ich zwar, wie das Spiel
> genauestens funktioniert, muss mich aber länger damit
> beschäftigen.

Kathrin, Kathrin, das war Ironie. Wenn eine Rezension fast nur aus Beschreibung besteht und dann darunter etwas der Art steht: "Das Spiel macht in allen Runden Spaß und ist somit ein Tipp", ist mir das zu wenig. Genau deshalb habe ich diesen Satz geschrieben. Ironisch!

Michael
(immer mal wieder bereit zur Kollegenschelte, auch wenn er es nicht immer besser macht)

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Arne Hoffmann
Kennerspieler
Beiträge: 497

Re: rezensionsformate - Partienanzahl

Beitragvon Arne Hoffmann » 11. Mai 2005, 11:43

Moin Attila,

ich hatte auch überlegt, ob ich noch einen Kommentar zu der Anzahl der Partien, die der Rezension zu Grunde liegen, schreibe, hatte mich dann aber dagegen entschieden.

Generell finde ich die Angabe auch nicht verkehrt, auf der anderen Seite ist die Frage, wieviel Nutzen diese hat. Gut, bei 1/2 Partien sehe ich, dass dies vielleicht ein erster Eindruck ist und das Spiel bestimmt nicht in allen Facetten beleuchtet wurde. Auf der anderen Seite halte ich es vielen "renommierten" Rezensenten schon zu Gute, dass diese ein Spiel bestimmt nach wenigen Partien besser in das Umfeld einordnen können, als z.B. ich selber.

Die nächste Frage wäre, ab welcher Anzahl Partien ich die Rezension für fundiert halten könnte: 5, 10, 20, 40, 100? Insofern vermisse ich die Angabe letzten Endes nicht, da meist auch im Text klar wird, ob der Rezensent sich stärker mit dem Spiel beschäftigt hat, oder nicht. Und wenn ich einen ersten Eindruck über das Spiel bekommen möchte (halt Beschreibung des Spiels ohne großes Ausloten), ist die Anzahl gespielter Partien auch nebensächlich.

Schöne Grüße

- Arne -

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Ernst-Jürgen Ridder

Re: rezensionsformate

Beitragvon Ernst-Jürgen Ridder » 11. Mai 2005, 12:10


Heinrich Glumpler schrieb:
>

> Welche allgemeinen Formen/Formate von Rezensionen bevorzugt
> ihr?

Hallo Heinrich,

als Spieler, der keine Spiele erfindet, herstellt, vertreibt oder rezensiert, will ich durch eine Rezension in erster Linie über ein Spiel informiert werden, das ich noch nicht kenne. Ganz subjektiv steht das Informationsbedürfnis an erster Stelle: Was ist das wesentliche Spielmaterial, wie läuft das Spiel im Groben ab, d.h. welches sind seine wichtigsten Mechanismen, wie spielt es sich und wie beurteilt der Rezensent das Spiel (und warum)? Die Darstellung sollte so kurz und so präzise sein wie irgend möglich. Das schließt ein, dass ich erzählerische Elemente in Rezensionen nicht mag (wenn ich Geschichten lesen will, suche ich die nicht in Rezensionen -übrigens auch nicht in Spielregeln-).

Spielerische Grüße
Ernst-Jürgen

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Attila
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Beiträge: 4715

Re: rezensionsformate - Partienanzahl

Beitragvon Attila » 11. Mai 2005, 12:15

Arne Hoffmann schrieb:

> Generell finde ich die Angabe auch nicht verkehrt, auf der
> anderen Seite ist die Frage, wieviel Nutzen diese hat.

Das kann ich dir sagen - jemand der nach 2 Partien eine Rezi schreibt hat das Spielt entweder noch gar nicht vollständig erfasst, oder es ist einfach nur banal.

> "renommierten" Rezensenten schon zu Gute, dass diese ein
> Spiel bestimmt nach wenigen Partien besser in das Umfeld
> einordnen können, als z.B. ich selber.

Na, das sehe ich nicht so - sicherlich haben renomierte Rezensenten einige Erfahrung mit Spielen (sie werden im laufe der Jahre doch ziemlich viele gespielt haben), aber dafür sind sie imo extrem anfällig für Vorurteile, da sie halt sehr viel kennen und wenn es einen an ein Spiel erinnert was man nicht so gut findet, dann ist das schonmal schlecht - das ist halt Menschlich! :-)

> Die nächste Frage wäre, ab welcher Anzahl Partien ich die
> Rezension für fundiert halten könnte: 5, 10, 20, 40, 100?

Die Frage ist nicht zu entscheiden ob die Rezi fundiert ist, sondern ICH lese eine Rezi wo jemand schreibt das er 2 Partien gemacht hat anders als jemand der 50 Partien gemacht hat. Bei ersterem kann ich nicht erwarten das er eingehend analysiert hat und begründen kann wieso dies oder das nicht stimmt - bei zweiterem aber sehr wohl. Zweitere Rezi ist meiner Erwartung nach weitaus Kritischer und ernstzunehmender. Bei 2 Partien muss man ja sogar in erwägung ziehen dass das Spiel nicht ganz korrekt gespielt wurde. (Ich erinnere mich da an die ein oder andere Spielbox-Rezi ... :lol: )

> meist auch im Text klar wird, ob der Rezensent sich stärker
> mit dem Spiel beschäftigt hat, oder nicht.

Das ist korrekt - aber anstatt zu raten oder mir "zu denken" wie oft der Rezensent das Spiel gespielt hat, kann man es doch einfach dabei schreiben. Ansonsten ist es trotzallem ungewiss.

> ersten Eindruck über das Spiel bekommen möchte (halt
> Beschreibung des Spiels ohne großes Ausloten), ist die Anzahl
> gespielter Partien auch nebensächlich.

Stimmt schon, aber zumindest ICH erwarte von eine Rezension (für mich ==Kritik) mehr. Wenn es nur um einen ersten Eindruck geht dann kann man auch 2-3 Sätze schreiben und am Ende Daumen hoch, runter oder waagerecht.

Atti

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Christian Hildenbrand

Re: rezensionsformate - Partienanzahl

Beitragvon Christian Hildenbrand » 11. Mai 2005, 12:54

Attila schrieb:

> Das kann ich dir sagen - jemand der nach 2 Partien eine Rezi
> schreibt hat das Spielt entweder noch gar nicht vollständig
> erfasst, oder es ist einfach nur banal.


Das sehe ich doch etwas differenzierter ... ich schau mri an, WER diese Rezi verfasst hat. Ich kenne Spieler (und Rezensenten), denen ich auch nach 2 gespielten Partien zutraue, ein Spiel verstanden zu haben. Auf der anderen Seite habe ich auch schon Rezensionen gelesen nach angeblichen Unmengen von Spielen, bei denen der Autor ganz offensichtlich nicht die geringste Ahnung hatte, was in dem Spiel steckte, das er beschrieb.

Letztlich denke ich herauslesen zu können, ob sich der Autor einer Rezi mit dem von ihm rezensierten Spiel beschäftigt hat oder ob es einfach nur ein Heruntertippen war. Und das "beschäftigen" muss nicth zwangsläufig nur am Brett passiert sein, sondern kann sich auch im Kopf abgespielt haben.

Beschreibende Grüße,

Christian (... spielt oft ein paar Partien im Kopf durch vorm Schreiben einer Rezi ...)

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Attila
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Beiträge: 4715

Re: rezensionsformate - Partienanzahl

Beitragvon Attila » 11. Mai 2005, 13:31

Christian Hildenbrand schrieb:

> Das sehe ich doch etwas differenzierter ... ich schau mri an,
> WER diese Rezi verfasst hat.

Das sowieso! :-)

> Ich kenne Spieler (und Rezensenten), denen ich auch nach 2 gespielten Partien
> zutraue, ein Spiel verstanden zu haben.

Verstehen und vollständig erfassen ist etwas anderes. Ich kann Schach verstehen und auch spielen, aber jemand der das Spiel erfasst hat macht mich Platt - in 100 Millionen Partien - immer wieder! :-)

> Auf der anderen Seite habe ich auch schon Rezensionen gelesen nach
> angeblichen Unmengen von Spielen, bei denen der Autor ganz offensichtlich
> nicht die geringste Ahnung hatte, was in dem Spiel steckte, das er beschrieb.

Ausnahmen gibt es immer, das ist aber nicht die Regel!

Atti

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Arne Hoffmann
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Re: rezensionsformate - Partienanzahl

Beitragvon Arne Hoffmann » 11. Mai 2005, 13:56

Moin Attila!

Attila schrieb:
>
> Arne Hoffmann schrieb:
>
> > Generell finde ich die Angabe auch nicht verkehrt, auf der
> > anderen Seite ist die Frage, wieviel Nutzen diese hat.
>
> Das kann ich dir sagen - jemand der nach 2 Partien eine Rezi
> schreibt hat das Spielt entweder noch gar nicht vollständig
> erfasst, oder es ist einfach nur banal.

Dies relativierst Du weiter unten schon wieder und ebenso in Deiner Antwort auf Christians Beitrag! Ich wage zu behaupten, dass es Spiele gibt, die nach 2 Partien ausreichend für eine Rezension erfasst sind, ohne banal zu sein (z.B. Elchfest, Can't Stop, Diamant). Klar, die Rezension kann dann nicht alle Spielerzahlen betrachten (Frage: Muß sie das? - Ich behaupte, Nein!) und keine Aussage über die Langzeitmotivation geben (Nächste Frage: Muß sie das? Je nach Intention der Rezension).

>
> > "renommierten" Rezensenten schon zu Gute, dass diese ein
> > Spiel bestimmt nach wenigen Partien besser in das Umfeld
> > einordnen können, als z.B. ich selber.
>
> Na, das sehe ich nicht so - sicherlich haben renomierte
> Rezensenten einige Erfahrung mit Spielen (sie werden im laufe
> der Jahre doch ziemlich viele gespielt haben), aber dafür
> sind sie imo extrem anfällig für Vorurteile, da sie halt sehr
> viel kennen und wenn es einen an ein Spiel erinnert was man
> nicht so gut findet, dann ist das schonmal schlecht - das ist
> halt Menschlich! :-)

Wenn es richtige Vorurteile sind, dann bekommt ein menschlicher Rezensent die auch nach 5, 10 oder 20 weiteren Partien nicht widerlegt sondern ärgert sich u.U. von Partie zu Partie mehr, dass er dieses blöde Spiel spielen muß. Ist für mich kein tragendes Argument für generell mehr Partien.

> > Die nächste Frage wäre, ab welcher Anzahl Partien ich die
> > Rezension für fundiert halten könnte: 5, 10, 20, 40, 100?
>
> Die Frage ist nicht zu entscheiden ob die Rezi fundiert ist,
> sondern ICH lese eine Rezi wo jemand schreibt das er 2
> Partien gemacht hat anders als jemand der 50 Partien gemacht
> hat.

Genau das sage ich dcoh auch: Ab welcher Anzahl Partien ICH die Renzensionen für fundiert halten könnte. Wenn einer die Rezension auf 50 Partien basiert, kann ich davon ausgehen, dass der Rezensent einen gewissen Wiederspielreiz gefunden hat, oder aber eine enorme Ausdauer besitzt. Nach 50 Partien können bestimmt auch diverse Taktik- und Strategietips gegeben werden. Hier müßte man jetzt wieder fragen: Welche Intention verfolgt die Rezension? Soll das Spiel auf Herz und Nieren durchleuchtet werden, müssen es viele Partien sein - ganz klar. Soll das Spiel vielmehr vorgestellt und grob eingegliedert werden (wie es m.E. der Großteil der Internetseiten macht), so reichen bei weitem weniger Partien.

Bei ersterem kann ich nicht erwarten das er eingehend
> analysiert hat und begründen kann wieso dies oder das nicht
> stimmt - bei zweiterem aber sehr wohl. Zweitere Rezi ist
> meiner Erwartung nach weitaus Kritischer und
> ernstzunehmender.

Da bin ich mir gar nicht mal so sicher - sollte generell der Fall sein, aber viele Partien sind bei Weitem kein Garant für tiefgehende Analyse. Ok, Du sprichst auch nur von Erwartung, insofern liegt mein Erwartungswert da wohl niedriger als Deiner.


> > meist auch im Text klar wird, ob der Rezensent sich stärker
> > mit dem Spiel beschäftigt hat, oder nicht.
>
> Das ist korrekt - aber anstatt zu raten oder mir "zu denken"
> wie oft der Rezensent das Spiel gespielt hat, kann man es
> doch einfach dabei schreiben. Ansonsten ist es trotzallem
> ungewiss.

Ich muß es halt nicht raten, oder denken. M.E. erkennt man an einem Rezensionstext sehr wohl, wie gut der Rezensent das Spiel durchleuchtet hat. Und bei manchen Rezensenten wäre es mir eh lieber, wenn sie eine Partie weniger spielen und dafür mal ein-/zweimal mehr über ihre Rezension lesen, bevor sie sie veröffentlichen, aber das ist ein anderes Thema. ;-)

>
> > ersten Eindruck über das Spiel bekommen möchte (halt
> > Beschreibung des Spiels ohne großes Ausloten), ist die Anzahl
> > gespielter Partien auch nebensächlich.
>
> Stimmt schon, aber zumindest ICH erwarte von eine Rezension
> (für mich ==Kritik) mehr. Wenn es nur um einen ersten
> Eindruck geht dann kann man auch 2-3 Sätze schreiben und am
> Ende Daumen hoch, runter oder waagerecht.

2-3 Sätze insgesamt oder als Fazit? Ich finde, ein erster Eindruck darf ruhig mehr Text haben - so häufig trügt er nämlich doch nicht... Wobei ein erster Eindruck auf jeden Fall als solcher gekennzeichnet werden sollte, da gehen wir wohl konform. ;-)

Schöne Grüße

- Arne -

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Attila
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Beiträge: 4715

Re: rezensionsformate - Partienanzahl

Beitragvon Attila » 11. Mai 2005, 14:23

Arne Hoffmann schrieb:

> dass es Spiele gibt, die nach 2 Partien ausreichend für eine
> Rezension erfasst sind, ohne banal zu sein (z.B. Elchfest,
> Can't Stop, Diamant).

Und diese Spiele sind nicht banal? :-) Ich denke schon!

> Klar, die Rezension kann dann nicht
> alle Spielerzahlen betrachten (Frage: Muß sie das? - Ich
> behaupte, Nein!)

Da bin ich bei dir!

> Langzeitmotivation geben (Nächste Frage: Muß sie das? Je nach
> Intention der Rezension).

Muss sie nicht! Wenn der Rezensent es meint entscheiden zu können, okay.

> Genau das sage ich dcoh auch: Ab welcher Anzahl Partien ICH
> die Renzensionen für fundiert halten könnte.

Ja, dazu muss man aber doch wissen wieviele der Rezensent gespielt hat - muss man nicht *unbedingt* okay, aber ich empfinde es als hilfreich!

> sein - ganz klar. Soll das Spiel vielmehr vorgestellt und
> grob eingegliedert werden (wie es m.E. der Großteil der
> Internetseiten macht), so reichen bei weitem weniger Partien.

Okay, kann man so sehen, aber für mich ist eine Rezi keine "Spielvorstellung" - das muss schon etwas mehr sein!

> Da bin ich mir gar nicht mal so sicher - sollte generell der
> Fall sein, aber viele Partien sind bei Weitem kein Garant für
> tiefgehende Analyse.

Nein, da hast du recht! - Aber es ist schonmal eine gute Grundlage!

> > (für mich ==Kritik) mehr. Wenn es nur um einen ersten
> > Eindruck geht dann kann man auch 2-3 Sätze schreiben und am
> > Ende Daumen hoch, runter oder waagerecht.
> 2-3 Sätze insgesamt oder als Fazit?

Ohne Fazit! :-)

> Ich finde, ein erster Eindruck darf ruhig mehr Text haben -
> so häufig trügt er nämlich doch nicht...

Klar kann man das machen und es kann auch recht interessant sein, wenn es gut geschrieben ist, aber aus meiner Erfahrung trügt der doch schon recht oft.

Atti

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Günter Burkhardt
Brettspieler
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Re: rezensionsformate

Beitragvon Günter Burkhardt » 11. Mai 2005, 22:53

Hallo,

ich wundere mich ein wenig über die negativen Reaktionen. Ich finde diese Form einer Rezension grundsätzlich gelungen, über Einzelheiten kann man natürlich immer streiten.
Eine Rezension ist immer individuell und kann nicht objektiv sein. Das ist und bleibt sicherlich richtig. Gerade weil das so ist, finde ich es gut, dass die vorliegende Form es dem Leser ermöglicht, sich selbst ein eigenes Bild zu machen. In einer normalen Rezension muss man viele dieser Einzelkategorien mühsam herausfiltern, manchmal sucht man danach aber vergeblich. Langatmige, oft ziemlich gekünstelte Einleitungen und seitenlange Spielbeschreibungen tragen aus meiner Sicht nicht dazu bei, einen Eindruck von einem Spiel zu geben.
Wohlgemerkt: Nichts gegen gelungene, unterhaltsame und informative Rezensionen, die gibt es sicherlich auch. Aber ich denke, die Kategorien zwingen auch den Schreiber ein wenig dazu, sich Gedanken über alle Aspekte eines Spieles zu machen. Aspekte, die vielleicht sonst unter den Tisch fallen würden.

Spiele Grüße

Günter Burkhardt

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Roman Pelek

Relativität von Partienanzahlen

Beitragvon Roman Pelek » 12. Mai 2005, 02:18

Hi Atti,

Attila schrieb:

> Die Form gaukelt allerdings Objektivität
> vor, wo keine sein kann.
>
> Immerhin ist der Kritiker so ehrlich zu schreiben auf wie
> vielen Spielen (hier immerhin 2) die Rezi basiert.Das
> Vermisse ich bei fast allen Rezis.

Nun ja, einerseits bemängelst Du vorgegaukelte Objektivität, andererseits möchtest Du Partienanzahlangaben bei Rezis. Dabei würde ich behaupten, dass letztere auch sehr relativ sind in bezug auf das behandelte Spiel und deswegen falsche Eindrücke erwecken können.

Ich möchte dabei keinesfalls in die relativ müßige Diskussion einsteigen, welcher ach so begabte und erfahrene Mensch nun schneller oder besser ein Spiel begreift als der andere (das wird eh durch Vorlieben und andere Umstände allzu stark überlagert, außerdem haben allzu viele erfahrene Leute schon eklatante Fehleinschätzungen von sich gegeben, das gehört halt sympathischerweise zum Menschsein dazu). Mir geht's viel mehr darum, dass manche Spiele extrem viel Aufwand erfordern, auch was die Partienzahl angeht, um sie angemessen zu beurteilen, während man andere durchaus auch mal "aus dem Handgelenk" relativ treffsicher beurteilen kann.

Angesichts letzterer Tatsache wäre eine solche Partienanzahlangabe nach Deiner Deutung quasi immer problematisch, denn wenn unter einer Rezension "2-3x gespielt" stünde, würde dies implizieren, dass entweder a) Der Rezensent stinkfaul, b) Das Spiel banal oder - im schönsten Falle - c) Beides zutreffend ist. Und wie lösen Menschen ein solches Dilemma mangelnder Außenwirkung bekanntermaßen häufig? Genau: sie flunkern dann eh ;-)

Denkbar wäre auch andersherum eine nette Spielart: ein Rezensent spielt ein wirklich banales Spiel 20x und gibt das - nebst mäßiger Beurteilung - ehrlich an. Unverblümtes Fazit des Lesers könnte auch sein: "Entweder der ist Berufsmasochist, oder er ist so dämlich, dass er's erst beim 20. Mal gemerkt hat". Beides auch gewissermaßen dem Autoren wohl eher abträglich, egal wie gut er es gemeint hat...

Sei's drum, um mal wieder zueinander zu finden: Ich denke (zumindest, so wie ich Dich kenne, hattest Du eh primär das im Hinterkopf :-)) ), dass das das Verlangen nach einer Angabe der Partienanzahl im eingeschränkten Rahmen komplexer Titel durchaus Sinn machen könnte. Denn da sind es ganz unbestritten zwei paar völlig verschiedene Schuhe, ob man ein 4h-Strategiespiel mit asymmetrischen Startbedingungen nur zwei Male angespielt hat, oder ob man nach zwei Dutzend Partien analysiert, wie das Spiel ausbalanciert ist. Ist es nicht vielmehr das, auf das Du im Speziellen abzielst?

Letztlich aber merkt man m. E. dem Rezensionstext an sich schon viel besser als jeder Zahlenangabe an, wie intensiv der Autor am Werke war, zumindest wenn man schon die Gelegenheit hatte, mal mit dem persönlichen Eindruck zu vergleichen (D'Accord Arne). Und damit meine ich nicht bloß die notwendigerweise stark simplifizierte Wiedergabe der Spielregeln, bei der manche Schlaumeier sogleich auf Fehler des Rezensenten schließen :).

Aber das bleibt halt das ewige Dilemma jedweder Rezension, egal was das Rezensionsobjekt sein mag: einen wirklichen persönlichen Nutzen zieht man immer erst dann daraus, wenn man die Vorlieben des Rezensenten in einen Bezug zu seinen eigenen setzen kann. Und, als vernunftbegabter Mensch, notfalls auch mal zwischen den Zeilen lesen kann, um den Unterton mitzubekommen.

Gustav der Bär hat dazu irgendwann einmal in diesem jenen Forum einen schön saloppen Kommentar gebracht, den ich nur sehr stark verändert sinngemäß (will heißen: entstellt) wiedergeben kann: "Wenn Rezensent XY bei Werk Z den Niedergang der abendländischen Kultur beschreit, dann weiß ich für mich selbst genau, woran ich die nächsten Wochen einen diebischen Spaß haben werde". Und um nix anderes geht es doch eigentlich, oder?

Ciao,
Roman (der über obenstehende Banalitäten auch nur 2x nachgedacht hat bzw. selbiges vielleicht auch einfach nur so behauptet, weil ihm beim Posten zum Glück eh keiner so genau auf die Finger sehen kann ;-) )

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Roman Pelek

Publikationsphänomene im Internet allgemein

Beitragvon Roman Pelek » 12. Mai 2005, 03:57

Hi Michael,

Michael Weber schrieb:

[Rezensionen im Web]
> Es wird für mich in zu epischer Länge das Spiel beschrieben, die
> eigentliche Wertung kommt viel zu kurz. Im Grunde könnte man
> häufig viel einfacher Anleitungen einscannen und zwei Sätze
> als Testurteil darunter schreiben. Wäre weniger Mühe und der
> Leser würde den gesamten Spielverlauf manchmal sogar besser
> verstehen. Hier müssen meiner Meinung nach ausnahmslos alle
> Spiele-Webseiten noch nachlegen.

Erstaunlich finde ich ein Phänomen im Web, ganz allgemein, aber auch hier speziell bei Rezensionen: Es gibt so unglaublich viele Freiheiten, die man als Autor ohne jegliche Beschränkungen drucktechnischer Art wahrnehmen kann, dass sich viele anscheinend ganz von selbst übermäßig kasteien. Das Internet als Publikationsmedium erscheint mir - ohne Not - von der äußeren Form her mittlerweile häufig strenger und bürokratisierter als dies bei Printmedien der Fall ist. Sicherlich geht ein gewisser Anteil auf das Konto des Bedürfnisses, schnell informiert zu sein - da helfen klare äußere Strukturen ungemein (z. B. oben: Intro, mittig: Regelwiedergabe, unten: Fazit). Aber: gut (durch-)lesbar, falls man das Bedürfnis verspürt, einem Sachverhalt von vorne bis hinten folgen zu wollen, ist das meist nicht. Und auch der Inhalt ist häufig auch eher "aktuell" als durchdacht und ausformuliert, geschweige denn redigiert (woher auch Zeit bzw. Geld nehmen, das ist natürlich das Dilemma der Stunde).

Aber vielleicht ist das auch ein Plus für klassiche Medien bzw. ein Grund, warum diese doch noch sehr viel länger, als ihnen nachgesagt wird, ihre Berechtigung behalten werden: wenn man im Internet surft, sucht man häufig den schnellen "Klick", die "Aktuelle-auf-den-Punkt-Info". Wenn man sich jedoch zurücklehnen möchte, um zu genießen, auf etwas einzugehen, ist vielleicht auch heute eher noch ein konventielles Magazin oder Buch das Medium der Wahl. Denn da mag man auch mal auf einen gut geschriebenen Text ohne allzu strenge Formalismen eingehen, in der sich der Autor auch mal einen unterhaltsamen subjektiven Abschweifer erlauben kann, ohne dass die Leser gleich panisch aufzuschrecken: "Iiih, das ist subjektive Informationsverkleisterung, die mir wertvolle Zeit raubt". Bzw., wenn wir mal Papier außen vor lassen, können wir gerne auch über eBooks reden, sobald wir ein kostengünstiges und augenfreundliches Trägermedium vorfinden. Momentan ist das Ganze im Vergleich zu Papier aber noch sehr "unsexy" (schließlich existiert auch noch kein "Virtual Candlelight Dinner", das dem Vorbild das Wasser reichen könnte ;-) )

Aber eines müssen eBooks dann auf jeden Fall sein: luftfeuchtigkeitsresistent - oder fortschrittlicherweise im Vergleich zu Papier sogar gar wasserabweisend. Sonst könnte ich in Zukunft ja nicht mehr herrlich gegen stinklangweilige Gebrauchstexte ketzern, indem ich ich behaupte, dass ihnen "das Badewannengefühl einfach abgeht". Und es wäre ein wirklich schwerer Schlag für mich, wenn ich mir auf meine alten Tage diesbezüglich etwas Neues überlegen müsste, ab 30 wird man schließlich arg unflexibel und borniert 8-)

Ciao,
Roman (hatte im Rahmen seiner Diplomarbeit zum Thema "Internetprogrammierung", Kapitel "Medienpädagogik", mal die ernüchternde Erkenntnis, in etwa fünfhundert fünfhundertseitige Publikationen von nur fünf Autoren zu finden, bei denen sich das Inhaltliche problemlos auf fünf Thesen mit insgesamt fünfundfünfzig Worten reduzieren ließ - das scheint doch irgendwie ein nach wie vor leider ein arg vernachlässigtes Forschungsfeld zu sein...)

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Klaus Herder

Re: rezensionsformate - Partienanzahl

Beitragvon Klaus Herder » 12. Mai 2005, 15:02

Arne Hoffmann schrieb:
>
> Die nächste Frage wäre, ab welcher Anzahl Partien ich die
> Rezension für fundiert halten könnte: 5, 10, 20, 40, 100?

Gibt es wirklich Leute, die ein Spiel innerhalb kurzer Zeit 40mal oder mehr spielen? Das würde ich nicht mal unter Androhung von Prügeln machen! Ich habe wohl noch kein Spiel innerhalb eines Monats 10mal gespielt. Nach dem fünften oder sechsten Mal werden die meisten langweilig. Dann kennt man doch den Ablauf, da kommt nichts überraschendes mehr. Und manche werden noch schneller langweilig. Deshab kann ich auch mit dem "Wiederspielreiz" wenig anfangen, von dem manchmal die Rede ist.
Klaus

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Stefan-spielbox

Rezension vs. Kritik

Beitragvon Stefan-spielbox » 12. Mai 2005, 15:33

Hallo zusammen,

ich würde hier eher eine Dreiteilung vornehmen zwischen Beschreibung, Rezension und Kritik.

Wobei erstere lediglich eine Wiedergabe des Ablaufes darstellt, aber keinerlei Wertung aus subjektiver Sicht oder überhaupt beinhaltet und auch nicht soll.

Eine Rezension stellt darüber hinaus noch Hintergrund-Informationen heraus, beleuchtet Vor- und Nachteile, bezieht diese Erkenntnisse und auch Wertungen aber immer auf konkrete Inhalte des jeweiligen Produktes, das es zu rezensieren gilt.

Letztendlich kann eine Kritik nach herzenslust polarisieren, niedermachen oder loben, ohne einen objektiven Anlass dafür zu haben. Ein Michael Knopf in Höchstform quasi.

Und um noch einen Satz zum eigentlichen Thema des Threads loszuwerden: Ich denke, als Ergänzung oder auch Zusammenfassung ist eine derartige Liste durchaus zu gebrauchen, ersetzen kann sie eine Rezension jedoch nicht.

Das wars von mir, gut Spiel

Stefan


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